Ehem. Mieter ist ins Ausland verzogen - was tun mit Nebenkostenabr. ?

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Beitrag von mirja 26.03.11 - 13:32 Uhr

Hallo!

Ich habe eine Rechtsfrage an euch: Was mache ich wenn mein ehemaliger Mieter ins Ausland gezogen ist und mir aber noch die Nebenkosten von 2010 schuldet? Sollte er sich weigern, zu bezahlen, was für rechtliche Möglichkeiten habe ich? Würde er noch in Deutschland wohnen, wäre der Rechtsweg klar, aber wie ist das jetzt?

Ich habe Bedenken, dass er nicht zahlen will, da er mir seine neue Adresse nicht mitgeteilt hat beim Umzug, diese habe ich jetzt selbst rausgefunden.....:-p

Außerdem gab es leider letztes Jahr schon Ärger mit der Nachzahlung, für welche ich ja nun wirklich nichts kann - die Nebenkosten wurden absolut korrekt abgerechnet. Wer viel verbraucht, zahlt eben auch viel - ich habe damals sogar eine Ratenzahlung angeboten, obwohl ich das Geld echt selber gebraucht hätte. Es kommt halt immer alles auf einmal... Ich hatte zum Glück noch die Kaution, welche mit der damaligen Nachzahlung dann aufgebraucht war.

Bitte helft mir, ich habe echt Bedenken und wäre für den leider wahrscheinlichen Fall einer Weigerung gerne gewappnet. Als Vermieter ist man in solchen Sachen echt der A..... Ist sehr ungerecht, aber leider so....

Ach ja, der ehemalige Mieter wohnt jetzt in Österreich, falls das relevant für euch ist.

Ich danke euch von Herzen für eure Hilfe! lg von mirja

Beitrag von werner1 26.03.11 - 13:48 Uhr

Hallo,

§ 132 BGB Ersatz des Zugehens durch Zustellung
(1) Eine Willenserklärung gilt auch dann als zugegangen, wenn sie durch Vermittlung eines Gerichtsvollziehers zugestellt worden ist. Die Zustellung erfolgt nach den Vorschriften der Zivilprozeßordnung.
(2) Befindet sich der Erklärende über die Person desjenigen, welchem gegenüber die Erklärung abzugeben ist, in einer nicht auf Fahrlässigkeit beruhenden Unkenntnis oder ist der Aufenthalt dieser Person unbekannt, so kann die Zustellung nach den für die öffentliche Zustellung geltenden Vorschriften der Zivilprozeßordnung erfolgen. Zuständig für die Bewilligung ist im ersteren Fall das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erklärende seinen Wohnsitz oder in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes seinen Aufenthalt hat, im letzteren Fall das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Person, welcher zuzustellen ist, den letzten Wohnsitz oder in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes den letzten Aufenthalt hatte.

Eine öffentliche Zustellung des MB ist nicht möglich. Hierzu bedarf es der Einreichung einer "normalen" Klage, die ihrerseits dann öffentlich zugestellt werden kann.

Das wirst du ohne Hilfe aber vermutlich nicht schaffen.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mirja 26.03.11 - 15:09 Uhr

Bedeutet Anwalt, oder?

Beitrag von manavgat 26.03.11 - 14:03 Uhr

Verbuch es unter Erfahrung.

Du hättest sonst das volle Kostenrisiko.

Um wieviel Euro geht es denn?


Gruß

Manavgat

Beitrag von mirja 26.03.11 - 15:11 Uhr

Knappe 500 Euro. Ist zuviel, um es einfach zu verschenken. Aber jetzt schau ich erstmal, vielleicht zahlt er ja diesmal zuverlässiger.
Ansonsten geh ich den Rechtsweg, mir steht das Geld schließlich zu, ich bezahle auch meine Rechnungen - so gehts nicht!

Lg Mirja

Beitrag von ppg 26.03.11 - 15:56 Uhr

Ansonsten geh ich den Rechtsweg,

Du bist wirklich mutig - da Du mit allen Vollstreckungsmaßnahmen in Vorleistung treten mußt. Da können locker nochmal 1000 € zusätzlich auf Dich zukommen.

Irgendwann muß man eine Entscheidung treffen ob man schlechtem Geld noch Gutes hinterherwirft.

Andere Frage, warum hast Du sowenig Kaution genommen, resp. den Abschlag für die Nebenkosten so gering angesetzt, das es zu solch hohen Nachzahlungen kommen konnte?

