Angst vor der Reaktion der Familie

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Elternangst 25.03.11 - 17:37 Uhr

Nachdem mein Mann und ich uns vor ca.6 Monaten getrennt haben und ich mit den Kindern ausgezogen bin, haben wir nun beschlossen, es nochmal zu versuchen. Es gab in all den Jahren viele Höhen und Tiefen, aber es lief immer darauf hinaus, dass wir nicht ohne einander können. So "richtig" getrennt, waren wir zwischenzeitlich auch nur, als er seine Durchgangsfreundin hatte #schein
Wir werden es also nochmal miteinander versuchen, an der Beziehung arbeiten (obwohl sich sowas total beknackt anhört) und wieder zusammen wohnen. Es gab verschiedene Gründe für die Trennung, es lief in etwa darauf hinaus, dass wir uns auseinandergelebt hatten und vom Alltag und voneinander genervt waren.
Mein Umfeld hat von Anfang an prophezeit, dass da wohl noch was geht und unsere Trennung immer ein bisschen belächelt, seine Eltern freuen sich über unseren Entschluss und helfen uns auch wo sie können, sie wohnen um die Ecke.
Meine Eltern allerdings... naja sie waren halt schon immer der Meinung, dass ich was besseres verdient hätte. Weil mein Mann ein kleiner grosser Macho sein kann und im Haushalt irgendwann nichts mehr gemacht hat bzw. es super bequem fand das ich mich ja kümmere #augen, weil mein Vater meine Mutter sozusagen auf Händen trägt (was mich tierisch nerven würde) und weil sie lieber matriellen Reichtum anhäufen den wir "immernoch" nicht haben und eigentlich auch keinen Wert drauf legen (mein Vater legt es so aus, dass mein Mann ein Weichei ist, weil Musiker und nicht Topmanager), und halt einfach weil sie meine Eltern sind.
Sie wohnen allerdings weit weg und wissen nur was sie von Besuchen und vom Telefon wissen und mitbekommen und fanden meinen Mann schon immer eher anstrengend und nervig... Meine Oma, die mir heilig ist, meinte auch bei meinem letzten Besuch, ich solle meinen Mann bloss nicht "zurücknehmen"...
Nun habe ich eine Heidenangst es ihnen zu erzählen und weiss nicht mal genau warum. Meine Eltern helfen mir grundsätzlich nie, also brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben, aber irgendwie stehe ich immernoch total unter ihrem Pantoffel. Vor allem mein Vater ist der Meinung, dass sein Lebensmodell das einzig richtige ist und ich doch lieber allein mit den Kindern nach D zurückkommen soll und dort HartzIV beantragen soll, statt hier rumzuhängen (wo ich - man staune - allerdings seit 12 Jahren LEBE und einen festen Job habe #klatsch), nur weil der Vater der Kinder hier lebt, mit dem ich mich auch vor der Versöhnung jetzt weiter gut verstanden habe.
Meine Oma hat mir nach der Trennung finanziell geholfen und ich habe ihr ggü. schon ein schlechtes Gewissen und werde ihr auch anbieten, ihr das Geld zurückzuzahlen, aber sie hat schon aufgrund ihres Alters andere Ansichten und ist der Meinung, dass mein Mann uns sitzengelassen hat (was nicht stimmt) und der böse ist. Dass verstehe ich, aber meine Eltern... ich hab so Angst es ihnen zu erzählen #schwitz

Ich bin 34 und habe Angst vor meinen Eltern #gruebel, die tausende Km von hier wohnen und nichts mit meinem Leben zu tun haben...

Kann mir jemand Tipps geben, wie ich da drüber stehe und ein bisschen mehr A... in der Hose habe? Sonst bin ich eigentlich nie so... #hicks

Beitrag von sandys83 25.03.11 - 20:31 Uhr

Mach dir keinen Kopf, das renk sich wieder ein.
Ich war mit meinem Süßen auch schon 'ne weile zusammen, als ich es meiner mum bzw.
meinen großeltern gesagt hatte. Meiner hat 5 kinder, leider darf er keins davon sehen, aber das ist 'ne andere geschichte. Tja und du kannst dir ja sicher vostellen was ich für eine angst hatte denen das zu erzählen. Ich hatte/habe kein problem damit, aber du kennst ja die family, wollen immer das beste.
Mittlerweile sind wir 5 jahre zusammen und sie haben das akzeptiert. Hat zwar eine weile gedauert, aber das haben wir auch überstanden. Leider hat es bis heut noch nicht zu einem kind geklappt. Das macht uns sehr traurig.
Kopf hoch #liebdrueck

Beitrag von mal nachgefragt 25.03.11 - 21:48 Uhr

Bist du dir sicher, dass dein Mann sich nach dem fünften Kind nicht hat sterilisieren lssen?

