Neues zum 'Sorgerecht' vom Familiengerichtstag

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Ob ihr gerade Vätermonate nehmen, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von krypa 24.03.11 - 06:18 Uhr

Hallo,

ein Lichtblick vom dt. Familiengerichtstag. Es gibt da eine Stellungnahme für ein Sorgerecht ab Anerkennung und die anderen Modelle werden als wenig praktikabel eingestuft:

http://www.dfgt.de/resources/Sorgerecht_Stellungnahme_2_2011_2_.pdf

Das Sorgerecht des Vaters entsteht also mit einseitiger Abgabe der Sorgeerklärung (natürlich nicht vor einer Anerkennung, is klar...) durch den Vater. Die Mutter kann es danach nur durch einen Antrag (entsprechend § 1671) wieder entziehen lassen.

Das wäre ein Anfang.

MfG krypa

Beitrag von karna.dalilah 24.03.11 - 07:34 Uhr

moin krypa

mich interessiert, der Geltungsrahmen (Kinder die schon geboren sind oder Kinder die ab in Kraft setzen geboren werden)
ansonsten bin ich mal gespannt ob und wann dies in Kraft tritt und welche Ausmaße dies auf alle Beteiligten haben wird.
Es öffnet Vätern die Tür zu einem natürlichen Recht an dem Leben ihrer Kinder teilzuhaben und natürlich zu ihrer Pflicht daran teilzunehmen.
Es öffnet aber auch die Tür zu Schlammschlachten zuzüglich zu den üblichen.

Ich denke manche Dinge kann man nicht mit Gesetzen und ähnlichen regeln.
Es wird nur funktionieren wenn man auf menschlicher und elterlicher Ebene miteinander umgehene will.

Karna

Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 08:23 Uhr

Bei uns in den Jugendämter wird darüber schon lange gesprochen und es soll wohl nicht rückwirkend für die schon gebornen Kinder gemacht werden.Da es wohl viele Väter gibt die seit Jahren schon keinen Kontakt mehr zum Kind haben und daran sind nicht die Mütter schuld.Es soll wohl auch bei den Müttern die getrennt sind vom Partner genau geschaut werden ob das so umsetzbar ist oder ob es erst mal nur bei zusammen Lebenden Pahren gemacht wird,die halt nicht verheiratet sind,aber zusammen leben.Das neue Gesetzt wird so ohne weiteres und auch nicht so schnell umgesetzt.
Da wird erst mal noch eine ganze Weile darüber verhandelt.Hinzu kommt das Kinderschutzbund und Frauenberatungen sich dagegen sehr stellen,weil viele Frauen dadurch noch mal ganz anders gefährdet wären durch so ein Gesetz,also denke ich persönlich das es dauert,bis das alles genau geprüft ist und wie es umgesetzt wird.
Nadine

Beitrag von karna.dalilah 24.03.11 - 08:41 Uhr

wie so viele Dinge in der Politik...
schade für einige Väter und Kinder...
allerdings für eine Minderheit der Mütter und Kinder ein Segen (ich betone hier das ich lediglich die Mütter und Kinder meine die durch körperliche und phsychische Gewalt durch den Vater leiden)
Ich denke auch dass es zu ebenso vielen Problemen kommen wird wie es die bei der jetzigen Gesetzeslage bereits gibt.
Ich denke das man mehr an der Kommunikationsgeboten zwischen Eltern arbeiten muss. (vor allem bezahlbar und qualitativ hochwertig)
Probleme löst man indem man sich gemeinsam damit auseinandersetzt und Lösungen findet, dazu bedarf es manchmal ein wenig Anleitung

