übertreibe ich, bin ich übersensibel oder was ist?

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:19 Uhr

Hatte am 8.2. meine AS in der 10. SSW. Es war ein absolutes Wunschkind und hat uns total getroffen. Wir waren eben auch so naiv und haben gedacht "uns passiert sowas nicht"... Eigentlich haben wir uns relativ schnell (nach außen hin) wieder gefasst. Ich bin nach 1 1/2 Wochen wieder arbeiten und alles ist "gut"... Dass ich manchmal total traurig bin und viel zu viel drüber nachdenke etc., das sieht keiner. Keiner fragt, alle gehen ganz normal ins Leben über. Selbst wenn ich mal nur schreibe "mir gehts heute nicht so gut, bin traurig" dann kommt oft die Frage nach dem Warum... ja warum wohl?
Auf der Arbeit weiß es nur eine Person. Aber genau die Person sagt nichts, wenn es darum geht, dass ICH mich um das Baby-Geschenk für meinen Chef kümmern soll. Er hat letzte Woche sein drittes Kind bekommen und an dem Tag war ich auch echt geknickt, egal.

Ich will nicht ständig Mitleid oder sowas, aber ist es zu viel verlangt, dass man auch nach 6 Wochen noch dran denkt? Ich habe das Gefühl, dass alle anderen das vergessen haben und dass ich für alle anderen, ein normales, glückliches Leben führe, als wäre nichts gewesen. DAss ich Ängste habe, wie es weiter geht etc., das interessiert niemanden.

Geht es noch jmd. so oder bin ich wirklich nur empfindlich?

Beitrag von sarahjane 23.03.11 - 14:22 Uhr

Mein Beileid!

Nein, Du bist nicht (zu) empfindlich.

Und um das Geschenk sollen sich gefälligst andere kümmern. Aus, Schluss, basta!



Alles Gute!

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:34 Uhr

tja blöd ist nur, dass keiner dazu Lust hat, weil auch keiner den Chef mag und ich nunmal ne kleine Angestellte bin und mir die Aufgabe jetzt übertragen worden ist. Was sollte ich jetzt als Ausrede sagen? Wissen ja auch nicht alle. Dachte nur, meine andere Chefin steht mir bei. Aber von der kam vorhin nur ein dummer Spruch, als ich gefragt habe, was wir denn ungefähr schenken möchten "Mir ist das egal, ICH bekomme eh keine Kinder mehr" und letzte Woche standen wir im Büro von nem Kollegen und sie hat groß getönt, dass sie gar nicht weiß, wie man mehr als ein Kind bekommen könnte, selbst eine Geburt bzw. Erziehung sei schon schlimm genug ...

Beitrag von sternchen1712 23.03.11 - 14:30 Uhr

Nein Du übertreibst nicht und bist auch nicht übersensibel.

Zuerst einmal fühl Dich von mir #liebdrueck.

Weißt Du ich bin mir sehr sicher, dass es keiner Nachempfinden kann,
der nicht auch so etwas miterleben mußte.

Dieses Verständnis findet man eben nur unter Gleichgesinnten.

Ich denke mal, dass es Personen in Deiner Umgebung verunsichert
und nicht so genau wissen, wie Sie mit Dir umgehen sollen.

Nicht jeder hat dieses "Feingefühl" und keiner kann sich in Dich reinfühlen.

Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft!

Liebe Grüße
Tanja

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:37 Uhr

danke das ist lieb. Ich denke ja teilweise schon, ich steiger mich in was rein. Ich finde dafür, dass ich unser Wunschkind verloren habe, bin ich echt tapfer und es gibt mit Sicherheit andere Frauen, denen es schlechter geht bzw. die schlechter damit klar kommen. Aber manchmal unüberlegte Sprüche übers Kinder bekommen etc. zu sagen oder einfach nicht nachzuvollziehen, warum ich traurig bin, tut dann doch weh. Abgesehen davon, dass man sich damit beschäftigt, wie es weiter geht. Was ist, wenn man doch "krank" ist und nochmal eine FG hat, wann wird man wieder schwanger...
Familie und Freunde, die es wissen, sagen (wenn sie was sagen): Du bist doch noch jung, ihr habt noch alle Zeit der Welt... ja na und?!
Vielleicht hab ich aber andere Vorstellungen und möchte ne Großfamilie, aber immer etwas Abstand haben? Wieso sollte ich dann z.B. erst mit 30 das erste kind bekommen... immer diese lapidaren Sprüche...

Beitrag von sternchen1712 23.03.11 - 14:46 Uhr

Liebe Schnee,

das glaube ich und ich weiß auch, dass es weh tut und egal welche Worte man hört in den Momenten wo man traurig ist, geben Sie einem keinen Trost.

