Erzieherin schreit Kleinkind an, und erpresst, wie denkt ihr?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lea03 22.03.11 - 19:13 Uhr

Hallo ihr Lieben,


eins vorweg, ich bin keine Gluckenmutti, und klar, dass ein Kind auch mal ein Kontra einstecken muss, aber folgender Vorfall (falls es wirklich so war) beschäftigt mich:

Meine Tochter, Schulkind, geht morgens noch für ne halbe Stunde mit ihrem Bruder in den Kindergarten, bis ihr Schulbus kommt. Unser Kindergarten bietet dies berufstätigen Eltern an.

Meine Tochter erzählte mir heute Nachmittag, dass die neue Erzieherin meinen Sohn (gerade drei geworden) anschrie, bzw. laut anmeckerte. So, dass sie und auch die andere Erzieherin total erschrocken waren. Grund: mein Sohn hat ihr, und das beschwörte meine siebenjährige, im vorbeigehen ausversehn wehgetan. Die Erzieherin schrie ihn dann an (okay, ich könnte auch laut losschreien, wenn ich mich stoße ;-) ) Kann ja echt ne Reaktion auf den Schmerz gewesen sein ;-)... und meinte, er bekäme erst seinen Papierflieger von ihr, wenn er sich entschuldigen würde.... (hat sie gerade da für ihn gebastelt)

Okay, sagen wir mal mein Sohn hat ihr ausversehen wehgetan, und sie meckert und schreit dann rum... kann man ja eventuell noch hinnehmen. Aber ihn dann zu einer Entschuldigung zu erpressen,mit was dass garnichts damit zu tun hatte #kratz ... finde ich schon ein wenig unprofessionell!

Ich selbst habe mal dort im Kiga gearbeitet (Vorpraktikum), und wenn ein Kind mir ausversehen mit dem Dreirad in die Hacken fuhr, oder sonstiges, habe ich es auch nicht ausgemeckert! Vorallem nicht, wenn man sieht, dass das Kind selbst erschrocken ist über den "Unfall" und es dies nicht wollte.
Und gerade die ganz Kleinen wissen doch garnicht, was da gerade geschehen war, wenn es ausversehen war... #gruebel

Wenn diese Sache sich wirklich so zugetragen hatte, finde ich die Reaktion der Erzieherin falsch! Vorallem wegen der Erpressung!

Sollte mein Sohn der Erzieherin absichtlich wehgetan haben, und sie dann laut schimpfen musste ect. ...
...finde ich es nicht gut, dass sie mich heute Nachmittag nicht darüber informiert hat! Denn so kann es auch zu Mißverständnissen kommen. Das ist meine Meinung. Ausserdem möchte ich als Mutter schon darüber informiert sein, wenn mein Sohn sich dermaßen respektlos und ungehalten verhält, und aus heiterem Nichts auf Erzieher losgeht ;-) !

Wie denkt ihr darüber?

vlg
Katrin

Beitrag von tjanzen 22.03.11 - 20:32 Uhr

Hallo Lea,

ich an Deiner Stelle würde morgen früh die Erzieherin erst einmal ansprechen, was denn da vorgefallen ist.
Denn ehrlich gesagt halte ich eine 7jährige große Schwester nicht unbedingt für eine sachliche Informatin.

Ich meine damit nicht, dass sie lügt - aber ich denke schon, dass ein Kind die Situation aus der Beobachtung heraus nicht richtig einschätzen und / oder wiedergeben kann.

Wenn es sich denn wirklich in all der Heftigkeit ereignet haben sollte, finde ich auch, dass die Erzieherin Deinen Sohn nicht gleich hätte anschreien müssen. Aber wie Du selber sagst - wir sind alle Menschen und wenn einem etwas wirklich wehtut, reagiert man manchmal instinktiv.

Ich finde allerdings, dass sich Kinder auch für "versehentliches Wehtun" entschuldigen sollten - das heißt ja in diesem Fall "Ich wollte Dir nicht wehtun!" und trifft somit vollkommen zu.
Ob sie ihn dafür "erpressen" muss, ist Ansichtssache. Das mag nicht unbedingt die feine Art sein - aber ich habe meiner großen Tochter in ähnlichen Situationen auch schon mal gesagt, dass ich so keine Lust habe, etwas für sie zu machen (basteln, spielen, vorlesen o.ä.), wenn sie sich nicht kurz entschuldigen kann.

Sprich doch erstmal mit der Erzieherin und dann kannst Du die Situation ja immernoch bewerten. Ob sie es Dir beim Abholen sagen soll - ich glaube nicht, dass Erzieher immer die Zeit haben, solche Alltagssituationen an die entsprechenden Eltern weiterzugeben, gerade in der allgemein trubeligen Abholsituation.

