Umfrage Versetzung 3. Klasse?

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Beitrag von caro300 25.03.11 - 21:27 Uhr

Hallo,

würde gerne mal Eure Meinung hören.

Wir haben folgendes Problem unser Sohn wurde auf unseren Wunsch ein Jahr später eingeschult. Das hatte natürlich auch Gründe.

Er hat die erste Klasse so mit Ach und Krach geschafft, hatte große Schwierikeiten mit der Lehrerin und wurde in die 2. Klasse versetzt.

Jetzt hat er neue Lehrer und macht auch besser mit. Er hat in Mathe angezogen und ist in allen Fächern ausser Deutsch durchschnittlich. In Deutsch liest er immer noch stockend und ist extrem langsam im Schreiben.

In Baden-Würtemberg bekommt er nur in zwei Fächern (Deutsch und Mathe) Noten am Ende des Jahres. Er wird wohl am Ende des Jahres versetzt, da er in beiden Fächern zwischen 3 und 4 steht.
Es ist aber schon abzusehen dass er auch in der 3. Klasse hinterher hinken wird. Und Deutsch braucht man ja in jedem Fach.

Würdet ihr euer Kind nochmals zurückstellen, auch wenn er dann 2 Jahre älter als der Rest der Kinder ist? Das ist irgenwie schon heftig.

Vielleicht kann mir jemanden eine Rat geben?

LG
Carola


Beitrag von delfinchen 26.03.11 - 08:55 Uhr

Hallo,

schwierige Frage.
Es ist toll, dass du dir Gedanken darüber machst, was für deinen Sohn schulmäßig das Beste ist und auch ein freiwilliges Wiederholen der Jahrgangsstufe nicht aussschließt.
Ich weiß aber nicht, ob ich das machen würde. Er wäre dann nicht nur, wie du schreibst, zwei Jahre älter als alle anderen, es kann auch später Probleme geben, weil man beispielsweise in der Realschule ein bestimmtes Alter pro Klasse nicht überschreiten darf. In Bayern war es zumindest bis vor zwei Jahren so, dass man bis zum 30.06 des Schuljahres nicht älter als Klasse + 10 sein durfte (also 5. Klasse, 1. Ralschuljahr --> 10 + 1 = 11, 6. Klasse --> 10 + 2 = 12, ...).
Auch steht dann jetzt schon fest, dass er, egal, welche Schulart er mal besucht, eine Verlängerung der Schulpflicht braucht - und die ist von der Leistung und vom Verhalten abhängig und wer weiß schon, was in der Pubertät noch so alles anfällt.

Habt ihr schon mal einen Beratungslehrer aufgesucht? Es muss doch einen Grund geben, warum er stockend liest. Versteht er das, was er gelesen hat, sinngemäß? Liest er vielleicht leise flüssig und kann nur nicht laut vorlesen?
Warum schreibt er langsam? Hat er motorische Probleme? Vielleicht würde da eine Ergotherapie helfen. Schafft er es, im Unterricht alle Tafelanschriften abzuschreiben oder kommt er auch da nicht mit und es fehlen Einträge? Oder schreibt er nur dann langsam, wenn er selbst Texte Verfassen muss, schreibt aber in einem normalen Tempo ab?

Ich verstehe deine Befürchtung, dass er in der 3. Klasse dann hinterhinkt, bin und dass ihn das vielleicht demotiviert, bin mir aber nicht sicher, ob ihm das Wiederholen wirklich hilft.

Ob er dann automatisch schneller wird? Vielleicht ist eher das Gegenteil der Fall, weil er ja schon "alles kennt" und sich darauf ausruht, erstmal nicht viel für die Schule machen zu müssen.

Ob sein Selbstbewusstsein nicht darunter leidet, dass er die Klasse - ob freiwillig oder nicht spielt für ihn keine Rolle - wiederholen muss und seine Freunde alle "aufsteigen"?

Läuft er so vielleicht Gefahr, dass er die Lehrerin aus der 1. Klasse wieder bekommt?

Mein Tipp:
Beratungslehrer aufsuchen, der soll prüfen, woran die Problematik mit dem Lesen und Schreiben liegt. Dann kann man immer noch weitersehen. Ich denke aber, wenn er - beispielsweise aufgrund einer Ergo - schneller schreiben kann und ihm das Schreiben nicht mehr "weh tut" ( vielleicht verkrmpft er und das Schreiben bereitet im tatsächlich Schmerzen), werden seine Leistungen eventuell besser, weil er sich dann in Proben ja mehr auf den Inhalt als auf das Schreiben an sich konzentrieren kann.

Alles Gute und liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von zanadu01 26.03.11 - 11:15 Uhr

Hallo, ich würde ihn mit den Noten nicht wiederholen lassen. Er hat noch Zeit bis zum Ende der zweiten Klase bis er flüssig lesen können muß. Mein Sohn hat erst in der dritten eine Sprung im Lesen gemacht ( er liest jetzt flüssig und mindestens ein Buch in der Woche).
Sprich mit der Lehrerin, wie du deinem Sohn helfen kannst. Bei uns gibt es Förderstunden und Lesepaten. Bei uns sind die Arbeiten nicht so wichtig, wichtiger ist die Mitarbeit. Wie ist dein Sohn da?
Geht ihr schon zur Ergoherapie? Uns haben die Therapeuten sehr gehofen.

Beitrag von teddyli 26.03.11 - 20:49 Uhr

Hallo carola ,

Das Problem hatte ich auch und bei den Noten würde ich auch nicht wiederholen lassen. Was wirklich wichtig ist, ist lesen ! Wir haben jeden Abend gelesen.Lesen braucht man in jedem Fach zu jedem Test .aber Vorsicht lange Texte frustrieren nur. Wir haben abwechselnd gelesen immer bis zum Punkt. Wir kamen vorwärts und sie hatte spass am lesen. Bei uns kam dann raus das sie eine Lese/Rechschreibschwäche hat.
um dir mal ein bisschen hoffnung zu machen, meine Tochter ist jetzt Klassen beste #huepf
bei einer Legasthenie wird die Rechtschreibung aus der wertung genommen ,dass kann bei einem Aufsatz die Note ganz schön retten .....
das schafft ihr schon *

ganz liebe Grüße

#winke

Beitrag von delfinchen 26.03.11 - 21:06 Uhr

Hallo ,

der Umgang mit LRS und Legasthenie ist LÄndersache und wird überall anders gehandhabt.

In Bayern wird nur bei einer LEGASTHENIE die Rechtschreibnote aus dem Aufsatz rausgenommen (wobei das bei mir immer 2 von 28 oder mehr Punkten waren, also auch für alle anderen hat Rechtschreibung beim Aufsatz nicht wirklich viel gezählt) - bei einer LRS ist das ERmessenssache des Lehrers.

LG,
delfinchen



Beitrag von caro300 26.03.11 - 21:17 Uhr

Erst mal vielen Dank für Eure Antworten! Es ist auch noch offen. Also ich denke schon, dass unser Sohn eine Lese-/Rechtschreibschwäche hat und er bekommt auch schon Förderunterricht. Mit der Motrik hat er eigentlich so keine Probleme mehr, aber liest beim Abschreiben nicht die Wörter und schreibt jeden Buchstaben einzeln ab. Das dauert dann entsprechend.

Also vielen Dank und viele Grüße

Carola