Fehler bei Bestellung? Wie sieht es rechtl. aus?

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Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von teufelchendani 23.03.11 - 20:39 Uhr

Hallo zusammen!

Mein Mann hat vor 3 Wochen 2 Wohnwände und 2 Lowboards bestellt online. Wir haben eine Anzahlung per Visa gemacht und den rest sollten wir bei Lieferung bezahlen. Alles super!

Und diese 2 Lowboards waren wohl für 4,99€!

Letzte Woche wurde uns die Lieferung für heute angekündigt. Jetzt hat eben jemand angerufen und die lieferung auf morgen früh verschoben. Und ! Es gab da wohl ein Fehler mit den Lowboards im Internet! 4,99€ war zu wenig!

Was sind jetzt meine Rechte? Müssen die mir das für 4,99€ lassen, oder muss ich mehr bezahlen (keine ahnung wieviel, hat er nicht gesagt)?

Bin jetzt schon bissle enttäuscht. 3 Wchen hat sich niemand wegen sowas gemeldet. und jetzt wenn die es morgen früh liefern.

Helft mir bitte kurz. Danke!

vg dani

Beitrag von ccino 23.03.11 - 20:51 Uhr

Hast du eine Auftragsbestätigung, in der der Preis von 4,99 € aufgeführt ist?

Beitrag von taenscher 23.03.11 - 20:56 Uhr

Normalerweise entsteht ein Kaufvertrag, nach Erhalt der Auftragsbestätigung. Versandhäuser sichern sich aber teilweise mit dem Vermerk in den AGB ab, dass ein Kaufvertrag erst nach Erhalt der Lieferung zustande kommt.

Einfach mal in den AGB nachlesen, wann der Kaufvertrag rechtskräftig ist.

Beitrag von taenscher 23.03.11 - 21:01 Uhr

hier ein Gerichtsurteil -

Das Amtsgericht Frankfurt hat einer Schnäppchenjägerin ein gutes Geschäft aberkannt. Die Klägerin hatte in einem Onlineshop DVD-Player im Angebot entdeckt - zum sagenhaften Preis von 1 Cent pro Stück. Sie witterte ein gutes Geschäft und bestellte 10 Stück online durch Einlegen in den Warenkorb. Diese Bestellung wurde ihr per E-Mail bestätigt. Des Weiteren fragte die Klägerin beim Betreiber des Onlineshops an, ob weitere 30 Player verfügbar seien. Dies wurde bejaht. Ausgeliefert wurde jedoch keines der Geräte, da dem Shopbetreiber der Fehler bei der Preisauszeichnung zwischenzeitlich aufgefallen war. Die Klägerin pochte nun auf Einhaltung eines Kaufvertrages. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass kein Kaufvertrag zu Stande gekommen sei: Durch eine kundenseitige Bestellung und durch eine Bestätigung, dass die gewünschten Gegenstände lieferbar seien, sei noch kein gegenseitiger Vertrag geschlossen worden.

Die schriftliche Kaufbestätigung des Onlineshops per E-Mail habe ebenfalls keinen Vertragsschluss ausgelöst, da ausdrücklich erklärt wurde, dass die Annahme der Bestellung erst durch Auslieferung der Ware erfolge. Dazu sei es nie gekommen. Selbst wenn jedoch ein Vertrag zu Stande gekommen wäre, habe der Shopbetreiber in jedem Falle die Möglichkeit der Anfechtung des Vertrages gehabt, da ein Kunde nicht ernsthaft glauben könne, dass fabrikneue DVD-Player zum Preis von einem Cent abgegeben werden sollen. Die Preisauszeichnung sei für jeden offensichtlich falsch gewesen. Auf dieses Urteil hingewiesen hat www.kostenlose-urteile.de.

Beitrag von teufelchendani 23.03.11 - 21:19 Uhr

sorry bischen viel. Und wir haben schon alles bezahlt per paypal.

und in der bestellung sind sie mit 4€ aufgeführt.


§ 2 Vertragsschluss

Die Darstellung unserer Produkte in unserem Internetauftritt beinhaltet lediglich eine Aufforderung an den Kunden zur Abgabe eines Vertragsangebotes.

Indem der Kunde eine Bestellung absendet, gibt er ein Angebot im Sinne des § 145 BGB ab. Der Kunde erhält eine Bestätigung des Empfangs der Bestellung per e-Mail. Auf mögliche Fehler in den Angaben zum Sortiment auf unserer Internetseite werden wir den Kunden ggf. gesondert hinweisen und ihm ein entsprechendes Gegenangebot unterbreiten.

Der Kunde verzichtet auf den Zugang einer Annahmeerklärung, § 151 S.1 BGB. Der Vertrag mit uns kommt zustande, wenn wir das Angebot des Kunden innerhalb von 10 Tagen schriftlich oder in Textform annehmen oder die bestellte Ware übersenden oder der Kunde Vorkasse leistet. Für den Fall der vereinbarten Zahlungsart Vorkasse erklären wir die Annahme des Vertrages zu dem Zeitpunkt, in dem der Kunde Vorkasse leistet, wenn die Zahlung innerhalb von 10 Tagen nach Absendung der Bestellung erfolgt.

Beitrag von sassi31 24.03.11 - 00:43 Uhr

Ich hab in der Berufsschule gelernt, dass so ein Angebot nicht bindend ist, wenn man eindeutig erkennen kann, dass die Ware mit einem falschen Preis angeboten wird/wurde.
Beispiel: Ein Auto kostet neu 15.000 Euro. Versehentlich steht aber am Auto nur 1.500 Euro. Da ist auch für Laien erkennbar, dass dort ein Fehler vorliegt.

Je nachdem, wie teuer die Lowboards eigentlich sind, könnte der Vertrag zumindest anfechtbar sein (wegen Irrtum).

Genaueres kann dir sicher nur ein Anwalt sagen.

Beitrag von hailie 24.03.11 - 01:19 Uhr

Meiner Meinung nach handelt es sich um einen Inhaltsirrtum nach § 119 BGB:
http://de.wikipedia.org/wiki/Inhaltsirrtum

>> Auf mögliche Fehler in den Angaben zum Sortiment auf unserer Internetseite werden wir den Kunden ggf. gesondert hinweisen und ihm ein entsprechendes Gegenangebot unterbreiten. <<

Dies steht in den ABG des Verkäufers, was ja nun in eurem Fall zutreffend ist.

LG

Beitrag von hailie 24.03.11 - 01:21 Uhr

Mich macht etwas stutzig, dass der VK erst so spät reagiert hat.

Ich denke aber nicht, dass das etwas an der Rechtslage ändert.