Gestern beim Jugendamt, oder die Spinnen doch echt!!!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von rittmeisters 25.03.11 - 09:44 Uhr

Da wir nun beide wieder Arbeiten können und wollen (mein Mann war Verletzungsbedingt über ein Jahr zuhause) haben wir uns nun natürlich Sorgen um die Betreuung unseres Jüngsten gemacht, ich gehe 3 Tage die Woche vormittags arbeiten, andere Arbeitszeiten sind bei mir leider nicht vereinbar da ich auf dem Wochenmarkt für eine Gärtnerei tätig bin, mein Mann kann wieder Vollzeit in seinem Beruf einsteigen...
WIR BRAUCHEN DAS GELD um vom ALG2 weg zu kommen.
Im Kindergarten wo unsere Tochter ist, ist leider kein U3 Platz mehr frei, und ein anderer Kindergarten ist leider nicht greifbar.

Das zur Vorgeschichte.

Also sind wir gestern zum Jugendamt und haben uns von Büro zu Büro gearbeitet, angeblich wäre in diesem Fall keiner für uns Zuständig, also sind wir zu unserem SB bei der Arbeitsagentur, der hat sich das Telefon geschnappt und beim JA angerufen und Druck gemacht.
Plötzlich war doch wer zuständig, also wir wieder rüber, mein Mann schon etwas gereizt.

Die Dame empfängt uns schon etwas Distanziert, wir schildern ihr die Situation und dann kam der Satz der meinem Mann zum Explodieren brachte.
Sie sagte doch tatsächlich zu mir gewandt : " Ja aber warum nehmen sie Ihr Kind denn nicht mit zur Arbeit?!"
Mein Mann schnappt nach Luft und sagte dann: " Ja der kleine mag auch Bagger sollen wir uns dann abwechseln? Montags geht er mit meinr Frau zum Markt und Verkauft Obst und Mittwochs nehme ich ihn dann mit auf die Baustelle und lass ihn mit dem grossen Bagger spielen oder was?!":-[#rofl#rofl#rofl

Den Blick der Dame werde ich wohl nieeee Vergessen...
Und dann gab es plötzlich doch die möglichkeit eventuell eine Tagesmutter zu bekommen...
Leider versuche ich nun schon den gesammten Morgen eine Tagesmutter zu finden die dann vom JA auch Finanziert wird, denn leider werden wir warscheinlcu weiterhin eine geringe menge ALG2 oder Wohngeld bekommen müssen!

LG Nadine

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:05 Uhr

Das ist jetzt nicht persönlich gemeint aber ich könnte es nachvollziehen, wenn für Minijobs keine Betreuung gefördert würde.
Das ist für "den Staat" ja unterm Strich teurer als Euch nur ALGII zu zahlen.

LG,

W

Beitrag von anyca 25.03.11 - 10:11 Uhr

Ich könnte es NICHT nachvollziehen. Schließlich erwirbt die Frau Berufserfahrung, statt daheimzusitzen.

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:26 Uhr

Berufserfahrung kann man auch in einem sv-pflichtigen Teilzeitjob erwerben und m. E. ist der Anteil der Arbeitslosen, die über einen Minijob einen wirklichen Einstieg ins reguläre sv-pflichtige Arbeitsleben finden, verschwindend gering.

Zudem gibt es ja gerade im Minijobbereich auch viele Angeboten Abends/nachts und frühmorgens. Dafür bräuchte sie dann keine Tagesmutter.

Beitrag von anyca 25.03.11 - 11:00 Uhr

"Berufserfahrung kann man auch in einem sv-pflichtigen Teilzeitjob erwerben"

Schön gesagt. Aber wenn ich in den letzen Jahren arbeitslos gewesen wäre, statt stundenweise zu arbeiten, hätte ich nicht die Berufserfahrung bekommen, die mir zu meinem jetzigen sv-pflichtigen Teilzeitjob verholfen hat ... #aha

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 11:28 Uhr

Ich sag ja nicht, dass es zu 100% so ist aber es dürfte eben die Ausnahme sein, dass ein Minijob Perspektiven in ein "ordentliches Berufsleben" bietet.

