Wackelzahn kann sich nicht von Mama lösen, wer kennt das?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schuki2005 27.03.11 - 14:05 Uhr

Hallo,
ich habe mich hier angemeldet in der Hoffnung, von euch Hilfe zu bekommen.
Bin etwas verzweifelt und weiß mir keinen Rat, wie ich weiter vorgehen soll.
Mein Sohn 5,5 Jahre alt wird im Sommer als Mußkind eingeschult.
Ich bin ziemlich zuversichtig, dass er den Schulstoff gut meistern wird.
Was mir Sorgen macht ist, dass er sich so schlecht nur von mir/uns lösen kann.
Bei Oma fühlt er sich auch wohl.
Er hat viele Freunde, aber immer wird nur hier bei uns gespielt.
Auch im Kindergarten kommt er gut zurecht, da ist alles mehr als o.k.
Aber ohne gewohnte Sicherheit geht nichts.

Aus diesem Grund habe ich nun schon öfters mal den Versuch gestartet, ihn in einem Verein anzumelden.
Kinderturnen verlief frustan. Musikschule und Fußballverein ebenso.
Nach langer Pause wollte ich mal wieder einen Versuch starten, leider verlief das gestern auch nicht sehr erfreulich.
Er schwimmt so gerne und auch gut. Ich dachte, ein Schwimmkurs, ein Kurs in dem die Kinder nach dem Seepferdchen ein nächsthöheres Abzeichen erschwimmen können, würde ihm Spaß machen.
War auch erst so, aber schon nach nur 10 Minuten ging das Drama los.
Er fing an zu weinen, saß mit seiner nassen Badehose nur noch auf meinem Schoß, zitterte und wollte nach Hause.
So kenne ich ihn halt.
Mein gutes Zureden, half nichts. Auch nicht das der lieben Schwimmlehrerin.
Er blieb bei seiner Meinung, fand alles doof und wollte heim.
Nur zum Ende der Stunde, als es noch mal ans Turmspringen ging, hat er 3 Sprünge freudig mitgemacht.

Nun weiß ich nicht, was ich machen soll. Soll ich nachgeben und den Kurs beenden? Weil er vielleicht einfach noch nicht so weit ist?
Weil er einfach ist wie er ist?

Soll ich nächste Woche noch einmal mit ihm hin und sehen, wie er sich verhält? Ob es ihm vielleicht doch noch Spaß macht, mit der Gruppe zu schwimmen?
Ich will ihn ja auch nicht überfordern.

Soll ich ihn zu seinem Glück zwingen oder nachgeben?

Es spricht jetzt noch viel von den gestrigem, für ihn traumatischen Ereignis und will natürlich da nie mehr hin!
Nun ist guter Rat teuer.

Mein Mann meint, da muß er nun einfach mal durch, aber muß er das wirklich?

Vielleicht kann mir wer von euch helfen? #sorry
Vielleicht hat wer von euch ein ähnliches Kind?
LG eine ansonst glückliche Mama




Beitrag von liberian-girl 27.03.11 - 14:19 Uhr

Hallo!
Was mich ein wenig wundert ist die Tatsache, dass du beim Schwimmkurs anwesend warst? Warum? Beim Umziehen helfen, in der Garderobe, dass sehe ich ja noch ein. Aber danach solltest du gehen und erst wieder zurück kommen, wenn die Unterrichtseinheit vorbei ist. Zum Größer werden gehört auch loslassen. In der Schule wirst du ihn auch nicht auf den Schoß nehmen können. Erkläre ihm wie stolz du darauf bist, wie groß und selbständig er schon ist. Und erkläre ihm auch wie wichtig der Schwimmunterricht für ihn ist.

Alles Gute für euch Beide.
Libi

Beitrag von schuki2005 27.03.11 - 14:25 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich war nicht in der Schwimmhalle.
Ich bin in das dazu gehörige Cafe gegangen, das durch eine Glasscheibe von der Schwimmhalle getrennt ist und in dem alle Eltern sitzen und warten.

Ich hatte mir gerade einen Kaffee bestellt und mich innerlich gefreut das es gut zu laufen schien, da erblickte ich mein weinendes zitterdes Kind vor der Scheibe.
Da bin ich hin zu ihm.

