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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von paps09 28.03.11 - 09:30 Uhr

Guten morgen zusammen,


ich wollte einfach mal Meinungen von anderen hören, deshalb dieser Thread.

Mir ist inzwischen sehr oft aufgefallen, dass es hier bestimmte Leute gibt, für die alles zu viel ist, es zu wenig Gelder gibt, oder sonst was nicht passt

Bsp.:

Ich kann den Termin beim Arbeitsamt nicht wahr nehmen, weil ich nicht hinkomme. ( Ich habe noch nie mitbekommen, dass eine ARGE so versteckt ist, dass man nicht mit den öffentlichen hinkommt...)

Hartz4, wieviel darf ich dazu verdienen? ( Warum geht man nicht einfach arbeiten und verdient Geld und bekommt nur noch aufstockend Gelder...)

Ich kann diesse Arbeit nicht machen, weil....

Zahlt das Amt mir das und jenes? ( Ne, sparen kann ich nicht...)

und noch so vieles mehr.

Meine Freundin arbeitet als Personaldisponentin und erlebt sowas ähnliches auch sehr häufig.

Es geht hier nicht um Menschen die was ändern wollen, sondern um die, die nichts ändern wollen. Und ehrlich gesagt ärgert es mich manchmal, wenn ich sowas mitbekomme.

Wir gehen beide arbeiten und verdienen inzwischen ganz gut, früher war das auch mal anders. Da haben wir nicht viel mehr als ein ALG2 Empfänger gehabt und niemand hat uns irgendwelche Zuschüsse gegeben. Muss man sich nicht manchmal zusammenreißen?

Jeder muss doch sparen um sich gewisse Dinge zu kaufen, oder nicht?

Mir geht ehrlich gesagt diese "was kann ich alles beantragen.... "- leisten kann ich nichts" -mentalität von einigen so ziemlich auf den Keks. Und wenn ich schon mal in eine Notsituation gerate, dann verschwende ich doch nicht meine ganze Energie mit irgendwelchen Anträgen für XYZ, sondern eher darin, dass ich wieder auf den Boden komme!

Beitrag von manavgat 28.03.11 - 09:34 Uhr

Das Problem ist, dass ganz normale Leute, wenn sie Ablehnung/Absagen/Enttäuschungen/Widerstände/Hilfeverweigerung etc. über einen längeren Zeitraum erleben


allmählich verwahrlosen, resignieren, sich aufgeben.


Gruß

Manavgat

Beitrag von paps09 28.03.11 - 09:54 Uhr

aber muss man sich nicht immer wieder motivieren? Ich glaube kaum, dass es viele Menschen gibt, denen der Job, eine finanzielle Absicherung in den Schoß gefallen ist.

Beitrag von susimaus82 28.03.11 - 10:09 Uhr

Ich teile die Meinung von Manavgat. Wie willst Du Dich motivieren, wenn Du soweit unten bist und Dir keiner eine Chance gibt?

Beitrag von sini60 28.03.11 - 10:40 Uhr

Motivation kommt von alleine, wenn nicht ein ganzes Lebenlang Zuschüsse fließen.

Beitrag von a79 28.03.11 - 10:51 Uhr

Woher soll sie kommen? Ich denke, anfangs ist Motivation da, bleibt aber auch nur bestehen, wenn man irgendwann mal dafür belohnt wird oder sich die motivation in irgendeiner Art und Weise bezahlt macht -auf Dauer erhält kein Mensch seine Motivation nur aus sich selbst heraus aufrecht.
Und auch mit Zuschüssen kann die Motivation aus diesen Gründen schwinden, es muss nicht immer was damit zu tun haben, dass es einem mit den Zuschüssen "ganz gut" geht...viele Menschen schämen sich dafür, vom Amt Zuschüsse beziehen zu müssen,weil es ihnen sonst am Nötigsten fehtl (und damit meine ich nicht ein Auto oder den Jahresurlaub...).

Ich muss dazu sagen, ich bin selbst (noch nicht) in einer solchen Situation gewesen, würde aber nie jemanden in einer ebensolchen Situation verurteilen wollen. Schließlich können wir nur bewerten, was wir sehen und nicht das, was dahinter steht.

LG

Andrea

Beitrag von susimaus82 28.03.11 - 11:29 Uhr

Das würde ich so nicht sagen. Es gibt sicherlich genug, denen nach einer gewissen Zeit auch ohne Zuschüsse die Motivation fehlt. Sicher wird es genug Leute geben, die sich auf ALG2 den Hintern breit sitzen, aber irgendwo gibt es auch noch welche, die arbeiten wollen aber keine Chance bekommen.

