was mache ich falsch??? 5 Jahre und nur Drama

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von walktoireland 22.03.11 - 23:38 Uhr

Hallo,

brauch mal ein paar Meinungen von euch (sorry falls es zu lang wird)

Mein Sohn gerade 5 geworden ist im Januar in die Vorschule gekommen (leben im Ausland). In der Schule ist er, wie zuvor auch im Kindergarten, superlieb, wird fuer seine Manieren gelobt, alle Kinder moegen ihn und die Lehrer haben ihn gerne um sich.

Hohle ich ihn von der SChule ab, beginnt das Drama. Ohne fuer mich ersichtlichen Grund faengt er an mit bocken, weinen - alles ist ein Drama fuer ihn :-(. Ich versuche mit ihm zu reden aber ic hhabe das Gefuehl es kommt gar nicht bei ihn an.

Hier mal eine Situation von gestern:

Ich hohlte ihn ab und habe im vorraus schon seine Zeichnungen in seinen Rucksack gepackt. Als die er zum Rucksack kam ist SOFORT total "ausgeflippt" wo seine Zeichnung ist. ICh meine, ich habe schon alles in Ricksack geraumt. Er meinte :Nein er brauch die Zeichnung, er will sie mit nach hause nehmen ich wueste nicht wovon er redet. Dreimal habe ich dann gesagt: B. ich habe alle Sachen schon in Rucksack geraumt lass uns bitte gehen.

Nicht, er war total wuetend, ich machte dann den Rucksack auf um es ih nzu zeigen aber es kamm ihrgendwie gar nicht an. Ich habe ihm dann gebeten seine Sachen selber einzuraumen und bin losgelaufen mit der aufforderung jetzt zu gehen.

Er packte dann seine Sachen selber kam rennent zu mir, hing an mir und weinte ganz bitterlich wie sehr er mich liebt und das er mich einfach nur vermisst hat den ganzen Tag. #schmoll

Und so ist es nun schon fast seit 3 wochen. Er wird wuetend, hoert mich gar nicht. Egal was ich sage ich denke er versteht gar nicht was ich meine (wir reden englis und deutsch aber das kann er schon gut unterscheiden) und dann wiederum ist er total anhaenglich, macht sich um alles so grosse sorgen (fuer sein alter untypisch)

Ganz ehrlich weis ich nicht was jedes mal passiert - wenn aus dem so tollen schueler ein wuetender 5 jaehriger wird :-(

Wir haben auch ein 8 monate altes Baby zu hause aber eigersuechtig scheint er nicht zu sein.

Wie kann ich in so einer Situation reagieren, ich moechte nicht immer laut werden :-(

lg

TEss

Beitrag von marion2 23.03.11 - 08:13 Uhr

Hallo,

hört sich erstmal vielleicht total blöd als Lösung an, funktioniert aber bei meinen Kindern super:

Ich nehme was zu trinken (Apfelschorle) und was zu essen (Brötchen, Kekse, Stulle, Äpfel, etc.) mit, wenn ich sie abhole.

Sobald sie beides intus haben, gehts wieder.

Wenn Menschen unterzuckert sind, werden sie aggressiv. Gib ihm aber keinen Süßkram - der könnte die Symptome verstärken.

Hilft das nicht, hat er das, was man für gewöhnlich "eine Phase" nennt. Augen zu und durch. Er lernt, dass Menschen Dinge tun, die er nicht eingeplant hat. Das ist wichtig für später.

LG Marion

Beitrag von marysa1705 23.03.11 - 09:33 Uhr

Hallo,

unser Sohn hat in diesem Alter, wenn er mittags nach Haue gekommen ist, oft einfach erstmal eine Zeit für sich gebraucht. Ich denke, dass so ein Vormittag in der Schule für einen gerade 5-Jährigen schon noch eine ziemliche Anstrengung ist, an die er sich auch erstmal gewöhnen muss.
Da sind dann einfach die Akkus leer und es reicht schon ein kleiner Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Anfangs hat unser Sohn dann sogar manchmal wieder einen kurzen Mittagsschlaf gemacht.

