Kann-Kinder

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kathie78 25.03.11 - 20:24 Uhr

Hallo zusammen,

mein Großer ist am 13. September geboren und wird dieses Jahr 6. Die "Pflicht"-Grenze liegt bei uns Niedersachsen dieses Jahr am 31.08. . Also gehört er zu den beliebten Kann-Kindern. Wir haben ihn zur Schule angemeldet und eigentlich soll er auch gehen, auch die Erzieherinnen sehen kein Problem. Allerdings war er bei der Einschulungsuntersuchung der Amtsärztin zu langsam dafür aber sehr sorgfältig. Er hat 2 Minuten länger gebraucht als die vorgesehene Zeit. Allerdings hatte er auch grad noch einen kleinen Infekt.

Der Schulleiter meinte nun, wir sollten überlegen, ob wir unserem Sohn antun wollten immer der Letzte zu sein und ihn nicht lieber noch ein Jahr Kindergarten geben wollten. Ich finde aber 1 Jahr ganz schön lang und habe den Eindruck er kann schon so viel und will auch so viel wissen. Wie schreibt man dies, wieviel ist 7 und 6 usw.

Wie sind eure Erfahrungen?

LG

Kathie

Beitrag von susanne85 25.03.11 - 20:36 Uhr

hallo

lass ihn lieber im kindergarten.

ein weiteres kindergarten jahr ist für ein normal begabtes kind kein verlust sondern ein sehr großer gewinn.

lass ihm die zeit zum spielen und kind sein..

was bringt es ein jahr früher und länger zu arbeiten?

er hat nur wenige zum spielen aber etliche zum arbeiten

lg

Beitrag von kathie78 25.03.11 - 21:35 Uhr

Na ja ich frage mich eben auch, was bringt es seine Wissbegier bezüglich Lesen, Schreiben und Rechnen zu Bremsen. Nächstes Jahr ist er ein Jahr älter als die jüngsten Pflichtkinder und es kann ja auch frustrierend sein, immer der Größte zu sein, der auf die Kleinen warten muss.

Beitrag von ungeheuerlich 25.03.11 - 20:43 Uhr

Öhm,.....also eigentlich ist die Neuregelung in Niedersachen:
Alle Kinder die bis zum 30.09.11 das 6te Lebensjahr erreichen, sind 2011 schulpflichtig!
Somit wäre Dein Sohn nächstes Jahr schulpflichtig.
Unser wird am 10.08.2011 6 Jahre alt und ist nun ein Muß-Kind für 2011.

LG

Kerstin

Beitrag von ungeheuerlich 25.03.11 - 20:47 Uhr

AAAch quatsch,...natürlich nicht 2011 sondern 2012 ... oh man #klatsch

Außerdem hast Du recht, sorry.
Deiner ist tatsächlich noch ein Kann-Kind. Die Regelung 30.9. tritt erst 2012 statt.

Das ist aber auch alles ein Kuddel Muddel.

Und um Deine Frage zu beantworten ;-)
Je nach Entwicklungsstand, würde ich ihn lieber noch ein Jahr im KiGa lassen.

LG

Kerstin

Beitrag von arienne41 25.03.11 - 21:10 Uhr

Hallo

Öhm FALSCH

Stichtag für die Einschulung in NDS ist

2011 der 31.08
2012 der 30.09

somit hat sie dieses Jahr ein Kann-Kind und nächstes Jahr natürlich ein Muß Kind

LG aus Hannover

http://www.studienkreis.de/service/schulsysteme/artikel/das-schulsystem-in-niedersachsen.html

Beitrag von ungeheuerlich 26.03.11 - 08:01 Uhr

Hatte mich doch schon selbst berichtigt ;-)

LG

Beitrag von arienne41 25.03.11 - 20:52 Uhr

Hallo

Ich hatte letztes Jahr das gleiche Problem.
Allerdings wollte mein Sohn auch nicht so richtig und ich hab es Rückgängig gemacht.
Ich habe mich auch umgehört, mit Eltern gesprochen die ihre Kinder als Kannkinder zur Schule schickten.
Alle sagten sie würden es nie wieder tun selbst wo die Kinder aufs Gymnasium gehen.

Letztes Jahr war der Stichtag noch 31.07. und mein Sohn ist am 10.08 geboren.

Wenn ich mein Sohn vergleiche vor einem Jahr und heute sind es Welten.

Bei uns war es die richtige Entscheidung ihn nicht zu schicken.

Beitrag von teddyli 25.03.11 - 21:19 Uhr

Hallo
ich würde es nicht tun ,aber ich kenne ja auch dein kind nicht . Heute wird in der Schule schon sehr viel verlangt .
Ich kenne einen Jungen der auch als Kannkind eingeschult ist und war in der Schule auch recht gut , die Lehrerin meinte nur , wenn er noch ein Jahr älter gewesen wäre dann wäre er von der Entwicklung weiter und könnte noch mehr zeigen, da wäre sie ganz sicher .wenn bei der Schuluntersuchung auch rauskam das er sehr langsam ist, würde ich mich dagegen entscheiden.
liebe Grüße *

#winke

Beitrag von kathie78 25.03.11 - 21:53 Uhr

So wie ich es bei uns an der Grundschule erlebe (bin dort als Vertretungskraft), find ich nicht, dass sehr viel verlangt wird. Halt das was zum Lesen und Schreiben lernen dazu gehört. Wobei ich da wieder finde, wenn ein Kind langsam und sorgfältig arbeitet, ist das doch besser als ein Kind das schnell und schludrig arbeitet, oder?

