Hartz 4 - Freibetrag??

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Beitrag von angeleye1983 27.03.11 - 22:30 Uhr

Guten Abend ihr Lieben!

ich blick langsam hier nicht mehr durch. So wie es bisher aussieht, müssen wir ab Mitte des Jahres Hartz 4 beantragen. Warum und Weshalb ist hier ja erst mal uninteressant, evtl. kommt es gar nicht soweit. Aber da ich gern vorher alles plane und weiß habe ich mich da die letzten Tage mal drüber informiert und bin auf das Thema Freibetrag gestoßen.

Nun habe ich irgendwo gelesen, dass der Freibetrag 150 EUR pro Lebensjahr liegt. D. h. 150 x mein Alter + das von meinem Freund dann oder? Und für ein minderjähriges Kind liegt der Freibetrag wohl bei 3100 EUR. Wie wird das jetzt im einzelnen berechnet? Wird da die Gesamtsumme gebildet und das ist dann im gesamten unser Freibetrag oder wird das wirklich pro Person extra berücksichtigt?

Ich besitze nämlich keinerlei Vermögen, weder Sparbücher, Bausparverträge etc... Mein Freund dagegen besitzt mehr als 150 x sein Alter. Dies ist allerdings fest angelegt in Lebensversicherungen, Sparbüchern, Bausparverträgen. Müssen wir sein Vermögen (vor allem die festangelegten Sachen) nun komplett auflösen oder ist das nicht nötig, weil eine Gesamtsumme für die Bedarfsgemeinschaft gebildet wird und egal ist, was der einzelne hat??

Ich hoff, irgendjemand versteht hier was ich meine ^^

:-D

Beitrag von angeleye1983 27.03.11 - 23:09 Uhr

Mir ist noch was eingefallen... Ich hab irgendwo gelesen, dass man nur ein Auto haben darf, das den Gesamtwert in Höhe von 7500 EUR nicht übersteigt. Ich fahre aber einen Neuwagen. Hier bin ich allerdings nur der Halter. Das Fahrzeug gehört eigenltich meinem Schwiegervater in spè. Da wir das Auto sehr oft ausgeliehen hatten, hat er irgendwann mich als Halter eintragen lassen. Muss ich das Fahrzeug dann angeben, wenn ich nur der Halter davon bin?? Die Versicherung läuft auch auf mich, aber der Finanzierungsvertrag auf meinen Schwiegervater in spé. Da er das Fahrzeug noch nicht abbezahlt hat, sondern monatlich dran zahlt, steht im Brief noch das Autohaus drin.

Beitrag von manavgat 28.03.11 - 09:38 Uhr

Das Fahrzeug zählt nicht. Außerdem gilt sowieso nicht der Wert, sondern bei den kreditfinanzierten der Zeitwert abzüglich des noch offenen Kreditbetrages.

Die Freibeträge werden einzeln gerechnet. Vermögen ist nicht, wenn etwas für ein Privatdarlehen abgetreten und der Versicherung/der Bausparkasse das auch mitgeteilt wurde (rechtswirksam).

Vermögen kann man vor dem Bezug reduzieren, indem man Kreditverträge ablöst (macht Sinn) oder dringende benötigte, langlebige Wirtschaftsgüter kauft, z. B. energiesparenden Kühlschrank, neue energiesparende Waschmaschine etc.

Nähere und valide Auskünfte hierzu bekommst Du bei

www.tacheles-sozialhilfe.de

Gruß

Manavgat

Beitrag von zwillinge2005 28.03.11 - 09:46 Uhr

Hallo,

Sparbücher sind doch kein festangelegtes Geld. Das ist Vermögen, von dem Ihr Eure Ausgaben bestreiten könnt bzw. Eure Bedürftigkeit verringern könnt - bzw. könnten zwei 27jährige bis Mitte des Jahres durchaus Arbeit finden - zumal dann Dein Elterngeld endet, oder?

LG, Andrea

Beitrag von angeleye1983 28.03.11 - 09:59 Uhr

Das sind keine Sparbücher in dem Sinne, sondern wirklich festangelegte "Sparbücher". Keine Ahnung wie das genau heißt. Es wurde auf jeden Fall damals noch von seinen Eltern angelegt und kann wohl auch die nächsten 5 Jahre nicht gekündigt werden. So hat es mir jedenfalls sein Vater gesagt. Lebensversicherungen etc. können wir auch nicht kündigen. Ich besitze gar keine und mein Lebensgefährte ist kurz nach Abschluss der Lebensversicherungen erkrankt, so dass er nun keine mehr bekommen würde.

Wir gehen ja auch davon aus, dass wir Arbeit finden werden. Zumindest ich. Mein Lebensgefährte ist noch Schüler und kann natürlich erst Arbeiten gehen, wenn die Schule beendet ist. Es handelt sich hier um eine Vollzeitschule mit Samstagsunterricht.

Da mein Lebensgefährte vor einigen Tagen beim Arbeitsamt war um sich arbeitsuchend zu melden, damit er von da aus evtl. auch noch Stellen vermittelt bekommt, hat er eben gleich wegen mir nachgefragt und die haben ihm da gesagt, ich soll auf jeden Fall mal Hartz IV beantragen. Wenn ich Arbeit finde, dann passt das ja auch, aber für den Fall, dass ich eben selbst noch in der Luft hänge, soll ich das schon mal beantragen.

