Albträume und Einnässen...Klauen...Lang.

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von michi0512 24.03.11 - 08:33 Uhr

Guten Morgen,

mein "Problem" gehört wohl nicht ganz hier her, aber ich hab das Gefühl dass es hier weitaus kompetentere Antworten gibt als im Kindergarten-Forum.

Gestern holte ich meinen Sohn aus dem KiGa. Ich wurde darauf hingewiesen dass er anderen Kindern die Spielsachen "klaut" und einsteckt. Ich solle mit ihm nochmals reden - da er eh schon schlecht in der Gruppe aufgenommen wird.

Das taten wir und er war einsichtig. Ich fragte ihn was alles doof ist und er gab ne Menge Anwtorten - vbis wir eben aufs klauen kamen.

Er war einsichtig.


Dann waren wir bei Oma - und abends holte er ein Auto aus der Tasche: "Hat mir Oma geschenkt" - ich wusste sofort dass er lügt und er räumte ein dass er es geklaut hat. Er soll nun heute Nachmittag zu Oma gehen uns seinen Fehler gestehen und sich entschuldigen.



So - nun hatte mein Spatz gestern Abend schlimme Träume. Was genau weiß ich nicht da er nicht richtig wach war. Nur die Augen auf. Am Zittern und juchzeln... ich sprach ihn an aber er wurde nicht "klar". Also redete ich ihm zu dass Mama da ist und wir mit seinem Feuerschwert (sein magischer Freund ^^) alles böse wegkämpfen. Das funktionierte auch. Er schlief dann bis heut morgen ruhig durch.

als er aufstand kam er sofort: "Mama es tut mir leid ich hab ins Bett gepullert". Kein Ding - ausziehen, Waschen und gut. Er weiß dass es dafür keinen Ärger gibt.



Jetzt frage ich mich: Habe ich ihm vlt. Angst gemacht weil er heut zu Oma muss? Und Warum klaut er denn? Er weiß dass man sowas nicht macht....

Und warum lies er sich nicht wecken? Er wird in 3 Wochen 5 Jahre alt - kann das noch der Nachtschreck sein?

Wie gehts mit ihm weiter wenn wir dieses Problem nun längerfristig haben werden? WANN ists Zeit Hilfe zu holen?


Mein SOhn hat wirklich sehr wenig Selbstvertrauen, ist motorisch hinterher (Was wir dank Physio und Judo aber suuuuper schnell aufholen!). Er kann seit 3 Tagen einen Purzelbaum und auf 1 Bein hüpfen - das ging vorher überhaupt nicht!

Ist er mit der rasanten körperlichen Weiterentwicklung überfordert? Ich merke aber wie es sein Ich absolut stärkt und er wirklich Vertrauen zu sich fasst....



Vielleicht habt Ihr irgendwelche Denkanstöße für mich... Ich mache mir vlt. zu viele Sorgen - aber er ist eben einfach sein Leben lang so gehandicapt gewesen - wurde oft ausgegrenzt weil er so ist wie er ist. (Klettern kontne er nicht also haben die anderen aufm Spielplatz ihn ausgelacht etc...)


GlG
Michi

Beitrag von marion2 24.03.11 - 10:44 Uhr

Hallo,

bestehe in Zukunft immer darauf, dass er die Sachen zurück gibt und sich entschuldigt.

Der Rest regelt sich.

Natürlich kann er mit seiner körperlichen Entwicklung grad total überfordert sein, wenn du das vermutest, ist es sehr wahrscheinlich auch so.

Also immer schön loben, wenn etwas gut klappt und ermutigen, wenn es noch nicht klappt und auf Erfolge verweisen so oft es geht.

Kann er inzwischen klettern? Wenn nicht, würde ich das üben, üben, üben,...

LG Marion

Beitrag von michi0512 24.03.11 - 13:19 Uhr

Hallo Marion,

"Klettern" auf dem Spielplatz geht gar nicht . bei der Physiotherapie klappt es wunderbar. Da sind dann auch genügend Kissen und Matten für den Fall eines Sturzes ;-)

Vorhin hat er Oma das Auto zurück gegeben und war anschließend sichtlich erleichtert und auch Stolz dass er das gemacht hat.

LG

Beitrag von marion2 24.03.11 - 13:33 Uhr

Hallo,

ja, das ist natürlich schwierig mit den Matten auf dem Spielplatz. Aber da ist doch meistens weicher Sand. Gaaaanz weicher Sand #schein

#pro - er hat Oma das Auto zurück gegeben. Das ist doch was! und nicht Mal leicht.

