Verhalten meiner Freundin bzgl. ihrer Tochter (6) - wie seht ihr das?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 14:09 Uhr

Hallo zusammen!

Ich selbst habe (noch) keine Kinder, passe aber oft (ca. einmal wöchentlich zwei bis drei Stunden) auf die sechsjährige Tochter meiner Freundin auf.

An sich klappt es echt gut und ich verstehe mich mit der Kleinen super, sie mag mich auch und freut sich immer auf meinen Besuch. Sie sieht mich eher als "Freundin" und weniger als "Babysitterin".

Es gibt aber eine Sache, die mich in letzter Zeit zunehmend stört: Wenn ich die Kleine abhole, unterhalte ich mich natürlich immer eine Zeitlang mit ihrer Mutter. Fast jedes Mal sagt sie dann zu ihrer Tochter sowas wie "Erzähl doch mal C. (also mir), was du heute morgen wieder angestellt hast!" oder "Erzähl doch mal C., warum es gestern wieder Geschrei gab!" oder "Erzähl doch mal C., dass du schon wieder nicht in deinem eigenen Bett geschlafen hast!"

Die Kleine wird also praktisch jedes Mal, wenn ich komme, erstmal zur "Beichte" aufgefordert. Ich will das alles gar nicht hören - und schon gar nicht will die Kleine das alles erzählen, sie windet sich dann immer und schämt sich und sagt "Nein Mama, nicht erzählen..."

Ich glaube, meiner Freundin ist das gar nicht so bewusst, was für eine blöde Situation sie da erzeugt. Sie sieht das wahrscheinlich als Erziehungsmaßnahme - das Kind soll sich für das Verhalten, das "gebeichtet" werden musste, schämen und es nicht wiederholen. (?)

Aber das kann doch so nicht der richtige Weg sein, oder? Warum muss ich da überhaupt mit reingezogen werden? Am Ende will das Kind womöglich irgendwann nicht mehr, dass ich komme, weil es mir immer alle Schandtaten erzählen muss....


Bevor ich die Mutter darauf anspreche, wollte ich erstmal hören, was ihr dazu sagt... Kann ja sein, dass ich (als Laie ;-)) das völlig falsch sehe... und da scheue ich mich, ihr mit Erziehungstipps zu kommen, die am Ende noch kontraproduktiv sind - und das von einer, die noch nicht mal selbst Kinder hat und sich nur groß aufspielen will ;-)

Danke schon mal für eure Meinungen!


°cd

Beitrag von lieblingsmami27 27.03.11 - 14:25 Uhr

Hey,

ich kann dich da verstehen.
Ich persönlich finde es auch immer blöd, wenn Eltern vor anderen Leuten die "Schandtaten" ihrer Kinder "beichten" oder gar die Kinder dazu nötigen.
Würde es ja auch selbst nicht so lustig finden, wenn z.B. mein Mann vor seinen Freunden zu mir sagt: "Na Schatz erzähl mal warum du gestern wieder sinnlos sauer auf mich warst" oder so. Ist ja auch privat, so sollte es bei Kindern auch sein.
Aber du kannst doch deiner Freundin sagen, dass es für dich eine unangenehme Situation ist, wenn sie die Kleine bei dir "beichten" lässt.
Das finde ich jetzt nicht anmassend und damit tust du ja auch nicht so, als hättest du mehr Ahnung von Kindererziehung als sie.
Ich glaub auch nicht, dass sie da ihre Tochter mit Absicht in eine unangenehme Situation bringt, sie denkt da wahrscheinlich gar nicht weiter drüber nach.

LG

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 18:29 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort! Und auch für das gute Beispiel, das könnte ich ja direkt mal bei meiner Freundin anbringen ;-) Werde dann auf jeden Fall mal mit ihr sprechen.

Ich denke auch nicht, dass sie das mit böser Absicht macht - sie denkt halt, ihre Tochter könnte so von weiterem Unfug abgehalten werden.

#danke


°cd

Beitrag von ppg 27.03.11 - 16:42 Uhr

Sowas nennt sich Demütigung und gehört für mich zu pychischer Kindesmißhandlung.

Ute

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 18:31 Uhr

Hallo!

Die Begrifflichkeit erscheint mir dann doch etwas übertrieben.... Aber ich werde auf jeden Fall mit meiner Freundin reden und sie bitten, das zu unterlassen. Der Tenor der Antworten hier bestätigt mich ja in meiner Sichtweise, sodass ich mich wohl nicht allzu sehr mit "falschen" Ratschlägen in die Nesseln setzen kann.


°cd

Beitrag von meringue 28.03.11 - 10:59 Uhr

Du kannst dich bzgl. Erziehung immer und überall in die Nesseln setzen, auch und gerade unter Freunden.

Ich tippe mal, deine Freundin wird "Warte mal, bis du selbst Kinder hast!" sagen oder denken.

Ich sehe die Situation so, dass du ja eine Vertraute für Mutter UND Kind bist und deine Freundin dich evt. miteinbeziehen will in ihr Alltagsleben.

Ich an deiner Stelle würde gar nicht auf diese Statements eingehen, sondern positive Seiten des Mädchen hervorheben.

Vllt braucht die geplagte Mutter nur mal eine neue Perpektive?!

#winke

Beitrag von californiadreaming 29.03.11 - 19:59 Uhr

Ja, genau sowas befürchte ich auch, deshalb auch die Frage hier.