Dieses Traurig sein gehört dazu um mit dem Erlebten klar zu kommen.
Ich weiss leider auch nicht, wie lange das bei mir dauert, nur wünsche ich uns allen hier, das wir auch die schöne Seite des Schwanger sein wieder bald erleben dürfen.

Meine Liebe auch wenn es Dir schwer fällt, versuche die lieb gemeinten Argumente Deiner Familie und Freunde nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, denn Sie sind nur gut gemeint und der Versuch Dir Deinen Schmerz zu nehmen auch wenn das nicht geht.

Glaube mir wir müssen positiv bleiben trotz unserer Traurigkeit,
dann wird auch für uns die #sonne wieder scheinen.

LG
Tanja

Beitrag von sandrina-mandarina 23.03.11 - 14:40 Uhr

Hallo ,

nein, du bist ganz normal. Das Problem sind die anderen Unsensiblen Menschen. Sie sehen nix, also warum mitfühlen. Ich bin nach aussen hin auch die Starke. Ich mache Witze und Lache. Aber eben nur nach aussen.
Im Geschäft wissen es 3 Leute, die sind auch sehr lieb.
Meine Angst, nie ein Baby im Arm halten zu dürfen, verrate ich nur den lieben Mädels von Urbia, sonst keinem.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und alles Liebe und Gute.

Und wenn es gar nicht mehr geht, dann sag es doch einfach. Wirst sehen, wie schnell die ruhig sind, bzw. sensibler.

Lieber Gruss,
Sandra

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:43 Uhr

ja das stimmt, trau mich aber nix zu sagen, weil ich nciht als was weiß ich gelten will, als jemand, der nach 6 Wochen "immer noch" um sein erst 10 Wochen altes Kind trauert, dass es ja noch nicht mal "richtig" gab... Ich denke für viele ist es so früh noch kein richtiges Baby, wenn ihr versteht was ich meine. Viele verstehen nicht, wie sehr wir uns gefreut haben, was wir geplant haben ...
Sicher sind spätere FG bzw. Totgeburten viel, viel schlimmer. Aber trotzdem...

Ich werde auch "verurteilt", weil ich Bücher zu dem Thema lese. Wie oft hab ich gehört "Warum liest du sowas? Das machts nur noch schlimmer". Finde ich aber nicht, mir hats geholfen.

Beitrag von boujis 23.03.11 - 14:41 Uhr

#liebdrueck

Wie Du gerade selber geschrieben hast, war es ein absolutes Wunschkind und ihr habt nie damit gerechnet, dass euch so etwas passieren kann.
Den Schock und die Trauer zu verarbeiten braucht seine Zeit.
Dann kommt die Frage nach dem Warum und das," heute wäre ich in der Woche", dann sieht man überall Schwangere. Die Liste ist endlos und Deine Gefühle sind normal. Lass Deine Gefühle raus und rede mit jemanden darüber.
#kerze für Dein Sternchen

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:44 Uhr

ja das hab ich auch getan, aber habe schnell gemerkt, dass immer nur kam "Das Leben geht weiter", "Ihr werdet bald euer Kind haben"... ja mag ja sein, ich weiß dass das scheiße ist und ich würde wahrscheinlich auch nichts anderes sagen können.

Beitrag von boujis 23.03.11 - 14:52 Uhr

Leider verstehen das nur Leute, die dieselbe Erfahrung gemacht haben.
Oft wissen die Leute nicht, was sie sagen sollen. Bei uns kommt noch dazu, dass wir schon 3 Kinder haben und wir auf völliges Unverständnis stoßen, weil wir ein 4. möchten.
Da sind die Aussagen oft auch verletzend.
Hier im Forum und auch verschiedenen Clubs von Sterneneltern kannst Du Dich austauschen, dass hilft sehr.

LG

Beitrag von lilliby03 23.03.11 - 14:43 Uhr

Hi Liebe,

nein, Du bist nicht zu sensibel. Meine AS war am 09.03. (Ende 8. SSW).
Letzte Woche habe ich erfahren, dass es eine (Sammel-)Urnenbeisetzung für unser Kind gibt. Habe das meiner Schwiegermutter mitgeteilt. Sie fragte mich daraufhin: Kann man so früh überhaupt schon von einem "Kind" sprechen? Es hat ja noch nícht einmal einen Herzschlag gehabt (auf dem US war dieser nicht erkennbar).

