mein schwager etwas lang

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von sinta75 22.03.11 - 15:56 Uhr

hallo
ich bin total frustriert und traurig.mein schwager ist 51 jahre alt, und alkoholiker. nun war es am samstag so, dass er über schmerzen klagte, im oberbauch. ich bin also rüber, uind beim abtasten war die leber extrem geschwollen, und er war gelb im augeninneren.dazu kam eine schon derbe abwehrspannung im bauch. zum staunen von allen bekam ich dazu mit mir ins krhs zufahren.
fazit:
beginnende leberzirhose mit freier flüssigkeit im bauchraum, samt demenz

er hat also nichts geschnallt, entlassung gegen allen rat.zuhaus gesamte familie auf ihn rauf (samt seinen kindern 10&12 jahre).er also doch ins krhs, 2x abgehauen wieder rein, montag abend selbst entlassen, mit beginnenden zerfall der leber.prognose ohne behandlung 3-4 tage , mit behandlung 2-8 jahre..

nur er schnallt es nicht mehr, da schon teile des gehirns (laut amtsarzt) abgestorben sind.so hab nun für morgen zwangseinweisung erwirkt, durch den amtsarzt (er kommt persönlich).nun haben sich die mutter, die 2 schwestern entschieden.
#
dem letzten wunsch, in ruhe zuhaus zusterben statt zugeben.also musste ich nun anrufen , und den amtsarzt absagen.
#
ich bin fassungslos.wie kann man so den lebensdrang verlieren, er hat doch die kinder (sagte zu ihnen ihr seit mir egal, ich möchte nicht mehr).
die beiden heulen nur noch, und dass bricht mir das herz.
vor allem meine schwiegamum. sie ist herzkrank, und muss nun zusehen wie ihr sohn vor ihr geht. sie ist völlig fertig, und wir sind uns sicher , dass sie kurze zeit später folgen wird.#heul

trotzallem muss ich es ja auch akzeptieren, und wünsch ihn keine schmerzen, und das er im schlaf verstirbt.
sorry aber das will einfach nicht in meinen kopf.:-[


#kerze#kerze#kerze#kerze für alle lieben verstorbenen.


lg von einer fassungslosen ela

Beitrag von nicky131974 22.03.11 - 16:56 Uhr

Erst einmal#liebdrueck Du hast alles menschenmögliche getan. Aber jetzt kannst du nur noch helfen, indem du für die Kinder und deine Schwiegermutti da bist.

Ich weiss es ist schwer, aber ihr schafft das. Er hat einfach keine Kraft mehr. Und egal sind sie ihm nicht, nein im Gegenteil, er weiss der Alkohol hat ihn besiegt. Die Kinder brauchen auf alle Fälle eine gute psychologische Betreuung, und das so schnell als möglich.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und viel viel Kraft.

Lg Nicole

Beitrag von arkti 22.03.11 - 19:11 Uhr

Auch wenn es für die Angehörigen schwer ist aber es ist doch klar das er nicht mehr will.
Alleine Demenz ist schon grausam und das in dem Alter.
Wenn jemand nicht mehr will dann sollte man das akzeptieren und nicht mit Zwangseinweisungen dagegen steuern auch wenn es schwer fällt.
Jeder Mensch hat das recht über sein eigenes Leben zu entscheiden.

Du kannst doch nicht davon ausgehen das seine Mutter ihm direkt folgen wird.
Klar kommt sowas vor aber es leben auch noch viele Mütter die ihre Kinder schon vor vielen Jahren gehen lassen mussten.

Beitrag von meto 22.03.11 - 19:53 Uhr

Hallo Ela,


das klingt furchtbar. Du hast alles getan, was du für ihn tun konntest aber er möchte nicht mehr.
Laßt ihn gehen und schneller aber besser sterben.
Der Freund von meiner Freundin war auch Alkoholiker und hätte es beinahe nicht geschafft, bei ihm war es zum Glück noch nicht ganz so weit und er hat einige Jahre mehr obwohl er nicht alt werden wird. Er ist Mitte 40 und der Alkohol hatte ihn auch komplett verändert und teilweise böse gemacht. Bei euch kommt aber noch Demenz dazu, was wirklich hart für alle Angehörigen und am Schlimmsten für die Kinder sein wird / würde.

Wenn das Kind vor einem geht, ist es wohl das Schlimmste überhaupt und wenn die Mutter schon alt ist, verkraften sie es oft nicht so. Ihr seid aber eine Familie und wichtig ist, dass ihr füreinander da seid und der Mutter zeigt, dass sie hier noch gebraucht und geliebt wird und für sie da seid.

Die Kinder sollten dringenst psychologische Unterstützung von außerhalb bekommen.


Liebe Grüße und alles Gute euch

Mella

Beitrag von scrollan01 22.03.11 - 20:17 Uhr

Er hat KEINE Demenz sondern den Korsakow!

Dies entsteht NUR durch übermäßigen Alk - die Demenz ist etwas anders.
Ähnelt aber dem K. - Syndrom...

Nun, ich nehme an, ihr wusstet schon lange dass er trinkt!
Von heute auf morgen kann es ja nicht sein, dass die Zirrhose so weit fortgeschritten ist!

Sicher ist es jetzt bitter für alle, besonders für die Kinder!

Aber letztendlich ist der Zug absolut abgefahren für ihn!