Beitrag von redhex 28.03.11 - 11:39 Uhr

Hallo!

Motiviation sinkt mit jeder Absage!

Ich erlebe es gerade bei mir selber!

Bewerbe mich seit August 2010 auf alles, was auch nur im entferntesten danach aussieht, als wenn ich das hinbekommen könnte.
Es hagelt nur Absagen ODER es kommt gar keine Rückmeldung, auch nicht auf telefonische Anfragen teilweise!
Bewerbungen bringe ich persönlich hin, können also nicht verloren gegangen sein mit der Post.

Man stumpft echt ab, die letzte Absage am Samstag habe ich einfach nur noch abgeheftet.

Und NEIN, ich/wir bekommen weder ALG 1, noch ALG 2, noch bekomme ich Wohngeld.
Mein Freund und meine zwei Söhne haben zusammen mit Kindergeld und Kindesunterhalt (vom ExMann, dem Vaer der Kinder) und dem Gehalt meines Freundes 1700 €.
Das Geld muss für vier Personen und den Unterhalt einer Wohnung reichen. Dummerweise ist es eine Eigentumswohnung in die ich gerade monatlich 900 € zahle (von den 1700 €).
Sie steht seit vergangenem Jahr zum Verkauf.
Außerdem rechnet man mir die Darlehensabzahlung meines Exmannes glatt als Unterhalt an, obwohl das Geld an die Bank geht und das Darlehen auf uns Beide läuft und jeder von uns die Hälfte davon bezahlt!
Von den restlichen 800 € werden dann noch ein Auto unterhalten (braucht mein Freund um zur Arbeit zu kommen), Benzin, Lebensmittel und Versicherungen, Strom, Gas und Wasser...

Mein Freund ist im ungeregelten 12Std. Schichtdienst tätig, er hätte theoretisch ein Stellenangebot auf einen Nebenjob, ABER darf er vom Arbeitgeber aus nicht, da er seine Ruhezeiten garnicht einhalten könnte dann.

Und ich habe bisher nichts gefunden, nicht mal eine private Putzstelle, da ich dummerweise glatt Anmeldung auf Mini-Jobbasis wünsche und nicht schwarz arbeiten will. Und das ist es den Leuten hier scheinbar nicht wert.

Also hilft es nichts, ich bewerbe mich weiter, mittlerweile ziemlich lustlos und unmotiviert, aber ich muss mich bewerben, weil ich gerne meinen Kindern noch das Essen bezahlen will...

LG redhex


Beitrag von marion2 28.03.11 - 11:43 Uhr

"Und ich habe bisher nichts gefunden, nicht mal eine private Putzstelle, da ich dummerweise glatt Anmeldung auf Mini-Jobbasis wünsche und nicht schwarz arbeiten will. Und das ist es den Leuten hier scheinbar nicht wert."

Hast du schon probiert, den Leuten das auf Rechnung anzubieten? Dann können sie dich auch noch von der Steuer absetzen, haben aber keine Huddelei mit der Minijobzentrale. "Bargeldlos" ist auch ein schönes Argument.

Du bräuchtest fürs erste nur ne Gewerbeanmeldung und ne Steuernummer und die bekommst du auch noch, wenn du die erste Zusage hast.

Gruß Marion

Beitrag von manavgat 28.03.11 - 12:23 Uhr

Sie müsste 25 Euro/Std nehmen, damit es sich auf Rechnung lohnt.

Diese Sparbrötchen, die nur Schwarzarbeiter wollen, sind aber nicht bereit das zu bezahlen!


Gruß

Manavgat

Beitrag von redhex 28.03.11 - 12:26 Uhr

Hallo Marion!

Gewerbe ist mir zu riskant.
Da habe ich mich auch noch nicht mit auseinandergesetzt.
Putzen ist für mich die letzte Option eigentlich. Ich habe eine "kaputte" Hand und Schmerzen beim Putzen. Aber um an Geld zu kommen, würde ich das nun schon machen.
Nur eben nicht auf Selbstständigkeit.

Ich muss jetzt erst mal endlich was finden um meine Krankenversicherung aus eigener Tasche zu bezahlen!
Ich habe zwar keinen Scheidungstermin bisher, aber das dürfte nicht mehr lange dauern.
Und ab Scheidung bin ich beim Ex nicht mehr familienversichert und muss dann die 140 - ??? € selber an die Krankenkasse zahlen. Und das ist ohne Einkommen irgendwie echt schwierig.

