Hartz4 und Eigenheim - wer kann mir helfen?

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von wolke151181 25.03.11 - 14:13 Uhr

Hallo zusammen!

Momentan wühlt mich die Situation unserer Nachbarin recht auf. Deshalb dachte ich, ich frag mal hier, ob mir, bzw. ihr nicht jemand einen Rat geben kann.

Sie ist 50 jahre alt, alleinstehend und hat vor knapp 15 Jahren ein Haus mit ihrem damaligen Mann gebaut und auch teilweise finanziert.
Nun ist sie vor 10 Monaten arbeitslos geworden, weil ihre Firma dicht gemacht hat.
Seitdem bewirbt sie sich auf ziemlich alles, was es so gibt (in Zeitungen, Vorschläge vom Arbeitsamt, Personaldienstleistung und auch initiativ). Sie hatte einige Vorstellungsgespräche, wurde aber leider nie eingestellt.

Wie schon geschrieben, bekommt sie in zwei Monaten das letzte mal ALG I und sie weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Sie möchte ihr Zuhause nicht verlieren, weil sie dort aufgewachsen ist. Auf dem Grund stand schon ihr Elternhaus!
Und wir wollen sie als Nachbarin nicht verlieren.


Welche Möglichkeiten hat sie?
Über Antworten würde ich mich freuen!


LG Claudia

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 14:34 Uhr

Mit ALGII kann sie das Haus nicht nur dann auf Dauer halten, wenn die monatliche Belastung gering ist und das Haus angemessen.
Die ARGE übernimmt nur die Zinsen und Nebenkosten, nicht die Tilgung.

Ist das Haus nicht angemessen, wird sie es verkaufen müssen.

Gruß,

W

Beitrag von schneggal08 25.03.11 - 15:12 Uhr

Meinst du mit angemessen die Wohnfläche? Ist das nicht egal inzwischen?

Danke für die Info, interessiert mich einfach nur :-)

LG
Veronika

Beitrag von windsbraut69 25.03.11 - 15:39 Uhr

Nein, das ist nicht egal.
Die ARGE zahlt keine Zinsen für eine Luxusvilla und die Nebenkosten hängen ja auch mit der Wohnfläche zusammen.

LG

Beitrag von schneggal08 25.03.11 - 15:50 Uhr

Würden in so einem Fall die Zinsen und NK nicht auf einen angemessenen Teil gekürzt werden?

Dass die ARGE dann den Verkauf verlangt ist zwar gut und schön, aber manche Objekte lassen sich ja auch nicht gut verkaufen und m. E. würde ihr wenigstens dann der angemessene Teil zustehen, zumal sie der ARGE ja keine Miete kostet - so war mein Gedanke.

Danke!

LG
Veronika

Beitrag von windsbraut69 26.03.11 - 10:21 Uhr

Nein, meines Wissens ist das Eigentum nur dann "geschützt", wenn es angemessen ist.

Es kostet die ARGE dann zwar keine Miete aber Zinsen und die machen ja einen Großteil der monatlichen Belastung für das Haus aus. Das sind schon ordentliche Beträge.
Davon aber mal abgesehen kann ich mir nicht vorstellen, dauerhaft die Differenz vom ALGII aufzubringen.

Gruß,

W

Beitrag von wolke151181 25.03.11 - 18:14 Uhr

Ok, vielen Dank!

Es ist schon ein großes Haus. Ich weiß es leider auch nicht genau, aber ich schätze es auf 140 m². Und es ist noch eine Einliegerwohnung dabei, die momentan vermietet ist.

Beitrag von schneggal08 25.03.11 - 15:10 Uhr

Hallo,

kann sie untervermieten?
Zahlt sie das Haus noch ab? Wenn ja, würde ich sofort das Gespräch mit der Bank suchen, um die Tilgung auszusetzen.
Hat sie Kinder, die evtl. für die Zahlungen einspringen könnten, denen sie das Haus auch überschreiben könnte?

LG
Veronika

Beitrag von wolke151181 25.03.11 - 18:17 Uhr

Hallo!

Danke für deine Antwort!

Hm, wie geht untervermieten? So eine Art WG?

Kinder sind leider keine da. :-( Aber sie muss noch abzahlen. Ich glaub 600 € im Monat.

Machen das Banken mit, die Tilgung aussetzen?

Beitrag von windsbraut69 26.03.11 - 10:22 Uhr

Ich denke nicht, dass sie das Haus dauerhaft von ALGII finanzieren kann.
Die Mieteinnahmen werden dann ja wieder als Einkommen angerechnet und stehen ihr nicht zusätzlich zur Verfügung.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 26.03.11 - 10:24 Uhr

Ach so - man kann wohl je nach Kulanz der Bank mal einen oder auch zwei oder drei Monate mit der Tilgung aussetzen, aber nicht dauerhaft.
Das verschiebt das Problem nur und mit 50 Jahren werden ihre Chancen auf einen neuen Job mit ausreichendem Einkommen sicher auch nicht so rosig sein.

LG

Beitrag von wolke151181 26.03.11 - 14:21 Uhr

Ja, da hast du recht! Sie bewirbt sich ja eh schon auf alles, was ihr angeboten wird.

Vorerst geht es nur um ein paar Monate, damit sie einfach mehr Zeit hat zu suchen - und finden!


Vielen Dank für deinen Beitrag! #danke

Beitrag von ananfe 26.03.11 - 01:04 Uhr

Hallo Claudia,

für selbstgenutztes Wohneigentum gibt es bestimmte Regelungen.

Schau mal hier:

http://www.hartz4hilfthartz4.de/cms/html/hartz-4-iv-alg-ii-wohnung-miete-nebenkosten.html

oder

http://www.hartz4hilfthartz4.de/cms/html/hartz-4-iv-alg-ii-verwertbares-vermoegen.html

Auf dieser Seite findet man auch noch mehr Infos, auch zum sogenannten Schonvermögen..

Die Arge zahlt bei Finanzierung nur die Tilgungszinsen, nicht die Tilgung an sich.(bei uns zahlen sie z.B. nur die NK, weil wir eine zinslose Finanzierung für unser Haus haben)

Die Miete für die Einliegerwohnung wird ihr als Einkommen aus Vermietung und Verpachtung angerechnet.

Hoffe, ich konnte dir ein bißchen helfen.

LG ananfe (die auch schon in dieser Situation war)

Beitrag von wolke151181 26.03.11 - 01:15 Uhr

Wow, vielen Dank!

Ich werde die Infos gleich weitergeben!