Beitrag von liberian-girl 27.03.11 - 14:31 Uhr

Ich muss ein wenig schmunzeln. Mein Junge war genau so. Wenn er mich gesehen hat, wollte er an meinen Rockzipfel, kaum war ich aus dem Blickfeld, hatte er mich schon vergessen;-).
Also was ich damit sagen möchte, mach dir nix draus, dass wird schon noch und mit dem Schwimmkurs würde ich es wenigstens noch einmal probieren.
Gruß
Libi

Beitrag von schokostreusel 27.03.11 - 21:54 Uhr

Ich habe ähnliches gedacht. Zu Kindergartenbeginn war ich verzweifelt, weil meine Tochter beim Abschied immer so sehr geweint hat. Beim Abholen hat sie auch geweint, so dass bei mir der Eindruck entstand, dass sie wohlmöglich den Tag durchgeweint hat #zitter
Die Kindergärtnerin meinte, dass meine Tochter sofort aufhört, wenn ich nicht mehr da bin und erst wieder anfängt, wenn ich komme. Im Tagesablauf hat sie sich völlig wohl gefühlt.

Als ich dann mein schlechtes Gewissen endlich abgelegt habe und meine Tochter merkte, dass ich WIRKLICH kein schlechtes Gewissen habe *g* war der Spuk vorbei.

Ähnlich war es bei vielen Kursen/ Vereinen/ Geburtstagen ( u.a. auch beim Schwimmkurs, schwimmen gelernt hat sie erst in der 2. Schwimmschule- wo man als Elternteil nicht zugucken durfte und wo einen die Kinder auch nicht durch eine Glasscheibe sehen konnten. ) Das Gleiche war bei Verabredungen, ich sollte immer mit. Da war sie ja noch relativ jung, aber irgendwann habe ich dann schon leicht Drcuk ausgeübt: alleine oder nicht.
Dann war ihr die Verabredung doch wichtiger ;-).

Wie so schön jemand unter mir geschrieben hat: man muss die Kinder nicht zum Spaß zwingen, aber meiner Meinung nach sollte man sein Kind bestimmt an die Selbständigkeit gewöhnen. Und das geht am Besten, wenn man nicht dabei ist und die Kinder wirklich in kindgerechten Situationen auf sich selbst gestellt sind. Da sehen sie, das nichts passiert. Wenn Mamis Rockzipfel in der Nähe ist, wird zu gerne daran gezogen. Ich kenne auch eine Mutter, die hat ihre Tochter mehrmals zum Kindergeburtstag begleitet und hat im Auto gewartet, weil das Kind so ängstlich war #klatsch. Dieser Junge ist nun in der Schule immer noch extrem schüchtern und findet irgendwie auch keinen Anschluß. Ich finde, sie müssen halt einmal durch und haben später dann weniger Probleme.
Manchmal muss man sie doch zu ihrem Glück zwingen.

Beitrag von ratpanat75 27.03.11 - 15:44 Uhr

Hallo,

warum sollte sie denn nicht anwesend sein? Mein Sohn geht einmal die Woche in den Schwimmverein und da bin ich auch dabei.
Entweder schwimme selbst ein bisschen oder ich setze mich mit einem Buch auf die Bank oder ich schaue zu.
Der Schwimmunterricht dauert 45 Minuten, da lohnt es sich für mich gar nicht, irgendetwas anderes zu machen in der Zeit, weil das Schwimmbad auch etwas abseits liegt.
Was sollte ich sonst in der Zeit machen?
Bei der TE war es ja auch die erste Stunde vom Schwimmkurs, da hätte ich auch zuschauen wollen.
Das hat für mich nichts mit Loslassen können zu tun, mein Sohn kommt prima alleine zurecht und das weiß ich auch.

LG

Beitrag von sarahg0709 31.03.11 - 17:25 Uhr

Hallo Libi,

hier ist sogar gefordert, dass Eltern bis zu einem gewissen Alter der Kinder (bis 8 oder 9 Jahre, genau habe ich es nicht mehr im Kopf) beim Schwimmunterricht anwesend sind.

Ein Schwimmlehrer ist ja immer für 10 oder mehr Kinder zuständig. Hat ein Kind ein Problem und verletzt sich beispielsweise, kann der Schwimmlehrer sich ja nicht um dieses eine Kind kümmern und die anderen zurück lassen.

