Meine Oma wird sterben

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von seepferdchen83 22.03.11 - 22:31 Uhr

Erst war noch alles ok bis sie total aufgebläht war und erbrochen hat. Dann war sie kurz im Krankenhaus ist dann aber wieder nach Hause sie wollte sich keine Darmspiegelung machen lassen was geklärt hätte ob es zu 100% ein Tumor ist. Nun bricht sie nur noch (und das nicht normal). Der Hausarzt sagt er kann nix machen sie muss ins Krankenhaus im Befund steht Tumor.
Sie weigert sich zu gehen, ich denke sie verdrängt alles. Ich glaube es ist schon zu spät für alles da sie nur noch erbricht. Ich war heute bei ihr um ihr klarzumachen, dass sie ins Krankenhaus muss. Ich war total erschrocken sie ist ganz dünn sieht aus wie der Tod persönlich, es war eine richtige Totenstimmung. Mir wurde heiss und kalt und schlecht :( Und mein Opa weiss auch nicht wie schlimm es steht, bzw. ich denke er verdrängt es auch und meint wenn sie ins KH geht dann ist wieder alles so wie vorher

Beitrag von arkti 23.03.11 - 00:11 Uhr

Wie alt ist sie denn?
Wenn sie nicht mehr will dann laßt sie.
Es bringt nichts sie zu zwingen, wenn alte Menschen nicht mehr wollen hat das seine Gründe.

Beitrag von seepferdchen83 23.03.11 - 06:09 Uhr

Sie ist 72. Sie will leben sie ist sich nur nicht bewusst darueber wie schlimm es steht,sie verdraengt und denkt es wird von allein wieder

Beitrag von golm1512 23.03.11 - 08:30 Uhr

Hallo!

ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu platt: Aber was meint ihr denn, was im KH passieren würde? Eure Oma würde durch die Diagnostik geschleift und vielleicht operiert, vielleicht auch ncht. Dann gibt es halt Chemo. die Frage ist, ob es ihr damit wirklich besser gehen würede

So wie du den Zustand deiner Oma beschreibst, ist ihre Erkrankung schon weit fortgeschritten. Heilung wird es wahrscheinlich nicht mehr geben.
Ich denke, deine Oma weiß das schon, auch wenn sie das nciht in worte fasst.

Vielleicht ist ein ambulanter Palliativ-oder Hospizdienst eine Lösung? Die haben vielleicht Möglichkeiten, die Symptome deiner Oma zu lindern ohne den Anspruch der Heilung haben. Habt ihr niedergelassene Palliativmediziner in der Nähe? Oder Schmerztherapeuten? Vielleicht könnt ihr auch dort Unterstützung bekommen.
Auf jeden Fall solltet ihr euch Hofe holen. Wenn Oma nicht ins KH möchte, muss die Hilfe eben zu euch nach Hause kommen.

Gruß
Susanne

Beitrag von melle_20 23.03.11 - 06:55 Uhr

Lasst sie, sie wird wissen warum sie nicht ins KH möchte.

Was ich meine ist folgendes:

Bei meinem Opa wurde 2007 eine Leberzirrhose festgestellt, leider auch schon sehr weit fortgeschritten. Er kam ins KH und ist dann wieder heim.
Dann ging es ihm von Woche zu Woche schlechter.Wir haben ihn angefleht dass er ins KH soll , sich helfen lassen soll,er verweigerte es jedes mal.
Eines morgends war ich bei meinen Grosseltern zu Besuch ( wohne 50km weg und fuhr dann 2xwöchentlich heim) ihm ging es sehr sehr schlecht, er war gelb am ganzen Körper.
Er sagte dann zu mir : Ruf bitte den Rettungswagen ich muss ins Krankenhaus!
Dies haben wir natürlich gemacht
Als er die Haustüre raus ist zum RTW sagte er noch zu mir : Melanie, ich habe mir eben nochmal mein ganzes Haus angeshen, schau bitte dass alles so bleibt wie es ist und hilf der Oma, denn ich werde nicht mehr Heim kommen.
So kam es auch 2 Tage später starb er mit noch nicht mal 70Jahren.

Er wollte auch leben,er wollte wieder in seinen Garten,an die frische Luft und sein Wunsch war daheim zu bleiben bis er stirbt.

Wir denken vll dass es Menschen nicht merken wenn es zu ende geht, aber so ist es glaube ich nicht. Ich denke man merkt es. Vor gut 4 wochen ist unsere Uroma im schönen alter von 89Jahren verstorben und sie sagte vll eine Woche vorher schon, nicht mehr lange dann habe ich es geschafft.

Lasst eure Oma, gebt ihr Kraft,zeigt ihr dass ihr da seid.
Übrigends meine Oma hat das auch nicht verstanden bzw eher nicht begreifen wollen was sache ist, und meinte auch wenn der Opa im KH war ist alles wie vorher.

