Wertminderung nach Autounfal

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Beitrag von oli111111 22.03.11 - 19:53 Uhr

Einen wunderschönen guten Abend!

Mir ist gestern Nachmittag jemand auf dem Baumarktparkplatz ins Auto gefahren. Die Stoßstange muss halt neu gemacht werden, die Halterung des Kühlers hat sich leicht nach hinten verschoben und die vordere Haltung der Motorhaube hat sich ebenfalls leicht verschoben.

Jetzt hat heute die Versicherung des Unfallgegners angerufen wegen der Schadensregulierung. Alles kein Problem. Werkstatttermin ist schon ausgemacht und die Versicherung übernimmt die vollen Kosten. Jetzt fragte mich aber der Versicherungsmensch ob ich auch die Wertminderung für mein Fahrzeug beantragen würde. Ohne genau zu wissen was auf mich zukommt, habe ich erstmal um Bedenkzeit bis morgen gebeten.

Jetzt die Frage. Wie würde das ablaufen? Der Schaden am Auto beträgt ca. 1.500€ (erste vorsichtige Schätzung der Autowerkstatt). Klar ist auch das ich bei einem evtl. Autoverkauf auf den Unfall hinweisen muss. bloß wer stellt jetzt den entsprechenden Wertverlust fest? Ein Gutachter? Brauche ich einen Anwalt (wir haben eine Rechtsschutzversicherung)? Fragen über Fragen...

Danke für eure Antworten!

Einen schönen Abend noch,

Oli

Beitrag von ungeheuerlich 22.03.11 - 20:40 Uhr

Hallo Oli,

wie alt ist das Auto?

Gruß

Kerstin

Beitrag von oli111111 22.03.11 - 20:41 Uhr

3 Jahre

Beitrag von ungeheuerlich 23.03.11 - 11:09 Uhr

Da kannst Du es gleich vergessen.

Der Schaden ist gering und das Auto über 2 Jahre alt.

Wir haben damals für unser 2 Jahre altes Auto mit einem Schaden von 17.000 Mark, 2000 Mark bekommen.
Das Auto war kurz vorm Totalschaden, insofern fand ich die Summe einen Witz. Ist ja dann immerhin ein Unfallwagen.

In Deinem Falle wird da vermutlich gar nichts bei rum kommen. Versuchen würde ich es trotzdem, aber erwarte nicht zuviel.

LG

Kerstin

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 16:57 Uhr

Du schreibst dies sei ein Witz gewesen.

Dann beziffere doch bitte mal den konkreten Verlust den Du hattest als Du das Auto weiterverkaufst hast?

Wieviel mehr als die 2.000,- musstest Du denn unter Marktwert gehen um das Auto loszuwerden?

2.000,-- erscheinen mir jedenfalls nicht als "Witz".

Ich hoffe Du antwortest, weil mich wirklich interressiert wie hoch der tatsächliche Minderwert in Relation auf den erhaltenen war.

Gruß
parzifal


Beitrag von ungeheuerlich 23.03.11 - 17:11 Uhr

Hallo,

kann man so pauschal nicht sagen.

Die Kiste war mehr Schrott als alles andere, hinten komplett verzogen und kaputt. Hatten eine AHK dran, die war dann 50cm weiter im Auto drin ;-). Es hätten 500 Mark gefehlt und es wäre ein Totalschaden gewesen.
Selbst hinterher war er nicht mehr 100%, die Türen saßen hinten nicht mehr richtig und die Neuteile haben sich farblich abgesetzt. War ein rotes Auto ohne Metallic-Lackierung.
Wir "wollten" das Auto 2 Jahre später verkaufen. 2000 Euro unter dem tatsächlichen Wert. Das hat uns niemand gezahlt. Unfallwagen eben, mit sichtbaren Spuren (unterschiedlicher Lack, ect.).
Mußten mit dem Preis noch weiter runter gehen und haben es mehr oder minder verschleuder, von verkaufen kann da keine Rede sein. Klar, hätten ihn ja weiter fahren können, aber wir hatten uns da gerade getrennt.

Als Geschädigter hat man immer die A.-Karte und die 2000 Mark waren in unserem Fall nicht gerechtfertigt. Hatten ihn da gerade mal 4 Wochen und das ist natürlich mehr wie ärgerlich. In dem Zustand hätte ich das Auto auch nicht für 2000 Euro weniger gekauft.

LG

Kerstin

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 19:12 Uhr

Da ist dann aber mehr schiefgelaufen.

Der merkantile Minderwert setzt gerade eine ordnungsgemäße Reparatur ohne groß sichtbare Mängel voraus.

Oder war in den 2.000,-- bereits die schlechte Reparatur berücksichtigt? Dann war es tatsächlich zu wenig.

Ansonsten hättet ihr auf eine ordnungsgemäße Reparatur bestehen können. Verschiedene Farben gehen z.B. gar nicht.

Innerhalb von drei Jahren nach dem Unfall hättet ihr auch bei der Versicherung einen "Nachschlag" auf die Wertminderung geltend machen können wenn sich herausstellt, dass diese tatsächlich zu niedrig angesetzt war.

Gruß
parzifal

Beitrag von imzadi 22.03.11 - 22:05 Uhr

Das stellt ein Gutachter fest. Aber mach dir keine grossen Hoffnungen das es viel ist.

Ich hab damals für mein 3 Wochen altes, 21 000 Mark teures Auto gerade mal 2000 Mark bekommen Wertminderung bekommen. Das obwohl der Schaden 17 000 DM betragen hat.

Beitrag von geyerwalli 22.03.11 - 23:47 Uhr

Hallo! Das mit der Wertminderung macht der Gutachter. Wir haben bei unserem 2 Jahre alten Auto mit Schaden 3000,- EUR 500,-EUR Wertminderung bekommen. Fand ich voll ok...

Beitrag von manavgat 23.03.11 - 09:31 Uhr

Jetzt hat heute die Versicherung des Unfallgegners angerufen wegen der Schadensregulierung. Alles kein Problem. Werkstatttermin ist schon ausgemacht und die Versicherung übernimmt die vollen Kosten.



Vorsicht!


Wenn Du Dich darauf einlässt, dann hast Du Probleme weitere Ansprüche (Wertverlust, Mietwagen etc.) durchzusetzen.

Auch sind nicht alle Werkstätten gleich. Du kannst selbst entscheiden, wo Dein Fahrzeug repariert wird - der Gegener muss die Kosten übernehmen.

Bei Unfällen an denen ich nicht schuld bin - ich hatte mehrfach das Vergnügen - überlasse ich die Auseinandersetzung mit der Versicherung meinem Fachanwalt für Verkehrsrecht. Den zahlt sowieso der Gegener.

Gruß

manavgat

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 17:02 Uhr

Sag doch einfach ja und warte ab was gezahlt wird.

Bei 1.500,-- und drei Jahre altem Pkw liegst Du m.E. geschätzt gerade bei Beginn einer Wertminderung.

Viel wird also m.E. nicht rausspringen. Vielleicht 200,-- EUR??

Beitrag von waschbaerbauch77 23.03.11 - 20:30 Uhr

Also ich kann dir nur den Tipp geben, dir einen Anwalt zu suchen. Wenn schon klar ist, dass der Gegner Schuld hat, dann muss seine Versicherung auch deinen Anwalt zahlen. So war es, als uns eine "nette" Dame an einer roten Ampel in den Kofferraum "kriechen" wollte.