Meine Tochter hatte bei ihrem ersten Schimmkurs mit 5 Jahren auch Panik bekommen. Sie ist im Becken ausgerutscht und untergetaucht. Sie fing an zu weinen und die Schwimmlehrerin hat sie rausgeschickt. Sie sah dann auch keinen Sinn mehr darin, dass wir wiederkommen bevor sie nicht ein paar Jahre älter ist. Sie würde immer wieder panisch reagieren.

Jeglichen Versuch, einen neuen Schwimmkurs anzufangen, hat sie bisher abgeblockt. Also warte ich noch. Zwingen bringt gar nichts.


LG

Beitrag von itsmyday 27.03.11 - 14:21 Uhr

Lass den ollen Schwimmkurs....#schwitz

Sowas hat nichts mit dem alltäglichen Schulbesuch zu tun, der viel eher zur sicheren Gewöhnung führt, als ein Kurs einmal die Woche. Damit verunsicherst Du ihn mehr, als es ihm nützt. #contra

Mich hat eher interessiert, wie es im KiGa läuft......da berichtest Du, er fühlt sich wohl und hat sogar Freunde!! Das klingt doch klasse! #freu #pro

Mach Dir also keine Sorgen! Er wird die Schule als Ersatz für den liebgewonnenen KiGa verstehen und sich dort ebenso zurecht finden. #cool

LG Itsy

Beitrag von picco_brujita 27.03.11 - 14:26 Uhr

wenn du nachgibst, dann setzt du falsche signale!
dann denkt er immer, dass er damit durch kommt und du immer alles das tust was er will!

mehr kann ich dir dazu nicht sagen, außer dass das auch mit anerzogen ist!

grüße
brujita

Beitrag von sassi31 27.03.11 - 14:52 Uhr

Ich sehe das ähnlich. Zwar glaube ich nicht, dass er danach erwartet, das alles immer nach seiner Nase geht, aber er wird nicht verstehen, warum er mit dem Kinderturnen und schwimmen aufhören durfte, doch in der Schule bleiben muss. Auch wenn es ihm dort nicht gefällt.

Vielleicht wäre es einen Versuch wert, beim nächsten Schwimmunterricht nicht im Cafe zu warten, sondern einfach 30 Minuten spazieren zu gehen und ihn dann wieder abzuholen.

Außerdem würde ich Verabredungen vereinbaren, die nicht zuhause stattfinden. Man kann ja während der Zeit in der Nähe des Telefons bleiben und ihn wieder abholen, wenns garnicht geht.

Beitrag von schuki2005 27.03.11 - 14:38 Uhr

So unterschiedlich wie eure Antworten, sind auch meine Gedankengänge.

:-(

Beitrag von itsmyday 27.03.11 - 14:47 Uhr

Hab ich mir auch grade gedacht.....#liebdrueck

Ich finde halt, dass so ein Schwimmkurs eine recht unpersönliche Sache ist, wo die Kinder kaum eine Bezugsperson haben. Das kann man nicht mit Schule vergleichen. #schwitz

Und außerdem widerstrebt mir der Gedanke "Wenn Du da nachgibst, wird alles gaaaaanz fürchterlich...." sowieso. #augen
Kinder sind keine fiesen Monster, die nur auf eine menschliche Regung warten, um Dir dann dauerhaft Schwierigkeiten zu machen. #schock

Du willst doch anscheinend auch liebevoll auf Dein Kind eingehen und denkst über einen guten Weg nach.....dann mach doch nichts, was Dir widerstrebt! Das spürt Dein Kind sowieso und wird sich in der Situation dann nicht wohlfühlen. #heul

Bei der Schule wirst Du Dir aber sicher sein, dass es gut und wichtig für Dein Kind ist, regelmäßig hinzugehen, dann klappt das auch. #pro

Beitrag von brotli 27.03.11 - 17:03 Uhr

hallo

ich finde man muss nicht durch dinge, die spass machen sollen durch.

durch muss man noch oft genug im leben wirklich durch etwas.durch.

mach dir nicht so große sorgen. laß die schule auf euch zukommen, sei zuversichtlicher.hat er freunde die mit ihm eingeschult werden? kennt er bereits wen?
bei meinem sohn in der klasse geht auch ein mamamädchen;-)
die war noch nie woanders spielen. aber sie geht in die schule, sie hat dort kontakte und ist ein fröhliches kind. sie hockt da nicht ihre zeit ab oder weint.
l.g.