Beitrag von anyca 25.03.11 - 11:32 Uhr

Die Ausnahme dürfte doch eher sein, daß "zuhause Kinderhüten, damit der Staat die Betreuungskosten spart" Aussicht auf ein ordentliches Berufsleben bietet.

Nicht falsch verstehen, ich finde es auch nicht gut, daß immer mehr Jobs nur noch als 400-Euro-Jobs, Honorarjobs etc. angeboten werden. Aber das ist ja nicht die Schuld der Leute, die arbeiten wollen (!).

Beitrag von juniorette 25.03.11 - 12:08 Uhr

"Schließlich erwirbt die Frau Berufserfahrung, statt daheimzusitzen. "

Berufserfahrung kann man ja wohl erwerben, BEVOR man Kinder in die Welt setzt.

Ich habe null Verständnis für Menschen, die Kinder ohne Ausbildung oder Berufserfahrung in die Welt setzen. Da ist die ALG2-Abhängigkeit doch vorprogrammiert.

Beitrag von kawu84 25.03.11 - 12:19 Uhr

>>Ich habe null Verständnis für Menschen, die Kinder ohne Ausbildung oder Berufserfahrung in die Welt setzen. Da ist die ALG2-Abhängigkeit doch vorprogrammiert.<<



Das ist doch ÜBERHAUPT nicht wahr! Ich habe Emily auch mitten im Studium bekommen. Trotzdem mache ich jetzt gerade mein Examen und gehe im September ins Referendariat. Und das auch noch als alleinerziehende Mama. Ist also alles ne Frage der Einstellung, aber das so pauschal zu sagen wie du das tust, ist echt nicht OK.

Und außerdem genieße ich es total eine junge Mama zu sein :-)

Beitrag von juniorette 25.03.11 - 12:38 Uhr

Ich korrigiere meine Aussage.

Ich habe null Verständnis für Menschen, die Kinder ohne Ausbildung oder Berufserfahrung in die Welt setzen und deswegen ALG2 beziehen oder sich die Kinderbetreuung vom Jugendamt organisieren/finanzieren lassen.

Besser?

Wenn man Kinder in die Welt setzt, sollte man sie selber finanzieren können und die Betreuung seines Kindes selber organisiert bekommen.

Beitrag von kawu84 25.03.11 - 12:40 Uhr

Ja, so ist es besser :-)

Schönen Tag dir noch!!!

Beitrag von anyca 25.03.11 - 12:47 Uhr

Klar sollte man nicht von vorneherein auf ALG II bauen, das ist doch eh klar. Aber zumindest bei uns läuft Tagesmutter IMMER übers Jugendamt, so weit ich weiß.

Beitrag von anyca 25.03.11 - 12:25 Uhr

Wo steht denn, daß die Ausgangsposterin gar keine Ausbildung und gar keine Berufserfahrung hat?

Und: Ich habe direkt nach dem Studium das erste Kind gekriegt, mit recht wenig Berufserfahrung. Weißt Du warum? Weil ich hintenrum mitkriegte, daß ich eben wegen meiner Kinderlosigkeit als Risikofaktor gehandelt wurde (Motto, wenn wir die einstellen, isse eh gleich schwanger ...).

Ich habe also Kind 1 gekriegt, schnell wieder stundenweise gearbeitet, Kind 2 gekriegt, schnell wieder stundenweise gearbeitet und DANN bekam ich meinen ersten "richtigen" sv-pflichtigen Job. Da hatte der AG wohl den Eindruck, die ist durch mit dem Kinderkriegen, die können wir nehmen ...

Beitrag von juniorette 25.03.11 - 12:33 Uhr

"Wo steht denn, daß die Ausgangsposterin gar keine Ausbildung und gar keine Berufserfahrung hat? "

Ich habe mich NICHT auf die Ausgangsposterin bezogen, sondern auf DEINEN Satz

"Schließlich erwirbt die Frau Berufserfahrung, statt daheimzusitzen. "

Wer Berufserfahrung hat, muss keine mehr erwerben #aha

Beitrag von anyca 25.03.11 - 12:36 Uhr

Das ist Blödsinn. Wer jahrelang daheim sitzt, gilt gaaaaanz schnell als jemand ohne bzw. mit mangelnder Berufserfahrung.

