Geburtsbericht von Julian ♥

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von -euphorie- 25.03.11 - 11:53 Uhr

Ich lese hier so gerne die Berichte und möchte meinen auch mal niederschreiben, auch wenn die Geburt von Julian nun 5,5 Jahre her ist.

Der ET war eigentlich erst am 14.9.2005.

Ich hatte eine schöne Schwangerschaft, ohne komplikationen oder wehwehchen. Obwohl wir den berühmten 45°grad Sommer hatten ging es mir gut.

In der 36. woche senkte sich mein Bauch schon ziemlich, tage später verlor ich den Schleimpfropf, den ich sogar Fotografierte, weil der so unglaublich war.
Ein Tag später blutete ich minimal.

Ich wusste, dass es bald los geht.

Vom Vorbereitungskurs wusste ich nun schon einiges wie was abläuft.

Am 27.08.05 legte ich mich Abends nochmal in die heiße Wanne, ich hab bis heute noch den Duft von dem Badewasser in der Nase.

Ich schlief mittlerweile auf der Couch im Wohnzimmer, denn aus meinem Bett kam ich nicht mehr raus.

Es war nun mitten in der Nacht, ich musste auf Toilette, wie jede Nacht.
Zurück auf die Couch, trank ich noch was und drehte mich wieder rum zum schlafen.
Schon wieder im Schlaf merkte ich das ich auslaufe, ich habe erst gedacht das ich bloß träumte das ich auf dem Klo saß und nun auf die Couch gepinkelt habe #schock. Ich setzte mich auf, und es lief weiter.. Moment mal... Das war meine Fruchtblase!

Alles auf der Couch von meiner Mutter, .. es lief mittlerweile runter auf dem Boden. Es war nun 02.30 Uhr in der Nacht.

Ich rief meine Mutter, die keine Minute brauchte um aufzustehen und alles wegzuputzen.

Sie Zog mich um.

So, nun was machen? Wir riefen den Krankenwagen, so hatte es mir meine Hebamme immer gesagt, wenn das Fruchtwasser schwallartig rausläuft, nicht mehr laufen!

Der Krankenwagen kam, und der Kerl erzählte mir noch das es noch 2 Tage dauern könnte, bis ich wehen bekomme..#aerger
Toll! Dachte ich.

In dem Moment zog es schon im Unterleib. Es fingen im Krankenwagen schon die wehen an #freu

Um 3.00 Uhr war ich nun im Kreisaal. Die diensthabende Hebamme sagt, ich sollte aufstehen! Ich sagte zu ihr, dass das Fruchtwasser aber in einem schwall rauslief. Da schaute sie mich komisch an und meinte " wenn ich Ihnen jetzt 10ml wasser auf den Boden schütte, und Sie sollten die Menge schätzen, würden sie wahrscheinlich 1 Liter sagen!"

Was wollte die Gute mir damit sagen?! ..ich mochte sie nicht.
Also stand ich auf, lief zum CTG, nur minimale wehen. Muttermund war noch zu. GMH aber vollkommen verstrichen.

Wir sollten laufen.. Also liefen wir ungefähr 2-3 stunden durch's Krankenhaus. Die letzte Stunde davon, wurden die Wehen unterträglich, und ich brauchte lange wieder zurück zum Kreisaal zu gehen.

Ich wurde Untersucht. MuMu nur auf 2 cm aufgegangen.

Ich ging in die Wanne, mein Gott war das schön! Draußen war es so verdammt schön und heiß. Es war ja nun der 28.08..

Ich saß glaub ich so um die 4 Stunden in der Wanne, ich schrie zwischendurch nach schmerzmittel! Keiner dieser Hebammen gab mir was, außer so Biokügelchen.. die nix brachten.

Die Hebamme, schmiss mich dann aus der Wanne, aufs Bett.

Und da wurden die schmerzen wieder so unterträglich das ich mit meinem Kopf nur hin und her wackelte ( Ich musste mir danach die Haare schneiden, weil sie so verknotet waren).
Ich krampfte mit den armen..und Zitterte am ganzen Körper.
Ich konnte nicht mehr.
Ich hatte nicht mal mehr Pausen zwischen den Wehen.

Ich wurde Untersucht, MuMu erst auf 5 cm.

Ich wollte ne PDA und zwar sofort. Man vertröstete mich, denn es war ja Sonntag und der Narkosearzt müsste extra für mich her kommen, das würde dauern.

ES vergingen noch ein Paar stunden in dem Bett, es war ehrlich gesagt die Hölle.. Meine Mutter (damals noch Raucherin) ging alle Stunde mal raus zum Rauchen, ich habe sie dafür gehasst. Zudem pustete sie mir als Gesicht und sagte "Atmeeeen, Atmeeeeen!" Ich fing an sie zu beleidigen sie sollte doch mal jetzt ihr Maul halten #schock

Tut mir heute leid, aber ich wusste selber wie ich Atmen sollte, aber ich konnte einfach nicht mehr.

