Vergiss mein Nicht

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Beitrag von no-monk 24.03.11 - 15:39 Uhr

Hallo Ihr!

Ich hab da diesen Film gesehen "Vergiss mein nicht!"
Da konnte man einen Menschen komplett aus seinem Leben streichen, Erinnerungen usw, auslöschen bzw. es so einrichten, dass man diesem Menschen niemals begegnet wäre. Also Erlebnisse sind damit komplett gelöscht. Man kennt ihn gar nicht.
So wie ich nun mal eben bin habe ich mich gefragt, ob ich wirklich jemals von einem Menschen so verletzt worden bin, oder verletzt werden könnte, dass ich so eine Gelegenheit nutzen würde. Oder aber ob Menschen, die mir begegnet sind wirklich so viel Einfluss auf mein Gefühlsleben hatten/haben.

Ich für mich kann das mit Nein beantworten. Keiner wäre es wert, dass ich an meinem Hirn "rumschrauben" ließe.
Wie ist das bei euch?
Wieviel Einfluss haben eigentlich andere Menschen auf euch und wieso ist das so? Könntet ihr diesen Schritt gehen und einige Menschen löschen lassen / oder einen Menschen?
Wenn ja wieso?
Ich denke, es schützt einen selbst doch nicht vor Verletzungen und Qualen. Oder löscht man dann immer wieder? Was ist mit Erfahrungen, die uns das werden lassen, was wir sind?


Ja, ich mal wieder! Seht es mir nach, bitte!

Schöne Grüße

no- monk

Beitrag von no-monk 24.03.11 - 15:41 Uhr

Ach, noch vergessen im Eifer der Schreibwut:

http://www.faz.net/s/Rub070B8E40FAFE40D1A7212BACEE9D55FD/Doc~E830FF6FC5F0147EABA1E5108D765F73D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

;-)

Beitrag von ayshe 24.03.11 - 17:15 Uhr

##
Es geht darin um enttäuschte Liebende in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der es möglich ist, unliebsame Erinnerungen operativ ausradieren zu lassen. Was läge also näher, als eine schmerzhafte Trennung auf diese Weise zu überwinden.
##
Hm, nein, ich denke, das ist nicht der Knaller.
Furchtbaren Liebeskummer hatte ich in meiner Jugend auch einmal, und ich habe für mich selbst eine ganze Menge daraus gelernt.
In dem Moment hatte ich gedacht, ich würde gern die Zeit vorspulen, damit es schneller vergeht und hinter mir liegt, aber niemals auslöschen.
Ich halte solche Erfahrungen für wirklich wichtig im Leben.

Beitrag von daddy.69 24.03.11 - 16:11 Uhr

Ja, ich habe mir das schon einige Male gewünscht. Wenn ich dann irgendwann wieder bei klarem Verstand war, habe ich das dann aber wieder revidiert.

Das ist ein zu oft gebrauchter Spruch, aber das macht einen dazu was man ist. Trotzdem hätte ich gerne auf manches verzichtet. Aber ganz auslöschen, nein.

Wohlgemerkt, mir geht es um das Liebesleben im weitesten Sinne. Ich kann mir vorstellen, dass Opfer von Gewalttaten solche Erlebnisse gerne auslöschen würden.

Beitrag von -kopfsalat- 24.03.11 - 16:21 Uhr

Ich muss da unterscheiden. Verletzung durch unglückliche Lieben? Oder durch Gewalt?

Menschen, die ich mal geliebt habe würde ich nicht löschen wollen. Auch wenn es nicht immer glücklich gemacht hat, und ich auf einiges gut hätte verzichten können, wäre es nicht löschenswert. Ich muss es nicht mehr erwähnen, das reicht mir an "vergessen".

Es gibt aber sehr wohl einen Menschen, den ich löschen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte. Was dann besser für mich wird, weiß ich nicht. Ich wäre aber sehr neugierig auf ein Leben OHNE diesen Menschen und OHNE die Erfahrungen mit ihm. Dafür würde ich in der Tat an meinem Hirn schrauben lassen.

