Zufriedener Single? Oder nur scheinbar?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von yanis82 23.03.11 - 19:07 Uhr

Hallo ihr Lieben,

momentan frage ich mich, ob ich irgendwie unnormal bin.
Ich bin fast 29 und seit knapp 5 Monaten Single.

In diesen 5 Monaten hab ich 2 Monate am Stück geheult, viel mit meinen Freundinnen unternommen, ein traumatisches Date mit einem Freak gehabt, viele Leute auf gewissen Singleportalen kennengelernt (und dann doch keinem mehr geantwortet), 2 mal Sex mit dem Ex gehabt :-p, 2 unmoralische Angebote von guten Freunden bekommen (keines davon angenommen) und vor allem viel gearbeitet (intern Stelle gewechselt)

Viel gefeiert habe ich nicht...

Langsam kehrt nun Ruhe ein. Ich komme nach Hause in meine Wohnung, und vermisse nichts und niemanden. Kein Mann ist in meiner Nähe, der mich interessieren könnte. Kein Ehemann und kein Kind in naher Zukunft in Aussicht. Aber: es ist gut wie es ist.

Meine Mutter, die mir jedes Mal prophezeit, dass ich bald wieder einen neuen Partner finde, wird schon ganz nervös, wenn ich ihr erzähle, dass ich absolut momentan keinen Mann benötige.

Man könnte sagen, eine stille Zufriedenheit umgibt mich.

Aber halt: böse Stimmen flüstern mir immer wieder ein, dass es ZEIT wird. Zeit, meinem natürlichen Trieb zu folgen und ein Nest zu bauen. Sonst werde ich irgendwann zu alt und zu anspruchsvoll und verschroben sein, um eine Familie zu gründen.

Aber flüstert mir das die Gesellschaft ein, oder bin ich es doch selbst? Hier sind so viele junge Mütter in meinem Alter, die stehen dieses Jahr alle vor den Grundschulen, wenn ihre Kinder eingeschult werden. Ich werde Ende 30 sein, wenn überhaupt, dann muss ich mich ranhalten.

Hab ich zuviel Zeit um nachzudenken? Sind hier andere Singles, die verstehen, was ich meine? WARUM macht meine eigene Zufriedenheit mich misstrauisch?

Auf Antworten bezüglich dieser nachdenklichen, aber nicht sehr weltbewegenden Fragen hoffend ;-)

Yanis

Beitrag von ppg 23.03.11 - 19:42 Uhr

Hab ich zuviel Zeit um nachzudenken? Sind hier andere Singles, die verstehen, was ich meine? WARUM macht meine eigene Zufriedenheit mich misstrauisch?

Na , weil vor allem uns Frauen immer wieder eingeredet wird, das man nur in einer partnerschaft glücklich und zufrieden sein soll.

Ich bin auch schon einige Jahre Single. Hab einen sehr schönen Freundeskreis, 2 Kinder , interessante Arbeit und Sex, wann immer ICH möchte.

Die Männer die ich kennenlerne , fallen relativ schnell durchs Raster, einen Kopromiss leben und in für mich wichtigen Punkten Abstriche machen will ich nicht. Mein Leben ist in Ordnung so, ich kann mir Vorstellen in meinem Umfeld auch ohne Partner alt zu werden. Wenn ein Mann dazu kommt , als Sahne obendrauf. Wenn nicht, auch gut, dann heirate ich in 20 Jahren meinen besten Freund - zur wechselseitigen Altersabsicherung!

Ute

Beitrag von yanis82 23.03.11 - 20:00 Uhr

Danke für deine Antwort.

Der Unterschied ist, dass du schon Kinder hast...
Klingt aber sonst super, so könnte ich mir das für mich auch vorstellen.

Wenn man zwanghaft sucht, findet man sowieso niemanden.

Wie lange hat es denn gedauert, bis du gemerkt hast, dass du genau SO glücklich bist? Und wie reagiert dein Umfeld darauf?

LG
Yanis

Beitrag von ppg 23.03.11 - 22:29 Uhr

Direkt als ich bei meinem Ex - Freund ausgezogen bin und in meine Wohnung rein.

