NFM? FWU? FD? Soll jeder selber bezahlen!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von annibremen 25.03.11 - 16:16 Uhr

So, nachdem ich mich jetzt doch ein kleines bisschen aufgeregt hab in einem anderen Thread, möchte ich das Thema hier noch mal bequatschen.

In dem anderen Thread meinte eine Hebamme, wer die im Betreff genannten Voruntersuchungen machen lassen wolle, der solle die doch bitteschön auch selbst bezahlen, wenn sie nur aus Angst und nicht infolge einer medizinischen Indikation gemacht würden.

Jetzt erinnere ich mal eben kurz an die schlechter verdienenden Mitglieder unserer Gesellschaft, an Hartz-IV-Empfängerinnen, an Frauen, die von ihren Männern verlassen wurden und/oder nur ein geringes oder gar kein Einkommen haben oder einfach mal nur an Leute, die auch mit zwei Gehältern gerade mal so über die Runden kommen (das gibt es nicht gerade selten in unserem Land). Leute, die für eine NFM oder FD keine 100 - 250 Euro übrig haben.

Unter diesen Mitgliedern unserer Gesellschaft sind aber AUCH besorgte Schwangere oder Bald-Väter, die gern wüssten, ob ihr Kind z.B. eventuell einen Organschaden hat und direkt nach der Operation intensiv medizinisch versorgt werden muss.

So - nach der Argumentation der Hebamme von vorhin haben diese Leute aber Pech gehabt, wenn sie das Geld für diese Untersuchungen nicht haben. Die wissen das dann also nicht und müssen nun mal mit dem Risiko leben, dass für ihr Kind möglicherweise - z.B. bei einer geplanten Hausgeburt - jede Hilfe zu spät kommt, weil sie sich keine FD leisten konnten?

Leute, ist das denn gerecht? Ich finde diese Einstellung echt arschig, da müsste es doch eigentlich eine andere Lösung geben, die Antwort kann doch nicht sein, dass nur Leute pränatale Diagnostik machen lassen können, die ein bisschen mehr Kohle auf der Naht haben als andere.

Ich bin echt entsetzt ...

LG Anni

Beitrag von supersand 25.03.11 - 16:25 Uhr

Aber werden die von Dir genannten Sachen nicht automatisch gemacht, wenn bei den Standard-US etwas auffällig ist? Dann werden die doch auch von der KK übernommen und von soetwas wie Hausgeburt würde dann doch abgeraten.

Ich hab das so verstanden, daß man vom FA (und meiner schallt jedesmal kostenlos!) nur zur FD geschickt wird, wenn er etwas ungewöhnliches entdeckt. Also: wenn was ist, wird es auch kostenlos untersucht. Wenn nix ist, dann muss Patient halt selber zahlen.

Warum sollten die KK und indirekt durch höhere Beiträge die ganze Gesellschaft für die Paniker da draußen bezahlen, oder die, die eigentlich nur 3-D-Ultraschall machen wollen, um jetzt schon sagen zu können, wem das Kind ähnelt.. Ist doch alles total durchgedreht. Ich glaube, wir sind sehr verwöhnt in unserem Gesundheitssystem und trotzdem nur am Jammern.

In anderen Ländern sieht das ganz anders aus...

LG,
Sandra

Beitrag von annibremen 25.03.11 - 16:29 Uhr

Das wusste ich jetzt so nicht, mein Informationsstand war bislang, dass man mit dem normalen US (und viele FÄ haben ja noch ziemlich alte Geräte) gar nicht sehen kann, ob die Organe okay sind oder nicht.

Ich mein - man müsste ja wirklich nicht zur FD, wenn sichergestellt wäre, dass man eventuelle Organschäden auch beim normalen US sehen kann, oder?

Klar sind wir hier verwöhnt, aber es bildet sich hier zunehmend eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, gerade im Gesundheitswesen, und das finde ich nicht in Ordnung.

Die Kassen sollen nicht die Panik einzelner Leute finanzieren, sondern allen die gleichen Chancen für eine vernünftige Diagnostik einräumen. Das ist meines Erachtens nicht gegeben, wenn es heißt, der US mit älteren Geräten erkennt Organschäden nicht. Oder wie siehst du das?