Gruß
Salat

Beitrag von agostea 24.03.11 - 16:29 Uhr

Ich denke nicht, das ich Menschen/Erfahrungen aus meiner Erinnerung löschen lassen würde.

Warum nicht? Nun...auch diese (negativen) Erfahrungen haben dazu beigetragen, das ich heute so bin, wie ich bin. Und ich finde mich eigentlich ganz ok so.

Also:

Habt Dank, ihr Arschbacken! :-)

Gruss
agostea

Beitrag von purpur100 24.03.11 - 16:36 Uhr

genau DAS wollte ich jetzt auch schreiben. Du warst schneller, häng ich mich dran #winke

Beitrag von armyofme 24.03.11 - 20:04 Uhr

So sehe ich das auch.
:-)

Beitrag von echtjetzt 24.03.11 - 22:17 Uhr

Keine Ursache! #cool

Beitrag von mel1983 24.03.11 - 17:09 Uhr

Hallo,

ja, derzeit würde ich das.
Vielleicht sieht es in ein paar Jahren anders aus, aber derzeit käme mir das gelegen. Allerdings nur, wenn mit der Auslöschung dieser Person aus "mir" auch deren Taten verschwänden.

Vielleicht würde ich dann heute auf einer sonnigeren Seite stehen - vielleicht auch nicht. Aber der Versuch wäre es mir wert ;-)

Ich finde positive als auch negative Ereignisse haben natürlich Einfluss auf uns und unsere Entwicklung, aber ehrlich - es sind auch immer Ereignisse dabei, auf die man gut und gerne verzichten kann.

Vorallem Dinge die verletzen (Gewalt oder aber auch Vertrauensbruch) und vielleicht die Zukunft ein Stück weit verbauen.

Mittlerweile lasse ich Freunde nicht mehr so weit in mein Leben, dass sie Einfluss auf mich oder meine Zukunft im Negativen nehmen können - ich versuche es zumindest.

Grüße

Beitrag von ayshe 24.03.11 - 17:10 Uhr

##
Ich für mich kann das mit Nein beantworten. Keiner wäre es wert, dass ich an meinem Hirn "rumschrauben" ließe.
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Das kann ich für mich auch sagen, jedenfalls bis heute.



Den Film kenne ich ja nicht, vllt gibt er dir eine gewisse Richtung vor, die du als möglichen Einfluß vor dir siehst.
Ich bin da jetzt mal ganz frei und denke, es müßten wohl ganz schreckliche Dinge sein, die ich dann ausknipsen möchte, eine furchtbare, gewaltätige Entführung mit Folter oder sonstwas.
Also Dinge, die durch andere verursacht sein würden und einen einfach psychisch absolut fertig machen würden, für immer.

Wieviel Einfluß andere haben?
Schwer zu sagen. Spontan denke ich an Beziehungen, Expartner. Klar prägt da jeder Lebensabschnitt in gewisser Hinsicht, das läßt sich ja nicht vermeiden und ich würde es auch gar nicht wollen.

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Was ist mit Erfahrungen, die uns das werden lassen, was wir sind?
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Eben, das meine ich.

Ich möchte bisher jedenfalls auf nichts verzichtet haben.

Beitrag von daddy.69 24.03.11 - 17:31 Uhr

Ein anderer Gedanke, basierend auf dem was mel1983 geschrieben hat.

Wenn es um Erlebnisse geht, die einem die Zukunft verbauen können. Es ist doch durchaus so, dass das, was man "Charakterformung" nennt, doch manchmal nur ein beschönigender Begriff für etwas ist, auf das man wirklich verzichten kann. Weil man ein leichteres, unbeschwerteres Leben hätte, wenn man gewisse Dinge nicht erlebt.

