Tochter 3,5 Jahre alt, momentan kaum zu fassen....

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von vwaschaetzje 26.03.11 - 17:56 Uhr

Hallo,

ich bräuchte mal einen Rat, obwohl ich weiss, dass es keinen Fahrplan gibt, der immer hilft. Aber viell. war schon mal jemand, in einer ähnl. Situation...

Meine Tochter ist 3,5 Jahre alt. Ich bin alleinerziehend mit ihr, seitdem sie 1,5 Jahre alt ist. Vater sieht sie alle zwei Wochen, nicht immer ganz regelmässig. Dazwischen gab es 1 Jahr einen anderen Mann. Leider hat es nicht funktioniert mit uns. Er war beziehungsunfähig. Ich gehe fast Vollzeit arbeiten, sie hat einen Platz im Ganztageskindergarten. Im Okt-Dez habe ich eine Weiterbildung gemacht und musste viel lernen. sie wurde dann von Oma und Familie oft abgeholt und war am Wochenende auch immer dort. Da ich einfach die Zeit gebraucht habe. Während dieser Zeit hat sie manchmal unmögliche Verhaltensauffälligkeiten gehabt, die aber eindeutig meiner Lernzeit zuzuschreiben waren. Ich hatte wenig Zeit für sie.Seit Januar ist aber alles wieder normal und seitdem hatte ich wieder ein "normales" Kind.

Seit 3-4 Tagen habe ich auf einmal einen "Teufel" hier im Haus. Den ganzen Tag wird geheult und gequängelt, sie kann sich auf einmal nicht mehr anziehen. Wenn etwas nicht gleich klappt, wird geschrien und sich auf den Boden geworfen. Den einen Moment sagt sie, sie will das, den anderen Moment wieder jenes. So von wegen" Ich will zu Papa gehen" und dann "Ich will nicht zu Papa gehen". So geht es mit allem. Sie ist dauermüde, so müde hab ich sie noch nie erlebt. Sie will morgens nicht mehr in Kindergarten und weint wieder und erfindet lauter Krankheiten, die sie auf einmal hat. Nach Rücksprache mit Kindergarten gibt es momentan keinen Anhaltspunkt, warum dies so ist. Wir bleiben dran. Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Ich gehe immer wieder neu auf sie zu, versuche gelassen zu sein. Aber irgendwann kommt der Punkt x, da sage ich, dass ich so nicht mehr mit ihr reden kann und gehe dann ein Stockwerk runter und ihr somit aus dem Weg (weil ich sonst durchdrehen würde) Dann fängt sie an zu toben, geht in ihr Zimmer, kreischt wie eine Verrückte und wirft alles mögliche durch ihr Zimmer. Es kracht und poltert und sie ist am Rande des Wahnsinnns...gestern hat sie sogar ihre Holz-Messlatte abgerissen und rumgeworfen. Da wurde es mir zuviel und ich bin ins Zimmer gestürzt und habe sie sofort ins Bett geschickt. Sie spuckte dann noch auf den Boden!!! Am Vortag hat sie vor lauter Zorn im Bad auf dem Boden gesessen und ohne Hose auf den Boden gepinkelt. Das war ja noch nie da!!! Sie ist normalerweise so ein liebes Mädchen und hört auch ganz gut. Aber wenn sie ausrastet, hab ich sie gar nicht mehr im Griff und ich weiss nicht, wie ich mit ihr umgehen soll.
Kennt jemand, so ein extremes Verhalten mit spucken, Sachen rumwerfen, pinkeln und wie geht ihr damit um?
Ich habe sie auch schon versucht, anzusprechen, ob es einen Grund gibt, dass sie so "traurig" ist. Aber hab nichts rausbekommen....

Ich hoffe, Ihr könnt mir einen Rat geben. Mir fehlt der Partner an meiner Seite, der mich hier unterstützt, von daher hat es mich die letzten Tage unendlich viel Kraft gekostet, das durchzustehen...

Tausend Dank
LG
Sandra

Beitrag von mioo 26.03.11 - 19:17 Uhr

Da unser Sohn genauso ist nehme ich an das es eine Phase ist ....Geduld und klare Regeln helfen bei uns ;-)

Beitrag von vwaschaetzje 26.03.11 - 19:25 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort. Sind seine Reaktionen auch so heftig? Also mit Sachen rumwerfen etc.?
Wenn ja, wie ist die Regel diesbezüglich bei Euch?

Sorry, dass ich nachfrage, aber ich bin etwas unsicher...ich möchte ja auch klare Regeln und bin dankbar über Tipps, was bei anderen hilft.

LG
Sandra

Beitrag von mioo 26.03.11 - 21:37 Uhr

Naja,er weiss das keine Sachen zerstört und rumgeworfen werden. Wenn das passiert geht es erstmal für 5 Minuten auf den Treppenabsatz...da beruhigt er sich ziemlich schnell;-)

Dinge die zerstört wurden von ihm bekommt er nicht neu oder repariert ...das weiss er inzwischen und überlegt es sich 3mal ob er seine heissgeliebte Lok an die Wand wirft

Wenn er zb.sein Glas Wasser runterwirft muss er selber saubermachen (nach seinen Möglichkeiten natürlich);-)

Ansonsten müssen wir nach der jeweiligen Situationen reagieren #winke

Beitrag von vwaschaetzje 26.03.11 - 21:43 Uhr

Das hat mir schon mal geholfen..

Vielen vielen Dank ;-)

LG
Sandra

Beitrag von mioo 26.03.11 - 21:52 Uhr

Bitte ,Bitte :-D
Hoffe du hast gute Nerven...