Sie hat mich mit ihren Worten tief verletzt, ich fand es sehr taktlos, es war schließlich ein Teil von meinem Mann und mir und unser absolutes Wunschkind (künstl. Befruchtung).

Lass den Kopf nicht hängen. Ich wünsche Dir viel Stärke und Kraft und vor allem irgendwann wieder den Mut, den Schritt zu wagen und nur das Allerbeste für Deine Zukunft.

LG

Beitrag von schne82 23.03.11 - 14:45 Uhr

oh Mann, das ist auch echt heftig von deiner Schwiemu... krass. Ich hätte der spätestens in dem Moment was anderes gesagt.
Unser KH hat keine Beisetzung gemacht, was ich echt schade finde :-(

Ich trau mich auch nicht meine FÄ anzurufen und nach dem KH-Bericht zu fragen, ob sie ihn mir in Kopie gibt. Ich weiß, dass da wohl nix besonderes drin steht, aber irgendwie hätte ich ihn gerne.

Beitrag von anne87g 23.03.11 - 14:46 Uhr

2. Vesuch #aerger

Hallo!

Ich kann dich sehr gut verstehen.
Ich musste meinen Krümel letzten Dienstag in der 6 SSW gehen lassen.
Zu allem übel habe ich Freitag erfahren, das ich 5 ! ! schwangere Kollegen um mich habe. Alle ein bisschen weiter als ich war, und viele wussten auch meine Geschichte. Aber seitdem höre ich nur noch Ultraschall, Nackenfaltenmessung, Feindiagnostik, Übelkeit #bla
Ich kann das nicht mehr hören. Wie kann man so gefühllos sein? Klar, die freuen sich alle, aber keiner denkt mehr an mich und die FG#schmoll
Erzählen, wie toll es ihnen geht, aber keiner fragt nach deinen Gefühlen oder Kummer. Selbst meine beste Freundin ist da grade sehr komisch.

Ich finde nicht, das du überreagierst. Du musstest dein Wunschbaby gehen lassen, du darfst traurig sein! Jeder verarbeitet und trauert anders... Also darfst du so doll traurig sein, wie du willst und wie lang du willst.

Das du dich dann auch noch um die Babysachen für den Chef kümmern musst find ich echt hart. Kann das denn kein anderer machen?

Ich wünsche dir alles alles liebe, viel Glück für die Zukunft und viel Kraft!!!

Beitrag von murmelana 23.03.11 - 15:22 Uhr

Hallo... nein, Du bist nicht überempfindlich. Ich habe mir lange überlegt, hier auch was zu schreiben, aber es war lange nicht möglich für mich, da es einfach zu bitter war.
Ich hatte eine FG in der 7.SSwoche, und die AS war am 28.12.10.
Es war kein Wunschkind, aber wir haben uns gefreut...
Schlimm war die Erfahrung im Krankenhaus, als die Ärztin mir sagte, ich sollte "es einfach wegschmeissen". :-[#schmoll
Ich hatte es einen Tag vor Heiligabend verloren, auf der Toilette des Krankenhauses, und musste ausserdem ganz allein an Heiligabend dort ausharren, wegen Schnee und allem.
Mein Freund arbeitet woanders, ich war zu Besuch bei meiner Mutter und er konnte nicht kommen, da es keine Taxen mehr gab und keine Busse mehr fuhren und es ging einfach nicht... #schmoll
Meine Mutter war allerdings auch da, als es passierte, aber Heiligabend war ich völlig allein, es lag auch niemand mit mir im Zimmer. #heul
Es war furchtbar und ich wollte lange nicht mehr dran denken.
Hab weitergemacht irgendwann mit dem Leben, hab es verdrängt.
Hab es auch geschafft eine Weile lang...
Manchmal denke ich, es kann einfach nicht so gewesen sein, aber natürlich war es so.
Jetzt, nach den drei Monaten, die ich durchhalten musste weil ich drei Monate nicht schwanger werden sollte, von meinem Arzt aus, fängt es wieder an, weh zu tun.
Denke ich darüber nach, wie es gewesen wäre oder ob ich nicht doch gern wieder versuchen würde.... aber ob mein Freund wirklich dahintersteht, weiß ich nicht, das wußte ich leider auch nicht bei meiner ersten Schwangerschaft, die so schnell endete.


