Wer ist/war über den ET ohne Einleitung?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von dorotasch 28.03.11 - 10:00 Uhr

Ich bin 4 Tage über den ET und hatte während der Schwangerschaft keine Beschwerden, gute Befunde und dem Baby geht es auch gut. Nun gehe ich alle 2 Tage zur CTG und die letzte Kontrolle war in der Klinik. Dort hat man eine Einleitung ab dem 7.Tag über den ET erwähnt, davor sollte ich aber noch mit meiner Ärztin sprechen. Zu der gehe ich gleich. Für mich ist es irgendwie unnötiger Eingriff in die Natur, weil ich keine Wehen, aber auch keine Beschwerden habe und dem baby geht es gut. Zudem müßte ich mehrere Tage im Krankenhaus verbringen und nicht in meiner gewohnten Umgebung und die Schmerzen werden künstlich hervorgerufen, sie werden sogar laut meiner Hebamme als viel stärker empfunden. Was hält ihr davon? Ich würde bis 10 Tage über dem ET noch warten, vielleicht kommen ja die Wehen und das Baby kündigt sich von alleine an, schliesslich kann man ja bis 14 Tage über dem ET sein.
Danke für eure Meinungen/Erfahrungen.:-)

Beitrag von belala 28.03.11 - 10:22 Uhr

Hallo dorotasch,

ich ging 16 Tage über Termin beim 1.Kind.
Mein Kind wurde zuhause geboren.
Ich glaubte ewig schwanger sein müssen und fühlte mich schon lange nicht mehr gut (hatte 25kg zugenommen und ein dickes, großes gemütliches Baby im Bauch).

Mein 2.Kind wurde dagegen in der 25.Ssw geboren, so dass mir beim 3.Kind jeder einzelne Tag heilig war und ich geradezu überrascht war als die Geburt ET+3 begann.

Solltet ich nochmals ein Baby erwarten und über Termin gehen, wird mein Motto sein: engmaschige Kontrolle, aber keine Einleitung.

LG, belala

Beitrag von nadja.l 28.03.11 - 10:24 Uhr

die habammen haben doch auch ihre tricks. wir haben ab et ein wenig mit globulie und nelkenöltampons nachgeholfen und dann ne eipollösung gemacht. am nächsten tag war er da bei et+5.
hatte allerdings schon ewig wehen und der mm war auch schon leicht offen. über einleitung hätten wir frühstens bei et+10 gesprochen.
viel glück für eine baldige geburt#klee

Beitrag von anarchie 28.03.11 - 10:27 Uhr

Hallo!

ich würde aus den von dir genannten Gründen niemals einleiten, solange es Kind und Mutter gut geht.
Meine Kinder kamen alle von alleine zwischen ET-12 und ET+16.

lg

melanie und die 4

Beitrag von claerchen81 28.03.11 - 10:28 Uhr

Hi,

ich war nur ET +1, insofern habe ich mir keine Gedanken über Einleitung gemacht. Ich weiß jedoch, dass ein Übertragen erst ab ET+14 anfängt. Viele Frauen aus meinem GVK waren reichlich über ET (bis ET +15), habe alle jedoch ohne Einleitung entbunden (GVK war in einer Hebammen-geleiteten Geburtsstation). Solange die Befunde i.O. sind, würde ich keiner Einleitung bis ET +14 zustimmen. Schulmediziner sind da meist sehr, sehr konservativ.

Sollten die Untersuchungsergebnisse schlechter werden, wird auch keine Hebi gegen eine Einleitung sprechen. Ich frage mich nur, wie die Ärzte darauf kommen, dass sich jedes Kind nach einem Kalender richten soll..... sehr seltsam.

Ich selbst bin übrigens bei ET +13 geboren und war noch reichlich zeitig, voller Käseschmiere, Hände und Füße ganz glatt. Man hatte mich mit sanften Mitteln (Treppenlaufen, Sex etc. ) rausgeworfen, ich selbst wäre wahrscheinlich noch ein bis zwei Tage in Mamas Bauch geblieben... Hätte man mich am ET (Einleitung) genötigt, wäre das ganze wahrscheinlich in einem KS geendet, inkl. aller Anpassungsschwierigkeiten, ich war einfach noch nicht so weit.

Gruß, C.

Beitrag von 440hz 28.03.11 - 10:49 Uhr

meine große wurde an et+9 geboren.
nachdem ich so lange warten musste ging die geburt dann ziemlich schnell. ich wachte um 3.30 uhr mit den ersten wehen auf und um 6.40 uhr war die maus geboren.
ich denke das lange warten darauf, dass die maus startklar ist hat sich gelohnt.
lg 440hz

Beitrag von lienschi 28.03.11 - 10:53 Uhr

huhu,

ich war bei Blasensprung 6 Tage über ET.

Solange es dem Baby und mir gut geht würde ich immer 10-14 Tage über ET warten... kein Arzt der Welt kann mich zur Einleitung zwingen, solange ich mich noch gut bei der Sache fühle.

Entscheide das aus deinem Bauchgefühl raus.
Solange es euch beiden gut geht besteht doch kein Grund einzugreifen.
Der ET ist nur ein nach Kalender ausgerechneter Tag... aber dein Baby und dein Körper kennen keinen Kalender. ;-)

lg, Caro

Beitrag von aro79 28.03.11 - 12:58 Uhr

Hallo!