Wirklich auf Beziehungsgeschichten bezogen: Enttäuschungen, die einen Menschen frustriert, scheu, introvertiert werden lassen.
Das ist eine Charakterentwicklung, auf die man gerne verzichten kann.

Beitrag von blaaaah 24.03.11 - 18:56 Uhr

Ich glaube, es kommt immer drauf an, in welchem Moment man so eine Entscheidung treffen soll oder kann.

Wenn ich gerade in einem schmerzhaften Prozess stecke, an dem ein anderer Mensch Schuld trägt, dann würde ich vermutlich gern vergessen. Wenn man den Prozess durchlaufen hat und stark daraus hervor gegangen ist, kann man mit der Erinnerung gut leben.

Gruß

Beitrag von daddy.69 25.03.11 - 08:10 Uhr

"Wenn man den Prozess durchlaufen hat und stark daraus hervor gegangen ist, kann man mit der Erinnerung gut leben. "

Das war eben meine Frage, bzw. das was ich an den ganzen Argumenten hier anzweifle. Auch wenn man gestärkt aus etwas hervorgeht kann es durchaus sein, dass man Charakterzüge entwickelt hat, die man durchaus als nachteilig bewerten kann.

Beitrag von blaaaah 25.03.11 - 12:57 Uhr

Aber eine Persönlichkeit bildet sich doch aus guten und schlechten Erfahrungen. Wie sollte sich ein Charakter bilden, ohne die Erfahrungen, auch die schlechten, des Lebens? Was man selber erlebt, kann man bewerten. Ich glaube, so wie du dir das vorstellst, kann das nicht funktionieren.

Beitrag von daddy.69 25.03.11 - 13:30 Uhr

Ich seh das anders. Das ganze Leben besteht aus guten und schlechten Erfahrungen. All das prägt. Und auf ein paar schlechte Erfahrungen hätte ich gerne verzichtet. Der Rest würde ausreichen.

Beitrag von mel1983 25.03.11 - 15:40 Uhr

Ich sehe es wie du.

Schlechte Erfahrungen gut und schön.
"Seelenqualen" oder Verletzungen die zu negativen Veränderungen des Charakters führen sind einfach nur sch****.

LG

Beitrag von manavgat 24.03.11 - 18:11 Uhr

Also, wenn ich dann glauben würde ich hätte mein Kind per Jungfernzeugung bekommen, dann würde ich meinen Ex ersatzlos streichen lassen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mansojo 24.03.11 - 18:56 Uhr

hallo,

früher hab ich viel von meiner festplatte gelöscht

heute geht es mir besser wenn ich mit verletzenden sachen meinen frieden mache

dazu gehört das ich mich damit auseinander setze
warum,weshalb,wiso

und ob es letztlich irgendwie wichtig für mein weiteres leben ist

vile freundschaft entstehen im leben genauso viele verschwinden wieder
da ist es nicht wert weiter drüber nachzudenken

aber familiäre beziehungen kann man nicht einfach löschen
das hat nachhaltig geprägt

lg

Beitrag von 221170 24.03.11 - 19:50 Uhr

Generell würde ich das nicht machen lassen. Man wird zu dem was man ist, auch durch evtl. vorkommende "Arschbacken" (Danke Agostea...)

Ich würde einen Menschen löschen lassen, allerdings aus dem Grund:
Ich kann mir bis heute einige Dinge nicht verzeihen die mit diesem Menschen zusammenhängen. Hätte es diese Person nicht gegeben, dann hätte ich mich nicht so verhalten und würde nicht heute noch manchmal damit hadern.

Eigentlich doof, man müsste sich ja nur selbst verzeihen. Aber selbst nach über 16 Jahren kann ich das nicht, also der einfache Weg und löschen.

Ansonsten würde ich niemanden löschen lassen.