Viele Grüße,
Tina

Beitrag von ma-lu 22.03.11 - 20:49 Uhr

Hi,

also ich weiß nicht so wirklich.... Deine Tochter hat Dir von dem Vorfall erzählt?

Ich arbeite mit Schulkindern, und ich erlebe es oft, dass Kinder "anschreien" oft ganz anders interpretieren als wir Erwachsene. Das hat nix mit "Lügen" zu tun, aber manchmal decken sich die Aussagen der Kinder so gar nicht mit dem, wie ich eine Situation zwischen Lehrer und Schüler erlebt habe. Ein Beispiel: Die Lehrerin sagt in einem strengen Ton - und dabei hat sie noch nicht mal die Stimme erhoben - "Also, so geht's aber nicht hier, ich möchte, dass Ihr jetzt ruhig seid!", und das achtjährige Kind berichtet der anderen Lehrerin später, Frau X. hätte "voll losgebrüllt". So was kommt öfter vor und hat immer damit zu tun, wie der Umgangston zu Hause ist - ist der sanft und ruhig, erleben Kinder eine Änderung in der Tonlage viel früher als bedrohlich als Kinder, in denen zu Hause viel geschimpft wird. Von daher würde ich solche Aussagen eher mit Vorsicht genießen.

Die Sache, die Du als "Erpressung" siehst, finde ich jetzt auch nicht soooo schlimm... wenn man jemanden aus Versehen stößt, entschuldigt man sich doch genauso, wie wenn man jemanden absichtlich schubst... oder? Und das mit dem Papierflieger: stell Dir vor, die Erzieherin wollte den Flieger deinem Sohn gerade geben, als "es" passierte. Gibt sie ihm den Flieger gleich, käme das in ihren Augen vielleicht einer Belohnung nahe - und das wollte sie nicht.
Eher wollte sie in diesem Augenblick, dass er sich entschuldigt (Höflichkeitserziehung), und erst dann mit der Aktion "Flieger" übergeben weitermachen. Die Verknüpfung "wenn - dann" liegt dann zwar nahe, war aber vielleicht gar nicht so gemeint.

Und dann: wenn Erzieher jede Situation, in der sie laut schimpfen, den Eltern mittags mitteilen würden, dann würden die Übergaben wohl ewig dauern.... dass dir nichts berichtet wurde, liegt wahrscheinlich daran, dass die Erzieherin selbst wohl die Situation als nicht so dramatisch interpretiert hat.

Aber wenn dich das so beschäftigt, gehst du morgen früh einfach hin und lässt dir die Situation noch mal von der Erzieherin erklären, dann hast Du noch mal ein anderes Bild. Die Interpretation, die wir hier geben können, basiert ja auf der Schilderung Dritter (Deiner Tochter), und da ist es schon schwierig, die Situation richtig zu beurteilen.


LG
Ma-Lu

Beitrag von gussymaus 22.03.11 - 22:12 Uhr

wegen so einem keks -wenn s denn so gewesen ist - würde bei usns auch kein elterngespräch (auch nicht zwischen tür und angel) stattfinden...

wenn mein sohn mir sowas erzählt frage ich nach was da gewesen ist, wertfrei, und höre mir die andere seite an. bringe ggf an dass derlei "erpresungen" ja wohl wenig sinnbringend sind (egal ob nun eine stattgefunden hat oder nicht) und damit hat sich das...

auch wenn es unprofessionell und auch sinnlos ist eine floskel zu erpressen (ist ja wie ein erpresstes geständnis nur lippenbekenntnis unter zwag) deswegen würde ich da kein fass auf machen...

kinder sind im kindergarten oft respektlos - sind eben kinder - und auch erzieherinnen sind nicht perfekt, werden bestimt mal zu schnell laut wenn ihnen ein kind wehgetan hat oder sagen mal zu früh was weil sie nicht gemerkt haben dass es wirklich nur ein versehen des kindes war... das wird dem kind nicht schaden wenn es nicht ständig passiert.

wo kam denn d er papierflieger her?! wenn mir ein kind beim papierflieger basteln auf die hacken jagt würde ich ihm auch den papierflieger nicht geben... erressung würde ich das aber nicht nennen...

Beitrag von erstes-huhn 23.03.11 - 08:54 Uhr

Suche das Gespräch mit der Erzieherin. Frage was passiert ist und wie es für SIE war.

Jeder kann mal einen schlechten Tag haben und warscheinlich hat sie das ganz anders empfunden.

Passiert das aber erneut würde ich mich an die Leitung der Kita wenden.