Finde, Du übertreibst absolut nicht... kann ich sehr gut verstehen. #liebdrueck

6 Wochen sind auch nicht lang, trauere lieber jetzt soviel Du kannst... das ist wichtig. Sonst kommt es, so wie bei mir vielleicht, mit voller Wucht irgendwann später und das kannst ja nicht gebrauchen...
Dass Du Dich um dieses Geschenk kümmern sollst find ich absolut unsensibel. #kratz

glg, Murmelana
#kerze#kerze für unsere Sternchen.
(ehrlich, es klingt furchtbar für mich, das Wort Sternchen auch nur verwenden zu müssen. Es tut weh und das ist auch völlig in Ordnung so. Schmerz zulassen muss man auch dürfen.)
Wenn ich noch ehrlicher bin, kann ich es bis heute nicht wirklich fassen, und es erscheint noch immer unwirklich.
Ich wünsche Dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft!#herzlich

Beitrag von dia111 23.03.11 - 17:40 Uhr

Nein, du bist nicht übersensibel.

Bei mir ist es nun 14Wo her, das wir unsere Tochter still geboren haben.
Und ab und an fragen Leute bzw Bekannt, du siehst aber schlecht aus, und hast total abgenommen.

Dann kommt immer die Frage, hallo, mir geht es schlecht.
Ich habe gelernt eine Maske aufzusetzen, auch uns wird nicht mehr gefragt wie es uns geht.

Aber ich habe wirklich tolle Freundinnen, mit denen ich über Mia reden kann.
Meine Eltern haben sogar ein Baum für Mia geplanzt.Was mich total berrührt.

Für andere geht das Leben weiter, für uns wird das noch ein langer langer Weg.

Ich gehe auch noch zur Therapie, es tut gut auch mit ihr zu reden.Aber auch sie kann nicht wirklich helfen.

Drück dich ganz feste und hoffe das du verständnis bekommst,wenn es dir mal nicht so gut geht.
Ansonsten mußt du eben mal was sagen, gerade mit dem Baby-Geschenk, eine echte Zumutung.Da hätte echt mal deine Kollegin sagen sollen,das sie das übernimmt. Kann da echt nur Kopfschütteln.

Wünsch dir viel viel Kraft

LG
Diana mit 3#stern fest im #herzlich

Beitrag von sft 23.03.11 - 18:07 Uhr

Hallo,

natürlich übertreibst du nicht!!!!!
Ich hatte meine AS am 11.02.11 und es geht mir genauso. Ich bin auch nach außen hin sehr stark aber im inneren total am Boden, vor allem ich arbeite im Einzelhandel und wenn man dan die ganzen #schwangeren und die #baby`s sieht dann kommt auch wieder alles hoch. #heul

Ich habe eine Arbeitskollegin die hatte einen Bandscheibenvorfall (für mich in diesem Augenblick eine Lapalie) da war meine As eine Woche her, da hat sie bei mir angerufen und zwar am Anfang gefragt wie es mir geht aber dann nur von ihren Problemen geredet #klatsch sowas egoistisches#aerger.

Ich möchte auch kein Mitleid von jemanden der es nicht so meint.
Und mir sind auch die Probleme von solchen Leuten total egal. Hoffe das geht nicht nur mir so.

Wir wünschen dir trozdem viel #klee weiterhin

LG sft & #sternchen

Beitrag von liberty1179 23.03.11 - 18:37 Uhr

Mach dir da mal keinen Kopf.
Ich hatte meine 2. FG am 26.01. und ich weine jetzt noch oft. Zwar so, dass es keiner mitbekommt, aber ich tue es.
Und keiner, der es nicht selbst erlebt hat, kann den Schmerz nachempfinden.

Nimm dir die Zeit die du brauchst und wenn du reden willst, dann tu es mit einer Person deines Vertrauens.

Viele Leute wissen garnicht wie sie jetzt mit dir umgehen sollen und sind mit der Situation einfach überfordert. Sie wollen nichts falsch machen und meines es oft nicht böse. Oder sie meinen einfach, dass du genug Zeit hattst es zu verarbeiten.

Und ich selber weiß, dass es länger dauert.

Fühl dich #liebdrueck

Beitrag von birgitsp 23.03.11 - 23:45 Uhr

ich denke, das kann einfach keiner verstehen, der es nicht selber erlebt hat. Zum Teil ja noch nicht mal die Männer, die selber betroffen sind (und das meine ich nicht böse oder frustriert, sondern es ist einfach oft so). Vielleicht wissen wirklich viele nicht, wie man damit umgehen kann, vielleicht auch nicht... Deren Welt hat sich weiter gedreht, während unsere stillstand - und es zum Teil auch heute noch tut. Bei mir ist manchmal noch heute Oktober, als noch alles in Ordnung war...

