Was ist los mit mir?

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Neidhammel? 27.03.11 - 10:57 Uhr

Hallo liebe Bricom,

eigentlich gehöre ich gar nicht mehr ins Trennungsforum. Die Trennung von meinem Ex-Mann liegt gut 8 Jahre zurück, seit 5 Jahren sind wir auch geschieden. Kontakt hatten wir seitdem so gut wie gar keinen mehr. In den 8 Jahren, also seit seinem Auszug, habe ich meinen Ex-Mann ca. 3x gesehen und auch da nur ganz kurz. Das letzte Mal zum Scheidungstermin.

Die Trennung hat mich damals sehr mitgenommen. Er hat mich betrogen. Nicht nur emotional bzw. sexuell mit anderen Frauen (nicht nur mit einer), sondern auch finanziell. Der finanzielle Betrug hat am Ende fast schwerer gewogen als alles andere. Ich habe jahrelang daran knabbern müssen und (auch durch meine eigene Dummheit und Gutgläubigkeit) die Schulden, die er machte, mit abzahlen müssen.

Inzwischen geht es mir gut. Ich habe einen neuen Partner und auch finanziell habe ich mich aufgerappelt. Derzeit geht es auch beruflich aufwärts. Während der Ehe habe ich 20 Jahre auf der Stelle gestanden. Habe zwar immer Vollzeit gearbeitet, mich aber nicht weiterentwickelt. Der Kinder wegen. Irgendjemand musste sie pünktlich abholen, Hausaufgaben betreuen, sich um sie kümmern, den Haushalt machen. Mein Ex machte Karriere, bildete sich weiter.

In den letzten Jahren hatte ich keine Wehmut mehr, wenn ich an ihn dachte, wollte ihn auch nicht mehr zurück haben. Das möchte ich auch jetzt nicht. Da bin ich mir sicher.

Gestern nun habe ich seit langer Zeit mal wieder was über seine aktuellen Lebensumstände erfahren. Es geht ihm rundherum gut, er hat eine Freundin. Und ich muss sagen, es nagt in mir. Ich glaube, ich gönne ihm seinen Wohlstand und sein Glück nicht. Gut, ober er wirklich so glücklich ist mit seinem Leben (er kann wohl auch heute nicht treu sein), weiß ich nicht und bezweifle ich fast, wenn ich mir die näheren Umstände anschaue. Aber trotzdem. Er lebt heute in Saus und Braus, hat die Kinder nie über sein Pflichtmaß hinaus unterstützt. War mit Geschenken für die Kinder immer geizig seit der Trennung (vorher nicht). Ich habe mich jahrelang extrem einschränken müssen ... aufgrund seiner finanziellen Eskapaden.

Ich bin ein Stück weit entsetzt über mich selber. Ich glaube, ich bin neidisch, was sonst nicht meine Art ist. Ich kann anderen Menschen ganz gut was gönnen. Bin nicht sonderlich materiell eingestellt. Auch habe ich keinen Grund neidisch zu sein, denn mir gehts auch gut. Finanziell zwar nicht ganz so gut wie ihm, aber ich habe mein gutes Auskommen (Klamotten, Reisen) emotional aber wahrscheinlich sogar besser. Nur für ne supertolle Traumwohnung reicht es bei mir nicht. Die hat er inzwischen auch. Er lebt unseren gemeinsamen Traum. Das wurmt mich.

Was ist nur los mit mir?

Beitrag von masolu 27.03.11 - 12:58 Uhr

Hey,
also ich glaube was in dir vorgeht ist etwas ganz normales. Ich kann mir schon vorstellen dass es schwer ist, davon zu erfahren dass der Ex-Partner den gemeinsamen Traum lebt, während man selber sich und die Kinder durchboxen musste.
Ich glaube das ist einfach eine ganz normale Reaktion deiner Psyche. Ich mache im Moment ähnliches durch. Auch ich bin ein Mensch, der anderen immer etwas gegönnt hat. Neidisch war ich eigentlich selten. Und nun ist es auch bei mir so. Ich habe vor 3 Wochen erfahren dass meine gute Freundin und Nachbarin schwanger ist. Ich selber hatte vor 6 Wochen eine frühe Fehlgeburt in der 8. Woche. Das wissen dass sie schwanger ist, dass sie dieses Glück nochmal erleben darf, das frisst mich auf. Eigentlich freue ich mich für sie. Sehr sogar. Ich habe auch eigentlich keinen Grund zum neid. Ich habe drei tolle,kerngesunde Kinder. Aber das ist einfach eine Reaktion die mein Körper von ganz allein gestartet hat. Ich denke das geht vorüber. Das wird sicherlich der erste Schock bzw Schreck sein. Ich nehme an, bei dir ist das auf eine Art das gleiche.
lg

Beitrag von melka1972 27.03.11 - 13:23 Uhr

Ich glaube, man wünscht sich unbewusst immer, dass es dem anderen schlechter geht als einem selbst. Das er sozusagen dafür bluten muss, was er einem angetan hat. Das er es womöglich noch bereut. Er hat Dich verletzt in jeder Hinsicht und nun geht es ihm obendrein noch besser als Dir!!!
Das wurmt ungemein. Ich kenne das!!
Versuch Dich daran aufzubauen, dass Du mit so einem A*** zum Glück nichts mehr zu tun haben musst. Denn ändern wird er sich wahrscheinlich NIE!!
Alles Liebe, Melanie