Ich würde an Deiner Stelle einfach versuchen, diese Spannung so gut wie möglich aufzufangen. Schau, dass Du beim Abholen selber nicht im Stress bist, sondern genügend Zeit hast. Genügend Zeit, dass er z.B. auch seine Zeichnungen selbst einpacken kann, dass er in Ruhe das erzählen kann, was ihn den Vormittag über beschäftigt hat, dass er sich nicht beim Anziehen und hinaus gehen hetzen muss, etc.

Vielleicht fragst Du ihn auch einfach mal, wie es ihm so nach der Schule geht und was er sich wünschen würde. Vielleicht braucht er noch etwas Bewegung zum Auspowern oder vielleicht braucht er eher etwas Ruhe in seinem Zimmer. Das kann ja ganz unterschiedlich sein.

LG Sabrina

Beitrag von zahnweh 23.03.11 - 12:39 Uhr

#pro

Beitrag von lisasimpson 23.03.11 - 09:48 Uhr

übergänge sind für Kinder manchmal nicht ganz einfach.
Oft bemerken wir dsa beim übergang schlafen zum wachen/ wachen zum schlafen, zum Kindergarten gehen/ von kindergarten nach Hause

Rituale helfen da.
Dei nSOhn hatte eien klare vorstellung, wie dsa abholen ablaufen wird (mama kommt, ich zeige ihr die bilder,m ich packe sie ein, wir gehen)- du kommst und kennst seien gedanken aber nicht- und "zerstörst" damit sein ritual.
Schafft euch ein gemeinsames ritual, das für ihn verläßlich ist.
Dann weiß er "jetzt kommt mama und es passiert dies und das"- es hilft ihm den übergang zu planen und für sich den tag zu strukturieren- es ist verlässlich und gibt halt.

lisasimpson

Beitrag von thea21 23.03.11 - 12:18 Uhr

#pro

Beitrag von bine3002 23.03.11 - 12:22 Uhr

"und das er mich einfach nur vermisst hat den ganzen Tag."

Geht die Schule den ganzen Tag, dann ist das schon mal sehr viel für einen 5jährigen. Nicht alles, was irgendwo üblich ist, muss ja auch gut sein für die Kinder. Und ich denke, dass er nach einem Tag einfach total kaputt ist. Und wo lässt man seine schlechte Laune raus und zeigt sich so wie man wirklich ist? Zu Hause bzw. bei seinen vertrauten Personen! Ist doch normal.

Im Grunde formuliert dein Sohn sogar genau das, was solche "Anfälle" wirklich bedeuten:

"hing an mir und weinte ganz bitterlich wie sehr er mich liebt und das er mich einfach nur vermisst hat den ganzen Tag"

Er möchte in den Arm genommen und geknuddelt werden. Und Kinder zeigen das manchmal eben auch auf diese Weise.

Der Tipp mit der Unterzuckerung war übrigens auch nicht verkehrt.

Beitrag von zahnweh 23.03.11 - 12:36 Uhr

Hallo,

meine ist 3,5 Jahre und nach dem Kindergarten öfter mal so wie du deinen beschreibst.

Sie ist total erschöpft, ausgepowert, müde, erleichtert dass ich da bin .... alles gleichzeitig.

Es sind soooo viele neue Eindrücke jeden Tag (und wenn es nur neuer Lernstoff war), immer gutes benehmen zeigen (müssen/wollen) ist eben doch sehr, sehr anstrengend und dann am sicheren Hafen bei Mama entlädt sich erst mal alles.


Ich war auch so drauf nach dem Kindergarten. Und dann in den höheren Schulklassen. So ab der 9. Klasse. Viele sagten, Pubertät. Dabei war es für mich einfach nur zu viel auf einmal. Still sitzen, brav sein, immer mitdenken, aufpassen, Lautstärke im besonderen.
Kaum zu Hause war ich erst mal platt, da durfte mir niemand quer kommen.
Nach einer Stunde Zeit für mich, wars besser.