Beitrag von sandys83 25.03.11 - 23:58 Uhr

Was ist denn mit dir? Nein, hat er nicht!

Beitrag von mitti8 26.03.11 - 02:08 Uhr

Hallo,

ich muss im Vorhinein schon sagen, dass ich bei deiner Familie zu wenig Einblick habe. ABER was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass sie sich ja Sorgen um dich machen. Ich meine, du lebst im Ausland km weit weg von ihnen und erlebst eine Beziehungs-Katastrophe. Sie leben wahrscheinlich mit dir mit und alles, was du in den letzten Monaten durchgemacht hast, haben sie ebenso miterlebt und haben dabei wahrscheinlich auch mitgelitten.

Dein Vater meint es bestimmt nur gut, wenn er meint, du sollst zurück nach Deutschland kommen. Du musst es ja nicht machen, wenn du nicht willst! Ich verstehe auch nicht, was das Alter deiner Oma damit zu tun hat, dass sie der Meinung ist, er hätte dich verlassen. Dadurch, dass sie dich finanziell und, ich denke natürlich auch, emotional unterstützt hat, hat sie doch sehr, ihre moderne Denkweise bewiesen. Ich bin genau so alt wie du. Demnach müsste deine Oma so zw. 75 bis über 80 sein. Damals war es eher so, dass man das alles, was du erlebt hast runterschluckt und durchhält. Ich finde deine Oma modern und klasse!!

Meine Mutter war für mich nach meiner Trennung da und hat mitgelitten. Ich wollte das nicht, aber es hat sie auch emotional belastet. Würde ich meinen Ex wieder nehmen, könnte ich mich einige Monate bei ihr nicht mehr blicken lassen. Ich würde es sogar verstehen!

NUR ich habe keine Kinder. Da kann ich dir nichts raten. Vielleicht sollte man es unter diesem Aspekt doch nochmal versuchen.

Nur eines würde ich trotzdem gerne wissen. Was ist denn eine "Durchgangsfreundin"?

Und noch etwas, leidest du vielleicht an Romantischer-Realitäts-Verzerrung oder glaubst du wirklich aus tiefstem Herzen, dass eure Beziehung eine Chance hat?

Lg,
mitti

Beitrag von Elternangst 26.03.11 - 18:00 Uhr

Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass unsere Beziehung noch eine Chance verdient hat. Ja. ;-)
Ich meinte mit dem Alter meiner Oma, dass sie tief im Innern der Meinung ist, dass der Mann ein edler Ritter sein muss, der seine Frau versorgt und ernährt und dass man einen Schuft (denn durch die Trennung muss er ja einer sein ;-)) niemals zurücknehmen darf. Sie ist 84.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber mein Mann ist ein netter, gebildeter Mensch, den sie bis jetzt auch immer gern hatten. Zwischen ihm und meiner Familie ist nie was vorgefallen, sie reden auch noch alle mit ihm.
Und die Kinder sind halt auch nochmal ein schwerwiegender Grund, das stimmt. Ich zweifle auch nicht an der Beziehung, sondern an der Reaktion meiner Familie. Und ich weiss nicht mal genau, warum es mir überhaupt wichtig ist was die sagen...

Danke Dir!

Beitrag von mitti8 26.03.11 - 22:09 Uhr

Hallo,

jedenfalls wünsche ich dir alles Gute!

Ich muss trotzdem nochmals sagen, dass ich deine Oma super finde :-)

Lg,
mitti

Beitrag von salvia-divinorum 26.03.11 - 22:18 Uhr

Hat dein Mann eigentlich irgendwas Konkretes gesagt, was ER ändern will?

Angst vor deinen Eltern? Nee, das glaub ich nich, ich glaub eher, du suchst Anerkennung an der falschen Stelle.

Erzähl es deinen Eltern einfach NICHT. Irgendwann erfahren sie es beiläufig und mehr musst du nicht preisgeben.

Beitrag von 281626 27.03.11 - 22:01 Uhr

huhu,

ich kann dich SO GUT verstehen, denn ich bin wegen einer anderen Sache in einer ähnlichen Lage.
Ich bin mittlerweile in der 12. Woche schwanger. Und schaffe es nicht, meiner Mutter und meiner Oma davon zu erzählen. Sie wohnen 300km entfernt, und sie werden alles andere als begeistert sein, haben immer wieder gesagt 'nur nicht noch ein kind!'
sie meinen es nicht böse, aber ich KANN es trotzdem nicht sagen,weil ich weiss,was mich erwartet.
Nur bin ich Ostern dort,und verstecken ist inzwischen nicht mehr machbar... ich muss da also durch...

Einen guten Rat hab ich leider nicht, aber du bist nicht die einzige, der es so geht.
Ach ja: ich bin 30... soviel dazu.

Alles Liebe

S.