Noch jemand gewollt früh abgestillt und bereut es jetzt?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von mariju 22.03.11 - 18:54 Uhr

Hallo Mädels!

Ich wüsste mal gerne ob es vielleicht noch jemandem so geht.
In meinem näheren Umfeld gibt es unheimlich viele frische Mütter, die einen wollten gar nicht stillen, die einen nur kurz, die andere wollen es solange machen wie ihre Kinder es wollen. Aber alle scheinen mit ihrer Entscheidung glücklich zu sein, nur ich bin es wohl nicht.

Eine Langzeitstillmama wollte ich nie werden, ich wollte immer 6 Monate voll stillen und dann abstillen. Leider kam es anders ...

Mein Mann und ich haben schon vor der SS angefangen unser Traumhaus zu sanieren, wir machen alle in Eigenleistung. Jetzt ist unser Sohn 6 Monate alt und endlich ist ein Ende absehbar.
Mit dem stillen ansich hatten wir nie Probleme, nichtmal wunde Brustwarzen. Aber durch den Bau musste ich von Anfang an immer wieder abpumpen, da ich unseren Sohn mehrmals in der Woche bei einer der beiden Omas lassen musste (und immer noch muss).
Der Streß am Bau hat sich auf meine Milchmenge extrem ausgewirkt, dann hat man mal vergessen mehr zu trinken oder nochmal was zwischendurch zu essen, schon hatte ich Probleme genug Milch abgepumpt zu bekommen. Unser Sohn kam Tag wie Nacht alle 2 bis 2 1/2 Stunden und ich habe zwischendurch wirklich nach jedem stillen noch da gesessen und gepumpt und das die ganze Nacht durch.
So ... nach genau 3 Monaten habe ich für mich beschlossen das es reicht, ich kann nicht mehr. Ich konnte schon nicht mehr schlafen wenn es hieß das in zwei Tagen wieder helfen angesagt ist aus lauter Angst das ich es nicht schaffe die benötigten 2 Portionen zusammen zu bekommen.

Zum Glück hatte unser Sohn keine Probleme mit der Umstellung auf die Flasche und das Abpumpe habe ich komplett gelassen und die Mahlzeiten gab es als Fertigmilsch. Nach genau 4 Monaten habe ich ihn zum letzten mal angelegt. Eigentlich kann ich schon sagen das es die richtige Entscheidung war, ich habe trotz Baustress mehr Zeit für meinen Sohn und habe nicht immer die Gedanken an sein Essen im Kopf.

Aber ... wenn ich, so wie eben z.B. eine Mutter sehe die ihr Kind stillt wird mir schon anders.

Ich glaube wenn das Geschwisterchen kommt werde ich wohl doch zur Langzeitstillmama. Der Stress ist dann vorbei.

Liebe Grüße
und danke auch fürs zuhören.

mariju & Luis

Beitrag von saya82 22.03.11 - 19:56 Uhr

Hallo!

So ging es mir beim ersten Kind auch.
Und ich wurde beim zweiten dann auch zur Langzeitstillmama ;-)
Du weisst aber schon das du ihn wieder stillen könntest wenn du wolltest?!
Ich will dir nix aufzwängen oder einreden. Ich will es nur mal anmerken, weil ich es damals nicht wusste, aber gerne gemacht hätte.
Auf jeden Fall alles Gute für euch und mach dich nicht verrückt deshalb.
Du kannst deinem Kind noch so viele andere gute Dinge mit auf den Weg geben.

LG Saya


Beitrag von mariju 22.03.11 - 21:28 Uhr

Danke für deine Antwort.
Von Relaktion (oder wie man es auch nennt) habe ich schon gehört, aber seit Anfang Januar stille ich so gut wie gar nicht mehr und seit dem 20.01. wurde er nicht mehr angelegt. Geht das wirklich nach zwei Monaten noch? Aber noch sind wir nicht im Haus, also würde das im Moment wieder in den Teufelskreis kommen.

Beitrag von saya82 22.03.11 - 21:48 Uhr

Wenn du Interesse daran hast würde ich eine Stillberaterin anrufen.
Das ist kostenlos und du kannst dir einfach nur Infos geben lassen.
Relaktiern kann man eigentlich immer. Man kann sogar Milch bilden obwohl man kein Baby bekommen hat. Das machen manche Mütter bei Adoptionen.

http://www.lalecheliga.de/index.php?option=com_content&view=article&id=401&Itemid=93

http://www.afs-stillen.de/front_content.php?idcat=83

Du kannst ihm aber auch einach ab und zu mal die Brust anbieten. Ohne Druck, er bekommt seine Nahrung ja sowieso.

Aber ich will dir hier wirklich keinen Floh ins Ohr setzen. Mach dir einfach selbst keinen Druck.
Eine gute Mutter zu sein hängt nicht mit der Stilldauer zusammen.
Ich war bei meinem Sohn lange traurig, aber irgendwann kam einfach der Punkt an dem ich damit anschließen konnte.
Und jetzt finde ich es zwar schade, sehe aber was für ein toller kleiner Kerl er geworden ist. Also kann ich ja nicht so viel falsch gemacht haben ;-)

Beitrag von 20girli 23.03.11 - 10:47 Uhr

Dann lass es. Wenn Du schon jetzt weist das Du Dich nur wieder in dem Teufelskreis befinden wirst, dann hat das keinen zweck.