LG

Beitrag von supersand 25.03.11 - 16:52 Uhr

Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich dachte immer, daß solche Schäden erkannt werden am normalen US oder durch irgendwelche Blutwerte auffallen... #kratz Aber ich gehe auch immer ziemlich sorglos durchs Leben...

Mit der 2-Klassen-Gesellschaft hast Du aber Recht. Das ist echt scheiße. Der Freund meiner Schwester ist Arzt im KH und kann das auch noch bestätigen! #schock

Heut morgen als ich zur Arbeit bin saß meine kroatische Nachbarin (ist 60, aber gesundheitlich total fertig, glaub sie ist Alkoholikerin und HartzIV...) auf einem Blumenkübel an der Straße, weil sie so Schmerzen in den Beinen hatte, daß sie nicht weiterlaufen konnte. Sie meinte, sie war schon beim Arzt, aber die Medis, die die ihr gegeben haben, helfen nicht. Dann hat sie geweint. Da hab ich auch die totale Wut auf das System bekommen! :-[

LG,
Sandra

Beitrag von saskia33 25.03.11 - 16:26 Uhr

Wenn es nicht zwingend notwendig ist muß man es eben selber bezahlen,ist leider so und da nützt es eben auch nix sich darüber aufzuregen!

Das ist nun mal eine Igelleistung,genauso wenn man mehr US haben will als vorgeschrieben!!!

Wenn ein verdacht besteht wird der FA auch Überweisungen für so etwas ausstellen!

Ich finde es ok #gruebel

lg sas

Beitrag von hannah696 25.03.11 - 16:26 Uhr

Ich stimme deiner Hebamme voll und ganz zu.

Diese ganzen Untersuchungen sind dafür da, dass sie aufgrund von medizinischen Indikationen gemacht werden. Und wenn dies der Fall ist, bezahlt es auch die Krankenkasse.

Pränataldiagnostik ist meist überflüssig und unnötig.

Ich zB würde niemals auf die sinnfreie Idee kommen, einfach mal so eine Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen.

Grüße

Beitrag von blumenkeks 25.03.11 - 16:34 Uhr

Meine Aerztin schallt bei jedem Termin udn ueberweist JEDE ihrer Patientinnen praeventiv zur Feindiagnostik. Da muss man weder fragen, noch betteln - bei mir sagte sie von vornherein: "Ich rate Ihnen von NFM ab, Sie haben keine Vorbelastungen und sind noch jung. Allerdings empfehle ich Ihnen die FD, da kann man sehen, ob eventuelle Probleme auftauchen und sich dann auf eine Geburt in einer Spezialklinik vorbereiten."

Und so sehe ich die FD auch: Als eine (fuer mich als Studentin gottseidank kostenlose) Moeglichkeit zu sehen, ob es meinem Baby gut geht, oder ob es Komplikationen gibt, auf die man dann direkt bei der Geburt eingestellt ist...

Beitrag von lysithea23 25.03.11 - 17:09 Uhr

meine ärztin hat mich ebenfalls präventiv zur fd geschickt ohne nachfragen, bitten und betteln. sie kennt die ärzte von dort persönlich und weiß dass sie sich auf ihr urteil voll und ganz verlassen kann.
NFM und FWU hätte ich auch selbst zahlen müssen. ich bin jedoch noch studentin und kann mir die untersuchungen auch nicht leisten ausser ich gehe einen monat nicht einkaufen und hungere! das sollte aber nicht sinn und zweck sein! eine FWU wird ja i.d.R. nur gemacht wenn bei der NFM etwas auffällig ist (so bisher mir bekannt) oder ein gewisses alter erreicht ist. ich zähle weder zu den frauen die im späten alter schwanger sind noch vorbelastet! (also von meiner seite aus, wie auch von der seite meines partners)!
NFM kann auch keine 100 %ige gewissheit geben. ein gund mehr sich das zu überlegen ob einem das geld wert ist und die damit verbundene aufregung!
ich persönlich fand es toll die FD gemacht zu haben, aber ich und mein partner haben uns so entschieden dass wir keine NFM oder gar FWU machen lassen. vorallem keine FWU weil uns das zu heikel war, falls da was schief geht (man weiß ja nie).
sollte ein gewisses alter der mutter/frau erreicht sein und/oder eine vorbelastung gegeben sein, sollten die untersuchungen durchgeführt werden unabhängig davon ob man diese selbst zahlen muss oder nicht. liegt eine vorbelatung vor, ist es doch eh die frage ob es nicht die kk bezahlt bzw ein teil der kosten übernimmt. (da weiß ich leider im moment nicht bescheid, sry)