Alles gute für euch#klee

Beitrag von michback 23.03.11 - 09:58 Uhr

Hallo,

es tut mir leid, dass du mit ansehen musst wie es deiner Oma geht. Aber ich denke nicht, dass sie etwas verdrängt. Sie weiß mit Sicherheit wie es um sie steht. Und wenn sie nicht ins Krankenhaus möchte, sollte man ihr diesen Willen lassen.
Sie wird ihre Gründe haben. Das ist bei alten Menschen häufig so und das habe ich auch bei meiner Oma so erlebt.

Seid für eure Oma da, kümmert euch um sie und zwingt sie zu nichts. Auch wenn es extrem schwer fällt es anschauen zu müssen.

LG und viel Kraft

Michaela

Beitrag von manavgat 23.03.11 - 12:30 Uhr

Es ist ihre Entscheidung.

Alles Gute für Euch

Manavgat

Beitrag von montgomery 23.03.11 - 16:45 Uhr

Nur: Wie viel ist diese Entscheidung in so einem Moment wert?

Kann man von einer freien Entscheidung sprechen, wenn Schmerz und Angst und Verzweiflung im Spiel sind?

In Krankenhäusern kann (Tod-)Kranken ganz anders geholfen werden.

Und wenn wirklich nichts mehr zu machen ist, dann lässt man von dort die Menschen auch wieder nach Hause - NACH einer vernünftigen medizinischen, vielleicht nur noch palliativen - Behandlung, aber nicht ANSTATT.

Beitrag von manavgat 23.03.11 - 17:02 Uhr

dazu müsstest Du sie entmündigen.

Ich würde das - wäre es meine Oma - nicht wollen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von melle_20 23.03.11 - 18:15 Uhr

leider kannst du jmd dr noch vollkommen klar ist im Kopf nicht gegen seinen willen in eine Anstalt,Krankenhaus oder sonstiges einweissen..Es muss diese Person wollen. Meine Oma z.b. hat letztes Jahr auch eine einweisung bekommen wegen einem entgleisten Blutdruck..sie ging nicht..Was hätte ich machen sollen?Selbst vom Arzt hat sie sich nix sagen lassen....Erst als es ihr auf gut deutsch total Scheisse ging ist sie am abend doch gegangen...

Viele KH´s machen da auch nicht viel..Leider hab ich in einem gearbeitet und weiss das es auf manchen Station nur ums Geld geht..Das heisst je länge jmd da is um so mehr bekommen sie.

Ein PalliativKH gibt es nicht über all und auch nicht jdes KH hat eine solche station.

Mein Grossvater lag in einem PalliativKH das ist etwas ganz anderes wie ein normales KH, die Pfleger und Schwestern und auch ärzte sind ganz anderst geschult.

Wenn du entscheiden willst, so nenn ich das jetzt mal muss du jmd entmündigen lassen und kein gericht stimmt dem zu wenn die Person gewisse Fragen beantworten kann....Das ist nich anderst wie mit den Pflegestufen....Es ist gemein, und klar will jeder seinen Angehörigen helfen...Aber oftmals sind einem einfach die Hände gebunden...

Meinen Vater wollten sie 08 ins Pflegeheim stecken OHNE mit uns darüber zu reden...Nur weil er nach einem Hirnschlag ein Pflegefall war, ja ist sowas gleich ein Fall fürs Pflegeheim wenn man ihn zuhause selbst Pflegen kann?

Manche sind einfach nur aufs Geld aus - leider

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 13:41 Uhr

Derzeit handelt Deine Oma irrational.

Erst wenn man weiß worum es sich handelt, kann man überlegen wie man darauf reagiert.

Es ist also eine Diagnose notwendig.

Wenn die Oma z.B. an einem "leicht" zu behandelnden Darmverschluß stirbt wäre dies ja mehr als unnötig.

Wenn es ein gutartiger Tumor ist den man behandeln kann ebenfalls.

Erst wenn die Diagnose Krebs feststeht kann man ja überlegen wie es weitergeht.

Und Eure Pflicht ist jetzt die Oma mit allen Mittel zur Untersuchung zu bewegen!
Spannt auch den Opa ein.



Beitrag von derhimmelmusswarten 23.03.11 - 14:08 Uhr

Das ist aber eine ungute Sache. Sie weiß doch gar nicht, was sie genau hat. Wenn es Krebs ist, kann sie doch immer noch nach Hause gehen und sagen, dass sie keine Behandlung will. Hat euch der Hausarzt denn gesagt, dass sie sterben wird? Bei solchen Befunden kenne ich es eigentlich nur so, dass man einfach ins Krankenhaus gebracht wird. Jedenfalls war es bei meinem Opa so. Er lag nach einer Oberschenkelfraktur-OP zu Hause und sollte 6 Wochen ruhen bis zur Reha. Nach 5 Tagen schrie er aber vor Schmerzen und bekam Fieber. Wir riefen der Arzt. Er hat zwar gesagt, er wolle nicht ins Krankenhaus, aber er wurde trotzdem eingeliefert, da der Arzt sagte, dass es nötig ist. Er ist an den Folgen einer Blutvergiftung verstorben. Aber als Angehörige kann man es doch auch nicht verantworten, so einen schwer kranken Menschen zu Hause zu lassen. Ich würde als Angehöriger darauf bestehen, dass die Oma mitgenommen wird. Wenn es aussichtslos ist, kann man sie immer noch wieder heim holen oder andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Beitrag von nicky131974 23.03.11 - 15:29 Uhr

Das hört sich wie bei meiner Uromi an.

