mein mann möchte nicht darüber sprechen

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von loli24 24.03.11 - 02:19 Uhr

hi ihr lieben #winke

ich hatte letztes jahr im mai einen abort, es war sehr schwer für mich

bei meinem mann denke ich aber nciht so er möchte gar nciht so darüber sprechen

er sagt denk nciht so viell dran das ist jetzt vergangen und wenn du dich jetzt so verückt machst wird es ja dan auch nicht mehr klappen.

das regt mcih auch auf den ich leide noch und möchte drüber sprechen er tut so alls währe alles perfeckt#schmoll


wie sind eure männer drauf, oder was sagen eure männer#kratz

Beitrag von lapine 24.03.11 - 08:15 Uhr

Hallo,
ich kann gut verstehen, dass Du über deine FG sprechen möchtest und ich denke, es ist auch wichtig, darüber zu reden. Mein Mann hatte nach unserer ersten FG auch zunächst Probleme zu verstehen, wie schlimm das alles für mich war und v.a. war es für ihn kaum zu ertragen, mich so traurig und unglücklich zu erleben. Er fühlte sich einfach auch hilflos, weil er das Gefühl hatte, mir nicht helfen zu können. Irgendwann wurde das besser, wir reden viel über all die traurigen Erfahrungen (hatte mittlerweile schon die zweite FG, seit drei Jahren KIWU und leider keine SS in Sicht) und können uns mittlerweile gegenseitig ganz gut aufbauen. Allerdings war ich auch eine ganze Weile bei einer Therapeutin, was mir sehr geholfen hat.
Wenn Dein Mann mit der ganzen Sache überfordert ist, kann Dir vielleicht auch eine gute Freundin helfen, mit der Du reden kannst. Ich wünsche Dir, dass Du mit der Sache nicht allein bleiben musst.
LG!

Beitrag von kimiseidel 24.03.11 - 09:19 Uhr

Hallo,

ich hatte gestern eine AS nach MA und ich habe meinem Mann letzte Woche, als sich das Drama abzeichnete Kühlheit und Ignoranz vorgeworfen. Habe ich dann daraufhin angesprochen und er erklärte mir, dass er mit der Situation nicht umgehen könne, weil er zu dem Baby keinen Bezug hatte. Wir haben dann ganz in Ruhe darüber gesprochen, ich habe ihm erzählt, wie ich fühle und das man als Frau von der Befruchtung der Eizelle an an dem kleinen Wesen ungesehen hängt und es nicht mehr hergeben möchte und dass es mir weh tut, das wir das Baby verloren haben. Er hat das dann auch besser nachvollziehen können und ich kann nun verstehen, dass Männer damit nicht so gut umgehen können. Männer denken rationell und haben im Grunde nur die Information " Frau schwanger" aha..." Baby kommt vermutlich am..." aha. Bei meiner Tochter hatte mein Mann erst eine ungefähre Vorstellung von dem Baby, nachdem er zum US mal mit war. Dort konnte er die Bewegungen sehen und sich ein Bild machen von unserem Werk. Also das beste ist immer offen über die Gefühle sprechen und vor allem versuche Deinen Mann zu verstehen, er meint es nicht böse. Sprich mit jemandem, der vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Ich kann in solchen Situationen immer sehr gut mit meiner Mutter reden, sie versteht mich immer sehr gut.
Alles Gute für Euch

Beitrag von singa07 24.03.11 - 09:13 Uhr

Liebe Loli...

#liebdrueck

Meine FG war ein Abortivei, also sprich: eine leere Fruchthöhle. Mein Mann war beim US dabei, auch beim zweiten eine Woche später als sich die Diagnose bestätigte.
Er hat mich von der AS abgeholt und mir drei Tage den Rücken komplett freigehalten.

Und dann... ging das normale Leben für ihn weiter. Dadurch, dass er keinen Herzschlag gesehen hatte, hat unser Kind für ihn noch gar nicht existiert. Ich musste ihm in vielen, langen Gesprächen klar machen, dass es für mich eben doch da war und wie sehr ich es vermisse... da hat er so langsam angefangen zu verstehen.

Wie viele Frauen, die diese grauenhafte Erfahrung nie gemacht haben und hoffentlich auch nie machen müssen, fehlt es den Männern auch an Empathie - sie können oft bei frühen FG nicht nachvollziehen, was da passiert.

Rede mit ihm. Immer wieder. Sag ihm, dass du das musst. Dass du sonst daran kaputt gehst. Und wenn er es nicht kann oder will - dann such dir jemanden, der dir zuhört (Mama, Freundin, Therapeut) - immer und immer wieder.