Beitrag von blumenkeks 25.03.11 - 17:32 Uhr

Du sprichst mir aus dem Herzen :)

Haette meine Aerztin mir es jetzt nicht praeventiv verschrieben, haette ich die FD jetzt nicht unbedingt machen lassen, bisher gab es keine Auffaelligkeiten. Aber ich freue mich, dass es moeglich ist :)

NFM haette ich auch selbst zahlen muessen. Aber wozu? Ich nehme auch ein DS Baby und ob es denn wirklich krank ist, wird dir meist auch nicht korrekt gesagt, da es nur eine Wahscheinlichkeit ist.

Ich bin mal gespannt, ob noch Kommentare kommen, von wegen: Wenn ihr euch sowas schon nicht leisten koennt, wie wollt ihr als Studenten dann fuer euer Baby sorgen? #bla#bla

Beitrag von .-.-.- 25.03.11 - 17:30 Uhr

Hallo,

ganz ehrlich finde ich deine Argumentation nicht schlüssig.

Die Untersuchungen werden natürlich bezahlt, wenn beim normalen Ultraschall Auffälligkeiten festgestellt worden sind. Das heißt, durch die 3 bezahlten US in einer Schwangerschaft kann einiges im Anschluss auch als Kassenleistung abgerechnet werden.

Wer darüber hinaus, also ohne Indikation, eine solche Untersuchung haben möchte, muss rein logisch selbst zahlen. Wenn du zum Zahnarzt gehst, bekommst du schließlich auch nur das bezahlt, was nötig ist, um deine Zähne zu erhalten, ne Goldkrone darfst du bezuschussen :)

Und: wer sich, aus deiner Sicht, die Untersuchungen nicht leisten kann, wird sicherlich auch keine Hausgeburt finanzieren können (Zusatzkosten durch Rufbereitschaft der Hebi zum Beispiel wird nicht immer übernommen).

Die Frauen hier in Deutschland müssen lernen, zu vertrauen. Das heißt: man sucht sich einen Arzt, bei dem man sich gut aufgehoben fühlt, und vertraut darauf, dass er, wenn es brenzlig wird, entsprechend reagieren wird. Wenn er sagt, dass alles ok ist, sollte man/frau das auch glauben und akzeptieren.

Ich weoß nach 4 Fehlgeburten und 2 nicht einfachen Schwangerschaften, wovon ich rede. Eine FD, FWU, NFM habe ich dennoch nicht machen lassen. Ich vertraue darauf, dass mein Arzt FEhlbildungen erkennt und mein Körper und mein Kind es schaffen, gesunde 9 Monate schwanger zu sein :) Wie sonst haben Frauen vor 15 Jahren oder länger Schwangerschaften überstanden??

Deshalb finde ich, dass nur dann weiterführende Untersuchungen bezahlt werden sollten, wenn diese auch begründet sind. Sonst kann sich bald niemand mehr eine Krankenversicherung leisten, da die Beiträge ins Unermessliche klettern.

Beitrag von blumenkeks 25.03.11 - 17:35 Uhr

Was das Vertrauen betrifft, gebe ich dir vollkommen recht. Haette meine FÄ mich jetzt nicht direkt ueberwiesen haette ich die FD auch nicht in Anspruch genommen. Aber einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul :D

Beitrag von .-.-.- 25.03.11 - 17:39 Uhr

Richtig ;) Ich hab den 3d-Ultraschall auch nicht abgelehnt, den der Doc im Krankenhaus machte, weil das Gerät neu war :))

Beitrag von blumenkeks 25.03.11 - 17:40 Uhr

Hihi, waere ja auch unsinnig, oder? :D

"Wollen Sie Ihr Baby mal in 3D sehen?" - "Nein, nicht wenn ich nicht dafuer zahlen muss!" #rofl

Beitrag von monissen 25.03.11 - 17:40 Uhr

Vertrauen ist gut, aber bei einem normalen Ultraschall sieht man noch lange nicht alles !!! Und das geht halt nur bei einer FD....