Es wäre möglich wieder zu stillen, ja. Aber das bedeutet das Du für ein paar Tage ganz NUR für dein Kind da sein müsstest. Und es ist nicht so einfach - weil ja auch das Kind sich wieder umstellen muss.

Auf Dauer gesehen - ich hab meinen dann noch 8 Monate gestillt, es hatte sich also gelohnt.
Also auf lange sicht würde es sich auch bei Dir lohnen. Aber nicht wenn du die nächsten wochen eben doch wieder keine Zeit dafür hättest.

Du musst jetzt trauerarbeit leisten. Musste ich auch. Als meiner 16 monate war musste ich abstillen...und es war nicht meine entscheidung- ich habe fast 1 jahr gebraucht bis ich das "verkraftet" hatte.

Mit der Zeit wird es besser. In deiner Situation war das ja nun wirklich nicht so leicht. Also musst Du dir auch keinen Kopf machen.

Versuch einfach für dich einen weg zu finden das klar zu machen...und abzuschließen.
Das trauern gehört ein wenig dazu. Das ist völlig normal und vergeht auch wieder. Schließlich merkt man erst dann das doch tatsächlich die Bindung zum Kind sich verändert.

Lg Kerstin

Beitrag von peppina79 22.03.11 - 20:11 Uhr

Ich bin grad in der gleichen Situation, allerdings habe ich meine Kleine nicht mal voll stillen können.

Der Stress mit dem Pumpen hat mich auch dahingerafft, ich war am Ende meiner Kräfte.

Ich bin auch traurig, weil ich merke, dass sie jetzt die Flasche lieber mag und meine Brust nicht mehr leer trinken mag, weil das einfach schwerer geht.

Aber ich weiß auch, sie ist glücklich und satt, und nuckeln darf sie bei mir trotzdem, weil sie ja keinen Schnuller nimmt, da sie eine Speiseröhrenentzündung hatte.

Ich kann auch einfach nicht mehr, das ganze Stillen, Pumpen, Füttern, Schreien, dann noch die Große betüddeln.

Mach es einfach beim zweiten so wie es eben geht, aber sei nicht traurig, wenn es vielleicht doch anders kommt.

Lieben tun sie Dich auch ohne Brust. Man ist nur selber leider viel zu emotional und will sich nicht trennen vom Kind. Du bist aber deswegen keine schlechte Mutter ;-))

Ich bin selber ein Flaschenkind und auch groß geworden.

Beitrag von mariju 22.03.11 - 21:30 Uhr

Ich bin auch ein Flaschenkind und hab meine Mama trotzdem furchtbar lieb :-)
Danke für deine Antwort

Beitrag von sarahjane 22.03.11 - 21:39 Uhr

Zitat: "In meinem näheren Umfeld gibt es unheimlich viele frische Mütter, die einen wollten gar nicht stillen, die einen nur kurz, die andere wollen es solange machen wie ihre Kinder es wollen. Aber alle scheinen mit ihrer Entscheidung glücklich zu sein, nur ich bin es wohl nicht."

Ich hoffe, Du erlaubst Dir über diese Mütter, welche (Langzeit)-Brustmüttern in gar nichts nachstehen und ebenso gute oder eben auch so schlechte Mütter sein können wie (langzeit) per Brust Ernährende, kein Urteil.

Mal davon abgesehen, dass Du Dir sicher darüber im Klaren bist, dass längst nicht alle Mütter ihre Babys kurz oder lang teilweise oder ausschließlich per Brust oder durch Abgepumptes ernähren können oder dürfen bzw. dass nicht alle Kinder in der Lage sind, an den mütterlichen Brüsten zu saugen.

Viele Berater für Brusternährung würden Dir nun antworten, Du hättest auch im (Um)baustress Deine Brüste anbieten können und könntest versuchen, nun zu relaktieren. Nun, das musst Du mit Dir selbst ausmachen.

Beitrag von mariju 22.03.11 - 21:49 Uhr

Mit welchem Satz habe ich über andere Mütter geurteilt?
Vielleicht liest du den zitierten Satz nochmal durch und denkst dabei nach was ich geschrieben habe, mit Sicherheit nichts negatives. Weder über kurz, lang oder gar nicht stillen.

Du scheinst mir aber echt witzig zu sein, Kind mit auf den Bau nehmen, in den Dreck, Staub, Beton etc. Er kann zwar nicht atmen und kann vor lauter Lärm nicht einen Moment abschalten, aber hauptsache er bekommt die Brust??? Du warst wohl noch nie auf einer Baustelle?

Beitrag von peppina79 23.03.11 - 09:38 Uhr

Ich kann Dich gut verstehen!!! Selbst die Große findet Baustellen nicht spannend und im Umzugsstress noch ein Baby anlegen und dabei Ruhe zu genießen, das ist eben nicht so ganz einfach.

Ich finde es vollkommen ok, dass das Baby bei der Oma (?) war. Brauchst Dir nix vorzuwerfen.

Niemand macht den Stillenden einen Vorwurf, dass man es selbst nicht geschafft hat, aber ich denk mal man darf auch ruhig mal ein wenig Wehmut zeigen.

Mir ging es so nach einer Fehlgeburt, dass ich Schwierigkeiten hatte, Schwangere Frauen zu sehen, weil es so geschmerzt hat in der Seele.

;-)

Beitrag von hippogreif 22.03.11 - 22:35 Uhr

#kratzWie bist Du denn drauf???