Verhaltensauffälligkeit bei meinem Sohn(4)

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von naddel09 26.03.11 - 12:28 Uhr

Hallo!es geht um meinen Sohn.eigentlich ist er ein cleveres aufgewecktes Kerlchen und auch im Kindergarten gibt es überhaupt keine Probleme.nur wenn ich mit ihm zb auf den Spielplatz gehe flippt er völlig aus.er schreit,ärgert andre Kinder und hört einfach nicht.das ganze legt sich nach einer Weile wieder trotzdem ist es mir sehr unangenehm da ich immer das Gefühl habe alle schauen uns an und wundern sich über dieses Kind..
Zuhause angekommen Stelle ich ihn in ruhiger Minute noch mal zur Rede und er sagt es sei einfach sein Körper und er könne nichts dagegen tun#kratz
Ich habe mir schon überlegt ob ich dann einfach wieder nach Hause gehen soll,zur Strafe wenn er sich wieder so benimmt.ich habe noch 2 weitere Kinder und da ist das rauskommen schon ziemlich stressig.aber irgendwie müssen wir das in den griff bekommen können oder?ich Frage mich schon ob ich irgendwas falsch gemacht habe.komischerweise ist er beim Papa nicht so aufgedreht..was kann dahinter stecken?lg

Beitrag von lisasimpson 26.03.11 - 12:38 Uhr

"nur wenn ich mit ihm zb auf den Spielplatz gehe flippt er völlig aus.er schreit,ärgert andre Kinder und hört einfach nicht.das ganze legt sich nach einer Weile wieder "

Offenbar ist das eine situation, die ihn unter streß bringt/ ihn in aufregung versetzt- wie auch immer.

"es sei einfach sein Körper und er könne nichts dagegen tun"

finde ich eine gute erklärung.
ich würde ihn fragen, was in dem moment mit dem körper los ist, was der körper vielleicht bräuchte, damit das besser klappt.
dann verändert sich ja die situatin wieder, wie du schreibst- ich würde ihn fragen, was er macht, damit er dann wieder die Kontrolle über "den körper" hat .
und dann probiert es einfach mal im rollenspiel aus. der körper darf rumflippen und der Sohn muß die kontrolle übernehmen (verwende idei bilder, die er dir gibt- also wenn er sagt, der kröper wird von kleinen männchen gekitzelt, dann sucht möglichkeiten ,die kleinen männchen zu verteiben- sähe dann auf dem spielplatz vielleicht so aus, daß wenn du merkst, es kippt: sagst du ihm: oh jetzt helfe ich dir erst mal die männchen zu vertreiben und jagst ihn ein mal über den platz- das löst, die anspannung, läßt Endorphine frei werden und er kommt ins lachen. am ende dieser "jagdrunde, braucht es dann am besten ein ruhiges ritual- z.b. mußt du ein mal dne ganzen körpderabstreichen, damit du auch überprüfen kannst, ob alle männchen weg sind- danach fragst du ihn, ob alles in ordnung ist und er kann loslegen mit spielen

lisasimpson

Beitrag von naddel09 26.03.11 - 12:49 Uhr

Hallo!danke für deine Antwort.ich fand seine erklärung auch sehr hilfreich ebenso wie dein Vorschlag.ich denke auch es ist eine Art Reizüberflutung oder dass er sich so sehr freut und es vielleicht nicht anders ausdrücken kann...lg

Beitrag von lisasimpson 26.03.11 - 12:52 Uhr

so würde ich das auch interpretieren.
Ist ja auch in Ordnung.
Ich denke jeder kennt das gefühl der aufregung, der unsicherheit, des "Aufgedrehtsein" in bestimmten situationen.
Und gemeinsam findet ihr sicher ne gute Strategie um dem körper zu helfen:)

lisasimpson

Beitrag von juniorette 26.03.11 - 12:47 Uhr

Hallo,

das ist keine Verhaltensauffälligkeit, sondern fehlende Konsequenz von deiner Seite.

Würde mein Sohn sich auf dem Spielplatz nicht benehmen, würde er erstmal eine Auszeit bei mir auf einer Bank bekommen. Wenn das nicht hilft, wird halt heimgegangen.
Wenn du wegen deiner anderen Kinder nicht heimgehen möchtest, muss dein Sohn halt bis zum Ende des Spielplatzbesuchs bei dir bleiben.

"komischerweise ist er beim Papa nicht so aufgedreht."

Ich gehe davon aus, dass er seinen Vater nicht so oft sieht wie dich und dass es nicht so viele Spielplatzbesuche von Vater und Kind gibt. Außerdem vermute ich, dass dein Mann den Spielplatzbesuch abbrechen würde (bzw. hat), wenn dein Sohn sich bei ihm so benehmen würde.

LG,
J.