Sie wurde aber vom Pflegepersonal eingewiesen, da sie Stuhl erbrochen hatte und auch nichts mehr bei sich behalten hat. Sie hat sich mit Händen und Füssen gewehrt.

Aber trotzdem war es richtig, dass sie ins KKh kam, da sie dort besser behandelt werden konnte wegen den Schmerzen.

Diagnose: Bauchspeichedrüsenentzündung , beginnender Darmverschluss, Magenblutung.

Die Ärzte hätten operieren können, taten es nicht, da meine Oma bei klarem Verstand es abgelehnt hat. Danach hat die Ärztin mit mir gesprochen und gesagt, sie könnten operieren, aber es kann danach sein, dass sie ein Pflegefall wird. Bis dahin war sie nur im Pflegeheim, da sie sich daheim nicht mehr so versorgen konnte und sie ein paar mal gefallen war.(Aber sie konnte noch selbständig essen und mit Rollator laufen) . Ich habe dann der Ärztin gesagt, dass wir nach dem Willen der Oma entscheiden. Ich war dann do-Sa. tagsüber bis spät Abends bei ihr im KKH mit meiner Mutti, die ganze Familie kam , der Pfarrer kam 2 Std. vor ihrem Tod noch, und dann ist sie am Samstag ganz friedlich eingeschlafen im beisein ihrer Familie. Donnerstag und Freitag hatte sie Schmerzen, Erbrach, daher bekam sie eine Magensonde, die es erleichtert hatte. Und ein paar Stunden vor ihrem Tod hatte sie keine Schmerzen mehr.

Wir haben noch der Herr ist mein Hirte gesprochen mit ihr , sie hat ihre Lippen mitbewegt rechts und links hat jemand die Hand gehoben, und ist dann friedlich eingeschlafen.

Was ich damit sagen will. Deine Oma weiss genau was sie tut. Ihr müsst loslassen, dann ist es für eure Oma auch gut.

Ich weiss es ist schwer und uns fehlt unsere Oma unsagbar. Aber ich weiss ,dass wir richtig entschieden haben.

Ich wünsche euch viel viel Kraft.

Lg Nicole

Dieser Spruch haben wir Urenkel ans Gesteck machen lassen .

"Und als der Abend kam tauchte ich in die Sterne"

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 19:26 Uhr

Ihr hattet aber die Diagnose (möglicher Pflegefall) und danach entschieden. Ferner spielt auch das Alter eine Rolle.

Ohne Diagnose sollte man aber keine so weitreichende Entscheidung akzeptieren.

Beitrag von schwilis1 23.03.11 - 16:29 Uhr

ich weiß nicht ob es so sein muss, aber ich glaube deine oma muss nicht so leiden. das ständige brechen etc. da lässt sich was machen.
Meine mutter starb letzes jahr und sie hatte auch am schluß oft erbrochen... man war sich auch nicht mehr sicher was es jetzt war... da sie schon wochen davor nichts mehr gegessen hatte... wir haben dann zugestimmt ihr eine sonde legen zu lassen wo sie ihr was gegen das Erbrechen gegeben haben.
Wer weiß wie viel deine oma verdrängt... vll weiß sie aber sehr genau um ihren Zustand und meochte deswegen nicht ins Krankenhaus.
Ihr solltet nur schauen dass ihr geholfen wird mit dem erbrechen

Beitrag von shiningstar 23.03.11 - 18:44 Uhr

Wenn sie nicht will, dann sollte man sie auch gehen lassen.

Klingt hart, aber....

Bei meiner Oma war es 2001 so ähnlich -sie fing 1999 an, immer kleinere Portionen zu essen, sagte sie kann nicht mehr so viel. Sie nahm 20 kg ab. 2001 ging gar nichts mehr, selbst Mineralwasser wurde erbrochen. Sie hat sich geweigert ins Krankenhaus zu gehen. Irgendwann ging sie doch: Tumor am Mageneingang und Metastasen schon im ganzen Körper verteilt.
Sie wurde dann über einen Tropf ernährt, da hat sich nachts einfach alles ausgestellt, weil sie nicht mehr wollte. Sie war früher Krankenschwester und ich glaube, sie wusste die ganze Zeit was sie hat...