Beitrag von tigerente0304 26.03.11 - 20:35 Uhr

Habe auch eine Tochter, etwas älter (3 3/4) und sie macht auch so! Sie fängt wegen grundlosen Dingen an zu brüllen, läßt keinen mehr ans ich ran und beruhigt sich kaum noch! Ich hab so Probleme, sie zu beruhigen und mach mich richtig zu ihrem Affen!
Mittlerweile haben wir einen "Schäm-Dich-Stuhl" eingeführt, sowie einen Kalender in den schöne Tage mit einem lächelnden Gesicht belohnt werden!
Auch wenn es dann mal wieder für 2 - 3 Tage gut läuft, fängt sie dann auf einmal wieder an, so ne Krise zu kriegen!
Im Kindergarten hat man sowas noch nie erlebt und auch meine Mutter war sprachlos, als sie meine Tochter so kennengelernt hat. Sie ist so nen liebes Mädchen und dann auf einmal so ..... unglaublich! Ich bin gespannt, was bei Dir geantwortet wird (habe übrigens auch eben ne Diskussion geschrieben, bei Kindergartenalter ... falls es Dich interessiert)
Ich wünsche Dir viel Geduld und Kraft, dass Du das schaffst!!! Hoffe wirklich, dass das einfach ne Phase ist und wieder ganz schnell verschwindet!!!!

Beitrag von vwaschaetzje 26.03.11 - 22:45 Uhr

Hallöchen,

vielen Dank, dass Du Dich meldest.

Ich glaube, unsere Töchter sind doch gleich alt. Ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt. Meine hat im Juli GEb.....
Komisch, oder??? Meine Mutter ist auch sprachlos und hat schon von Psychologie gesprochen. Ich habe halt immer im Hinterkopf, dass sie mehr oder weniger ohne Papa aufwächst. Zumindest keine "normale" Konstellation...aber wenn das so ist...

Meine ist sonst auch total lieb...

Das mit dem Schäm-Dich-Stuhl ist auch ne Idee. Wie lange setzt Du sie drauf?

Ja, sie hat fast 3 Tage durchgebrüllt...Z.T. konnte sie angeblich nicht mehr laufen und ist auf der Treppe liegen geblieben und hat gebrüllt...

Liebe Grüße und ebenfalls starke Nerven
Sandra

Beitrag von vwaschaetzje 27.03.11 - 10:07 Uhr

Hallo,

habe eben Deinen Beitrag noch gelesen. Meine Tochter ist auch weiter entwickelt! Das war auch schon Thema im Kindergarten. Zählen etc. Buchstaben...macht sie alles schon lange.
Ob es da einen Zusammenhang gibt?

LG
Sandra

Beitrag von lisasimpson 27.03.11 - 10:28 Uhr

Deine tochter hat in ihrem Leben schon eine menge eher unschöner phasen gehabt.
die trennung der eltern (die ja selten ohne reiberein vorher und nachher einhergeht), neuer partenr der mutter und wieder ein beziehungsabbruch- hauptbetreuungspsersonen haben gewechselt usw
es gibt ganz wenig halt und sicherheit für deine tochter.

Dein kontaktabbruch in situationen, in denn sie mit sich und ihren Gefühlen überfordert ist, hilft dir- ist aber für deine tochter fatal.
Bleib bei ihr- halte sie fest, wenns sein muß. setzt dich hin und halte sie einfach. Such dir vielleicht ein manrta, daß dir und ihr in der situation hilft - sowas wie ein "alles wird gut" oder "ich bin da" oder "ich halte dich"-
irgendwas, was stimmig ist. sie braucht halt, sicherheit, schutz und beständigkeit. du brauchst das gefühl der situation und den gefühlen deienr tochter gewachsen zu sein- aber du trägst die verantwortung. laß sie das spüren.

Ich muß sagen, daß ich die reaktionen deienr tochter nicht als "normale Entwicklungsphase" einschätzen würde- aber als "angenessene reaktion" auf ihre lebenssituation.

lisasimpson

Beitrag von golm1512 27.03.11 - 12:29 Uhr

Danke!

Als ich gerade die Antworten oben gelesen habe, wurde mir wieder etwas kalt. Ich hätte nicht so gut wie du in Worte fassen können, warum....

Gruß
Susanne

Beitrag von vwaschaetzje 27.03.11 - 12:33 Uhr

Hallo Lisa,

danke für Deine Nachricht. Ich werde das mal versuchen. Ich bin noch gar nicht darauf gekommen, dass es für sie dann noch schlimmer ist, wenn ich weggehe.

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von lisasimpson 27.03.11 - 22:43 Uhr

nun ja- was wünschst du dir denn, wen nes dir nicht gut geht, du wütend bist und grad nicht klar kommst, wenn dir danch ist was aus der wand zu reißen und vor lauter wut, angst, ärger und frust auf den boden zu knallen.

Also wenn es MIR so geht, dann tut es gut einen geliebten menschen an der seite zu haben, der mir sagt: ach ja- ich kann verstehen, daß du grad nen riesen halt schiebst- komm her, zusammen bekommen wir das wieder hin"

wenn ich mir vorstelle, daß der wichtigste mensch in meinem leben sich in dem moment von mir abwendet, wenn ich mit mir selbst nicht mehr klar komme, dann glaube ich nicht, daß das bei mir ein angenehmes gefühl erzeugen könnte- ich glaube nicht, daß mir das vertrauen in mich, in meine und in meine familie geben würde.


lisasimpson