Mein Sohn erzählt er würde misshandelt...

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Beitrag von reethi 23.03.11 - 21:01 Uhr

Hallo!

Ich bin noch total geschockt...
Mein Sohn geht in die 4. Klasse und hat ziemliche Probleme in der Schule, weil er ständig den Unterricht stört. Für die beiden nächsten Tage muss er zu Hause bleiben (in Absprache mit der Direktorin, der Lehrerin und uns). Allein das ist schon nicht sehr erfreulich. Aber im Zuge dessen, hat er der Lehrerin erzählt, dass er zu Hause misshandelt werden würde. Und zwar so, dass die Polizei einen verhaften würde, wenn die das wüsste.

Ich bin total geschockt... Wie kann er denn sowas nur erzählen? Die Lehrerin hat ihm nicht so Recht geglaubt, aber trotzdem... Wie kommt er denn auf sowas? Oh Mann... Wenn ich überlege was das lostreten kann.
Soll ich ihn mal darauf ansprechen?

Was würdet Ihr machen? Ich bin total perplex...

VG
Neddie

Beitrag von ungeheuerlich 23.03.11 - 21:12 Uhr

Hallo,

das kommt mir auch alles recht bekannt vor.
Allerdings verhält sich mein Sohn so aufgrund seiner Krankheiten (ADHS und asperger Autist).
Von einem "normalen" Kind würde ich das eher nicht erwarten.

Es besteht eine Schulpflicht, wie kann man ihn dann einfach daheim lassen in Zusammenarbeit mit dem Lehrer? Arbeitet ihr an den Problemen? Irgendwas muß ja sein.

LG

Kerstin

Beitrag von reethi 23.03.11 - 21:35 Uhr

Ja, an den Problemen arbeiten wir schon lange... Es besteht der Verdacht auf Asperger, aber die Diagnose ist nicht eindeutig. Er geht zum Psychotherapeuten, Ergo, etc.

Es gab eine Absprache, dass er für zwei Tage zu Hause bleiben muss, wenn er weiterhin den Unterricht so stört. Allerdings hat er einen Tagesplan bekommen mit Schulaufgaben, die er in der Zeit machen muss. Es ist also keine "Freizeit" für ihn.

Ich komme einfach nicht drüber, dass er erzählt hat er würde misshandelt... Meine Güte-wenn er das "einfach" so erzählt-da kann ja sonst was draus entstehen...

Beitrag von luckylike 23.03.11 - 22:11 Uhr

hallo

also ich würde selbstverständlich mit meinem sohn darüber reden, warum überlegst du da?
wenn er sowas erzählt muss ihm doch jemand die folgen klarmachen.
er ist in der 4. klasse da müsste man doch mit seinem kind reden können?#kratz

vg luckylike

Beitrag von reethi 23.03.11 - 22:34 Uhr

Hallo!

Weil er es der Lehrerin "im vertrauen" gesagt hat.
Wenn ich ihn jetzt darauf anspreche, weiß er doch dass sie es mir gesagt hat und somit hätte sie sein Vertrauen verraten. Und das stelle ich mir dann schwierig vor für die Zukunft.

VG
Neddie

Beitrag von ungeheuerlich 24.03.11 - 06:52 Uhr

Guten Morgen,

gerade bei Aspergern ist es wichtig, daß sie merken es gibt nirgends irgendwelche Geheimnisse.

Wie gesagt, wir sind selber Eltern eines Aspergers, ich kenne das zu genüge. Was mein Sohn überall herumerzählt ist der Wahnsinn.
Wie oft ich schon mit ihm geredet habe, daß wenn er solche Sachen erzählt die gar nicht stimmt, was dann alles passieren kann. Das interessiert ihn gar nicht, nein falsch, er VERSTEHT das nicht. In seiner Welt ist das nunmal so und in diesen Momenten erleben die das auch als real.
Diese Lügerei, welche im Grunde keine ist, ist noch das kleinere Übel, sofern das Umfeld bescheid weiß und euch eine Rückmeldung gibt. Aber Du mußt jedes Mal darüber sprechen.