Beitrag von naddel09 26.03.11 - 12:51 Uhr

Da hast du leider recht mit der fehlenden Konsequenz.ich arbeite dran.lg

Beitrag von joshua0709 26.03.11 - 14:43 Uhr

Hallo,

"Wenn du wegen deiner anderen Kinder nicht heimgehen möchtest, muss dein Sohn halt bis zum Ende des Spielplatzbesuchs bei dir bleiben. "

Das geht aber auch nur, wenn ich nur ein Kind habe. Wenn ich mit meinen beiden auf dem Spielplatz bin, dann muss ich mit dem einen balancieren, mit dem anderen schaukeln, Sand auf das Klettergerüst bringen usw. Ich z.B. bin keine von den "Bank-Sitz-Müttern", sondern immer in Bewegung.
Da kann ich ein Kind gar nicht bei mir behalten, wie soll das gehen.
Außerdem finde ich auch komisch, dass dieser Junge gerade in der speziellen Situation so ist und danach wieder völlig ausgeglichen. Das muss ja einen Grund haben.
LG
Uta

Beitrag von juniorette 26.03.11 - 16:55 Uhr

Hallo,

"Das geht aber auch nur, wenn ich nur ein Kind habe. "

auch Eltern von mehreren Kindern sollten Konsequenzen walten lassen, wenn sich eines ihrer Kinder nicht benehmen kann.
Dein Argument klingt so, als bräuchtest du dein Kind, welches sich daneben benimmt, nicht erziehen, weil du dich ja noch um dein anderes Kind kümmern musst #kratz

Außerdem ist mit dem einen Kind auf der Bank bleiben für den Rest des Spielplatzbesuchs immer noch besser als den Spielplatzbesuch für alle abzubrechen, weil eines der Kinder nicht zu bändigen ist.
Sorry, aber so wie die TE ihr Kind beschreibt, ist das Kind eine Zumutung für die anderen Kinder und deren Eltern, die einfach nur friedlich auf dem Spielplatz spielen wollen (geht nicht gegen dich, liebe TE, ich weiß, du versuchst was zu ändern).

Interessant finde ich, dass du dich als ach so engagierte Mutter darstellst ("Ich z.B. bin keine von den "Bank-Sitz-Müttern", sondern immer in Bewegung."), aber keinen konstruktiven Vorschlag hast, wie man dem Kind der TE sein schlechtes Benehmen auf dem Spielplatz abgewöhnen kann.
Dass Konsequenzen (wie z.B. Heimgehen) mit mehreren Kindern schwieriger umzusetzen sind als mit nur einem Kind (da man mit Heimgehen auch das "brave" Kind bestraft), ist mir klar.
Die Tatsache, dass man mit mehreren Kindern unterwegs ist, ist aber keine Entschuldigung dafür, nicht einzugreifen, wenn eines seiner Kinder sich nicht benehmen kann.
Kindergartenerzieherinnen sind in der Regel für 10 Kinder gleichzeitig verantwortlich und können sich auch nicht rausreden, dass sie für so viele Kinder verantwortlich sind.

LG,
J.

Beitrag von joshua0709 28.03.11 - 05:57 Uhr

Hallo,
ich denke eben, dass das Kind der TE, wenn es sonst sehr verträglich ist, gerade in der Spielplatzsituation so "austickt", ein Problem hat.. Ich unterstelle dem Kind und auch der TE eben nicht gleich schlecht erzogen zu sein, sondern denke, dass die Erforschung der Ursache für dieses Verhalten VOR einer Maßregelung im Einklang MIT einer Konsequenz die beste Wahl ist.
Um genau zu beurteilen, welche Konsequenz ich da vorschlagen würde muss ich aber die Gründe kennen!#aha

"Dein Argument klingt so, als bräuchtest du dein Kind, welches sich daneben benimmt, nicht erziehen, weil du dich ja noch um dein anderes Kind kümmern musst"
Du interpretierst aber ziemlich vorschnell ziemlich viel in meine Aussage rein.
Zwischen den Zeilen lesen zu können ist eine Gabe, aber so große Absätze habe ich doch gar nicht gemacht!
Fakt ist, dass deine vorgeschlagene Konsequenz von dem wahlweise anderen Kind eben nicht toleriert werden würde. Ich würde dann heim gehen müssen, denn ICH KANN nicht auf einer Bank sitzen, eben WEIL ich 2 Kinder erziehen muss.
LG
Uta

Beitrag von marion2 28.03.11 - 10:39 Uhr

Hallo,

ob das wahlweise andere Kind die vorgeschlagene Konsequenz tolerieren würde, hängt von der Erziehung ab.

Gruß Marion

Beitrag von joshua0709 28.03.11 - 16:51 Uhr

Hallo,

deinen Satz verstehe ich nicht so ganz.

Ich habe mich auf folgende Ausssage von "juniorette" bezogen:

"Würde mein Sohn sich auf dem Spielplatz nicht benehmen, würde er erstmal eine Auszeit bei mir auf einer Bank bekommen. Wenn das nicht hilft, wird halt heimgegangen.
Wenn du wegen deiner anderen Kinder nicht heimgehen möchtest, muss dein Sohn halt bis zum Ende des Spielplatzbesuchs bei dir bleiben."