Karna

Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 09:18 Uhr

Hallo,
geredet wird leider viel und getan wird eine lange Zeit erst mal gar nichts.
Das ist das Problem wo viele Väter und Kinder wirklich leiden und eigentlich muß sich in der Hinsicht schnell etwas ändern.Aber es ergibt sich ja schon alleine beim Umgangsrecht für die gewaltätigen Väter viele Möglichkeiten.Das Umgansrecht bietet gewalttätigen Vätern die legale Möglichkeit Frauen und Kinder weiter zu bedrohen,zu tyrannisieren und weiter psychische Gewalt auszuüben.Wie wird es erst Recht mit einem gemeinsamen Sorgerecht sein.
Ich denke aus diesen und mehr Gründen wird noch etwas länger über das neue Gesetz gesprochen und auch genau geprüft werden müssen.
Es gibt ganz viele liebe Väter keine Frage,aber es gibt auch die andere Seite,auch wenn denen unterstellt wird das man nur das Kind vor enthalten will.Bei mir selber ist es so das meine Jungs guten Kontakt zum Papa und seiner Familie haben.Ich habe ihm das Sorgerecht unterschrieben,weil er sich sehr bemüht.Er macht vieles anders,aber er macht es gut und wichtig ist einfach das die Jungs sich wohl fühlen.Es gab noch nie Streit zwichen uns wegen der Kinder.Er hat neu geheiratet und mit seiner Frau noch einmal 2 Kinder mit ihr bekommen,aber auch das wurde nie zum Problem.Auch für die Jungs nicht da wir uns als Eltern gut verstehen und zusammen arbeiten.Bei meiner kleinen würde ich einen Teufel tuen und mir das Sorgerecht mit ihrem Vater zu teilen.Es ist viel vor gefallen und ich warte da auch nicht ab,das was passiert.Er hat eine Verfügung und darf das Kind alleine gar nicht sehen.Einen Betreuten Umgang nimmt er nicht war.Will er erst wenn er seinen Vaterschaftstest bei Gericht durch hat.Die Vaterschaft hat er aber anerkannt.Da geht es nur um Macht vor Gericht ziehen und vieles mehr.Da würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen das er kein Sorgerecht erhält.
Es gibt leider diese zwei Seiten und das wird für die Gerichte schwierig werden alles zu prüfen.Es wird dann so glaube ich auch,sehr viel geklagt werden.
Aber laut unserem Jugendamt ist es wohl so das es die Kinder betrifft,die ab des neuen Gesetzes geboren werden und auch das wird sich wohl noch lange hin ziehen.

Nadine

Beitrag von parzifal 24.03.11 - 17:51 Uhr

"Das Umgangsrecht bietet gewalttätigen Vätern die legale Möglichkeit Frauen und Kinder weiter zu bedrohen,zu tyrannisieren und weiter psychische Gewalt auszuüben.Wie wird es erst Recht mit einem gemeinsamen Sorgerecht sein. "

Mütter mißhandeln ihre Kinder MIND. genausoft wie Väter. Und das regelmäßig mit Sorgerecht.

Also stimmt dann auch der Satz:

"Das Sorgerecht bietet gewalttätigen Müttern die legale Möglichkeit Kinder weiter zu bedrohen,zu tyrannisieren und weiter psychische Gewalt auszuüben. "

Beide Aussagen helfen doch überhaupt nicht weiter.

Was soll die Folge sein?

Das keine Mutter und Vater mehr Sorgerecht erhält?

Das ist doch alles reine Polemik ohne irgendeinen praktischen Wert.


Das hat für sich soviel Logik als wenn jemand sagt: " ich stecke 100 Leute ins Gefängnis ausreichend ist die Gewissheit, dass der eine Straftäter dabei ist."

Und bei Nachfragen, ob das denn nicht ungerecht ist verteidigt diese Person dann die Maßnahme mit dem Schutz der Gesellschaft und was der Täter alles hätte noch anrichten können wenn er noch in Freiheit wäre.

parzifal

Beitrag von krypa 24.03.11 - 09:26 Uhr

Hallo nadineriemer,

Du schriebst:

***''...keinen Kontakt mehr zum Kind haben und daran sind nicht die Mütter schuld''***

Wie kommst Du auf diese Behauptung? Mein Eindruck ist ein ganz anderer.
Allein schon die Möglichkeiten der meist weiblichen Betreuungseltern, Umgang offen oder verhohlen zu erschweren, bewußt oder unbewußt zu vermiesen und negativ fürs Kind zu besetzen sind Legion.