Ich weiß ja auch nicht genau, welches die richtige Entscheidung ist, aber ich kenne ja seine Freunde, die jetzt eingeschult werden und da kann ich keine nennenswerten Unterschiede ausmachen. Aber ich bin eben auch kein Hellseher, es kann ja sein, dass es ihm gut tut gefordert zu werden, kann aber auch sein, dass es ihn überfordert.

Eindeutig abgeraten hat niemand, zugeraten hingegen Erzieherinnen und Kinderarzt. Ich fühle mich da mit dieser Entscheidung ein wenig allein gelassen.

Mir wäre lieber es gäbe keine Kann-Kind-Regelung. Sondern von mir aus bis 31. August Pflicht, die Anderen das Jahr darauf Pflicht, Ende der Diskussion. Wäre mir momentan lieber.

#winke

Beitrag von mutschki 25.03.11 - 21:37 Uhr

hi


unser grosser hat am 21.10 geburtstag,war auch ein kannkind,wir haben es aber nicht gemacht.mein mann sagte auch gleich,als die erziehrinnen im kiga fragten ob wir ihn schon einschulen lassen wollen,nein.er soll ruhig noch kind bleiben und ein jahr im kiga bleiben.
so ab dezember dann,fing es an ihm im kiga langweilig zu werden,sagte öfters mal,das er keine lust mehr hat,lieber in die schule will etc (muss dazu sagen,das sein cousin,der 4,5 mon älter ist,ja eingeschult wurde und leon eben irgendwann auch gerne dahin wollte)
leon wurde dann letztes jahr im august eingeschult,wurde eben im okt. 7 jahre.
er hat keinerlei probleme,kommt super mit,konnte nach 2-3 wochen schule schon alles lesen (manche buchstaben,die er noch nicht kannte zb ä etc,fragte er einmal nach wie man das ausspricht usw) auch im rechnen ist er gut.im februar war elternsprechtag und die lehrerin meinte,das er überdurchschnittlich gut ist und sie sehr zurieden mit ihm ist.
ich denke,das es die richtige entscheidung war,noch zu warten. wer weiss wie er mitgekommen wäre,wenn wir ihn früher geschickt hätten.

lg carolin

Beitrag von kathie78 25.03.11 - 21:45 Uhr

Ehrlich, wenn man das so liest könnte man glauben, die Kindheit hört mit der Schulzeit auf. Warum kann man denn nicht auch in der Schule Kind sein. Alle Lehrer die ich kenne, legen Wert darauf das Lernen auch Spaß macht und überlegen sich Motivationsideen und alles Mögliche, was auch Lernen schön macht.

Lernen ist doch was ganz Tolles. Woher kommt denn dieser hohe Leistungsdruck?

Beitrag von ivik 25.03.11 - 21:52 Uhr

Nur mal was zur Klärung: Es gibt in Niedersachsen keine Kann-Kinder mehr.
Es gibt einen Stichtag für die Schulpflicht (siehe Schulrecht). Und darüber hinaus darf man jedes Kind zur Schule schicken, dem die Schulfähigkeit attestiert wird. D.h. ich könnte meine Tochter, die im Mai 5 wird auch schon dieses Jahr zur Schule schicken, wenn die Schulfähigkeit bescheinigt wird.
Da sie letztes Jahr bei der U8 schon zusätzliche Test gemacht hat, die zur Schuluntersuchung gehören, würde sie das wahrscheinlich sogar hinkriegen. Aber ich gehe da mit der Kinderärtzin konform, die von einer früheren Einschulung abrät. Lieber soll sie durch andere Angebote gefördert bzw. gefordert werden. Sie lernt Englisch und hat Musikunterricht. Und aus Spaß fragt sie mir Löcher in den Bauch über Spanisch.
Sie wird regulär 2012 eingeschult. Die Schulzeit ist noch lang genug. Außerdem gibt es später immernoch die Möglichkeit des Überspringens, wenn das Kind unterfordert sein sollte.

lg ivik


Beitrag von kathie78 25.03.11 - 21:57 Uhr

Das ist ja mal interessant, wo kann man das Nachlesen. Wurde uns bisher so nicht gesagt. Wobei es bei Überforderung ja auch die Möglichkeit des Wiederholens gibt. Und ich finde das ist auch eine Option, die nur von den Erwachsenen negativ belegt ist. Es ist doch sehr vernünftig, wenn man den Anforderungen noch nicht gewachsen ist auch ein Jahr nochmal zu machen.