Beitrag von juniorette 24.03.11 - 20:21 Uhr

Hallo,

ich habe während meiner Schulzeit Bekanntschaft mit Mitschülern gehabt, die keinerlei Lerneffekt für mich hatten (ich falle nach wie vor auf denselben Typ "Freundin" herein). Im Gegensatz zu Agostea habe ich aus diesen Bekanntschaften also nichts Positives heraus geholt und ich würde diese gerne löschen lassen.

Und die prügelnden Nonnen (katholisch) in meinem Kindergarten und einem Kinderkrankenhaus haben zwar meine negative Einstellung zu allem Kirchlichen geprägt, aber ob das jetzt was Gutes ist.... (außer, dass ich meinen Sohn vor denselben Erfahrungen bewahren kann).

Es gibt in meinem Leben auf jeden Fall Menschen, aus deren Erfahrung mit ihnen ich nichts Positives rausholen kann - also löschen.

Grundsätzlich gebe ich aber Agostea Recht:
auch meine negativen Erfahrungen mit Arschbacken haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin.

LG,
J.

Beitrag von valentina.wien 24.03.11 - 20:33 Uhr

Ich habe mich das nach dem Film auch gefragt.

Nach jeder meiner gescheiterten Beziehungen habe ich es mir gewünscht- in der Anfangszeit, wenn der Schmerz noch groß ist. So kurz nach dem Schlussmachen, wenn man glaubt, dass es einen zerreißt.
Aber ein paar Vollräusche, einige durchtanzte Nächte und etwas Zeit haben das Problem immer gelöst und danach war ich froh die Erinnerungen (die guten und die schlechten) zu haben.

Aus einem anderen Grund wollte ich noch niemanden löschen lassen.

Beitrag von mel1983 24.03.11 - 20:37 Uhr

Und was meinst du, würdest du heut darüber sagen, wenn es die "Schmerzen" nicht nach "ein paar Vollräusche, einige durchtanzte Nächte und etwas Zeit" gelöst hätten?

Mag sein, dass sich sehr viele Leute das nicht vorstellen können. Sei auch dahingestellt, ob es das der überwiegenden Meinung nach gibt. Sagen wir, es ist einfach so.

Was würdest du dann tun?

Oder anders, wie lange "darf" die Zeit sein, bzw. ab welcher Zeitspanne meinst du löschen zu wollen?

(ich hoffe die Fragen klingen nicht so negativ, ich meine das ganze nämlich nicht negativ :-) )

Grüße

Beitrag von no-monk 24.03.11 - 21:10 Uhr

Dankeschön für eure Antworten.
Ich sehe aber, dass ihr generell niemanden löschen lassen würdet, der Erfahrungen wegen. Das sehe ich auch so.
Natürlich sind schlimme Dinge, die uns passieren manchmal so übermächtig, dass man sie am liebsten löschen würde.
Aber schon allein diese Erkenntnis müsste uns doch beweisen, dass wir an diesem Punkt angekommen sind, weil es so ist, oder?

Ok, mir ist nie was Traumatisches passiert, ich war immer gut aufgehoben in und um meinem Elternhaus, und ich kann nachvollziehen, dass Menschen mit schlechter Kindheit, Opfern von Gewalt oder Missbrauch gern anderes erlebt hätten, aber nimmt man daraus nicht auch etwas für sich mit?
So hart wie es klingt, aber aus dem Schmerz heraus auch Positives ziehen kann? Stärke zum Beispiel? Rückgrat? Stolz?
Ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine.

Liebe Grüße an euch.

Beitrag von vam-pir-ella 24.03.11 - 22:17 Uhr

Hi no-monk!

Ich würde das nicht wollen!
Mit jedem Menschen der bisher ganz nah an mich heran getreten ist verbinde ich etwas. Bei vielen davon ist es ehrlich gesagt eine Menge Scheiße...Aber bei allen ist es auch sehr viel Schönes !!!
Und das (also die schönen Erinnerungen) wäre doch dann auch weg!
Nee, das würd ich nicht wollen!!!

Gruß,

v.

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