Beitrag von woodgo 27.03.11 - 17:56 Uhr

...kann es vielleicht sein, daß Du nicht loslassen kannst?
Und ja, er muß einfach mal bei einer Sache bleiben;-)

LG

Beitrag von meringue 27.03.11 - 18:20 Uhr

Nun ja, ich hätte schon Zweifel an seiner Schulreife an deiner Stelle und ich finde Schulbesuch heftiger als eine Stunde Schwimmen pro Woche.

Aber du kannst es nicht ändern.

Hilfreich ist, wenn er möglicht viele Kinder kennt in der neuen Klasse.

Vllt. gibt es auch einen Entwicklungsschub...dann ist im Herbst aller Zweifel vergessen.

Beitrag von golm1512 27.03.11 - 18:36 Uhr

Hallo!

Ich habe zwei Söhne, von denen der ältere auch so ist. Dazu ist er mutistisch bzw. hängt das alles zusammen. Die Angst vor dem Sprechen und die Angst vor allem, was neu ist.
Ich kann gut verstehen, dass du nicht weißt, was du machen sollst. DAS habe ich auch jeden Tag.
Trotzdem: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mein Kind in die Schule marschiert. Mir war klar, dass er mehr als schulreif war und ich finde und fand die Schule, in die er nun geht, ziemlich gut und hatte keinerlei Zweifel.
Geholfen hat, dass ich mich weitesgehend herausgehalten habe. Mein Sohn ist schon in den Sommerferien in den Hort gegangen und die Erzieher dort haben ihn an das "Neue" herangeführt. Das ging dann super.

An Vereine oder Musikschule ist nicht zu denken, aber an kleine Schritte schon. Mittlerweile besucht er wieder Freunde. Beim ersten Mal bringe ich ihn hin, trinke vielleicht noch einen Kaffee und gehe dann. Beim zweiten Mal ist er dann aufgeregt und lässt sich von den anderen Müttern mitnehmen. Beim dritten Mal tut er so als wäre alles nie ein Problem gewesen.
Heute ist er zum ersten Mal mit seinem Freund zusammen zu ihm nach Hause gegangen. Ohne Erwachsenenbegleitung. Das war schon riesig.
Und, nein, ich habe dann keine Angst um ihn, wenn mir das auch oft unterstellt wird. So wie dir hier.

Mein kleiner Sohn ist da ganz anders. Der expandiert. Der ist eigentlich kaum noch zuhause. Darüber freue ich mich sehr und habe auch da keinerlei Sorgen um ihn.

Es gibt eben Kinder, die enorm ängstlich sind. Mit Druck oder "da musst du durch" bin ich hier noch nie weitergekommen. Mit Lob und der Taktik der kleinen Schritte geht es langsam und stetig. Viele Dinge überlasse ich auch einfach anderen, wie eben den Horterziehern oder den Müttern der Freunde oder der Lehrerin. Ich denke, dass es ihm dann auch noch schwerfällt, aber da ist es dann noch schlimmer, sich die Blöße zugeben. Ich versuche, ein Mittelding zu finden und bin immer wieder angenervt, wenn der Spruch mit der "Überfürsorge" kommt.
Ich hätte es gern anders. Mein kleiner Sohn ist um so vieles umkomplizierter und das ist viel einfacher für mich. Wo soll denn für mich der Gewinn sein, wenn der Große so sehr klammert?
Ich traue ihm alles zu und weiß, dass er nciht dumm ist und alles so gern will. De Agst ist nur größer als sein Wille. Wenn jemand die ultimative Lösung hat, dann will ich sie wissen!!!!

Viele Grüße
Susanne

Beitrag von lunaundlucy 28.03.11 - 23:16 Uhr

Sprichst du von meinen Kindern? Genau das gleiche mache ich mit meiner Tochter durch, sie ist total ängstlich und ihr kleiner Bruder macht alles mit links (sie bekommt deswegen auch Frühförderung)
Das ist unglaublich, dein Text hätte auch von mir sein können und ich bin beruhigt, das es auch anderen so geht wie mir.
Mich grauts auch schon vor dem Schulanfang, zum Glück wird sie erst mit 7 eingeschult.

Beitrag von golm1512 29.03.11 - 07:21 Uhr

Mein Sohn ist auch mit sieben eingeschult worden. Mir hat es echt davor gegraut. Ich hätte NIE gedacht, dass das klappen kann.
Gut, es gab auch viel vorarbeit: Gespräche mit Schule und Lehrerin und Horterziehern, aber dann lief alles wie von selbst.