Allein schon von daher denke ich, dass die Dunkelziffer mütterlich verdorbener Umgänge sehr groß ist, weil menschliche Verhältnisse sich in der Regel gemäß den besteheden Machtverhältnissen entwickeln.

Durch was ''viele Frauen dadurch noch mal ganz anders gefährdet wären durch so ein Gesetz'' ? Ich dachte, elterliche Sorge sei kindbezogen und nicht frauenbezogen.

MfG krypa

Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 09:38 Uhr

Das stimmt schon das es auf das Kind bezogen ist,aber ein Vater der Gewaltätig ist,bekommt bei unserem Gericht kein Sorgerecht.Es gibt dazu auch Gesetzestexte,das man der Frau nicht zumuten kann,mit dem Vater das Sorgerecht zu teilen,wenn er sich der Kindsmutter nicht vernünftig und ohne Gewalt ihr gegen über verhalten kann.Ein Mann der seine Frau schlägt bedroht u.s.w gefährdet damit auch sein Kind.Die Mutter ist hoch belastet durch diese Situation und auch das bekommt das Kind mit.Ein Vater der die Kindesmutter schlägt und bedroht,hat jedes Recht verwirkt.Es gibt Frauen die Umgang verweigern,aber es gibt auch Männer die sich nicht kümmern.Das ist auch oft der Fall und auch nicht von der Hand zu weisen.

Nadine

Beitrag von krypa 24.03.11 - 13:19 Uhr

Hallo nadineriemer,

es gibt gewiß viele Umstände, die gegen eine gemeinsame elterliche Sorge auch von Vätern sprechen. Das werden sicher Sonderfälle sein, die gesondert behandelt werden.

Diese Sonderfälle gibt es auch für die mütterliche Seite, vor allem für Mütter, die ihre Kinder schlagen und sonstwie misshandeln. Ich denke, dass hier ein großer Nachholbedarf hinsichtlich stringenter Sorgeentscheidungen besteht.

Von daher ist Deine Hervorhebung überflüssig und widersinnig.

''Hohe Belastungen'' existieren auch für Väter, deren Kinder durch defizitätre
Mütter gefährdet sind.


MfG krypa

Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 13:35 Uhr

Was Mütter betrifft die ihre kinder schlagen da kann ich dir nur zu stimmen.Kinder dürfen niemals geschlagen werden,auch nicht von ihren Müttern.Solchen Müttern gehört das Sorgerecht entzogen,weil es einfach nicht passieren darf.
Klar gibt es ganz tolle Väter,kenne ich selber auch,aber es kann auch nicht immer nur auf die bösen Mamas geschimpft werden,da es auch nicht nur die bösen Mamas gibt.

Nadine

Beitrag von krypa 24.03.11 - 13:59 Uhr

Hallo nadineriemer,

die Pandora-Büchse der mißhandelnden Väter hast Du doch aufgemacht!
Dann mußt Du Dich nicht wundern wenn die üblen Dinge von Müttern auch zutage treten.

MfG krypa

Beitrag von comapo 27.03.11 - 11:03 Uhr

Gewalt ist die Ausnahme und nicht die Regel. Und nur weil es gewalttätige Väter (und Mütter) gibt, muss nicht jeder Vater erst mal beweisen, dass es keinen Grund gibt, ihm das Sorgerecht vorzuenthalten.

Auch Mütter müssen nicht beweisen, dass sie in der Lage sind, das Sorgerecht ordnungsgemäß auszuführen. Warum sollen das also Väter tun?

Unsere Gesetzeslage ist defizitär und peinlich.

Und das sage ich als Mutter.

Beitrag von parzifal 24.03.11 - 14:58 Uhr

"weil viele Frauen dadurch noch mal ganz anders gefährdet wären durch so ein Gesetz"

Das gemeinsame Sorgerecht (was man ja bei versagenden Elternteilen gerichtlich entziehen kann) gefährdet VIELE Frauen?