Deshalb doch u.a. die Änderung, daß das Elterngeld nur für ein Jahr gezahlt wird, und nicht für zwei oder drei (vom Splitting mal abgesehen). Damit Mamilein eben nicht drei Jahre oder mit mehreren Kindern länger daheim sitzt und dann auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr "wert" ist.

Beitrag von glueck2005 25.03.11 - 10:13 Uhr

Ich war während meiner Elternzeit auch auf 400,00 €-Basis arbeite. Unsere Kleine kam in dieser Zeit zu einer Tagesmutter vom JA. War überhaupt kein Problem, hat auch keiner hinterfragt.
Allerdings sind wir auch keine ALG II-Empfänger. Ich glaube aber nicht, dass das eine Rolle gespielt hätte.
Was man auch bedenken muss, ein Minijob kann auch ein Einstieg in ein festes Arbeitsverhältnis sein und sollte unbedingt unterstützt werden, indem das Kind eine Betreuung erhält.

LG

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:28 Uhr

Ein Minijob auf dem Wochenmarkt als Einstieg in ein festes sv-pflichtiges Arbeitsverhältnis, von dem man leben kann????

Beitrag von mikabe 25.03.11 - 10:14 Uhr

Hallo,

das stimmt schon was Du da sagst, aber vielleicht wird aus dem Minijob ja was größeres, wenn das Kind betreut ist.

Also ich finde schon, daß das Jugendamt zumindest freundlich zur Seite stehen könnte und konstruktive Vorschläge bringen könnte. Auch wenn die Kosten dann nicht übernommen werden.

LG Mikabe

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:29 Uhr

"aber vielleicht wird aus dem Minijob ja was größeres, wenn das Kind betreut ist. "

Ich glaube nicht, dass auf Wochenmärkten viele Verkäufer rumlaufen, die sv-pflichtig in Vollzeit arbeiten und davon unabhängig von Transferleistungen leben können.

Gruß,

W

Beitrag von mikabe 25.03.11 - 10:35 Uhr

wohl wahr, aber manchen fällt der Einstieg halt schwerer. Sei es wegen der Kinder, fehlender Ausbildung..... Kann doch sein, daß sich die betreffende Person weiter entwickelt und aus der Situation heraus sich quasi verbessert....sorry, vielleicht bin ich zu optimistisch, aber so würde es mir gefallen...
Und klar eine gute Ausbildung und ein toller Job wäre besser, aber das ist halt nun mal nicht der Fall.

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:57 Uhr

Ich bin da auch vorgenommen, weil m. E. die Minijobs verboten gehören.
Die waren ja mal als Nebenverdienst neben sv-pflichtigem Hauptjob gedacht und nicht als Perspektive für Menschen, die heute keine Sozialabgaben zahlen wollen und "nicht an morgen" denken :)

Beitrag von mikabe 25.03.11 - 11:21 Uhr

da geb ich Dir vollkommen recht.

Trotzdem würde ich mir vom Jugendamt mehr Hilfe (nicht finanziell, sondern halt Beratung) erwarten, als es die TE beschrieben hat.

Bin ich froh, daß ich selbständig arbeite. Da kann ich mir die Arbeitszeit selbst einteilen....

LG Micha

Beitrag von pfirsichbluete81 25.03.11 - 10:53 Uhr

Also ich kenne einige die mit ihrem (einzigen) Job auf dem Wochenmarkt sehr gut leben können. Es kommt halt immer auf den Arbeitgeber an, wieviel Märkte bedient werden und auf wievielen man dann letzendlich eingesetzt wird.

Ich denke nicht das man da alle über einen Kamm scheren kann, vielleicht gibts ja auch noch ein festes Geschäft bei dem Arbeitgeber wo man dann eine TZ- oder VZ-Beschäftigung bekommen kann, wenn man sich auf den Wochenmärkten gut anstellt.

Gruß #winke

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 10:59 Uhr

Was verdienen Deine Bekannten denn in Vollzeit auf dem Wochenmarkt, um davon gut leben zu können?

Beitrag von silbermond65 25.03.11 - 10:26 Uhr

Es wird alles gefördert ,was die Bedürftigkeit mindert.Und ein Minijob ist eventuell ein Anfang dafür.

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