Er wurde einfach gut vorbereitet. Nicht nur dieses übliche "Schule ist toll!" aus dem Kiga, sondern er ist richtig herangeführt worden. Er hat seine Lehrerin schonin den Ferien kennengelernt. Die wiederum hat "Paten" für ihn ausgesucht, die zu ihm passen und die jetzt auch wirklich seine besten Freunde geworden sind.
Mit dem Hort sind sie in der letzten Ferienwoche schon mal in die Klassen gegangen und haben sich alles angucken können.
In der Schule wussten alle, wie er ist und haben sich darauf eingestellt und gar nicht erst so hohe Erwartungen gehabt.
Mein Sohn ist einfach so hineingeglitten. Nun läuft nicht alles gut. Das wäre gelogen, aber er geht gern hin und macht das meiste mit.

Bei der Einschulungsfeier war klar, dass er NICHT allein nach vorn gehen würde. Das habe ich vorher mit den Lehrerinnen besprochen und es war okay. Dann blieb er halt sitzen.
Das sind vielleicht so Dinge, die man vorbereiten kann, um es dem Kind und sich selber leichter zu machen.

Beitrag von tauchmaus01 27.03.11 - 21:13 Uhr

Warum läßt Du ihn dann einschulen?

Wir hatten erst Elternabend für die neuen Schulkinder und eine Vertrauenslehrerin sprach. Sie meinte dass man leider noch immer oft zu früh einschult.
Noch kein Kind wurde zu spät eingeschult ist ihr Leitsatz.
Wenn ein Kind dermaßen Probleme bei Veränderungen zeigt, dann würde ich es noch nicht einschulen lassen. Was willst Du machen wenn er in der Schule nach 10 Minuten ohne Dich weint ohne Ende?

Mona

Beitrag von 3wichtel 28.03.11 - 09:10 Uhr

Du hast in der Überschrift was von "Wackelzahn" geschrieben.
Hat er aktuell Wackelzähne?

Es gibt den schönen Spruch "Wackeln die Zähne, wackelt die Seele".

Ansonsten kann ich Dir nur raten, das Selbstbewusstsein Deines Sohnes im Alltag zu stärken:

Geh gemeinsam mit ihm einkaufen aber lass ihn an der Brötchentheke bestellen. Lass ihn an der Kasse bezahlen.
Schick ihn vor, schon mal was zu holen.

Lass ihn im Restaurant zur Bedienung gehen mit der Bitte, Du möchtest jetzt bezahlen.

Solche Dinge halt. Das hilft viel mehr als ein erzwungener Schwimmkurs.

Beitrag von schuki2005 28.03.11 - 19:16 Uhr

... sie spiegeln meine Gedankengänge wieder.
In unserem Bundesland müssen die Kinder mit 5 in die Schule, egal ob das Kind schulreif ist oder nicht.
An eine Rückstellung ist nicht zu denken.

Ich würde ihm noch ein weiteres Jahr Kindergarten wünschen, um emotionale reifen zu können.
Aber was nicht ist, ist nicht. #aerger

Nun müssen wir das Beste raus machen.

Aus unserem Baugebiet werden ganz viele Kinder eingeschult. Er wird daher sicherlich viel Kinder kennen, die mit ihm in die Klasse kommen.
Die Sorge habe wir schonmal nicht. ;-)

Ich danke euch für eure Antworten!
Ich werde Samstag noch einen zweiten Versuch starten, da ich ihm das jetzt auch schon so gesagt hatte.
Läuft das wieder so frustran für ihn, müssen wir neu entscheiden und den Kurs kenzeln.

LG von einer noch nicht schulreifen Mutter!

Beitrag von sax 29.03.11 - 12:41 Uhr

Hallo,
genau so einen Sohn habe (hatte) ich auch zu Hause! Er ist nun 6, war aber bis vor etwa einem halben Jahr genau so. Ihm machte auch alles neue riesige angst. fing an mit dem kindergartenstart vorletzten august, ging dann aber gut mit der zeit. Nur wenn etwas aussergewöhnliches stattfand im Kiga (erstes Mal schwimmen, Schularzt kommt, Ausflug, etc) musste ich ihn in den Kiga begleiten und er weinte / krallte sich an mich wenn ich ging.