Diese Ruhe und dieser Frieden - unbezahlbar

Meine Freunde sind im selben Alter, viele auch Kinderlos, und sehen das ähnlich.

Wir planen ein Großes Haus ( Mehrfamilienhaus) zu kaufen und alle darin zu wohnen - wenn meine Kinder aus dem Haus sind.

Ute

Beitrag von ulmerspatz37 25.03.11 - 06:35 Uhr

Genau, Ute!


Genießes, wenn es Dir so passt und Dich zufrieden macht. Wenn Du wieder jemanden haben wilst für kurz -viel Spass. und für länger - viel Glück.
Du entscheidest wie Du leben möchtest.

Beitrag von asimbonanga 23.03.11 - 19:45 Uhr

Hallo,
mach dir nicht so viele Gedanken, es kommt wie es kommen soll.Natürlich würde ich mich nicht zu Hause verkriechen, aber genieße deine Freiheiten.Damit kann es schneller vorbei sein, als du dir jetzt vorstellen kannst.
Warum wirst du Ende Dreißig bis du eine Familie gründest?
Du bist jetzt 29, da war ich auch noch ohne Kind und Mann.
Dafür wird dir später nicht so schnell die Decke auf den Kopf fallen und die frage ob du etwas verpasst hast, stellt sich auch nicht.
Deine biologische Uhr tickt noch lange nicht und wenn du gut mit dir alleine zurecht kommst ,ist das eine gute Voraussetzung für eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

L.G.

Beitrag von yanis82 23.03.11 - 20:12 Uhr

Ich meinte, ich bin Ende 30, wenn mein (noch nicht gezeugtes) Kind eingeschult wird ;-)

Es ist nur so skurril, wenn ich mir vorstelle, dass meine 3 besten Freundinnen, die mehr oder weniger lange mehr oder weniger überzeugte Singles sind, mit meiner Wenigkeit in 10 Jahren á la "Sex and the city" in der Cocktailbar sitzen und darüber philosophieren, warum wir so beziehungsunfähig sind.

Meine Mutti und meine Kolleginnen im Alter meiner Mutti (sie ist 53) erklären mir stets voller Überzeugung, dass früher nicht so leichtfertig eine Beziehung aufgegeben wurde. Weiterhin schüttele ich über Freundinnen den Kopf, die aus reiner Gewohnheit bei ihren (in meinen Augen) nichtsnutzigen Partnern bleiben oder alle Freundschaften vergessen, um in jeder Minute mit ihren Männern zusammenzuglucken (rede hier nur von Frauen, die noch keine Kinder haben)

Mit 20 war ich auch so, hab alle Freundschaften vernachlässigt und 7 Jahre lang eine schon lange in Freundschaft übergegangene Beziehung geführt. Mit dem nächsten Partner war ich dann schon unabhängiger: getrennte Wohnungen, sehr viel getrennt unternommen, und das aus voller Überzeugung.

Habe oft den Eindruck, ich gebe mich ZU unabhängig, fast schon trotzig gebe ich meiner Umwelt zu verstehen "ich brauch keinen Mann."
Dabei bin ich ein richtiges Mädchen und würde gerne mal erobert werden #schein, bin also alles andere als eine Powerfrau, ich wirke eher schüchtern und sehr feminin.

Daher dieser Zwiespalt in mir, ich will beides...auf Augenhöhe klingt super, genau das will ich ;-)

Beitrag von asimbonanga 23.03.11 - 21:01 Uhr

<<<Meine Mutti und meine Kolleginnen im Alter meiner Mutti (sie ist 53) erklären mir stets voller Überzeugung, dass früher nicht so leichtfertig eine Beziehung aufgegeben wurde.<<<

Ich würde eher sagen, zumindest nach urbia Maßstäben, wir haben uns nicht so früh gebunden .Von meinen Freundinnen z.B. und ich bin im Alter deiner Mutter, war keine mit 22 Jahren verheiratet und hatte Kinder.
Es hängt wohl vom Umfeld ab, auch ob man eher ländlich oder städtisch wohnt etc.
Versuche einfach du selbst zu sein-nicht trotzig die Unabhängige geben---------sondern "mit dem Richtigen gerne- aber nicht um jeden Preis"
Ich finde z.B. mit Mann muss es einem deutlich besser gehen als ohne.Nicht leicht zu erreichen, wenn man auch alleine gut zu Recht kommt.