GLG
Singa

Beitrag von boujis 24.03.11 - 10:04 Uhr

Hallo,
mein Mann will auch nicht darüber sprechen, zumindest nicht mehr.
er ist auch der Meinung ich soll nicht soviel Ursachenforschung im Inet betreiben, dass würde mich nur verrückt machen.
Ganz unrecht hat er damit nicht, denn die Trauer verarbeite ich damit nicht.
Wir gehen häufig zusammen auf den Friedhof, dort bringt er sich auch mit ein und bald wird es ja die 3. Beisetzung geben, dort wird er aber nicht mitkommen und ich respektiere das.
Abschied nimmt jeder anders und gerade am Anfang einer Schwangerschaft ist es für Männer unwirklich, weil sie keine Beziehung zum neuen Leben aufbauen konnten.Sie spüren nach der FG diese Leere nicht. Sie haben auch nicht mit Hormonen zu kämpfen, die eine Schwangerschaft schon am Anfang für uns Frauen wirklich macht.
Ich schreibe meine Gefühle auf, dass hilft mir, denn ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen.


LG

Beitrag von dia111 24.03.11 - 10:21 Uhr

mir geht es genauso.
Gut nach meinen zwei Frühaporten dachte ich es wäre normal, da er ja noch keine Bindung aufbauen konnte.
Aber auch jetzt nach meiner Stillen Geburt, will er nicht darüber sprechen, das tut weh. Klar, trauern Männer einfach anders als wir, aber trotzdem.

Ich habe mir jetzt Hilfe gesucht, und gehe zur Therapie.
Habe aber zum Glück auch ganz tolle Freunde, mit denen ich über Mia sprechen kann und auch über meine zwei frühen FG.

Hoffe du hast wenigstens jemandem mit dem du reden kannst, sonst frist es dich auf.

LG
Diana

Beitrag von geotina 24.03.11 - 21:22 Uhr

Mein Schatzi der war total süß und hat mir beigestanden in jeder Sekunde, seit dem ich wußte, dass nicht alles gerade läuft mit der SS... auch noch direkt nach der AS. Aber er hat nie richtig darüber geredet, wie er sich fühlt, er hat das für sich selbst ausgemacht.

Er hat auch recht schnell nach der AS gesagt, ich solle wieder nach vorne schauen, soll mich nicht verrückt machen, es wird schon wieder klappen und ich soll mich jetzt auch wieder zusammenreissen, er wurde auch einmal ein bisschen sauer, als ich ein Neugeborenes gesehen habe und mir nachher wieder die Tränen kamen, das hat mich noch trauriger gemacht und ich habe mich unverstanden gefühlt, dabei war die AS erst 2 Tage her. Ich denke er konnte mich nicht länger weinen sehen und war mit der Situation überfordert.

Ich habe mich recht schnell, 3 Tage nach FG wieder zusammen gerissen, ihm und meinem Sohn zuliebe, ich hätte mir mehr Zeit lassen sollen. :-( Jetzt kommt es gerade wieder hoch.

Beitrag von birgitsp 24.03.11 - 22:27 Uhr

so geht´s mir im Grunde auch... hab mich in Deinem Text grad wieder erkannt, wobei bei uns der Kontakt mit dem Baby, wo ich hinterher im Auto völlig heulend zusammen gebrochen bin, drei Wochen nach der Fehlgeburt war, aber dennoch, er wurde auch richtig sauer, ich hab mich ebenso so hilflos und alleine gefühlt, aber es ist klar, dass er nur völlig überfordert war... da wir ne Wochenend-Beziehung haben, hab ich dann versucht, mich am WE immer etwas zusammen zu reißen, aber unter der Woche geht es mir dadurch halt umso schlechter... auch heute noch...

Und ich finde die Gratwanderung zwischen der Tatsache, dass es mir immer noch teilweise schlecht geht, ich aber durchaus bereit wäre, einen neuen Versuch zu starten, ganz schwierig zu kommunizieren... wie habt Ihr das hinbekommen????

Ganz liebe Grüße an alle
#winke
Birgit

Beitrag von perlfisch 25.03.11 - 12:40 Uhr

Erstmal tut es mir leid das mit deinem sternchen #kerze.

bei mir war es so das ich auch unbedingt darüber reden wollte nur mit wehm war die frage.
Denn ich weiß aus eigener erfahrung das männer in solchen schecklichen Situationen komplett überfordert sind und am besten die ganze sache so schnell wie möglich vergessen wollen.
Eine FG ist solch ein schreckliches Erlebnis für beider seiten.
Männer wollen ihre frauen am besten vor alles schreckliche und traurige schützten und bei einer FG können sie das nicht ,weil es nicht in ihre hand lieg. Die unendliche Traurigkeit und der schmerz den wir Frauen nach einer FG haben, wollen uns die Männer am liebsten nehmen, doch das können die meisten nicht.
Darum reden viele Männer nicht darüber weil sie denken ihre Frau und sich selbst so am besten zu schützen
Nur leider sind viele Frauen nicht so sie müssen darüber reden um die trauer besser zu verarbeiten.

Also nehmt es euren männern nicht böse wenn sie drüber nicht reden können sie leiden auch.

Ich wünsche euch alles liebeperlfisch mit #sternchen