Könntest Du erläutern wie das funktioniert?

parzifal


Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 15:37 Uhr

Erst mal habe ich ja nie gesagt das Frauen nicht schlagen können,aber was hier oft passiert ist,das dann Frauen über einen Kamm geschoben werden und die Frauen die wirklich Angst um ihre Kinder haben,nicht ernst genommen werden oder hier in Frage gestellt werden.Es gibt auf beiden Seiten Schwarze Schafe oder nicht?
Klar haben Frauen kein Recht der Welt zu schlagen oder den Umgang ohne wirkliche Gründe zu verweigern.Das finde ich persönlich auch nicht gut und für Väter die sich wirklich liebevoll um ihre Kinder kümmern,finde ich das neue Gesetz gut und richtig.Aber es gibt auch die andere Seite.
Warum Frauen gefährdet werden durch das gemeinsame Sorgerecht möchte ich hier gar nicht genau alles auf zählen,aber man kann es sich ja denken.Es ist zum Glück so das Frauen bei Häuslicher Gewalt sich das Sorgerecht nicht teilen müssen.Fakt ist,es gibt einen auffälligen Widerspruch zwischen den Bemühungen der Bundesregierung auf der einen Seite,Gewalt gegen Frauen einzudämmen sowie Gewalt in der Erziehung zu sanktionieren und auf der anderen Seite dem Sorge und Umgangsrecht den in letzterem hat Gewaltausübung gegen das Kind eher selten Schutzmaßnahmen zur Folge,Näherungsverbote gegen Schläger infolge des Gewaltschutzgesetzes werden sogar regelrecht ausgehebelt.
Eine gemeinsames Sorgerecht bei solchen Vorgeschichten ist keine Entlastung,sondern eine schwere Belastung die weiter Schädigungen mit sich bringt.Das neue Gesetz würde solche Väter die Gewalt aus üben vor dem Gesetz auch noch geschützt.Deswegen muß da genau abgewogen werden.Frauen und Kinder bleiben häufig weiterhin negativen Einflüssen durch Ex-Ehemänner ausgesetzt,dies geschieht unter Berufung auf Rechte dieser Männer im neuen Kindschafftsrecht.Gewalt gegen die Mütter ist eine Form der Gewalt gegen das Kind.Ich könnte will aber gar nicht mehr dazu schreiben.
Ja und es gibt ganz tolle Papas,dafür sollte das Gesetz in Kraft treten,aber die andere seite darf nicht außen vor gelassen werde.

Nadine

Beitrag von parzifal 24.03.11 - 17:37 Uhr

Das Frauen ihre Kinder mind. genauso oft mißhandeln wie Väter ist mir klar habe ich bei meiner Frage aber gar nicht problematisiert.

Meine Frage war warum ein gemeinsames Sogerecht VIELE Frauen gefährdet.

"Warum Frauen gefährdet werden durch das gemeinsame Sorgerecht möchte ich hier gar nicht genau alles auf zählen,aber man kann es sich ja denken."

Ich nicht, deshalb frage ich ja.

Ich hätte noch verstanden, dass man der Meinung ist, dass dies dem Kind schadet (obwohl mir nicht klar ist warum ein Elternteil mit Umgangsrecht dem Kind kein Leid zufügt sobald er aber das Sorgerecht hat damit anfangen sollte).
Weshalb aber das gemeinsame Sorgerecht die Frau gefährdet ist mir nicht klar?

Das das gemeinsame Sorgerecht bei kranken Eltern im Einzellfall kontraproduktiv ist, ist klar.
Deshalb kann man es ja entziehen lassen. Dies hat doch aber nichts mit dem Geschlecht des Elternteils zu tun.

Die Ausführungen sind mir viel zu wischiwaschi. Ich entnehme nur: "Weil es Sorgerechtsunfähige gibt, sollte man das Sorgerecht nicht automatisch gewähren".