LG redhex

Beitrag von sternchen-80 28.03.11 - 10:42 Uhr

Hallo,

vlt paßt das hier nicht ganz rein aber ich wollte mir auch mal Luft machen.
Ich habe vor über einen Jahr bei einer Zeitarbeit angefangen und der Lohn ist #aerger (reden wir nicht drüber) davon muß ich ein Auto unterhalten sowie einen privaten Kindergarten da wir keinen Krippenplatz bekommen haben,einen Hort, die Benzinkosten sind auch enorm, keine Mitfahrgelegenheit und durch die Schichten keine öffentlichen Verkehrsmittel :-( mir bleibt von meinem Geld kaum was übrig aber ich gehe trotzdem jeden TAG weiterarbeiten und irgendwann finde ich was besseres und dann habe auch ich mal glück.
Mein Partner geht auch arbeiten,hat auch einen weiten weg und Auto zu unterhalten,Miete und so weiter.

Wir bekommen von nirgendswoher unterstützung und müssen sehen wie wir alles bestreiten können.
Andere sitzen für das was ich im Monat verdiene daheim und machen nichts.Manchmal denken wir das es den anderen die Gelder beziehn besser geht als uns die Arbeiten gehen, meine natürlich nicht alle ;-)

So nun geht es mir kurz besser, danke

Beitrag von marion2 28.03.11 - 10:49 Uhr

Hallo,

ich versuch Mal, dir was zu erklären.

"Ich kann den Termin beim Arbeitsamt nicht wahr nehmen, weil ich nicht hinkomme. ( Ich habe noch nie mitbekommen, dass eine ARGE so versteckt ist, dass man nicht mit den öffentlichen hinkommt...)"

Egal mit welcher Einstellung du dort hin kommst, du wirst erst einmal behandelt, als hättest du keine. Das frustriert. Folglich will da keiner freiwillig hin.

"Hartz4, wieviel darf ich dazu verdienen? ( Warum geht man nicht einfach arbeiten und verdient Geld und bekommt nur noch aufstockend Gelder...)"

Aufstocken ist anstrengend. Ich kenne niemanden, der aufgestockt hat und am Ende nicht mindestens Tausend Euro zurück zahlen musste. Die Berechnungen sind oft falsch. Da kommen rückwirkend über ein paar Jahre bei mehreren Bedarfsgemeinschaftsmitgliedern interessante Summen zusammen. Bei schwankendem Einkommen sowieso. Man kann viel Zeit in der Leistungsberechnung verbringen. So viel, dass das Gefühl entsteht, dass keine mehr bleibt, um arbeiten zu gehen.

"Ich kann diese Arbeit nicht machen, weil..."
Wenn das "weil" gut begründet ist, sollte es möglich sein, Arbeit abzulehnen.

"Zahlt das Amt mir das und jenes? ( Ne, sparen kann ich nicht...)"
Ich hab mir von Berufs wegen neulich erst die "Sparziele" von ALGII-Empfängern angesehen. Die meisten sparen - aber falsch.

"Mir geht ehrlich gesagt diese "was kann ich alles beantragen.... "- leisten kann ich nichts" -mentalität von einigen so ziemlich auf den Keks. Und wenn ich schon mal in eine Notsituation gerate, dann verschwende ich doch nicht meine ganze Energie mit irgendwelchen Anträgen für XYZ, sondern eher darin, dass ich wieder auf den Boden komme!"

Du würdest genau so viele Anträge ausfüllen wie alle anderen, wenn du auf ALGII angewiesen wärst. Erzähl mir nicht, dass du deinem Kind die Schulbücher etc. verweigern würdest. Übernommen wird nur die Grundausstattung - wir kaufen immer welche extra.

Gruß Marion

Beitrag von paps09 28.03.11 - 11:00 Uhr

ich würde sie meinen Kindern nicht verweigern, sondern wüßte und weiß im Vorraus, dass mein Kind eingeschult wird (komisch gell, dass weiß man schon 6 Jahre vorher) und spare dafür. Ganz einfach. Und das mache ich auch jetzt, obwohl wir beide arbeiten.

Beitrag von marion2 28.03.11 - 11:04 Uhr

Wir reden nicht von einmaligen Zahlungen, sondern von wiederkehrenden. Die Kinder brauchen deutlich mehr Bücher, als übernommen werden.

Die Schulmaterialbedarfslisten sind auch jedes Jahr verdammt lang.