Ute

Beitrag von mirja 26.03.11 - 17:49 Uhr

Ich hatte noch nicht so viel Erfahrung mit dem Vermieten und hab das dem Makler überlassen. Es waren zwei Kaltmieten, viel mehr hätte ich eh nicht nehmen dürfen.

Der Abschlag war mehr als gut berechnet, aber es gibt halt Leute, die viel viel mehr verbrauchen als andere - da steckt man nicht drin. Ich kann auch nicht ohne Ende Nebenkosten verlangen, dann nimmt mir die Wohnung ja keiner mehr.

Krass, dass die Vorteile in so einem Fall immer beim Mieter liegen, das ist absolut ungerecht! Aber, man bekommt ja zum Glück immer das siebenfache von dem, was man tut, zurück..... Jetzt schau ich einfach mal, vielleicht krieg ich es ja doch noch.....

Lg!

Beitrag von ppg 26.03.11 - 18:17 Uhr

Der Abschlag war mehr als gut berechnet, aber es gibt halt Leute, die viel viel mehr verbrauchen als andere - da steckt man nicht drin.

Wie kann denn das sein, bei 500 €, wenn er kurz nach der letzten Abrechnung ausgezogen ist?

Und für das nächste mal: Kaution 3 Nettokaltmieten

Ute

Beitrag von mirja 26.03.11 - 21:08 Uhr

Es gibt Leute, die 4x täglich Müll in die Müllschleuse stecken ( welcher mit Chip pro Einwurf abgerechnet wird), heizen ohne Ende und anscheinend 3x täglich duschen. Das ist nicht die Norm und mehr als übertriebener Verbrauch. Woher soll ich das vorher wissen?

Ich habe die Wohnung selbst für einige Jahre bewohnt und weiß, was normaler Verbrauch ist. Für die Dummheit des Mieters kann ich nichts!

Dass ich jetzt schlechte Karten hab, weiß ich!

Beitrag von manavgat 27.03.11 - 09:53 Uhr

3! nicht 2 Monatsmieten Kaution sind möglich + üblich.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mirja 27.03.11 - 14:33 Uhr

Das werde ich in Zukunft auch so handhaben - hätte mir der Makler ja mal sagen können. Den hab ich extra engagiert, weil ich mich nicht auskenne....

Lg mirja

Beitrag von manavgat 27.03.11 - 09:53 Uhr

Ich bin hier bekannt dafür - und werde oft dafür kritisiert :-) - dass ich kurzen Prozeß mache und Sachen zur Anwältin gebe.

Allerdings nur bei Aussicht auf Erfolg.

Das kann ich hier nicht erkennen. Am Ende sitzt Du mit 1000 Euro da, weil die Kosten für Gericht, Gerichtvollzieher + Anwalt auch nicht beizutreiben sind.

Dass der Typ keinen Bock hat zu zahlen, hast Du ja schon mitbekommen.

Ich rate Dir, lass los und sieh Dir zukünftig Deine Mieter besser an, vor Vertragsabschluss.

Gruß

Manavgat

Beitrag von werner1 26.03.11 - 14:39 Uhr

Hast du beim Einwohnermeldeamt schon mal nachgefragt ?
(kostet knapp 10 Euro)

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von ppg 26.03.11 - 14:50 Uhr

Sie kennt die Adresse - in Österreich

Ute

Beitrag von werner1 26.03.11 - 15:06 Uhr

Das war nicht meine Frage.
Evtl. existiert ja eine deutsche Adresse.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mirja 26.03.11 - 22:52 Uhr

Was würde mir die deutsche Adresse bringen? Rein rechtlich gesehen?

Die aus Österreich habe ich ja. Meinst du, ich könnte mein Recht z.B. bei den Eltern einforden? Ich glaube zwar nicht, dass das geht, da der Mieter ja schon lange volljährig ist, aber anscheinend kennst du dich gut aus und kennst da einen Trick?!

Lg, mirja

Beitrag von krokolady 26.03.11 - 17:05 Uhr

aus dem Grund ist er "normal" das der Vermieter einen Teil der Kaution zurück behält bis zur nächsten Nebenkostenabrechnung..........

Beitrag von mirja 26.03.11 - 22:50 Uhr

Ich hab die Kaution nicht zurückgegeben, ich hab sie mit der Abrechnung verrechnet. Die Kaution war damit fast aufgebraucht.....

Also wirklich, ich wünsche dir nicht, mal an so einen Mieter zu kommen - ich bin hier das Opfer, nicht der Täter.

Was hättest du denn gemacht? Es macht keinen Unterschied, ob ich die Kaution jetzt verrechnen würde oder dass ich es schon gemacht habe. Die schuldige Summe bleibt die Selbe!

