Kann man in der Probezeit fristlos kündigen?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von susi_schwarz81 23.03.11 - 14:02 Uhr

Hallo!

Hier meine Situation. Bin seit Januar arbeitslos, hatte einen befristeten Arbeitsvertrag in einem Hotel (als Frühstückskellner und Zimmermädchen).
Mir wurde im Dezember ein neuer befristeter Arbeitsvertrag am April angeboten. Hab unterschrieben. Heute wurde mir eine Arbeit mit besseren Konditionen(unbefristet) ebenfalls ab April angeboten.
Hab nun aber doch den anderen Arbeitsvertrag schon unterschrieben.
Dieser hat 6 Monate Probezeit.
Wie mach ich den das am besten mit dem Kündigen jetzt?
Fristlos?
Danke für eure Hilfe!

Beitrag von kruemlschen 23.03.11 - 14:12 Uhr

Hallo,

normalerweise beträgt die Kündigungszeit während der Probezeit 2 Wochen.
Steht in Deinem Vertrag denn nichts bzgl. Kündigung während der Probezeit?

Gruß K.

Beitrag von windsbraut69 23.03.11 - 14:12 Uhr

Fristlos geht nicht.
Was sagt denn Dein Arbeitsvertrag zur Kündigungsfrist?

Gruß,

W

Beitrag von kati543 23.03.11 - 14:24 Uhr

Du musst den gar nicht kündigen. Soviel ich verstanden habe, fängt der neue Vertrag doch erst im April an. Dann reicht es, wenn du von dem Vertrag zurücktrittst. Allerdings solltest du dir vorher deinen vertrag nochmal gut durchlesen, in manchen Verträgen gibt es dafür eine Strafe zu zahlen.

Beitrag von fuxx 23.03.11 - 14:33 Uhr

so sehe ich es auch. Solange keine Strafe im Vertrag steht, kannst Du einfach zurücktreten.
Ansonsten gehtst Du einfach am 01.04.hin und reichst umgehend die Kündigung ein.

Beitrag von demy 23.03.11 - 14:46 Uhr

Hallo,
wie kommen du und deine Antwortschreiberin darauf, dass man von einem unterschriebenen Arbeitsvertrag zurücktreten könnte?

Einen Arbeitsvertrag kann man nur wirksam mit Frist kündigen.
Ein Rücktrittsrecht gibt es da nicht.

Gruß
Demy

Beitrag von windsbraut69 23.03.11 - 15:10 Uhr

Inwiefern zurücktreten?
Sie kann - unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist - zwar kündigen aber doch nicht grundsätzlich zurücktreten?!

LG

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 16:26 Uhr


"Es reicht vom Vertrag zurückzutreten"

Wie sollte das denn funktionieren? Auf die rechtliche Begründung bin ich gespannt.

Warum begibst Du dich auf das Feld der Rechtsberatung, wenn Du solch große Klopfer von Dir gibst.

Ist es ein Hobby von Dir Fragesteller in die Irre zu führen?



Beitrag von sassi31 24.03.11 - 01:33 Uhr

Es gibt doch in manchen Verträgen Klauseln wie: Wenn das Arbeitsverhältnis nicht wie vereinbart angetreten wird, gilt der Vertrag als nicht zustande gekommen (meine Worte - mir gehts um den Inhalt).

Ich vermute, die User beziehen sich darauf.

Beitrag von windsbraut69 24.03.11 - 07:26 Uhr

Dann hätten sie das aber nicht so pauschal in den Raum stellen fürfen, sondern darauf hinweisen, den Vertrag dahingehend zu prüfen.

Die Regel ist es sicher nicht, dem AN den Arbeitsplatz schriflich zu bestätigen und es ihm freizustellen, ob er dann am vereinbarten ersten Arbeitstag Lust hat, tatsächlich zu erscheinen.

Gruß,

W

Beitrag von sassi31 24.03.11 - 16:46 Uhr

Natürlich darf man das nicht einfach so behaupten. Leider passiert das hier aber immer wieder. Da wird aus möglichen Vertragsklauseln direkt mal ein Recht (oder eine Pflicht) für alle gemacht.

Gruß
Sassi

Beitrag von frischerduft 25.03.11 - 13:02 Uhr

Hallo,

was du schreibst ist kompletter Nonsens!

Wenn du einen Arbeitsvertrag unterschrieben hast, kannst du nicht einfach zurücktreten ohne Sanktionen.
Google doch einfach mal das Wort VERTRAG!

Was die Posterin machen könnte, sie kann mit ihrem 1.zukünftigen Arbeitgeber (bei dem sie nun nicht mehr arbeiten will) sprechen und ihm die Sachlage schildern.
Wenn er schnell eine Ersatzkraft findet, könnte der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen gelöst werden.
Ansonsten muss sie am 01.04. hin und kann in der Probezeit mit 14 Tagen Kündigungsfrist kündigen, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist.

Nici

Beitrag von parzifal 23.03.11 - 16:39 Uhr

Wie bereits geschrieben solltest Du die Angaben im Vertrag nennen.

Existiert ein anwendbarer Tarifvertrag?

Ist es denn nicht möglich den neuen Vertrag erst Mitte April zu starten?

Wenn Du den Vertrag vorzeitig kündigst, also zum 31.03.2011 und nicht erscheinst besteht hier theoretisch die Gefahr, dass der AG Schadensersatzansprüche geltend macht.

Praktisch ist dies aber sehr unwahrscheinlich. Der AG müsste nämlich einen konkreten Schaden nachweisen (er muss z.B. einen Ersatz einstellen der teurer ist und die Differenz für ca. eine Woche wäre dann der Schaden). Unterstellt habe ich eine zweiwöchige Kündigungsfrist, kein Verbot vor Arbeitsantritt zu kündigen und das die Kündigung eine Woche vor Arbeitsantritt eingeht.

Das ein AG sich dies aber wirklich ans Bein schnallt ist sehr unwahrscheinlich.


Beitrag von nobility 23.03.11 - 18:01 Uhr

Hallo,

" Heute wurde mir eine Arbeit mit besseren Konditionen(unbefristet) ebenfalls ab April angeboten. "

Geh dorthin und filtere die Situation. Wird dir ein unbefristeter Arbeitsvertrag mit akzeptierbaren Bedingungen angeboten, dann unterschreib und fang dort an zu arbeiten.

Mit der alten Fa. hast du zwei Möglichkeiten. Den Arbeitsantritt bei der anderen Fa. schlicht ausfallen zu lassen. Das könnte bedeuten, dass dir diese alte Fa. firstlos kündigt. Oder du kündigst und suchst dir einen guten Grund wegen z.B. nicht erkannter Mängel der Arbeitsbedingungen aus.

Loyalität ist eine Tugend aus alter Zeit. Heutzutage werden Menschen fristlos gekündigt, die nach Ladenschluss ein nicht verkauftes Brötchen esssen. Egal ob sie schon 20 Jahre und länger für diese Fa. treu gearbeitet haben. Also, Loyalität ade.

Gruß
Nobility