Und ich denke auch, fast jeder hier tut nach außen so, als wäre alles gut, oder zumindest fast jeder - eben weil kein Außenstehender versteht, warum man denn 'immer noch so traurig ist'. Meine MA mit AS in der 10. SSW ist jetzt fast fünf Monate her, und es gibt immer wieder Tage oder Zeiten, in denen ich nur weinen möchte, und inzwischen mache ich das auch echt heimlich... Es hat auch glaub ich nur mein Freund verstanden, warum ich vor 10 Tagen meinen Geburtstag nicht feiern wollte... Es sieht aber noch nicht mal mehr jemand, wenn man morgens total verheult aussieht...
Ich ertrage weder Babys noch Schwangere, aber ganz schlimm ist das Geschiss, was viele darum machen - und ich bin sooooo froh, immer wieder zu sehen, dass es Euch hier auch so geht.

Insofern bist Du damit weder allein, noch empfindlich, sondern einfach ganz normal #liebdrueck

LG

Beitrag von gruenesfeechen 24.03.11 - 08:10 Uhr

an uns alle, denen dieses Schicksal nicht erspart blieb..

auch ich kenne dieses gefühl, diese vermeindlichen unsensiblen menschen um einen herum usw.

auch ich war nach außen hin stark und bemerkte erst spät, auch dank einer sehr guten antwort von einem mann in einem anderen forum, dass wir teilweise selber daran schuld sind...nicht böse sein, einfach mal darüber nachdenken... Zitat :( etwas umgeschrieben aber der sinn bleibt )

"Du hast signalisiert, dass Du mit der FG locker umgehen kannst (nach zwei Tagen wieder arbeiten), dementsprechend setzt bei deiner Umwelt der Pragmatismus ein. SIE braucht keine lange Trauerzeit, ergo Brauchen wir sie auchnicht und erst recht kein Mitgefühl.
Die Umwelt verhält sich empathisch und nimmt halt war, wie Du mit der Situation umgeht und passt ihr Verhalten entsprechend an."

seit dem ich offener damit umgehe, meine trauer und hilflosigkeit zeige ( was weiß gott nicht immer leicht ist ) geht es mir besser

ich hoffe ich kann nicht nur Dir sondern auch einigen anderen damit ewtas helfen.
Steht zur Trauer und zur Hilflosigkeit, es steht uns zu!!

ganz liebe Grüße
feechen

Beitrag von dydnam 24.03.11 - 09:49 Uhr

Hey,

meine AS war am 09.02., also fast zum gleich Zeitpunkt. Nach außen hin gebe ich mich ruhig und gefasst, aber innerlich denke ich eigentlich jeden Tag darüber nach, und muss auch häufig noch die Tränen runterschlucken. Das wird wohl auch noch eine Zeit lang brauchen.

In meinem Umkreis wusste abgesehen von meinem Mann und 1-2 Verwandten keiner von der SS bzw. der FG, und eine von denen, die es wussten, ist momentan auch noch schwanger, und hatte so gar keine Lust, mir gegenüber etwas weniger überschwenglich mit ihrem Glück daher zu kommen. Den Kontakt habe ich aus Selbstschutz erst einmal eingestellt.

Mir geht es insofern auch genauso, als dass bei mir sogar mein Männe so scheinbar gar keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Wenn ich mal wieder traurig bin (weil z.B. im Fernsehen gerade wieder was über Schwangere lief), und er das mitbekommt, kommt auch nur "Was denn nun wieder los?" Versteh manchmal auch nicht, dass ihm das nicht irgendwie klar ist. Er kennt mich ja nun eigentlich noch von den anderen FGen. Aber so sind sie, die Männer... #schmoll

Weiß auch nicht, wie ich dich aufmuntern soll. Leider geht für die Personen um uns herum das Leben ganz normal weiter. Sie haben nicht die Vorfreude empfunden, die Träume gehabt, die wir hatten. Irgendwann kann man damit aber besser umgehen, dass weiß ich aus Erfahrung.

Wünsch dir alles Liebe!!

Liebe Grüße

Mandy mit
Silas (*06.12.08) und Tamino (*12.06.10) an der Hand und 3 #stern (Okt. 2007, April 2009, Februar 2011) im Herzen

Beitrag von anniilja 24.03.11 - 14:23 Uhr

Nein, du bist nicht empfindlich, das ist ganz natürlich. Aber wenn du es nicht alleine schaffst, dann such dir einen Psychologen, der sich mit sowas auskennt. Dein Frauenarzt weiß sicher jemanden. Ich habe das 3x hinter mir, mußte immer alleine damit klarkommen, weil mein Partner mich nicht verstand. Das ist heute über 30 Jahre her, aber vergessen habe ich das immer noch nicht. Ich erkläre es mir heute mit der Einsicht. :"Gott hat es eben so gewollt."