Selektiver Mutismus - was erwartet uns?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cassidy 25.03.11 - 12:22 Uhr

Hallo,

vor acht Wochen waren wir das erste Mal mit unserer Tochter bei der Logo. Sie ist in der Sprache stark verzögert und somit war es klar das sie Hilfe braucht. Nun ist es so das Anna fremden Menschen gegenüber nicht spricht und damit die Sitzungen bei der Logo relativ schwer anliefen. Mein Mann oder ich waren jedes mal mit dabei, da wir im Vorgespräch gesagt haben, das sie ohne uns überhaupt nicht sprechen würde. Das war auch alles gar kein Problem. Mein Mann und ich waren aber der Meinung, das es Anna überhaupt nicht helfen würde. Im Gegenteil, sie fing wieder an in die Hose zu machen (das hat sich wieder gelegt, aber dafür hält sie jetzt den Stuhlgang zurück) Nun hatten wir wieder ein Gespräch und die Logo sagte, das sie den Verdacht hat, das Anna eine leichte Form von selektivem Mutismus haben könnte. Mit Rücksprache unseres Kinderarztes haben wir beschlossen, das wir die Logo erstmal nicht weiterführen, Anna aber bei einem Therapeuten vorstellen werden.

Ich habe mich im Internet schon mal schlau gelesen und mich über die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie informiert, aber das ist alles doch sehr theoretisch.

Wer kann mir von seinen Erfahrungen berichten?!

Vielen Dank und liebe Grüße,

cassidy

Beitrag von sweety03 25.03.11 - 15:00 Uhr

Hallo,

bei meiner großen Tochter (7) stand das Thema vor 3,5 Jahren auch mal im Raum, da sie im Kindergarten weder mit den Erzieherinnen noch mit den anderen Kindern sprach.
Ich habe mich im Internet informiert und habe sie unserem Kinderarzt vorgestellt, der mir riet, noch ein wenig abzuwarten.
Allerdings hatte sie keine Sprachverzögerung, ganz im Gegenteil. Sie sprach mit 2 Jahren fast perfekt, aber eben nur mit uns Eltern oder mit den Großeltern.
Wir haben sie dann einige Monate in Ruhe gelassen und ihr Zeit gegeben. Nach einem knappen Jahr redete sie mit ihrer Erzieherin in der Gruppe und mit zwei anderen Kindern.
Mit 5 fing sie dann mit Karate an, was ihrem Selbstbewusstsein immens geholfen hat. Das wäre ja vielleicht auch etwas für Deine Tochter, um sie selbstbewusster zu machen.
Jetzt ist sie in der 2. Klasse und spricht in der Klasse im Gesprächskreis völlig frei.
Die Idee mit dem Therapeuten finde ich nicht schlecht, aber laut VK ist sie ja erst 4, da würde ich noch recht entspannt bleiben.
Ich denke, dass eine Stärkung des Selbstbewusstseins sehr wichtig wäre.

Sweety

Beitrag von bellpepper 28.03.11 - 09:41 Uhr

Hallo cassidy,

wenn es sich allerdings tatsächlich um Mutismus, und nicht "nur" um Schüchternheit handelt, dann würde ich an deiner Stelle nicht zögern, mich an jemanden zu wenden, der sich damit auskennt. Bei Mutismus ist es immens wichtig, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen, um dem Schweigen keine Chance zu geben, sich zu verfestigen.
4 Jahre ist deshalb keinesfalls zu früh. Der Therapeut/die Therapeutin kann dann immer noch entscheiden, ob er/sie eine Therapie schon für angebracht hält, oder in euerm Fall vielleicht noch nicht.
Aber wie gesagt, wende dich an jemanden, der Ahnung von Mutismus hat, ansonsten machst du dir wahrscheinlich nur unnötigen Stress. Ich spreche aus Erfahrung. Schreib mir gerne eine PN, wenn du noch Fragen hast!
Viele Grüße,
bp