Bei meiner 3,5 Jahre ist es ähnlich. Sie liebt den Kindergarten, aber es ist sehr anstrengend für sie.

Beim Abholen plane ich daher viel Zeit ein. Umwege nur spontan, wenn sie wirklich richtig gut drauf ist. An den meisten Tagen stehen wir noch 10 Minuten vor dem Tor, schauen zu wie sich die Kinder und Eltern zerstreuen, schauen uns einfach um und nehmen uns beide eine Auszeit (tut mir selbst auch ganz gut, mal ein paar Minuten ohne Termindruck).
Dann laufen wir in Ruhe nach Hause, mit Stehen bleiben und einfach auch mal warten. Nur wenn ein wirklich wichtiger Termin ansteht, beeilen wir uns, dann trage ich sie auch mal, wenn es sein muss.

In Ruhe essen zu Hause und dann geht der Tag erst weiter.

Mir selbst tut es auch ganz gut. Wenn ich dran denke wie eilig es nach der Schule immer war. schnell, schnell heim, schnell schnell essen, schnell schnell zum nächsten Termin, 5 Minuten Spielplatz danach, schnell heim - unterwegs noch was erledigen, schnell Abendessen machen und ich durfte spielen...

Die Termine waren nicht das Problem, die waren sogar toll, wenn wir angekommen sind. Das schnell schnell und Zeitdruck und sich wieder umstellen, ich hätte die Wände hoch gehen können.

Seit ich bewusst "Eile mit Weile" einplane, kommen wir entspannt pünktlich an und sind beide nicht abgehetzt. :-)

Beitrag von quickys1 23.03.11 - 22:22 Uhr

Hallo Tess,

ich kann dir leider keinen Tipp geben, nur mit dir mitleiden.
Mein 5-jähriger ist ganz genau so.
Wir hatten heute noch Gespräch im Kindergarten, da habe ich
gedacht: Von welchem Kind reden die denn hier#kratzt

Dort ist er superlieb, zankt nicht, räumt auf usw. usw.

Zu Hause oder wenn ich ihn abhole bzw. hinbringe ist alles anders.

Er bockt, ist total stur, räumt überhaupt nicht auf usw. usw.

Halt das komplette Gegenteil.

Und sorry, alle Tipps, die hier gegeben wurden habe ich ausprobiert.
Bei uns hat nichts funktioniert. Egal ob feste Abläufe, Erklärungen, Rituale, ihn machen lassen....

Wir haben wirklich alles durch. Vergiß es.
Es ist mal wieder so eine Phase durch die wir Eltern halt durchmüssen.

Hier bei Urbia sprach mal jemand vom Mama-Mantra.
Es ist alles nur ´ne Phase. es ist alles nur ´ne Phase. Es ist
alles nur ´ne Phase.......;-);-);-)

Da hilft nur durchhalten.
Viel Erfolg

Nicole

Beitrag von schneckehase 28.03.11 - 11:49 Uhr

Meine Tochter ist Deinem Sohn sehr ähnlich. Ich bekomme auch den Frust ab, der sich angestaut hat. In der Schule und sonst wo muss sie sich ja anpassen ( sie geht auf eine strenge, englische Schule). Jemand hat mir mal gesagt, dass es gesund ist, wenn Kinder sich bei den Eltern daneben benehmen, weil sie wissen, dass sie trotzdem geliebt werden. Das ist die Sicherheit, die liebende Eltern vermitteln. Erst wenn Kinder ausserhaus nur stören und negativ auffallen, zu Hause aber kuschen, dann ist das besorgniserregend. Brüllen hilft zwar nichts, aber wir sind auch nur Menschen und sich mit 5 und 6 jährigen in Grundsatzdiskussionen zu ergehen führt auch zu nichts. Du kannst ihm nur sagen, dass sein Verhalten nicht richtig ist, wenn er sich wieder beruhigt hat und ihn in den Arm nehmen. Dann soll er Dir sein Herz ausschütten.