Wir kamen dieses Jahr auf gute 300 Euro nur für Material und Bücher (Klassenausflüge, Klassenfahrt etc. nicht inkludiert). Darauf habe ich nicht 11 Jahre gespart. Asche auf mein Haupt... Dieses Jahr konnt ich ohne sparen zahlen.

Beitrag von milka700 29.03.11 - 08:33 Uhr

Klingst irgendwie nicht glücklich..lass doch andere einfach leben und fokussiere dich auf die Menschen, die WIRKLICH schmarotzen.
Wieviel Steuern bezahlst du? Ist das gerecht?
Warum sind Grundnahrungsmittel und Babywindeln besteuert?
ICH finde SOWAS viel diskussionswürdiger...

Beitrag von sandrinchen85 28.03.11 - 11:20 Uhr

Ich kann deine Meinung teilweise verstehen und teile auch in manchen Punkten deine Meinung.
Natürlich sollte man, wenn irgendwie möglich, die Termine beim Arbeitsamt einhalten. Schließlich möchte man von denen ja auch etwas bekommen, also sollte man dafür schon auch was tun, und sei es nur notfalls zu Fuß dahin zu laufen.

Aber ich möchte jetzt auch mal meckern ;)

Wir gehen auch seit einiger Zeit auf dem Zahnfleisch...mein Freund geht 173 Std im Monat arbeiten(oft sogar mehr)und bekommt 1500 € Brutto. Da Steuerklasse 1 bleibt davon nicht viel übrig. Wir haben eine Tochter von 16 Monaten und bekommen im August/September unser 2.Kind(ja,das war ein Unfall und macht das alles nicht leichter.aber abtreiben werde ich nicht.bevor mich hier nachher jemand als Geburtsmaschine hinstellt, die nicht arbeiten will: ich mach mein Studium trotzdem zu Ende,unabhängig von meinem Kind und der Schwangerschaft damit es uns dann auch mal besser geht).
Ich selber bekomme rein gar kein Geld! Weder Bafög noch sonst was.Also sollten wir Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen...haben wir gemacht,bekommen wir nicht.Warum??Weil wir selbst damit nicht aus der Hilfsbedürftigkeit raus kommen! Also sollten wir Alg 2 beantragen...auch das gemacht...bekommen wir auch nicht!Weil ich als Studentin von denen nicht eingerechnet werde und mein Freund für sich und unsere Tochter genug verdient.
Wovon ich meine KV bezahlen soll interessiert da auch keinen.

Und ja,in gewisser Weise ist das frustrierend! Aber ich beschwere mich trotzdem nicht, denn es ist ja meine Entscheidung gewesen zu studieren,meine Kinder zu bekommen etc. Natürlich könnte ich mein Studium abbrechen,aber das ist keine Option.
Dennoch finde ich es nicht fair,dass Menschen die arbeiten gehen (im Falle meines Freundes z.B.)und trotzdem weniger Geld haben als Menschen die mit ihrem Arsch auf der Couch sitzen und nicht arbeiten WOLLEN.

Bevor aber jetzt irgendwer kommt und meint dass der Staat meine Kinder finanzieren soll: Nein,soll er nicht!Wir haben weder bei Stella noch jetzt bei Nr.2 irgendwelche Sachen beantragt!
Ich möchte auch kein Alg 2 beantragen oder sonstiges. Im Grunde möchte ich, dass die Menschen auch für ihre Arbeit entsprechend entlohnt werden damit sie nicht auf Hilfen angewiesen sind!
Wir schaffen das auch ohne Gelder vom Staat(Steuerzahler),aber mich kotzt es an,dass Leute,die wirklich genug Geld haben sich die Erstausstattung für ihr Kind zu leisten, erdreisten und bei Stiftungen Gelder beantragen (diese dann auch bekommen)und wenn jemand, der nicht genug Geld hat (aus welchen Gründen auch immer) sich dafür vor anderen Leuten rechtfertigen muss und niedergemacht wird von wegen man hätte keine Kinder in die Welt setzen sollen!

So,nun genug gemeckert und gejammert.
Muss mich jetzt wieder meinen Uni-Unterlagen widmen und dann meine Tochter aus der Kita abholen.
Lg

Sandra

Beitrag von snowwhite1974 28.03.11 - 12:14 Uhr

Wie wärs mit heiraten? Steuerlich gesehen würde sich das schon rechnen.

Beitrag von windsbraut69 28.03.11 - 12:14 Uhr

Warum heiratet Ihr nicht?

LG,

W