Er hat ja nur die Wahl: entweder er verstirbt ganz schnell oder er wird in den nächsten Wochen in einem Altenpflegeheim landen und wird dort gewaschen, gepampert und sitzt mit 51 am Mittagstisch zusammen mit 90 Jährign zusammen!

DAS ist leider das, was ihn nun erwarten wird.
Woher ich das weiß

Ich habe derzeit 4 solcher jungen Männer bei mir auf Station - inmitten von alten Leutchen ...

Es tut mir sehr sehr leid für alle Angehörigen - aber meist ist es doch so, dass diese es jahrelang als co - Abhängige mit machen!
Ich weiß auch darüber bescheid - habe es selber 3x hautnah erleben MÜSSEN!

Meine Kousinen haben das Drama mit ihrem Vater bis heute nicht verkraftet - er starb mit 46 an den Sachen wie dein Schwager!

Beitrag von meto 22.03.11 - 21:00 Uhr

Bei heimlichen Alkoholikern z.B. erkennt man das nicht so schnell, dass sie trinken. Sie torkeln nicht vor einem rum und lallen nicht. Meine Freundin war 2,5 Jahre mit ihrem zusammen, als sie von seinem Alkoholproblem erfahren hatte. Er war oft und schnell gereizt, hatte starke Stimmungsschwankungen und hatte körperliche Probleme, wollte aber nicht zum Arzt.
Wir haben versteckte Flaschen im Stromkasten und im Kofferraum seines Sportwagens gefunden.

Beitrag von scrollan01 22.03.11 - 21:12 Uhr

Ich weiß!

Aber ich denke, der Schwager hier wird schon sehr viel länger Alkoholiker sein bei DER Schwere der Erkankung!

Es gibt fast nichts schlimmeres wie diese Sucht - sie ist die Hölle!

Beitrag von karamalz 22.03.11 - 22:38 Uhr

hi,

es ist für mich immer sehr traurig, wenn menschen glauben, das ihnen im fallen flügel wachsen!

wieso bist du frustriert? dein schwager ist ja sicherlich dem alkohol schon länger zugetan, da ist doch die entwicklung zwangsläufig, oder?

ihr werdet nun mit einer endgültigkeitsdiagnose konfrontiert und plötzlich bemerkt ihr, wie ernst es ist?

meine fassungslosigkeit stellte sich beim lesen dieses beitrages ein!

mein mitgefühl den kindern, den anderen schien er ja egal zu sein...

eine frage wäre da noch: wieso hat er sich der sauferei zugewendet?

den kindern alles liebe und eine glücklichere zukunft!

k.

Beitrag von yannicsun 23.03.11 - 08:54 Uhr

"mein mitgefühl den kindern, den anderen schien er ja egal zu sein..."

Wie kannst Du das behaupten?? Mein Vater hatte 25 Jahre mit dieser Sucht zu kämpfen und wir haben es nicht endgültig geschafft ihn davon weg zu bekommen. Er war uns in keinster Weise egal, aber... er hat es selbst mit unserer Unterstützung nie lange genug geschafft um dieser Krankheit zu entgehen. Auch er starb mit 59Jahren.

"eine frage wäre da noch: wieso hat er sich der sauferei zugewendet?"

Das wüsste ich bei meinem Vater auch gerne - super Job, 2 gesunde Kinder, intakte Ehe - aber er hatte gesungheitliche Probleme (Diabetes) vielleicht war es das. Wir wissen es nicht, ausserdem gehörte es dazu, abends ein Bierchen zu trinken, vielleicht war es eins zuviel ?!?!

Ich wünsche den Mädchen das sie diese schwere Zeit mit viel Liebe und psychologischer Unterstützung überstehen. Sowie allen Ängehörigen die Kraft, diese zwei sowie auch speziell die Mutter aufzufangen...

LG Yannicsun

Beitrag von sinta75 23.03.11 - 09:36 Uhr

hallo

die gründe warum er das trinken anfing kenne ich nicht. mein mann und ich sind erst seit 2,5 jahren zusammen. die familie hat schon in den ganzen 2,5 jahren versucht ihn immer wieder aufzufangen, aber vergebens.
auch ich weiss nicht mehr was noch. ich kann jetzt nur für die kids (seine) dasein, schauen dass sie event. hilfe bekommen , bei der krisenbewältigung.
schwigamum wird es nicht verkraften.seit es am samstag so dramatisch wurde, hat sie sehr abgebaut, und das herz rebeliert.
ich geh nun täglich 2-3x rüber, und schau halt dass er sich nicht zusehr quält, aber er schläft halt viel , und scheint auch wie die ärztin sagte , keine schmerzen zuhaben (zum glück).

Beitrag von scrapie 24.03.11 - 14:11 Uhr

>>>mein mitgefühl den kindern, den anderen schien er ja egal zu sein... <<<

Schwachsinn... die anderen sind einfach nicht Co-Abhängig und das ist auch gut so! Ein Alkoholiker kann sich nur selber helfen und niemand anderes sonst. Einem Alki bleiben nur 2 Möglichkeiten: Antialkoholiker werden oder sterben. Da kann die Familie absolut NICHTS machen, solange der Alkoholkier nicht selbst in die Klinik fährt.... nur dann sollte er von der Familie unterstützt werden.

Wenn er allerdings säuft ohne Verluste (und bei einer Leberzirrhose kann man davon ausgehen, dass es nicht zu wenig war!), dann würde jeder Psychologe davon abraten, diesem Mann helfen zu wollen - denn sonst grüßt die Co-Abhängigkeit.