Ich weiß gar nicht, irgendwann kam dann der Narkosearzt, es war nun 13.00 Uhr und Schichtwechsel, meine Hebamme aus meinem Kurs kam, man was habe ich mich gefreut. Ich hab geheult vor freude.

Sie meinte, ich müsste mich hinsetzten für die PDA, aber das ging nicht, Julian drückte so unglaublich nach unten, dass ich nicht stillhalten konnte. Sie spritze mir ein Wehenhemmer, mein Gott war das schön!

Die PDA habe ich überhaupt nicht gemerkt, weder der Einstich noch die Wirkung. Ich glaube bis heute, dass sie mich damit Veräppelt haben!
Um 13.30 waren sie fertig und ich sagte Andrea (meiner Hebamme) "Ich merke nichts, die wirkt nicht!!"

Sie :" Das dauert ja auch einen Moment!"

Dann fiel ihr ein, mich mal zu Untersuchen, denn das hatte nun keiner vorher gemacht, und siehe da..MuMu auf 9cm.

Da hätte ich mir die PDA schenken können #aerger

Es war nun 14.00 Uhr und Andrea sagte "Püntklich zum Kaffee wird er da sein!"

Ich merkte noch immer jede einzelne Wehe, und war mir sicher, die haben nur so getan als würden sie mir die PDA geben.

Viertel Stunde später Untersuchte sie mich nochmal, MuMu auf 10 cm.

Sie :" Nun, du kannst Pressen??!!"

Ich :" Hä, wie jetzt?!"

Meine Mutter stütze mir den Kopf , ich schloss meine Augen mein Pressen, ich hatte furchtbare Angst das mir die äderchen in den Augen platzen (warum auch immer).

Ich Presste und Presste, und hatte keine Wehenpausen mehr und konnte nicht mehr abschätzen wann ich nun Pressen sollte und wann nicht.

Sie sagte, dass sie den Kopf sieht und ob ich mal fühlen möchte.. Nein, das wollte ich nicht #zitter

Währenddessen beobachte ich die Schülerin, die nun das ganze Besteck holte, ich hatte einen riesen angst vor einem Dammschnitt, jeder sagt zwar, das man darauf nicht achtet, aber Leute, ICH habe haargenau drauf geachtet! Und sagte als Panisch "Ich will keinen dammschnitt, bitte keine schere!" Und konnte mich nicht mehr auf die Presswehen Konzentrieren.

Währenddessen wurden die Herztöne von Julian schlechter, ich Presste wirklich was das Zeug hält aber ich hatte ganz ehrlich nach 12 Stunden Wehen auch keine Kraft mehr.

Die Oberärztin kam reinegstürmt, ruppte das CTG von meinem Bauch und drückte ihren Ellenbogen auf meinem Bauch und drückte mir ihrem ganzen Körper. Ich schrie "Aaaaahh"!

Und Julian war geboren! Meine Mutter sagte sofort "Oh mein Gott, er hat deine Grübchen!"
Und Gleichzeitig fing sie an zu heulen.
Julian wurde Blau und schrie nicht.
Ich sah, wie sie ihm die Nabelschnur die er 2 mal um Hals hatte wieder entknoteten. Er kam kurz auf meine Brust, aber wurde weiter Blau, ich realisierte das zunächst überhaupt nicht, meine Mutter heulte aber.. und sagte als "er wird als Blauer".
Die Hebamme nahm ich mir wieder weg und ging mit ihm in Nebenraum und saugte ihn ab!" Dann war er erstmal weg, er kam ins Wärmebettchen.

Die Oberärztin nähte mich unten, ich war in allen Richtungen gerissen. Aber ich hatte keinen Dammriss.

Julian der 17 Tage vor ET kam, wog 2720 gramm und war 48cm groß. Der KU war 33cm.

Er hatte eine kurze anpassungsstörung.. Ich bin heute der Meinung, dass nur soweit kam , mit der Nabelschnur weil die 1. Hebamme mich als laufen geschickt hat, obwohl Julian nicht fest im Becken war.

Mir ging es soo gut nach der Entbindung, und die ganzen schmerzen hatten sich gelohnt!
Nach einer Nacht hatte ich Julian bei mir und er war so wunderschön!

Ist nun ein bisschen länger geworden #sorry

Nun warten wir auf seine schwester... und diesmal lasse ich mir die PDA früher geben! :-p

LG Mine (38. ssw) & Julian bald 6 Jahre alt!

Beitrag von annabarbara 25.03.11 - 22:02 Uhr

Hallo, gerade Deinen Geburtsbericht gelesen, hat sich "gut" gelesen, wenn man das so sagen darf ;-)

Vorallem, als Du geschrieben hast, dass Du Deine Mutter angemotzt hast, da kam mir in den Sinn, wie ich die Hebammen angemotzt habe :-p Was ja aber alles legitim ist bei einer Geburt!!

Ich wünsche Dir toi toi toi für die zweite Geburt!
AnnaBarbara mit Emely Charlotte, geb.19.11.2010#verliebt