Religion oder Ethik in der GS wählen? UMFRAGE

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Beitrag von anro 22.03.11 - 21:29 Uhr

Hallo...

hatte heute nachmittag eine Diskussion mit ner Bekannten. Ihr Kind ist nicht getauft und sie müssen sich daher bei der Schulanmeldung entscheiden, ob es am Reli-Unterricht (ev.) teilnimmt oder in Ethik geht.
Sie ist sich mit ihrem Mann nicht einig.

Ich würde das Kind auf jeden Fall in den RU schicken aus diversen Gründen:

- es gehört quasi zur "Grundbildung" bibl. Geschichten, Gestalten erstmal zu kennen

- wie kann sich ein Kind entscheiden ob es getauft werden möchte oder nicht, oder anders ausgedrückt, wie kann es sich für den christl. Glauben entscheiden, wenn es in der Kindheit nie oder kaum damit sich auseinandersetzt, wenn es überhaupt garnicht die Möglichkeit bekommt vom Evangelium zu hören. Beim Thema Säuglingstaufe sagen doch viele Eltern, das Kind soll sich später selber entscheiden. Tja und wie soll ein Kind/Jugendlicher überhaupt drauf kommen, wenn es nie was von Jesus hört, ihm die Chance genommen wird, die elementarsten Aussagen des Christentums kennen zu lernen

- ich denke in Ethik werden v.a. Themen behandelt die auch im HSU vorkommen.

- geraden in der GS sind Kinder noch sehr zu begeistern für den RU

Mit welchen Argumenten könnte sie denn ihren Mann "rumkriegen"

Wie zufrieden seid ihr mit der Wahl?

LG

Beitrag von zaubertroll1972 22.03.11 - 21:31 Uhr

Hallo,

ich sehe es so wie Du!

LG Z.

Beitrag von bine3002 22.03.11 - 21:37 Uhr

Ich bin nicht getauft und sollte mich "frei entscheiden". Ich war in der Grundschule vom Religionsunterricht befreit, habe aber freiwillig mitgemacht. Ich habe null Ahnung, ob ich da was gelernt habe, ich kann mich nur erinnern, dass uns die Lehrerin mal die "Arche Noah" vorgelesen hat und wir dazu ein Bild gemalt haben. Auf dem Gymnasium habe ich "Werte und Normen" belegt, das ist wohl sowas wie "Ethik".

Trotzdem habe ich mich zu dieser Zeit und auch heute noch viel mit Religionen beschäftigt. Ich bin - gerade weil ich "anders" war- immer an dem Thema interessiert gewesen und bin ganz gut informiert, denke ich.

Es lässt sich außerdem kaum vermeiden, wenn man in diesem Kulturkreis lebt, dass man auch mit Gott und Jesus konfrontiert wird. Dafür braucht man wirklich keinen Religionsunterricht. Man weiß doch z. B. auch über Kochen Bescheid, obwohl man das nie in der Schule hatte ;-)

Beitrag von anro 22.03.11 - 21:44 Uhr

Ich staune nur manchmal z.B. bei Günther Jauch wenn eine Frage aus der Bibel kommt so im 200€-Bereich. Die haben schon manche echt versemmelt obwohl es wirklich einfache Fragen sind.
Ich denke in unserer Gesellschaft ist schon ein bisschen ein Durcheinander in den Köpfen. Es gibt doch immer wieder so Umfrage wie z.B. warum feiern wir WEihnachten? WEr ist da geboren? Warum feiern wir Ostern? da wissen viele einfach nicht die richtige Anwort.

Und was das Kochen angeht: Da hat mein Mann wirklich null Ahnung:-D

Beitrag von sassi31 23.03.11 - 01:30 Uhr

Ich sehe das wie du.

Man setzt sich mit Religion doch erst richtig auseinander, wenn man älter ist und den entsprechenden Überblick hat.

Beitrag von scotland 22.03.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht, woher ihr kommt.

Bei uns (konservative ländliche Gegend) soll es schon Eltern gegeben haben, die ihre Kinder zur Taufe und zum Reliunterricht genötigt haben, weil in der Ethikklasse wirklich zu 60% Moslems saßen, 20% Zeugen Jehovas und zu 20% die Kinder von unerträglichen Freidenkern = die Klasse war schwer zu managen, da die Schülerschaft so unterschiedlich war und das Kind z.T. sehr diffusen Einflüssen ausgesetzt.