Beitrag von .-.-.- 25.03.11 - 17:42 Uhr

Auch eine FD gibt keine 100% Sicherheit, die hat man nie! Und was passiert nach der FEindiagnostik? Traut frau dem Ergebnis oder lässt sie noch eine Untersuchung machen, um noch sicherer zu gehen? Das KANN keine Kassenleistung mehr sein, so schade wie es ist.

Beitrag von monissen 25.03.11 - 17:45 Uhr

Was nach der Feindiagnostik passiert ? Ich kann jetzt nur von meinem Fall rden. Aber dank dieser FD hat mein Kind eine Überlebenschance. Ohne diese Feindiagnostik würde mein Kind unmittelbar nach Geburt sterben....und da interessiert es mich reichlich wenig, ob es eine Kassenleistung ist oder nicht. Die FD ist 100 %, der US bei FA nicht !

Beitrag von blumenkeks 25.03.11 - 17:52 Uhr

Ich drueck dich ganz feste und wuensche dir von Herzen, dass alles nach der Geburt gut klappt und man deinem Kruemelchen gut helfen kann!!!!

Beitrag von monissen 25.03.11 - 17:55 Uhr

Danke Dir. Aber da wir wissen, was Sie hat, können wir alles gut planen und organisieren. Nicht nur wir, sondern auch das Kinderherzzentrum in St. Augustin....

Beitrag von .-.-.- 25.03.11 - 20:11 Uhr

Aber darum geht es ja auch gar nicht: logisch ist der Feinultraschall genauer. Es geht um die Frage, ob diese Leistung generell Kassenleistung ist oder nicht. Und das kann aus meiner Sicht einfach nicht sein. Ginge jeder zum FEinultraschall, könnte das unser Gesundheitssystem überhaupt nicht tragen.

Dass die FD wichtig sein kann, wie in deinem Fall, ist indiskutabel. Aber sie als generell zu zahlende Leistung anzusehen, nicht machbar und meines Erachtens auch nicht notwendig. Übrigens: die FD hat bei meiner Freundin ein falsches Ergebnis geliefert, erst eine Fruchtwasseruntersuchung und die daraus entstandenen Diagnosen etc. konnte ihr helfen.
So verschieden kann es gehen...

Alles Gute euch!

Beitrag von maybelle 25.03.11 - 18:45 Uhr

Hallo!

Ich sehe eine Feindiagnostik ebenfalls als sehr wichtig an. Immerhin sind da Spezialisten, die darin ausgebildet sind, irgendwelche Organschäden oder Auffälligkeiten zu sehen, die ein "normaler" Gynäkologe mit einem "normalen" Ultraschallgerät übersehen kann. Viele Gynäkologen überweisen deshalb auch zu ihrer Sicherheit zur Feindiagnostik präventiv, um auszuschliessen, dass sie etwas übersehen.
Und in meinen Fall war es auch gut so: bei meinen Sohn wurde bei der Feindiagnostik in der 26. SSW eine Gastroschisis (offener Bauch) festgestellt, die vorher kein Arzt gesehen hat. Und zwar war ich bei 2 Gynäkologen vorher und im Krankenhaus wegen Verdacht auf Blasensprung, wo oft Ultraschall gemacht wurde und keiner hat es gesehen.
Mein Sohn hätte auch nicht überlebt, wenn man ihn nicht gleich operiert hätte nach der Geburt und ich bin wirklich dankbar, dass ich diese Untersuchung auch ohne vorherige Auffälligkeiten, bekommen habe.
Bezahlen hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht können, da ich noch in der AUsbildung war. Und das zeigt auch, dass ich zu keiner Risikogruppe gehört habe und trotzdem ein krankes Kind bekommen habe (wobei nach neuesten Forschungen Gastroschisis häufig bei sehr jungen Müttern unter 25 auftritt).

LG Yvonne

Beitrag von gaunerli.11 25.03.11 - 20:10 Uhr

aber für alles andere haben die geld?!:-[