Zurück von der Gesprächstherapie

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von herzblatt77 24.03.11 - 18:48 Uhr

Hallo Mädels,

ich war heute mal in der Diakonie zum Gespräch. Ich hatte ja am 7.3. mein Krümmelchen in der 10. SSW mit Abgang und AS verloren.

Ich dachte, ich geh einfach mal hin um für mich zu sehen, ob es mir hilft und euch darüber informieren.

Schon auf dem Weg dorthin habe ich mir überlegt, den Termin wieder abzusagen. Hab mir gesagt, ach komm, dir gehts doch eigentlich wieder ganz gut, das bringt dir nix.

Ja was soll ich sagen, ich habe viel geweint. Es ist alles wieder hochgekommen. Aber dennoch hat es gut getan, mit jemanden zu sprechen, der dich nicht kennt und dem du auch mal Dinge sagen kannst, die dich bewegen ohne sich dafür zu schämen. Und somit hat es auch gut getan, dass ich dort war.

Ich überlege die ganze Zeit, was für mich der richtige Weg ist, mit der FG umzugehen.

Ich denke sich damit wirklich zu beschäftigen und seine Trauer zuzulassen, ist schon mal ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung der Verarbeitung.

Sie hat mir dazu geraten, meine Gefühle aufzuschreiben, z.B. in ein Buch. Und damit werde ich auch anfangen. Und zwar kein Buch das am Anfang beginnt, sondern das mit dem Ende beginnt. Und jedesmal wenn mir danach ist, werde ich dort reinschreiben. Und irgendwann werde ich am Ende des Buches sein, welches eigentlich mit dem Anfang aufhört.

Ich bin gespannt, wo dieser Anfang sein wird, das wird sich zeigen. Und zum Schluss möchte ich das Buch zuklappen und sagen, das war ein Kapitel in meinem Leben mit dem ich abschließen möchte, den ich aber immer in Erinnerung behalten werde und auch möchte und hoffe, dann wieder vorwärts schauen zu können. Evtl. mit einem Buch das am Anfang beginnt.

LG
herzblatt

Beitrag von coringel 24.03.11 - 21:05 Uhr

Hallo Herzblatt,

ja, die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass es einem gut tut, mit jemand Fremdes zu reden, der einen ganz anderen Blick auf die Dinge hat. Und dass das Schreiben helfen könnte, kann ich mir auch sehr gut vorstellen!
Probiere es doch einfach aus!
Dir alles Gute!

LG,

Coringel

Beitrag von dia111 25.03.11 - 08:20 Uhr

Das habe ich am Anfang auch gedacht, hatte eine stille Geburt und wollte nicht in eine Therapie...

dachte auch das es mir nichts bringt und wollte einen TAg vorher auch wieder absagen,wenn meine Hebi nicht gewesen wäre.

Nach 14 Wochen gehe ich immer noch hin, es tut echt gut zu reden etc... aber helfen tut es mir auch nicht wirklich... aber ich mache fleißig weiter.

LG
Diana

Beitrag von karotta78 25.03.11 - 08:40 Uhr

Ich hatte zu Beginn meiner Schwangerschaft ein Buch angefangen, in dem ich bis dahin alles zur Schwangerschaft eingetragen hatte: der erste Ultraschall, der erste Herzschlag. Dann habe auch ich mein Kind in der 10. Woche verloren und habe auch das in dem Buch festgehalten. Es tut manchmal schon gut, wenn man sich Gefühle selbst eingesteht, aber auch mit jemandem zu sprechen.
Irgendwann wird es besser werden! Alles Gute #klee

Beitrag von turrita 27.03.11 - 08:38 Uhr

Ich finde die Idee mit dem Buch und mit dem "von hinten nach vorne" ganz gut. Irgendwie schreckt mich aber auch der Gedanke, dass das so lange geht, dass ein ganzes Buch voll wird (meine AS war vor zwei Tagen - 10. SSW).
Diese kleine Seele wird immer unser erstes Kind bleiben und bekommt einen festen Platz bei uns.

Und reden, reden, reden mit Tränen und Schluchzern, das brauche ich gerade ganz viel. Ich spreche mit der Familie und Freunden und schreibe viele Mails und auch dieses Forum tut so gut. Ich danke euch allen!