Ich war froh, dass der dann ausgezogen ist, da ich die Abrechnungen von der Hausverwaltung immer erst im April/Mai bekomme, konnte ich nicht wissen, wieviel der Mieter verbraucht. Im August ist er dann ausgezogen, aber da waren dann halt schon wieder 8 Monate des Jahres vorbei. Und die Abrechnung von 2010 konnte ich ja erst jetzt machen, da ich die Abrechnung der Hausverwaltung abwarten musste ( welche komischerweise jetzt schon da ist). Ich hätte es gerne schon früher gemacht, aber das geht nicht und ist in meinem Falle auch nicht zulässig.

Ich hatte hier absolut keinen Handlungsspielraum! Meine jetzige Mieterin ist absolut zuverlässig und hat auch einen normal hohen Verbrauch, aber der erste Mieter war einfach ein Idiot.

Beitrag von krokolady 27.03.11 - 10:38 Uhr

das sollte kein Angriff sein!
Hätte ja sein können das du des nicht gewusst hast das dir das zusteht.

Beitrag von mirja 27.03.11 - 14:40 Uhr

Das sollte auch kein Gegenangriff sein!

Mich nervt hier nur einfach die absolut ungerechte Rechtslage den Vermietern gegenüber.

Wenn ich mich heute dazu entscheide, einfach keine Miete mehr zu zahlen, die Wohnung zerstöre.....könnte der Eigentümer mich nicht mal rausschmeißen, geschweige denn Schäden beseitigen, weil er nicht mal die Wohnung betreten darf! Nicht mal, wenn er von aussen sieht, dass ihm der Mieter grad die Bude abfackelt - das kann doch echt nicht sein!

Mietnomaden haben in Deutschland echt leichtes Spiel - eine Sauerei ist das!

Ich bin ja "noch glimpflich" davon gekommen, auch wenn 500 Euro jetzt kein Pappenstiel sind... Aber was ich im Fernsehen schon gesehen hab über Mieter, die ihre Vermieter in den Ruin treiben, da kommt mir echt die Galle hoch.

Aber: Man sieht sich immer zweimal und ich hoffe für den Fall, dass ich ein paar schlagkräftige Jungs an meiner Seite habe......;-)

Lg von mirja, die sehr emotional wird, wenn es um ihre Wohnung geht...

Beitrag von bruchetta 26.03.11 - 17:20 Uhr

Wenn der Mieter schon beim letzten mal soviel nachzahlen mußte, dass Du ihm Ratenzahlungen angeboten hast, hättest Du den monatlichen Nebenkostenabschlag entsprechend anheben müssen, so dass dieses Jahr keine € 500,-- angefallen wären.

Beitrag von mirja 26.03.11 - 17:44 Uhr

Das hätte ich getan, aber der ist dann kurz nach der ersten Abrechnung ausgezogen.....

Beitrag von werner1 27.03.11 - 06:22 Uhr

Wenn du eine deutsche Adresse hast, ist es wesentlich einfacher.
Du musst nur dafür sorgen, dass auf einem Briefkasten in diesem Haus auch sein Name klebt.
Mahnbescheid hinschicken und der Fall ist erledigt.
Dem Gerichtsvollzieher ist es egal, ob da jemand wirklich wohnt, wichtig ist nur, dass es auch die Adresse ist, bei der er gemeldet ist.

Beitrag von parzifal 27.03.11 - 06:57 Uhr

Die Kaution ging für die NK-Nachzahlung 2009 drauf?

Wie lange hat denn der Mieter dann noch bei Dir gewohnt?

Die Kaution wird ja im Falle eines Falles eigentlich nur nach Auszug angerührt und während des Mietverhältnisses muss der Mieter Außenstände zahlen.

Außerdem solltest Du die NK realistisch ansetzen und nicht davon abhängig machen, dass Dir die Wohnung abgenommen wird.

Gruß
parzifal

Beitrag von mirja 27.03.11 - 14:44 Uhr

Ich habe die Kaution zusammen mit dem Mieter realistisch angesetzt, ich selbst habe sie fast 10 Jahre bewohnt und zu 90 Prozent noch war zurück bekommen von den Vorauszahlungen.

Und ja: Ich dusche täglich und hatte es auch immer warm. Meinen Müll habe ich 1x pro Woche manchmal auch 2x pro Woche runtergebracht. Das reicht völlig aus, wenn man Mülltrennung betreibt und nicht alles in die Tonne kippt.

Gruß, mirja

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