Ich empfehle Dir dringend, Dir eine Überweisung ins Autismuszentrum zur genaueren Diagnostik, geben zu lassen.
Mein Sohn wurde entgültig in der Kinder und Jugendpsychiatrie stationär diagnostiziert. Glaub mir, das willst Du deinem Kind ersparen.

Ps. Meld Dich mal bei Reha-Kids an, da kann man Dir besser mit den Hintergrunddingen helfen. Z.B. Schwerbehindertenausweis, Pflegegeld ect.

LG

Kerstin

Beitrag von scrollan01 24.03.11 - 11:18 Uhr

Meine Tochter scheint auch eine Aspine zu sin - aber sie hat keine Diagnose bekommen - sie weist aber 99% der Merkmale auf!

Es gab eine Zeit, da hat sie immr laut um HILFE geschrien wnn ich geschimpft habe - und das bei offenen Fenstern!

Es hat ewig langes Reden und Erklären gebraucht und Info an die Nachban ... es war mir sooooo peinlich!

Beitrag von ungeheuerlich 24.03.11 - 11:41 Uhr

Haha,...die Zeit haben wir immer noch.

Richtig gruselig wurde es dann, als mein Sohn im tiefsten Winter ohne Strümpfe raus gerannt ist und geschrien hat: Hilfe, hilfe, die wollen mich totschlagen,...warum hilft mir denn keiner!!!
#hicks
Wobei, das macht mein Sohn eigentlich immer noch. Das sind dann Situationen wo er mal Ärger (nicht die Todesstrafe ;-)) bekommt.
Ich glaube für Außenstehende schwer vorzustellen.

LG

Kerstin

Beitrag von simone_2403 23.03.11 - 22:12 Uhr

Hallo

Haua....du hast im Nebenstrang geschrieben das Verdacht auf Asperger besteht.

Wie ist es denn wenn er andere Konsequenz zu spüren bekommt?

Bei Asperger ist ihr mangelndes Einfühlungsvermögen und ihr Unverständnis für zwischenmenschliche Interaktionen und Situationen ja ausschlaggebend,folglich würde er nicht so recht veestehen welche Konsequenz es nach sich ziehen könnte wenn er weiter solche Geschichten erzählt.Hast du mit ihm mal darüber gesprochen und wenn ja,hat er da reagiert?

lg

Beitrag von jazzbassist 23.03.11 - 23:28 Uhr

Ich würde mir einfach eine ruhige Situation suchen (bei meinem Kurzen war das immer dann, wenn er ins Bett gegangen ist) und meinen Sohn dann einfach mal fragen, warum er das erzählt hat. Ein Gespräch hätte sich dann schon ganz alleine entwickelt; bei uns war die Grundprämisse da eigentlich nur, ruhig zu bleiben und ihm ein Gefühl von Sicherheit zu geben, und, dass er sich einfach wohlbehütet fühlt. Da kommen oftmals total erstaunliche Sachen bei raus.

Warum Kinder das erzählen, wird Ihnen ihr Sohn wohlmöglich besser erklären können. So wie ich ihren Beitrag deute, ist das zeitlich aufeinanderfolgend passiert. Also, er wird für zwei Tage von der Schule verweist, und, in diesem Zuge erzählt er dann, dass er zu Hause misshandelt wird? Dann wäre meine banalste Erklärung, dass die kindliche Logik hier sein könnte: »Vielleicht darf ich dann ja doch zu Schule gehen, wenn ich meine Lehrerin erzähle, dass ich nicht zu Hause bleiben kann, weil meine Eltern böse sind.« Kinder haben da manchmal durchaus interessante Gedankengänge. Ansonsten gibt es sicherlich noch diverseste Standarddinge, wie, z.B. schlechtweg, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Oder auch eine Kette iSv. es gibt in der Schule immer ärger => die Lehrerin schimpft deswegen oft => erzähle ich, dass mir zu Hause weg getan wird, wird die Lehrerin vielleicht weniger mit mir schimpfen.