Das heißt noch lange nicht, dass ich keine klaren Ansagen machen würde, die in unserem Fall auch sehr deutlich ausfallen würden. Aber ich bin überzeugt davon, dass kein Kind auf einmal so auffällig ist ohne Grund. Mehr habe ich nicht geschrieben. Weder habe ich behauptet eine besonders engagierte Mutter zu sein, noch irgendwo geschrieben, dass ich einfach nur zuschauen würde. Ich finde diese Unterstellungen auf Grund eines Satzes hier unmöglich und anmaßend. Aber es ist ja weithin bekannt, dass viele Leute hier bei urbia Worte mixen und tauschen wie es ihnen beliebt.
LG
Uta

Beitrag von marion2 28.03.11 - 19:22 Uhr

Hallo,

ich bezog mich auf:

"Fakt ist, dass deine vorgeschlagene Konsequenz von dem wahlweise anderen Kind eben nicht toleriert werden würde. Ich würde dann heim gehen müssen, denn ICH KANN nicht auf einer Bank sitzen, eben WEIL ich 2 Kinder erziehen muss."

Ich könnte. Mehr hab ich damit nicht gesagt. Meine Kinder würden nicht tolerieren, dass wir heim gehen. Sie würden tolerieren, dass ich mit dem unartigen Kind auf der Bank sitzen bleibe...

"Aber ich bin überzeugt davon, dass kein Kind auf einmal so auffällig ist ohne Grund."

Kein Satz zum Streiten. Wir sind einer Meinung.

"Ich finde diese Unterstellungen auf Grund eines Satzes hier unmöglich und anmaßend."

#liebdrueck sollte keine Unterstellung sein.

"Aber es ist ja weithin bekannt, dass viele Leute hier bei urbia Worte mixen und tauschen wie es ihnen beliebt."

Auch kein Satz zum Streiten. ;-)


#winke

Beitrag von joshua0709 28.03.11 - 21:06 Uhr

Hallo,
ich kam noch nie auf den Gedanken auch nur zu probieren ob eines meiner Kinder bei mir auf der Bank sitzen würde ohne dass das andere Kind darunter leiden müsste. Das hat mit Toleranz nicht viel zu tun, denn wenn beispielsweise mein Großer aus irgend einem Grund "bestraft" werden müsste, dann hätte meine 2 jährige Tochter ein Problem. Wer schaukelt sie eine viertel h an? Wer balanciert mit ihr. Etc. pp.

"Ich finde diese Unterstellungen auf Grund eines Satzes hier unmöglich und anmaßend."
Damit warst auch nicht du gemeint.
Ich wehre mich auch persönlich dagegen, dass Kinder, die sich wie oben beschrieben "daneben benehmen" der Einfachheit halber als schlecht erzogen gelten. Da hapert es dann ganz lapidar an Konsequenz.
Wieso funktioniert die Erziehung der TE sonst so gut? (Sie kann natürlich nicht ganz ehrlich gewesen sein, aber ich gehe mal nicht davon aus)
Das muss doch einen Grund haben.
LG
Uta

Beitrag von steffken80 26.03.11 - 15:02 Uhr

Hallo,

sehe ich auch so. Ich würde ihn auch nicht erst zu Hause zur rede stellen, sondern schon auf dem Spielplatz zeigen, dass das was er gerade tut nicht okay ist.

Und bitte keine falsche Scharm vor anderen Eltern. Musste schon öfters feststellen, dass viele Eltern ihren Kindern keine klare Ansage machen und die auch durchziehen, nur weil andere Eltern ja sonstwas denken könnten.

Das Kind natürlich auch nicht bloss stellen, aber wenn es im leisen Flüsterton nicht funktioniert, da sprech ich meine Tochter auch laut drauf an (natürlich nicht über den ganzen Spielplatz schreien).

LG Steffken

Beitrag von naddel09 28.03.11 - 13:07 Uhr

Hallo nochmal.also vielleicht ist es mit der Handhabung der Erziehung bei drei Kleinkindern nicht ganz so erleuchtend wie nur mit einem,womit ich kein Fehlverhalten entschuldigen will.wir haben klare regeln und Absprachen und es ist ausschliesslich die spielsituation die meinen Sohn die ersten zehn Minuten wild macht.das hat mich einfach verwundert.ich denke lisasimpsons Antwort war trifft für meinen Sohn hier am besten zu.ich vermute es hat etwas mit sinnesverarbeitung bzw Wahrnehmung zu tun.die letzten 2 Tage hat es besser geklappt.ich habe mir eure antworten alle mal verinnerlicht und vielleicht ist es ja doch nur wieder mal eine Phase...;-)Danke soweit,lg

Beitrag von naddel09 29.03.11 - 12:45 Uhr

Also ich wollte nur noch mal korrigieren.er rastet nicht im negativen Sinne aus,sprich mit Wut und ärger sondern eher vor Freude.und sein Enthusiasmus ist einfach nicht zu bremsen.warum er dann provokant auf andre Kinder zugeht ist mir unklar.fest steht dass er nach 15 Minuten ruhig und normal spielt..lg