LG Marion

Beitrag von jazzbassist 24.03.11 - 11:15 Uhr

Sofern es Sie beruhigt - ich habe auch schon juristische Hausarbeiten gelesen, wo die Bearbeiter nicht so genau wussten, wer nun eigentlich Eigentümer einer Sache ist, und wer Besitzer. Da denke ich zwar eher, dass das irgendwas mit der Lernfaulheit einiger Studenten zu tun hat … aber …

… bei Ihrem Sohn ist das ziemlich ähnlich. Auch er muss erst lernen, was »meins« und was »deins« ist und welche Rechte und Pflichten dazu gehören. »Mein Spielzeug« bedeutet, dass niemand (nicht einmal der kleine Bruder) da dran gehen darf. »Mein Spielzeug« bedeutet auch, erlauben zu können, dass jemand damit spielen darf (selbst der kleine Bruder). »Sein Spielzeug« bedeutet, da nicht drangehen zu dürfen. Und »Sein Spielzeug« bedeutet aber auch, fragen zu dürfen, ob man da dran gehen darf. Auch gehört zu »Mein Spielzeug«, damit tun zu dürfen, was man möchte; und zu »Sein Spielzeug« gehört, wenn man damit spielt, auch nur das zu tun, was einem damit erlaubt wurde; also Rücksicht nehmen. Und, diese Grenzen würde ich versuchen, im Alltag zu wahren - so kann ein Kind sie am besten lernen. Gerade bei Geschwisterkinder sollte das ungemein leicht sein. Je schwammiger man diese Grenze hält, so schwerer wird das ganze für ein Kind. Kinder klauen also nicht, weil sie Angst haben, ansonsten dafür bestraft zu werden … sondern … einfach nur, weil man weiß, dass das andere Kind ganz traurig werden würde, wenn man einfach ungefragt an sein Spielzeug geht oder es gar wegnimmt.

Für Alpträume kann es die unterschiedlichsten Ursachen geben. Kam das in der Vergangenheit denn schon öfters vor, oder, war das nun eine einmalige Sache? Wenn das jetzt einmalig vorgekommen ist, würde ich das nicht überbewerten. Also es klingt wirklich nach einer Art von Schlafangst, aber, auch wenn es das als Elternteil total beängstigend aussieht - für ein Kind ist das harmlos. Was hier hilft, ist, ein Kind vor einer weiteren Reizüberflutung zu bewahren - also einfach selbst ruhig zu bleiben. Die Haare streicheln oder ein leises Lied singen, ist absolut in Ordnung. Also alles vermeiden, um ihn aufzuwecken: Nicht laut sein, nicht schütteln etc. - das hilft nämlich nur dabei, dass ganze noch zu verschlimmern. Wenn das vorbei ist, schlafen die eigentlich weiter … also … man muss da auch nicht drüber sprechen; die erinnern sich eh an nichts. Also das kommt bei Kindergartenkinder gar nicht soooo selten vor, hat einfach damit zu tun, dass die in diesem Alter gigantische Entwicklungssprünge machen, und das einfach manchmal zu viel ist. Ansonsten können auch außerordentliche Belastungen (Tod eines nahestehenden; die streitenden Eltern etc.) Auslöser sein. Wenn das häufiger auftritt, sollten sie jedoch zum Kinderarzt gehen. Aber, oftmals gibt es diese alleinige Ursache hier nicht, sondern, eine Kleinigkeit trägt dann einfach dazu bei, dass das Fass einfach überläuft.

Beitrag von michi0512 24.03.11 - 13:24 Uhr

Hallo Jazzbassist

Was die Spielsachen zu Hause angeht, so teilen sich unsere Kinder eigentlich alles. Mein Sohn gibt auch auf dem Spielplatz sehr gern sein Spielzeug an Andere ab - passt aber auf wie ein Lux damit die Sachen auch wieder bei uns ankommen. Vondaher denke ich dass er schon weiß was er macht wenn er die Sachen "mitnimmt".

Bächtliches Einnässen macht er eigentlich nicht. Seit seinem 2. Geburtstag ist er auch Nachts verlässlich trocken. Die einzigen Unfälle passieren beim Aufwachen: er merkt dass er muss - kommt aber nicht schnell genug aus dem Bett. Diese Unfälle kann man an der Hand abzählen.

Einmal richtig Bettgenässt hat er im letzten September - dem ersten Tag im neuen KiGa.

Ich ging immer davon aus dass dieser Nachtschreck bis zum 3LJ verschwindet. Er litt als Säugling extrem häufig darunter.

Als ich meinen Sohn heut morgen fragte was er geträumt hat wusste er es tatsächlich nicht mehr - auch nicht dass ich bei ihm war.