Wie Kinder darauf kommen … auch hier kann es unterschiedliche Gründe geben. Kinder in dem Alter können durchaus bereits eine Menge durch Medien aufschnappen. Sei es die hetzerische Überschrift der Tageszeitung, oder das Nachrichtenprogramm, dass der Papa Abends immer guckt. Kinder bekommen auch viel durch Gespräche, die Erwachsene untereinander führen, mit. Vielleicht zu Hause, oder beim besten Freund, vielleicht bei Omi/Opi. Vielleicht hat er das auch einfach von einem anderen Kind gehört und fand das interessant. Vielleicht kam das Thema mal in irgendeiner Talkshow vor, die am Mittag zufällig lief, als er zu seinem Kinderprogramm zappen wollte. Vielleicht war es ein Selbstbehauptungskurs in der Schule oder im Sportverein. Das sich ein Viertklässler das aber alleine zusammenreimt, kann ich mir nicht vorstellen, da das eine Kette von Konsequenzen ist, die einem Vierklässler nicht klar sein sollte. Aber auch das wird Ihnen Ihr Sohn sagen können.

Beitrag von erstes-huhn 24.03.11 - 08:47 Uhr

Was sagt denn dein Sohn, warum er soetwas erzählt?

Vielleicht ist es doch Zeit für professionelle Hilfe?

Beitrag von alpenbaby711 24.03.11 - 10:03 Uhr

Sollte er nicht austistisch sein oder ADHS haben würde ich das Bürschchen mal fragen ob er gerne misshandelt werden will!!! Sicherlich nicht also wenn er sowas weiter erzählt werden ab sofort jegliche Vergünstigungen gestrichen und es gibt mal heftige KOnsequenzen für das Kind. Knall dem Kerlchen mal eine vor den Latz das er merkt sowas ist wirklich böse!
Ela

Beitrag von ungeheuerlich 24.03.11 - 10:22 Uhr

Lies doch mal ihre Antwort. Es besteht der Verdacht auf Asperger, sie ist doch in Behandlung.

LG

Kerstin

Beitrag von alpenbaby711 24.03.11 - 10:38 Uhr

Gut das hatte ich wohl überlesen dann steht die LAge selbstverständlich ganz anders. Ich selbst hab auch einen Autistischen Sohn daheim. Frühkindlicher Autismus.
Ela

Beitrag von ungeheuerlich 24.03.11 - 11:21 Uhr

Dann können wir beide ein Lied singen :-).
Kommt es Dir auch so vor, daß solche Kinder derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen? Julians Autismustherapeut sagt das nämlich auch, daß es richtig auffällt und die Zahl ständig steigt.
Wenn damit doch auch nur die Akzeptanz diesen Kindern gegenüber mitsteigen würde .....
Meiner geht jetzt in die 5. Klasse, das ist so schlimm dort :-(. Kämpfen gerade daß er einen Schulbegleiter bekommt.
LG
Kerstin

Beitrag von alpenbaby711 24.03.11 - 20:44 Uhr

Oh ja das Lied zu singen würde dann lang werden, grins. Hm ich kann nicht sagen das die Kinder mit Autismus jetzt aus dem Boden schießen, aber bei ner Freundin ihrem Sohn wurde es jetzt nach vielen Jahren festgestellt während er bisher von Fachpersonal immer in eine andere Schiene gesteckt worden ist. Da hatte ich durch Zufall meine Finger drinnen.
Ja die Akzeptanz wird wohl kaum steigen. Denn die Autisten sehen nicht behindert aus. So jetzt haste einen mit einer Frechen Gosche und dann heißt es gleich nciht erzogen oder sonst was. Gut würde ich vielleicht auch denken aber was dahinter steckt wird ein Fremder selten die Eltern fragen. Somit issees halt schwer das "normale" Kind zu sehen aber die Tatsache zu akzeptieren das das Kind eben doch behindert ist. Wir kämpfen gerade um eine normale Grundschule. Schulbegleiter dürfte wohl bei uns unkompliziert werden.
Ela
PS: Gibts bei euch einen MSD AUtismus? Und einen guten Kinderpsychiater?

Beitrag von marion2 24.03.11 - 13:24 Uhr

Hallo,

unabhängig davon, welche Probleme dein Kind sonst noch so hat:

Ich würde fragen, WARUM er das erzählt und OB er sich was dabei gedacht hat.

Natürlich sollst du dein Kind darauf ansprechen.

Vergiss nicht, ihn zu fragen, ob ihm SOWAS schon passiert ist.

Gruß Marion