Der Reliunterricht schien da viel erträglicher.
GLG
Scotland

Beitrag von sillysilly 22.03.11 - 21:55 Uhr

Hallo

ist hier auch noch so, daß die Klassen teilweise nach Religionen gebildet werden,
und ich kenne persönlich 3 Familien wo das Kind ua. auch deswegen getauft wurde, damit es nicht versehentlich in der Moslem-Klasse landet.

Und ich kann es auch irgendwo verstehen, denn wir haben in jeder Klasse hier einen sehr, sehr hohen Ausländeranteil

Das System ist falsch - es müßte möglich sein, daß die Klassen kunterbunt gemischt werden, und eben nicht die Religion bei der Zuordnung eine Rolle spielt

grüße Silly

Beitrag von sillysilly 22.03.11 - 21:53 Uhr

Hallo

mein Kind ist kath. geht so auch in kath. Unterricht


könnte ich frei wählen würde ich immer Ethik wählen

Warum - viel offener, viel mehr Auswahl an Themen, viel mehr Einblicke in andere Religionen, viel mehr Freiraum -
und in der Regel viel nettere Lehrer.

Was mir an meiner Religion wichtig ist, an meinem kath. Glauben vermittle ich meinem Kind jeden Tag zu Hause, indem wir es einfach Leben.
Mein Kindergartenkind weiß warum wir die Feste feiern, und zu jedem Fest haben wir ein Bilderbuch.
Sind keine Kirchgänger - aber es spielt eine Rolle in unserem Leben.
Dazu brauche ich keinen Religionsunterricht.


grüße Silly

Beitrag von katici 22.03.11 - 22:18 Uhr

Die religiöse Grundbildung erhält das Kind auch in Ethik.
Nur eben mit dem Blick auch auf die anderen Religionen.
Die Frage ist doch,warum ist das Kind nicht getauft? Warum sollte es denn dann den Religionsunterricht besuchen müssen? Wenn man nicht als Baby tauft, um dem Kind die Entscheidung zu überlassen, um es dann in den Reliunterricht zu schicken, um EINE Religion genauer zu betrachten, ist meines Erachtens nicht wirklich konsequent...
Für eine religiöse Grundbildung muss man nicht unbedingt in den Reliunterricht...

Beitrag von delfinchen 23.03.11 - 06:19 Uhr

Hallo,

so sehe ich das auch.
Auch in Ethik gibt es einen Einblick in die verschiedenen Religionen, zumindest die monotheistischen. Ich hab das selbst mal unterrichtet.
Nur ist der Zugang von Ethik her deutlich unvoreingenommener und kritischer. Religion wird oft von Pfarrern unterrichtet, besonders die katholischen werden sich wohl kaum kritisch zu ihrer eigenen Kirche (die Ausgrenzung der Frau, die verschwundenen Evangelien, ..) äußern.
In Ethik wird viel deutlicher, dass die Relgionen Gemeinsamkeiten haben. Ethik war eines der beiden Fächer, von denen ich am meisten für das, was sich Allgemeinbildung nennt, mitgenommen habe.

LG,
delfinchen

Beitrag von anyca 23.03.11 - 13:24 Uhr

"Die religiöse Grundbildung erhält das Kind auch in Ethik.
Nur eben mit dem Blick auch auf die anderen Religionen."


Meine Erfahrung (außerschulische Bildungsarbeit) ist deutlich anders - die Reli-Kinder lernen sehr wohl was über alle Weltreligionen, und viele Ethik-Kinder haben von nüscht ne Ahnung. Wissen nicht, was zu Weihnachten gefeiert wird, wissen nicht, ob Juden überhaupt an Gott glauben etc. etc.


"Die Frage ist doch,warum ist das Kind nicht getauft? Warum sollte es denn dann den Religionsunterricht besuchen müssen?"

Mein Mann war im Reli-Unterricht und hat sich als Erwachsener taufen lassen. Kindertaufe kommt in der Bibel so gar nicht vor, warum sollte man also unbedingt getauft sein für den Religionsunterricht?

Beitrag von katici 24.03.11 - 21:10 Uhr

Da gibt es beide Seiten,
die Sacbe mit den übereifrigen Pfarrern habe ich auch schon erlebt.
Ich unterrichte Ethik und achte darauf, dass die Kinder einen Einblick in die WEltreligionen erhalten.
Und es ist mir sehr wichtig, dass sie wissen, warum Ostern, Weihnachten etc gefeiert wird, denn wir haben schließlich auch diesen Bildungsauftrag (ungeachtet von Reli(.

Mit der Frage, warum das Kind in Reli soll, ging es mir um die Seite der Eltern.
Wenn sie es nicht einschränken möchten, tun sie dies doch mit dem Reliunterricht mehr, als mit Ethik...