Guter Vorschlag, neue Perspektiven aufzuzeigen.... werde ich versuchen!
Danke für die Antwort :-)


°cd

Beitrag von kati543 27.03.11 - 17:22 Uhr

Ich denke, deiner Freundin ist das vielleicht gar nicht richtig bewußt, was sie da macht. Rede doch mal mit ihr unter 4 Augen darüber.
Ansonsten machen mein Mann und ich das ähnlich. Also ich fordere auch meinen Sohn auf, diese oder jene Begebenheit zu erzählen - aber eben alles, was passiert ist. Nicht hauptsächlich negatives, sondern hauptsächlich positives.

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 18:33 Uhr

Hallo!

Ich denke auch nicht, dass sie das mit böser Absicht macht. Werde aber auf jeden Fall mit ihr reden, die Antworten hier haben mir größtenteils bestätigt, dass ich mit meinem Eindruck nicht so ganz falsch liegen kann.

Danke für deine Antwort!


°cd

Beitrag von manavgat 27.03.11 - 18:01 Uhr

Du verhälst Dich doch genauso!


Anstatt sich mit ihr auf eine Tasse Kaffee zu treffen, ohne das Kind und klare Worte zu sprechen, fragst Du uns, was wir meinen.


Gruß

Manavgat

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 18:39 Uhr

Hm...

Ich habe hier gefragt, um sicherzugehen, dass meine Empfindung nicht völlig daneben ist, um zu verhindern, dass ich meine Freundin mit "falschen" Anschuldigungen verletze oder brüskiere.

Ohne jegliche Erfahrung mit Kindern denke ich, ist es legitim, nach Meinungen von erfahrenen Müttern/Vätern zu fragen, bevor ich einen Aspekt der Erziehungsmethoden einer anderen Person kritisiere.

Die Parallele, die du hier ziehst, kann ich insofern nicht nachvollziehen.

Trotzdem danke für deinen Beitrag!


°cd

Beitrag von fantaghiro83 27.03.11 - 18:09 Uhr

Hallo,

ich kann dich voll verstehen.
ich habe auch noch keine Kinder und bin sehr gerne bei meinen Nichten und Neffen. Wenn die mal abends nicht ins Bett wollten, als ich da war, meinte meine Schwester: wenn sie nicht endlich schlafen kommt die Tante nicht mehr.
Ich habe gleich zu ihr gesagt, dass das nicht geht und ich nicht gut finde und alles war schick und gegessen. Ist nicht mehr vorgekommen.

Also rede einfach mit deiner Freundin und gut ist!

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 18:41 Uhr

Hallo,

danke auch für deine Antwort!
Ich werde auf jeden Fall mit meiner Freundin reden, eure Antworten haben mir bestätigt, dass mein Eindruck nicht total daneben sein kann. :-)


°cd

Beitrag von redrose123 27.03.11 - 19:16 Uhr

Ich würde sie klar in der Situation, ohne das Kind mal ansprechen das ich das so nicht ok finde.

Eine ehemalige Freundin hat immer geschrieen mit Ihren Kindern und mal zum Sohn gesagt wenn du jetzt nicht lieb bist kommt S (ich) und verhaut dir den Popo da hab ich gleich gesagt das sie das nicht so sagen soll und ich es nicht richtig finde.....

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 19:38 Uhr

Danke schön, das mache ich auf jeden Fall.
Bin erleichtert, dass mein Eindruck nicht total falsch sein kann.... Wenn man selbst noch keine Kinder hat, hat man immer ein bisschen das Gefühl "SIE ist die Mutter, SIE wird das schon besser wissen"... :-)


°cd

Beitrag von ilva08 27.03.11 - 19:23 Uhr

Hallo,

nein, deine Empfindung ist nicht falsch. Sprich deine Freundin darauf an und mache ihr bewusst, was da falsch läuft.

Frage sie auch, was sie sich von diesen Aktionen verspricht. Glaubt sie, dass es ihrer Tochter hilft?

Dann sag ihr, dass es ein sinnloses "Nachgekarte" ist, was sie da tut. Aufzuwärmen, was vor Stunden oder Tagen gewesen ist, ist absolut nicht sinnvoll.

Rege deine Freundin an, bei solchen Treffen zu erzählen, was in den vergangenen Tagen GUT gelaufen ist. So hat sie eine sinnvolle Alternative, die dem Kind wesentlich besser hilft, sich richtig zu verhalten. :-)

Beitrag von californiadreaming 27.03.11 - 19:42 Uhr

Hallo,

so werde ichs machen. Danke auch für die Alternative (Positives erzählen), das finde ich gut.

Als Kinderlose hat man glaube ich immer ein bisschen Hemmungen, seine Meinung zu sagen... Man denkt unterschwellig immer "SIE ist die Mutter, SIE wird das schon besser wissen, ICH hab keine Erfahrung und sollte mich nicht einmischen" :-)
Aber ihr habt mich ermutigt, ich werde sie auf jeden Fall drauf ansprechen.

Danke schön!


°cd

Beitrag von mansojo 27.03.11 - 20:14 Uhr

hallo,

antworte kurz und knapp das sei eine sache zwischen mutter und tochter
du bist für erzieherische maßnahmen nicht zuständig



lg manja

Beitrag von californiadreaming 29.03.11 - 19:56 Uhr

Hallo!

Stimmt eigentlich.... aber ich werde der Mutter schon erklären, warum ich das nicht möchte und ungünstig finde... am Ende sucht sie sich sonst noch eine andere "Beichtmutter", die dann in die gleiche blöde Situation kommt ;-)


°cd