Normal oder doch lieber Ergo?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mini-sumsum 27.03.11 - 11:26 Uhr

Hallo zusammen,

mache mir so langsam doch ein paar Gedanken um meinen 4,5 Jährigen Sohn.

In ein paar Wochen steht die nächste U-Untersuchung an, da werde ich den Kinderarzt auch mal drauf ansprechen. Aber vielleicht habt ihr ja schon mal ein paar Hinweise für mich?

Als Baby und Kleinkind verlief seine Entwicklung relativ normal. Krabbeln und Hinsetzen mit 10 Monaten, Laufen mit 11 Monaten, freies Laufen mit 12 Monaten. Mit nem guten Jahr dann Bobbycar und Puky-Wutsch, mit knappen 2 Jahren dann Laufrad, etc. Soweit also alles ganz normal.

Das Sprechen lies lange, lange, lange auf sich warten. Erste Wörter kamen erst mit 2 Jahren. Ab seinem 4. Geburtstag haben wir endlich eine Verordnung zum Logopäden bekommen. Und so langsam wird es besser. Mit seinen Ohren ist alles ok, Verstehen tut er alles, kann auch alle Laute unterscheiden. Grammatik ist ok für sein Alter, Satzbau etc auch. Aber mit vielen Lauten / Lautverbindungen hat er Probleme. Deshalb die Logo.

Nun sind mir jedoch noch einige Dinge aufgefallen, die im weiten Sinne mit Motorik zu tun haben. Ich nenne euch mal ein paar Beispiele:

- Treppen laufen. Wenn ich ihn nicht daran erinner, läuft er sie immernoch wie ein Kleinkind. Also beide Füße auf eine Stufe. Wenn ich ihn erinnere, klappt es einigermaßen. Rauf ganz gut, runter nur mit Geländer und dann auch sehr "abgehackt", wenn ihr versteht was ich meine

- Ballspiele: Absolut kein Interesse, er kann weder werfen (außer Spielzeug durch die Gegend, wenn er bockt), noch fangen. Bei einem Luftballon klappt es manchmal, aber eher Glückssache.

- Rennen: Hmm, nun ja, schwer zu beschreiben. Er rennt eher wie die 3-jährigen im Kindergarten. Sieht halt noch nicht so "rund" aus. Er fällt nicht, oder ähnliches. Aber ist halt auch nicht besonders schnell :-p

- Klettern: Er versucht kaum, mal irgendwo rauf zu klettern. Also eine kleine Mauer oder so, z.B. zum Balancieren, sondern lässt sich immer rauf heben. Wenn eine Leite da ist, kein Thema, also auf dem Spielplatz oder so.

- Fahrrad-Fahren: Klappt auch noch nicht. Laufrad geht super. Fahrrad mit Stützrädern ebenfalls. Aber die Kombination aus beidem klappt nicht.


Ich bin halt einfach unsicher. Klar, es gibt jede Menge Dinge, die er super kann. Und ich versuch ihn bei den anderen weiter zu fördern. Er geht inzwischen 2 mal die Woche für 1,5 Stunden "turnen". Und ich schaue, dass wir oft auf Spielplätzen und Co unterwegs sind. Er hat von sich aus einen recht geringen Bewegungsdrang. Wenn ich ihn lassen würde, würde er den ganzen Tag mit Lego und Playmobil bauen und spielen. Da baut er wirklich schon tolle Sachen. Entweder nach Anleitung, oder eben ganz frei. Echt super. Er interessiert sich für Buchstaben und Zahlen. Will immer Buchstaben "malen", kann inzwischen einige Wörter "schreiben", bzw. aus dem Gedächtnis malen, wie z.B. seinen Namen, Mama, Papa, Oma, Opa, und noch einiges mehr.

Er fängt an zu rechnen. Z.B. 2 + 2, 2+3, 5+5, etc. Alles kein Thema für ihn. Er kann auch viele Lieder und Reime auswendig. Er spielt gern Karten- und Gesellschaftsspiele, und das sehr sehr gut. Ebenso Memory.

Dafür kann er noch nicht sooooo gut malen (erste Bauch-Menschen, Häsuer, Sonne, etc manchmal erkennbar) und schneiden klappt noch gar nicht.

Ach, ich weiß auch nicht. Liegt dieser "Rückstand" in einigen Bereichen einfach daran, dass er andere Interessen hat? Oder braucht er zusätzlich zu meinen Anreizen eben auch professionelle Unterstützung, wie z.B. Ergotherapie?

Ich würd mich über eure Hinweise, Erfahrungen etc sehr freuen.