Einen Schwimmkurs mussten wir abbrechen. Obwohl er schon schwimmen konnte (Hundeschwumm), wollte ich, dass er es "richtig" lernt. ging aber nicht, er wollte nicht ins wasser obwohl er eine Wasserratte ist, bereits ab dem 5-Meter Turm springt und seine grosse Schwester sogar dabei war.

er ist begeisterter Fussballer, an einem Fussball-ferienkurs (ging nur 1 Woche) musste ich jeden tag die ganzen 2 stunden in der turnhalle bleiben mit ihm obwohl sein bester freund im gleichen kurs war und er den Lehrer kannte.

er wollte gerne Schlagzeug lernen und ist laut Musiklehrer sehr talentiert. Am Anfang als er in den Unterricht ging (seit April 10) machte er vor der Stunde immer ein riesen Theater "ich möchte nicht gehen!" und zog die Schuhe nicht an etc., wenn wir dann dort waren musste ich erst direkt hinter ihm am Schlagzeug stehen und ihn (auf seinen Wunsch hin) anfassen damit er wisse dass ich da sei, ein paar Wochen später reicht es wenn ich im Raum war und er mich sah. Das Theater konnte ich etwas eindämmen indem ich ihm jedes Mal entscheiden lies ob er nächste Woche wieder gehen möchte oder nicht.
Wenn nicht, dann würden wir nicht mehr gehen. Wenn doch dann wollte ich dass er das nächste Mal kein Theater mehr macht. Nach der Unterrichtsstunde war er nämlich jedes Mal begeister und kann/will fast nicht aufhören.

Jede neue, unbekannte Situation ängstigte ihn zutiefst.

ich hatte keine Ahnung wie ich damit umgehen soll. Meistens wurde ich ungeduldig und ärgerte mich, obwohl er es ja nicht "absichtlich" machte. Er konnte auch nicht sagen warum er nicht gehen will. Auch mir wurde gesagt ich könne nicht loslassen und ich sei das Problem. Ich wusste aber immer, dass das nicht stimmt. Ich hatte aber keine Lösung.

Seit er nun im 2. Kindergartenjahr ist und auch zu den Grossen gehört (seit letztem August) sind all diese Sachen kaum mehr ein Problem. Im Schlagzeugunterricht kann ich sogar mittlerweile auch kurz weggehen (natürlich immer mit Vorwarnung), in den Frühlingsferien möchte er wieder mit seinem Freund in den Fussballkurs und ich habe ihn schon gewarnt, dass ich dann nicht mehr jeden Tag dort sitzen werde und sie manchmal auch von der Mutter des Freundes hingefahren werden. Er wollte trotzdem den Kurs besuchen.
Auch wenn im Kindergarten jetzt mal die Zahnfrau kommt o.ä. erfahre ich erst hinterher davon wenn er es mir erzählt. :-)

Wirklich gemacht habe ich nichts wie Du siehst . Auch andere meinten manchmal „da muss er jetzt einfach durch“ etc. aber ich habe irgendwie gespürt, wann ich ihm was zutrauen kann und wo ich ihn mit seiner Angst einfach ernst nehmen muss. Einfach war es nicht aber er musste offensichtlich einfach etwas älter und reifer werden. Vielleicht ist es bei Deinem Sohn ähnlich ?
Viel glück!

Beitrag von schuki2005 02.04.11 - 16:46 Uhr

Für alle, die es interessiert.


Mein Sohn und sind heute früh zusammen zum Schwimmkurs.
Er wollte schon nur ungerne ins Auto steigen. Den ganzen Weg hat er kein Wort gesagt. Am Bad wollte er nicht aussteigen und sagte, Mama, ich habe so große Angst, ich will da nicht hin.
Vielleicht gefällt es mir ja, wenn ich größer bin.
Er tat mir so leid! #liebdrueck

Ich habe einen langen Moment überlegt, all meine Vorsätze über Bord geschmissen und .....

.... wir sind rein und er hat sich selbst abgemeldet!
Ich habe es ihm angeboten und ihn dabei ganz fest in den Arm genommen.
Ich hatte ein gutes Gefühl dabei und das habe ich nun immer noch. :-D

Wir haben die Kursgebür erstattet bekommen.


Die Schuluntersuchung in dieser Woche hat mir gezeigt, dass was er können soll, kann er. #huepf

Ich lasse ihn jetzt in Ruhe reifen und sich entwickeln.

#winke