Ich habe ja einen Job in meiner alten Kanzlei. Allerdings weiß ich, dass mich der Chef sofort kündigt, sobald er die Möglichkeit dazu hat, da er super sauer auf mich ist, weil ich schwanger geworden bin, ohne ihn vorher um Erlaubnis zu fragen.

Die Dame vom Arbeitsamt meinte, dass ich Hartz IV auf jeden Fall beantragen soll, schon alleine wegen der Krankenversicherung...

Es geht hier ja nicht darum warum ich das evtl. beantragen muss oder ob ich bis dahin Arbeit finde. Ich wollte lediglich wissen, wie es sich mit dem Vermögen verhält.

Ich möchte auch kein Vermögen beiseite schaffen, ich weiß nur gern vorher was Sache ist.

LG

Beitrag von zwillinge2005 28.03.11 - 11:04 Uhr

Hallo,

wenn Du doch eine sicheren Job hast - warum gehst Du dann nach Ablauf des Elternjahres nicht einfach wieder Vollzeit arbeiten - da Dein Mann noch Vollzeitschüler ist wird er wohl auch in Naher Zukunft keinen Vollzeitjob zur Erährung der Familie machen können, oder?

Sollte Dich Dein Chef dann fristgerecht kündigen bekommst Du doch ALG I, oder nicht?

Wie kann sich Dein Mann arbeitssuchend melden, wenn er krank und Vollzeitschüler ist?

Oder Du nimmst auch noch Elternjahr zwei und drei und meldest Dich beim Arbeitsamt Teilzeitarbeitssuchend und würdest auch dann ALGI bekommen.

Aber direkt ALGII? #schock

LG, Andrea

Beitrag von angeleye1983 28.03.11 - 11:59 Uhr

Mein Mann ist im Mitte Juli mit seiner Schule fertig und dann Techniker für Maschinenbau. Arbeitssuchend hat er sich jetzt schon gemeldet, da ein Mitschüler (dessen Mutter arbeitet wohl beim Arbeitsamt) ihm das geraten hat. Die Bearbeiterin beim Arbeitsamt sagte ihm dann, dass sie offene Stellenangebote vermitteln wird, er aber damit rechnen soll, dass er erst ab September Arbeit bekommt, da viele wohl im Juli und August niemanden einstellen wegen der Urlaubszeit.

Mein Mann ist jetzt nicht totkrank und kann durchaus Vollzeit arbeiten gehen. Er hat Epilepsie, die letzten Jahre hatte er allerdings keinen Anfall mehr, aber eine Lebensversicherung und eine BU bekommt er trotzdem nicht wieder, da man als Epileptiker niemals als geheilt gilt...

ICH KANN MICH TEILZEITARBEITSSUCHEND MELDEN??? Das wäre ja ideal!!! Das wusste ich gar nicht. Obwohl ich dann noch zumindest Jahr 2 der Elternzeit in Anspruch nehmen würde???? Ich dachte immer, dass ALG II der letzte Ausweg ist...

LG
Diana

Beitrag von windsbraut69 28.03.11 - 12:18 Uhr

Techniker in Vollzeit incl. Samstags?

Teilzeitarbeitssuchend kannst Du Dich natürlich melden, wenn Du dem Arbeitsmarkt auch nachweisbar zur Verfügung stehst.

Gruß,

W

Beitrag von angeleye1983 28.03.11 - 13:31 Uhr

Ja, Techniker in Vollzeit inkl. Samstags :-[

Ist aber normalerweise nicht so. Einer seiner Lehrer war die letzten Monate immer wieder krank wegen nem Unfall und die hatten nicht immer Ersatz. Jetzt müssen sie kurz vor Schluss die versäumten Stunden samtsags nachholen. :-[

Beitrag von zwillinge2005 28.03.11 - 12:49 Uhr

Hallo Diana,

hab Dir über PM geschrieben.

LG, Andrea

Beitrag von yanis82 28.03.11 - 18:22 Uhr

Hallo,

der Vermögensfreibetrag von dir und deinem Partner wird zusammen gezählt.

Beispiel: du bist 25, er 30, dann gilt:

55 Jahre x 150 € + 750 € + 750 € = Freibetrag

750 € hat jeder von euch nämlich noch zusätzlich.

Die Kinder zählen separat und dürfen jeder 3100 € besitzen.
Beim Auto zählt derjenige, der im Fahrzeugbrief steht...
Wäre es euer Auto und mehr als 7500 € wert, würde das, was über 7500 € liegt, dem normalen Freibetrag zugeordnet werden, also kann man durchaus ein teureres Auto haben, wenn sonst kein Vermögen vorhanden ist.

Es gibt aber auch Altersvorsorgevermögen, welches so angelegt ist, dass man erst mit Renteneintritt bzw mit 65 Lebensjahren ran kommt (nennt sich "Verwertungsausschluss", zB bei der Lebensversicherung, der ist auch nicht rückgängig zu machen.) Für solches Vermögen bekommt man ZUSÄTZLICH einen Freibetrag von 750 € pro Lebensjahr (natürlich nur, wenn man solches Vermögen auch wirklich hat).

Liegt ihr trotz allem immer noch über dem Freibetrag, gibts kein Alg II; bevor nicht der übersteigende Teil verbraucht wurde.
Maximal als Darlehen, bis man eine fest angelegte Summe flüssig machen kann.

LG
Yanis