Beitrag von ivik 25.03.11 - 22:02 Uhr

Bitte schön:

http://www.schure.de/

§ 64
Beginn der Schulpflicht

(1) 1Mit dem Beginn eines Schuljahres werden die Kinder schulpflichtig, die das sechste Lebensjahr vollendet haben oder es bis zum folgenden 30.September vollenden werden. 2Auf Antrag der Erziehungsberechtigten können Kinder, die zu Beginn des Schuljahres noch nicht schulpflichtig sind, in die Schule aufgenommen werden, wenn sie die für den Schulbesuch erforderliche körperliche und geistige Schulfähigkeit besitzen und in ihrem sozialen Verhalten ausreichend entwickelt sind. 3Diese Kinder werden mit der Aufnahme schulpflichtig.

(2) Schulpflichtige Kinder, die körperlich, geistig oder in ihrem sozialen Verhalten nicht genügend entwickelt sind, um mit der Aussicht auf Erfolg am Unterricht der Grundschule oder einer Förderschule teilzunehmen, können vom Schulbesuch um ein Jahr zurückgestellt werden. Sie können verpflichtet werden, zur Förderung ihrer Entwicklung einen Schulkindergarten zu besuchen.

Beitrag von steffken80 26.03.11 - 14:55 Uhr

Hallo,

meine Tochter war auch ein KannKind und im nachhinein bereuhe ich es sie geschickt zu haben.

Sie wurde auch von allen als tauglich eingestuft, da sie tut sich manchmal wirklich schwer. Es ist nicht so, dass sie es nicht kann oder hinterher ist, aber ich glaub in einen Jahr hätte sie es leichter gehabt.

Wir hatten sogar Phasen wo sie nach hause kam und weinte und meinte sie sei ja so doof, weil ihre beste Freundin (10 Monate älter) einfach schneller war. Mussten sie mühsam wieder aufbauen.

Tauglich ist eben nur tauglich und nicht erfolgreich.

LG Steffken

Beitrag von kat30 26.03.11 - 15:38 Uhr

Hallo Kathie,

ich würde sehr genau abwägen und auch viele Meinungen einholen (Kiga / KiA - evtl. einen Entwicklungsstandstest machen lassen).

Unsere Tochter wurde als Kann-Kind eingeschult - völlig problemlos (jetzt 3. SJ) - ihre beste Freundin (2 Monate älter - ebenfalls Kann-Kind) kam mit ihr zusammen in die Schule. Sie kommt zwar durchaus gut mit - muss sich aber wesentlich mehr anstrengen, was man ihr auch wirklich anmerkt (hat teilweise wieder Mittagsschlaf gemacht, weil sie so erschöpft war). Du siehst, es ist von Kind zu Kind verschieden.

Wenn du nicht dringend den Eindruck hast, dass er im Kiga unglücklich ist, würde ich es nicht unbedingt machen. Für unsere Tochter war es das Allerbeste, was wir machen konnten.

Und übrigens: Ein Jahr führer arbeiten, bedeutet auch ein Jahr führer eigenes Geld verdienen und unabhängig sein ;-)...

Kat

Beitrag von 3wichtel 26.03.11 - 19:48 Uhr

Naja, gerade solche Mathefragen (wieviel ist 7 und 6) finde ich nicht aussagekräftig für eine frühe Einschulung.

Unser Sohn hat z.B. schon im Kindergarten sehr gut und hoch gerechnet (Plus und Minusbereich sicher bis 20), hat aber viele andere Dinge, die zur Schulfähigkeit gehören, nicht mitgebracht, so dass er erst mit knapp 7 eingeschult wurde (wurde knapp nach dem Stichtag geboren).

Jetzt ist er in der ersten Klasse und rechnet nach wie vor super (inkl. Division im Hunderter-Raum), hat aber eben genau dadurch die Möglichkeit, sich auf das Drumherum zu konzentrieren.
Auf das Fachliche muss er gottdank keine Energie verschwenden. Aber die Sozialkontakte in einer großen Grund- und Hauptschule mit fast 500 Schülern fordern ihn schon ausreichend!

Beitrag von schullek 27.03.11 - 20:17 Uhr

hallo,

meiner wäre wie deiner ein kann kind dieses jahr. udn er geht definitiv erst nächstes jahr!
die gründe dafür sind eindeutig, wenn auch vielfälitg.

1. unser schulsystem ist nicht für jüngere kinder ausgelegt, die klassen zu groß.
2. mein sohn ist serh fantasievoll und spielt liebend gerne, er würde die schule wohl packen, aber spaß würde es ihm nciht machen
3. ergibt sich aus 2.: schule muss spaß machen, um sinnvoll zu sein und das sehe ich bei meinem kind momentan nicht gegeben. auch wenn er bereits worte schreibt, das abc kennt und rechnet.
4. ich sehe für viele kann kinder große probleme in den weiterführenden schulen. nach der 4. klasse muss man sich fürs kind entscheiden udn gerade jungen sind an dieser stelle noch nicht wirklich reif dafür bzw. ergibt sich erst später ein klareres bild. man kann also viel falsch machen.
5. der druck an den weiterführenden schulen ist enorm. vor allem im unterschied zur grundschule, die kinder sind häufig überfordert udn wenn ich dass meinem kind erst ein jahr später zumuten muss bin ich dankbar.

lg