Das würde ich sogar mittragen. Dann führt man halt eine Überprüfung auf Sorgerechtsfähigkeit ein (auch wenn dies in der Praxis kaum möglich wäre).

Dann müssen doch aber beide Elternteile geprüft werden!

Wer besteht verhält das Sorgerecht.

Mit welchem Rechtsverständnis wird aber einer Frau unterstellt, dass sie die Fähigkeit zum Sorgerecht hat und diese soll es deshalb automatisch bekommen und beim Mann wird das bezweifelt und er soll ein Prüfungsverfahren durchlaufen?

Kein Mensch der ein Funke Gerechtigkeitsgefühl hat und für Gleichberechtigung eintritt kann sich dem doch verschließen.

parzifal







Ich verstehe nicht, warum man schlechten Eltern nicht das Sorgerecht entziehenbsoll, sondern statt dessen vielen erst gar nicht das Sorgerecht erteilen soll.

Beitrag von nadineriemer 24.03.11 - 19:01 Uhr

Du hast ja Recht mit dem was du sagst.Und bei mir ist es so das ich selber eine Familienhilfe beantragt hatte,damit geprüft werden kann.Und sie sagte dann dem Jugendamt das sie hier nicht helfen kann,da es nichts gibt.Kinder sind gut versorgt und sonstiges.Bericht liegt beim Gericht vor.Habe ich selber veranlasst und die Ungerechtigkeit kann ich gut nach voll ziehen.Es sollte für beide Seiten gelten.

Aber bei mir i9stv es der Fall wirklich so.


Nadine

Beitrag von parzifal 24.03.11 - 20:37 Uhr

"Aber bei mir ist der Fall wirklich so."

Warum sollte ich das bezweifeln?

Man muss sich aber im Klaren sein, dass je Betroffener man ist, umso einseitiger wird das Blickfeld.

Ein Richter der sein Kind durch einen betrunkenen Autofahrer verloren hat kann kaum ein neutrales Urteil fällen, wenn er einen vergleichbaren Fall auf dem Tisch hat.

Wenn ein Vater erlebt hätte, wie die Mutter des gemeinsamen Kindes (mit alleinigem Sorgerecht da unverheiratet) es geschafft hat ihn mit perfiden Mitteln seinem Kind zu entfremden, wäre dessen Schluss und Empfehlung das Sorgerecht besser immer nur dem Vater zuzusprechen verständlich. Richtig wird er aber nicht.

Man sollte immer das Gesamtbild im Auge behalten.

Und vor allem, ob das von einem selbst gewünschte Ergebnis wirklich objektiv gerecht ist oder einen nicht selbst einseitig bevorzugt.

parzifal

Beitrag von zenturio 24.03.11 - 20:43 Uhr

Teilweise wurde hier in der Diskussion Sorge- und Umgangsrecht etwas durcheinander geworfen. Rechtlich ist das ja zu trennen, während in der Praxis das Sorgerecht im Hinblick auf die Erziehung vom Umgang nicht getrennt werden kann.

Leider ist die rechtliche Situation von Vätern im Bezug auf den Umgang mit ihren Kindern noch erheblich schlechter als beim Sorgerecht und dabei macht es keinen Unterschied, ob man als ehelicher Vater das Sorgerecht hat, oder ob man mit der Mutter nicht verheiratet war und kein Sorgerecht hat.

Eine Mutter kann dem Vater vom Umgang mit dem Kind ausschließen, wenn sie es "richtig" anstellt. Entsprechende Beratung wie dies funktioniert gibt es im Netz und bei kompetenten Familienanwältinnen. Der Umgang zwischen Vater und Kind wird NICHT gegen den Willen der Mutter durchgesetzt. Damit verkommt auch das Sorgerecht zu einer rein theoretischen Angelegenheit und wird damit ungefähr so sinnvoll, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung in einem menschenleeren Raum.

Beitrag von henkelbecher 24.03.11 - 20:53 Uhr

Wird er nicht??
Das wäre MIR jetzt aber neu....

Beitrag von zenturio 24.03.11 - 23:54 Uhr

Daher: "...wenn sie es "richtig" anstellt."