Beitrag von imzadi 22.03.11 - 23:06 Uhr

Ich beneide dich Ehtik zur Auswahl zu haben. Bei uns an der Grundschule gibt es nur Evangelisch, Katholisch, Muslimisch oder das Kind selber betreuen in den beiden Stunden pro Woche. Ich habe Evangelisch nun genommen weil ich es für das geringste Übel halte.

Ehtik finde ich gut weil dem Kind verschiedene sichtweisen dargelegt werden. Es ist doch sinnvoller die unterschiede zu kennen und sich dann zu entscheiden ob und was man will. Sollte sich ein Kind wirklich für eine Religion interessieren hat es dank Internet alle Möglichkeiten.

Wenn mein Kind sich für eine Religion entscheiden will dann auch bitte aus anderen Gründen wie Kommunions- oder Konfirmationsgeschenke, wie es bei uns damals in der Schule war.

Beitrag von schokostreusel 22.03.11 - 23:19 Uhr

Bei uns werden auch im Religionsunterricht allgemeine ethische Werte - die in der Regel auch den christlichen Werten entsprechen- besprochen.
Die Grundsätze des Christentums und biblische Erzählungen gehören bei uns zur Allgemeinbildung.

Beitrag von smeedy 23.03.11 - 05:37 Uhr

Meine Kinder werden auf jeden Fall Ethik machen bzw. meine Tochter hat schon Ethik und liebt es.

Im Ethikunterricht lernt man etwas über ALLE Religionen #pro und nicht nur über das Christentum, d.h. die Kinder lernen viel mehr! Außerdem geht es um ganz viele allgemeine Dinge des Lebens, die meines Erachtens wichtiger sind als dass man alles übers Christentum weis #schein

Ich hatte selber Ethik auf der weiterführenden Schule (Gymnasium) und da kam dann auch Philosohie dazu. Ich denke das hat man in Religion nicht.

Wenn meine Kinder sich später selber enstcheiden sollten, sich taufen zu lassen, können sie das gerne tun. Das hat absolut nichts mit der Fächerwahl in der Schule zu tun.

LG smeedy mit Julia (6) und Chris (2)

Beitrag von docmartin 23.03.11 - 09:47 Uhr

Und im Religionsunterricht lernt man "NUR" die christliche Religion kennen!?
Nein, auch im Religionsunterricht ist Lerninhalt "Religionen dieser Welt", zusätzlich Dinge wie Werte, Moral, Normen, Gesellschaftspolitische Themen und das ganze verstärkt unter dem Apsekt der Religion.
Ich hatte die freie Wahl und habe mich für Religion entschieden, in Ethik wurde (so beschrieben es meine Klassenkameraden) viel ähnliches themtisiert allerdings wurden sämtliche religiösen Themen ausgespart.
Gruß dm

Beitrag von smeedy 23.03.11 - 20:25 Uhr

Ich hatte 6 Jahre Ethikunterricht und wir haben über ALLE Religionen etwas gelernt! Kommt vielleicht auch etwas aufs Bundesland an ;-). Im Übrigen gab es bei uns am Gymnasium damals überhaupt keinen Religionsunterricht zur Wahl :-p. Meine getauften Freunde mussten nachmittags dann immer zur Christenlehre gehen.

Beitrag von anja676 23.03.11 - 08:19 Uhr

Hallo,

mein Kind ist nicht getauft und nimmt am Ethikunterricht (LER) teil. Es werden auch in LER Themen behandelt, in denen den Kinder die christliche Religion nahegebracht wird. Genauso werden aber auch alle anderen Religionen behandelt. Kinder können meiner Meinung nach nur entscheiden, was sie wollen, wenn sie eine "Auswahl" haben zwischen verschiedenen Dingen. Einem Kind auch den christlichen Glauben und blibliche Geschichten bzw. Gestalten nahezubringen bzw. zu erklären, hat rein gar nichts mit dem Religionsunterricht zu tun. Das gehört für mich zur Allgemeinbildung.

LG Anja

Beitrag von loonis 23.03.11 - 09:15 Uhr




Würde mich immer für Ethik entscheiden...

LG Kerstin

Beitrag von manavgat 23.03.11 - 09:26 Uhr

Der Ethik-Unterricht ist meistens eine Alibiveranstaltung, gelernt wird nichts. Hinzu kommt, dass ohne Grundkenntnisse der Bibel sowie der christlichen Religion weder Literatur, noch Kunst, noch Geschichte und in der Folge auch Politik kaum verstanden wird.