LG
mini-sumsum

Beitrag von fruehchenomi 27.03.11 - 11:57 Uhr

Erste Frage: Was sagen die Erzieher vom Kiga ? Die haben doch sehr gute Vergleichs- /Ehrfahrungswerte.
Aus meiner "Bauch-Erfahrung" heraus sehe ich noch keine so große Defizite sondern ganz einfach unterschiedliche Interessen, was bei Kindern in dem Alter ja eine erhebliche Rolle spielt.
Wenn meine Kinder oder auch Enkelmaus Leonie was nicht wollten, dann machten sie es auch nicht, da konnte ich mit Engelszungen reden.
Treppenlaufen kann ein Gleichgewichtsproblem sein - Leonie ist derzeit wegen sowas bei KG, es wird besser. Sie muss halt üben, üben, üben.
Rechnen kann sie noch garnicht, ihre Bilder sind so "schön" wie damals die meiner Kinder #rofl
Bei Gesellschaftsspielen verliert sie das Interesse, wenn sie verliert :-p
Memory ist sie spitze, Lieder kann sie sehr viele (1. Strophe !) ;-), Reime nicht, mag sie nicht.
Buchstaben interessieren sie noch nicht so sehr, zählen kann sie nun bis fast 20, aber zusammenzählen nicht.
Laufrad - bähh, Schiß ohne Ende, Fahrrad mit Stützräder fährt sie prima. Aber wehe, es wackelt. Klettergerüste geht sie alleine hoch, es muss nur einer bei ihr stehen.
Merkst Du was ? Auch bei ihr gibts einfach Schwächen und Stärken wie bei jedem Kind. Dafür zickt sie fast nie, ist unheimlich "wohlerzogen" - total brav, nur sehr interessiert beim Einkaufen usw.
Wenn die Kiga-Erzieher bei Deinem Sohn nichts Auffälliges sehen, würde ich mir keine Sorgen machen.
LG Moni

Beitrag von mini-sumsum 27.03.11 - 12:07 Uhr

Hi,

die Erzieher im Kindergarten haben mir empfohlen, mit ihm zum Turnen zu gehen. Damit er sich ein wenig mehr bewegt. Wenn andere Kinder raus wollen, will er lieber "bauen".

Er wird, egal wo wir sind oder hinkommen, immer: Kleiner Architekt genannt :-p

Vermutlich hast du Recht, und es sind einfach nur seine Interessen.

Ist ja auch völlig in Ordnung so.

Ich mach mir halt so meine Gedanken. Er kommt ja nächsten Sommer in die Schule, und da wäre es schon "schön", und natürlich leichter für ihn, wenn er dieses und jenes könnte. Ich werd ihm einfach weiter anreize bieten. Und das Thema mal beim Kinderarzt ansprechen.

LG
mini-sumsum

Beitrag von fruehchenomi 27.03.11 - 13:32 Uhr

Mein Sohn war auch so ein "Bauer" - gut, er ging im Sommer auch raus - aber man musste ihn immer schubsen....Sportverein ging er, aber auch nur, weil Muttern das erwartete.
Heute ist er 38 - und noch immer ein "Bauer" - aber am PC - als Ausgleich geht er mit seinem Schatz tanzen und im Sommer tauchen - aber mehr muss nicht sein :-p

Thema Schule: Dein Kind kann ja doch schon einiges. Eine Lehrerin sagte mir erst kürzlich (sie wohnt bei uns im Haus), es sei garnicht so gut, wenn Kinder schon zuviel "könnten" bei der Einschulung, weil sie dann viel zu schnell gelangweilt seien. Immerhin müsse sie sich vorrangig um die Kinder kümmern, die garnichts könnten - nicht mal deutsch :-( Diese Aussage machte mich auch nachdenklich - müssen wir unsere Kinder "dumm halten" deswegen ??? Kanns ja auch nicht sein.
LG Moni

Beitrag von kati543 27.03.11 - 12:59 Uhr

Ich denke, du kannst deinen KiA auf alle Fälle darauf ansprechen. Aber ich persönlich sehe in deiner Beschreibung eher unterschiedliche Interessen eines Kindes. Es werden nun mal nicht alle Kinder begeisterte Sportler.

Beitrag von michi0512 27.03.11 - 13:11 Uhr

Klingt nach meinem Sohn. Der wird im April 5.

Wir haben nun seit einigen Wochen PHYSIOtherapie. Gleichzeitig hab ich ihn im Judo angemeldet. Was soll ich sagen - er hat rasant alles aufgeholt!

GlG

Beitrag von zahnweh 27.03.11 - 22:02 Uhr

Hallo,

spontan würde mir einfallen:

ward ihr mit ihm schon mal beim Augenarzt?
Also nicht nur von den Us sondern, richtig beim Augenarzt?

das würde die genannten Punkte von dir erklären.
Neben Weitsichtig und Kurzsichtig (letzteres würde sich mit Lego und Playmo kombinieren lassen) gibt es ja noch zig andere Variationen, die sich auf's motorische auswirken. Langsamere Bewegungen, weniger Lust es zu probieren, weil es schlecht gesehen wird.
- ich schreibe aus Erfahrung. Weil der erste Augenarzt ein **** (mir fällt kein Wort ein, was öffentlich geschrieben werden dürfte) war, hatte ich bis 17 Jahre immer falsche Brillen und ohne ging auch nicht wirklich. Der neue Augenarzt stellte mir die richtigen Gläser ein und plötzlich war so vieles kein Thema mehr. Fahrrad fahren, sicher im Straßenverkehr bewegen, Treppen steigen ... irgendwie! ging das vorher auch schon, aber die Beton liegt auf irgendwie ;-) Seither traue ich mir viel mehr zu. Auch hat der neue Augenarzt gleich noch mehr festgestellt, was man zwar nicht behandeln kann, aber seit ich es weiß, weiß ich wie ich damit umgehen kann.

Fahrrad fahren können zwar viele schon, muss meiner Meinung nach noch nicht sein mit 4,5 Jahren.

Ansonsten vielleicht hat er wirklich weniger Interesse. Was sagt er denn, warum er die Treppen anders geht? (oder ist er eher klein für sein Alter? Je nach Stufenhöhe geht meine die Treppen unterschiedlich hoch)