Irgendwo läuft er rum.....................
#klee

Beitrag von claerchen81 23.03.11 - 20:44 Uhr

Hi,

Glück ist etwas sehr individuelles. Es kommt aus dem inneren des Menschen und hat nicht unbedingt etwas mit den Lebensumständen zu tun. Ich kenne glückliche - wirklich richtig glückliche - Singles, die NICHTS vermissen. Auf einige bin ich manchmal ein wenig neidisch, sie können viele Dinge, die ich nicht "kann" (ich könnte schon, aber das hätte Folgen, die ich nicht in Kauf nehmen möchte).

Ich habe mich tatsächlich bewußt für das Vater-Mutter-Kind-Modell entschieden und nenne es liebevoll "frühverspießt-und-ortsgebunden". Es ist ein Lebensmodell. Aber hätte es nicht mit meinem Mann geklappt (wer sagt, dass es für immer ist?), dann hätte ich auch ohne Partner sehr glücklich werden können und könnte es immernoch.

Was ich allerdings niemals missen möchte, sind meine Kinder. Aber die hätte ich ohne meinen Mann ja gar nicht, insofern würde sich die Frage dann gar nicht stellen.

Also: du bist gerade mal 5 Monate Single. Genieß die Zeit. FEIER! Mach Dinge, die DU schon immer machen wolltest. Es ist die beste Zeit, um sich selbst zu entdecken. Das Glück liegt in dir.

Und ja: die Gesellschaft redet einem viel ein, hör einfach nicht hin.

Gruß, C.

Beitrag von 123bhtrsfe456 23.03.11 - 23:12 Uhr

Hallo,

ich war 27 als ich nach 4 Jahren Beziehung Single wurde.

Damals kannte ich aber hauptsächlich Singles und Pärchen, mit denen ich auch super viel unternommen habe. Tatsächlich kannte ich genau ein Paar, das ein Kind hatte, das war damals für uns sehr früh.

Ich bin damals für ein paar Monate ins Ausland gegangen, habe mit Freundinnen und guten Freunden super Reisen gemacht und einfach mein Leben genossen.

Mit 31 habe ich dann meinen jetzigen Freund und Vater meiner Kinder getroffen. Mit 33 habe ich dann meine erste Tochter bekommen und war damit definitiv nicht die letzte im Bekanntenkreis.
Ich hatte damals eine gute Freundin, die war 4 Jahre älter und hat sich schier verrückt gemacht einen Partner und potentiellen Vater zu finden.
Ich habe das damals überhaupt nicht verstanden.

Heute finde ich es gut, wie es gelaufen ist, aber manchmal vermisse ich meine Single-Zeiten sehr. Nicht was Männer angeht, aber man ist in vielen Dingen so frei, auch von Ängsten und so viel Raum für spontane Ideen.
Das war schon schön, 4 Wochen Hawaii, oder mal eben für 2 Wochen oder auch nur ein Wochenende nach Berlin.
Ich liebe meinen Partner, für niemanden anderen hätte ich dieses Leben aufgegeben.

Beitrag von amory 24.03.11 - 06:46 Uhr

Hallo,

genieße es doch einfach, wie es ist.
wenn es dir gut geht, ist alles prima.
vielleicht kommt irgendwann ein passender mann vorbei, der es sehr zu schätzen weiß, dass du alleine klar kommst und ihn nicht in den mittelpunkt stellst.
und wegen der kinder würde ich mir keine gedanken machen.
hier (im rhein-main-gebiet) war ich mit 30 die jüngste im geburstvorbereitungskurs. mit abstand!

grüße, amory

Beitrag von lichtchen67 24.03.11 - 08:08 Uhr

5 Monate Single, 2 Monate nur geheult, bleiben restliche 3 Monate in denen Du all das erlebt hast??? REspekt!

Sei zufrieden mit Dir und Deinem Leben, 5 Monate Single zu sein ist ja nun nicht die welt.