Aber, mit Verlaub, werde ich hier nicht schreiben wie es geht.

Beitrag von parzifal 25.03.11 - 14:41 Uhr

"so sinnvoll, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung in einem menschenleeren Raum"

Dieses Gleichnis muss ich mir merken.

Beitrag von falkster 26.03.11 - 10:11 Uhr

volle Zustimmung.

Leider glauben auch noch viele an den Weihnachtsmann...

Beitrag von kati543 27.03.11 - 15:13 Uhr

"Da es wohl viele Väter gibt die seit Jahren schon keinen Kontakt mehr zum Kind haben und daran sind nicht die Mütter schuld."
Sicher gibt es viele Väter, die keinen Kontakt zu ihren Kindern wünschen, aber ohne aussagekräftige Statistiken einfach mal zu behaupten, das trifft auf die meisten oder gar alle Väter zu, halte ich für übertrieben. Zumal bereits in der Begründung des Bundesgerichtshofs bereits stand, dass es eher die Frauen sind, die ihre Machtposition ausnutzen.
Was in den Jugendämtern diskutiert wird oder nicht, ist völlig irrelevant. Das Jugendamt hat NULL Entscheidungsgewalt. Der Kinderschutzbund hat übrigens auch keine Entscheidungsgewalt. Es gibt sicherlich Kinder, bei denen die Eltern nicht mehr miteinander klar kommen aber warum solll das IMMER und AUSSCHLIEßLICH zu Lasten der Vater-Kind-Beziehung gehen? Wieso hat die Mutter in Deutschland höhere Rechte auf ihr Kind als der Vater?
Auf welche Art und Weise soll denn die Frau oder das kind gefährdet sein, wenn der Vater plötzlich das Recht hat, mitzuentscheiden, auf welche Schule das Kind gehen soll? Das einzigste Recht, wo der Vater wirklich dem Kind körperlich Schaden zufügen kann, hat er bereits - das ist das Umgangsrecht.

Beitrag von nadineriemer 27.03.11 - 17:43 Uhr

aber nur sehr eingeschränkt!Ein Vater der Gewalt aus übt,trägt nicht zum Kindeswohl bei und zum Glück sehen das auch die Stellen die mit Einwirken können.Eine Entscheidungsgewalt hat das Jugendamt nicht,aber sie können Empfehlungen abgeben,genauso wie der Kinderschutzbund und Frauenberatung u..s.w.Es gibt Frauen die es vielleicht ausnutzen,aber es gibt auch die andere Seite und die wird hier gleich runter gemacht.Der Vater meiner kleinen hat kein Sorgerecht bekommen,weil er Gewalttätig war und Umgansrecht nur eingeschränkt,aber das nimmt er nicht mal war.So weit her kann es also mit seiner Vaterliebe nicht sein!Er kann sein Kind unter Aufsicht sehen,aber das will er nicht mehr.Es wird hier oft auf Frauen rum gehackt die Angst um ihre Kinder haben,das ist einfach so und ich gebe schon lange nichts mehr darauf was hier gesagt wird.

Nadine

Beitrag von krypa 27.03.11 - 18:24 Uhr

Hallo nadineriemer,

Gewalt gegen Kinder geht auch von Müttern aus, Kindstötungen überwiegend von ihnen.

Ich habe Dir schon weiter oben widersprochen, jetzt kommst Du schon wieder damit.

Gewalttätige Mütter üben ihre Gewalt sogar mit elterlicher Sorge aus.


Meinem Eindruck nach sind Jugendämter eher Mütter- als Kinderämter. Zudem sind sie überlastet und oft inkompetent.

Der Vater Deiner Kleinen ist hier nicht beispielhaft für Väter. Ich kenne
mindestens 2 Mütter, die ihre Kinder ständig (2x die Woche) schlagen und geschlagen haben, ''Hilfe vom Jungendamt'' bekommen und ungeniert Alleinsorgeinhaberinnen sind.

MfG krypa