Ich selbst bin Atheistin, merke aber in meinem Unterricht immer wieder, dass einfache Redewendungen, Anspielungen, Thesen usw. nicht verstanden werden. Oft sind nicht mal die 10 Gebote, das Vaterunser, oder Begriffe wie "Kain und Abel", Paradies (Vertreibung daraus) etc. überhaupt nicht bekannt. Literaturerschließung - gerade der Klassiker - oder aber auch das Verständnis für jemanden wie Martin Luther ist nicht möglich.

Argumente hast Du jetzt von mir bekommen. Es ist übrigens nicht so, dass im Religionsunterricht missioniert wird.

Gruß

Manavgat

Beitrag von delfinchen 23.03.11 - 09:39 Uhr

MUss ich dir leider (ausnahmsweise mal) widersprechen.

Ethik ist noch nichtmal bei uns in Bayern eine Alibi-Veranstaltung, das kann ich aus der Sicht einer ehemaligen Schülerin und aus der Sicht einer Lehrerin, die auch mal Ethik gibt, sagen.

Man lernt genauso die Grundlagen der christlichen Religion - aber eben auch viel über den jüdischen Glauben und den Islam. Zudem bekommt man Inhalte vermittelt, die eigentlich grundlegend für Vieles sind: Werte, Konfliktbewältigung, Kommunikationsstrategien, ...

Ich finde generell, dass Religion aus der Schule raus sollte. Ein Fach wie "Werte-Erziehung" oder "Grundfragen der Menschheitsgeschichte" wären viel notwendiger.
Die KLasse ist zusammen, der KLassenlehrer erteilt das Fach. So kann man auch Konflikte innerhalb der klasse super aufgreifen.

Reliunterricht unterteilt die Kinder nur in "islamisch", "evangelisch", "katholisch" und "ethik".
SLebst wenn ähnliche Inhalte eventuell sogar zeitgleich durchgenommen werden, fehlt hier die Klassengemeinschaft. Mit Mitschülern, die man nur zwei Stunden in der Woche sieht und die man kaum kennt, kann man keine Gespräche führen wie mit den eigenen Klassenkameraden, die man täglich mehrere Stunden sieht.

Bei uns erteilen meist Pfarrer das Fach katholische (und evangelische) Religion, was da "abgeht", lässt einen die Haare zu Berge stehen und erinert doch sehr an Missionieren!

Ich bin Agnostikerin, meine Kinder nicht getauft und ich werd ihnen auf keinen Fall Religionsunterricht antun, es sei denn, sie entscheiden ih selbst dafür.

Grüße,
delfinchen

Beitrag von kati543 23.03.11 - 11:07 Uhr

Ich denke, dass kommt immer ganz massiv auf die Schule und den Lehrer an. Beiuns wurde im Reliunterricht missioniert. Und kindgerechte Geschichten über Bibel gab es das letzte mal im Kiga. In der Schule wurde dann Bibel gelesen bzw. vorgelesen und auswendig gelernt. Eine realistische Vorstellung anderer Religionen waren Fehlanzeige. Viel mehr wurde permanent auf Fehler hingewiesen um zu beweisen, dass die Religion X wirklich die einzig Wahre ist. Da der Unterricht auch noch von Geistlichen gehalten wird, ist es umso extremer.
Ich weiß durchaus wer Kain und Abel waren, die 10 Gebote kenne ich auch und das Vaterunser - keine Ahnung, wo ich es gelernt habe, aber ich kenne es. Paradies sagt mir auch etwas. Aber ich weiß eben auch über andere Weltreligionen Bescheid. Christentum ist eben nur eine Weltreligion. Aber es gibt ja noch ein paar mehr... Islam, Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und natürlich Judentum waren die Religionen, die wir auch noch behandelt haben.

Beitrag von heike74 23.03.11 - 11:50 Uhr

Sorry, aber das scheint dann doch eher an er betreffenden Schule zu liegen. Bei uns lernen die Kinder in Ethik eine Menge - auch, aber nicht nur über Religion.

Viele Grüße

Heike

Beitrag von suny123 23.03.11 - 10:03 Uhr

Bei uns kann gewählt werden, zwischen kath. oder evang. Religionsunterricht oder Ethik. Mein Kind gehört keiner Religion an und besucht den evang. Religionsunt., Würde es nur den katho. Unterricht und Ethik geben, hätte ich ihn in Ethik angemeldet.

Beitrag von litalia 23.03.11 - 10:14 Uhr

ich würde mich immer für ethik entscheiden!

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