Lichtchen

Beitrag von ciocia 24.03.11 - 09:42 Uhr

Hallo

die Mädels, die mit mir Abi gemacht haben, wurden (die meisten von uns) mit über 30 Mutter! Ich wurde mit 32 Mama. Manchmal denke ich mir auch- Mensch, du könnstest jetzt ein 10 jähriges KInd haben oder älter. Aber wenn ich zurück schaue, möchte ich meine 20iger nicht missen, die Freiheit, die Unabhängigkeit. Heute denke ich manchmal mit Wehmut daran. Genieße doch die Zeit, in der du tun und lassen kannst was du willst. Verantwortung und Kinder kommen noch früh genug:-)


liebe Grüße

Beitrag von flamingoduck 24.03.11 - 10:30 Uhr

...mach dir bitte keinen druck oder stress.

ich habe mit 29 meinen schatz kennengelernt und nun bin ich 31 und habe vor knapp 3 wochen unsere tochter auf die welt gebracht.

meine mum hat damals auch immer so andeutungen gemacht (u.a. kam auch alte jungfer, weil angeblich schon soooo viele in meinem alter familie und kinder hatten).

aber es ist gut so, denn in meinen 20ern habe ich studiert, mich beruflich hochgearbeitet und habe genug party gemacht, disco, konzerte, etc.

Nun fehlt es mir nicht.

Genieße deine zeit, du bist noch jung!!!
Und lass dich von der liebe finden - erzwingen kannst du nichts.

und: im geburtsvorbereitungskurs und auf der entbindungsstation gehörte ich eher zum jüngeren drittel. die meisten mütter (erstgebärende) waren mitte bis ende dreißig, teilweise sogar Ü-40.

;-)

Beitrag von cinderella2008 24.03.11 - 11:57 Uhr

Hallo,

Deine Zufriedenheit muss Dich nicht misstrauisch machen. Du bist eine ganz normale Frau. Allerdings eine, die es nicht nötig hat, sich über einen Mann an ihrer Seite zu definieren. Du bist in der glücklichen Lage, auch als Single glücklich sein zu können. Meiner Ansicht nach eine wichtige Voraussetzung, um irgendwann auch mal eine erfüllte Beziehung führen zu können.

Meine Singlezeiten (nach einer gewissen Trauerzeit über die Trennung) gehörten auch zu den besten Zeiten meines Lebens. Und ich weiß genau, wenn ich mal irgendwann wieder Single bin, brauche ich keine "Angst" davor zu haben. Das Leben ist trotzdem schön.

LG, Cinderella

Beitrag von seelenspiegel 24.03.11 - 18:31 Uhr

<<<WARUM macht meine eigene Zufriedenheit mich misstrauisch? >>>

Wenn man lange genug immer und immer wieder bildlich gesehen in verschiedenen Formen eines in die Fresse bekommen hat, braucht man eine ganze Weile um Zufriedenheit und glücklich sein für sich selbst zu erkennen, besonders dass man niemanden dazu braucht um diesen Zustand darauf zu projezieren, sondern dass es doch TATSÄCHLICH passieren kann, glücklich zu sein, obwohl zu Hause weder Frau/Mann/Kind/Rauhaardackel auf einen warten.

Kommen dann noch solche Reaktionen von Verwandten und Freunden, die es gar nicht verstehen können, dass "so jemand" alleine ist, wo er/sie doch an jedem Finger 10 haben könnte, fängt man durchaus schon mal an, in Bezug auf die eigenen Ansichten zu wackeln.


Alles was die Zukunft bereit hält wird sich schon noch zeigen, und bis das soweit ist, geniess einfach alle Kleinigkeiten .... alle großen Dinge....alles leise und laute, buntes und graues.

Das Leben ist einfach geil.....manchmal...ab und an....hin und wieder. :-)