Bei mir wude beim ersten bei ET+13 eingeleitet.
Beim 2. sollte bei ET+5 eigeleitet werden, weil das Kind bei ET-1 auf ca 5kg geschätzt wurde. Zum Glück kam es am Einleitungstag morgens dann von selbst. Mit nur 3,9kg. Ich bin sooo froh, um die Einleitung herum gekommen zu sein. Und wenn ich drüber nachdenke, ich würde wohl nicht nochmal einer Einleitung so früh zustimmen (es sei denn, Kind ginge es schlecht) Ohne war es viel angenehmer, fürs Baby und für mich.

LG

Beitrag von birte1977 28.03.11 - 13:32 Uhr

Hallo,
ich war 9 Tage drueber und doch sehr froh, dass ich solange gewartet habe!
Dem Baby ging es gut und als sie geboren wurde, hatte sie gar keine Uebertragungsanzeichen...also, weiss ich nicht, was die da gerechnet haben!
Mir ging es auch die ganze Zeit gut und ich wollte ihr auch die Zeit lassen.
Allerdings habe ich mit den Hebammen am ET +8 ein Spiegelei mit Rhizinusoel gegessen, was anscheinend wehenfoerdernd sein soll... hatte dann Durchfall und ein paar Wehen, die aber nicht stark genug waren. Im KH haben sie dann die Fruchtblase geoeffnet, nach der Nacht mit Durchfall, da hatte ich naemlich keine Lust mehr, und dann ging alles wunderbar, tolle Wehen und eine 4-std. Schwerstarbeit spaeter war unsere Tochter geboren.
Warte einfach solange, wie du dich gut fuehlst und Gedud hast!
alles, alles Gute,
lg Birte

Beitrag von emma-pauline 28.03.11 - 13:45 Uhr

Beim ersten war ich ET+19, Einleitung hab ich abgelehnt.

Geb wurde er mit 4600 gram und 49 cm

Beitrag von findekind 28.03.11 - 13:55 Uhr

Hallo!
Ich halte von Einleitungen generell sehr sehr wenig.
Leider wird die "Grenze" ja dauernd herunter geschraubt, viele Krankenhäuser wollen heute schon ab ET+7 einleiten. Aus der Generation meiner Mutter kenne ich einige Frauen,die problemlos sogar etwas mehr als 2 Wochen über den ET gingen.
Heute wird oft soooooooo ein Stress gemacht,obwohl die diagnsotischen Möglichkeiten zur Kontrolle der Versorgung des Kindes doch schon viel besser sind als damals!

Bei einer Einleitung werden durch künstliche Hormone künstliche Wehen erzeugt, oft ist sowohl das Kind als auch das Gewebe, ja der gesamte Körper der Frau, überhaupt nicht auf solche Wehen eingerichtet, das Kind drückt gegen den Muttermund, der sich oft nicht so öffnet, wie "er gerne sollte".
Oftmals werden die Herztöne des Babys schlechter aufgrund dieser Stresssituation und wenn man Pech hat (und das ist bei eingeleiteten Geburten garnicht so selten!), bekommt man am Ende noch einen Kaiserschnitt obendrauf. :-( Keine tolle Sache, finde ich.

Ich werde, falls ich dieses Mal über den ET gehen sollte (meine Tochter kam drei Wochen vor ET), engmaschig kontrollieren lassen und nicht vor ET+14 einleiten lassen. Wobei ich ab ET+13 nicht mehr im Geburtshaus gebären dürfte #heul

Beste Grüße und: Bleib` bei Deiner Entscheidung,so lange es Euch zweien gut geht!!!!#winke
Findekind

Beitrag von mamajo 28.03.11 - 14:12 Uhr

Hallo!

Ich habe selbst eingeleitet mit einem Glas Rotwein und einem heißen Bad! ;-)

Hat bei beiden Jungs funktioniert. Der Große kam bei ET +5 und der Kleine bei ET -4.

Du solltest allerdings jemanden in der Nähe haben, der Dich aus der Wanne hieft ;-)

LG und alles Gute! #blume

Beitrag von qrupa 28.03.11 - 17:31 Uhr

ich bin eine "Langzeitbrüterin" wie meine Hebamme so nett sagte.

1. Tochter kam bei ET+15 (Einleitung hab ich abgelehnt weil es uns beiden gut ging)
2. Tochter hat mich bei bei ET+8 etwas überrumpelt

Beide hatten null Anzeichen für eine Übertragung.

Wenn es mir und dem Baby gut geht, würde ich persönlich IMMER abwarten. Einleitung ist für mich wirklich nur der letzte Ausweg vorm geplanten KS

LG
qrupa

Beitrag von inajk 28.03.11 - 18:14 Uhr

Lass dir und deinem Baby Zeit.
Wenn man nicht einleitet, sind bei ET+14 8% aller Babies noch nicht geboren. Die Natur findet das also noch sehr normal.
Hier in NL wired bis ET + 14 gar nichts gemacht, und danach auch bloss wenn die Werte besorgniserregend sind.
Meine Grosse ist bei ET+13 geboren, nach Eipolloesung durch die Hebi. Und auch das nur, weil ich gerne eine HG wollte, und das ist hier nur bis ET+13 erlaubt. Darum musste die Suesse einen Schubs kriegen... haette ich sie auch spaeter noch zu Hause kriegen duerfen, haette ich auch das nicht gemacht.
Die besten, schnellsten und einfachsten Geburten sind die wo so wenig wie moeglich eingegriffen wird. Eingriffe wie Einleitungen ziehen haeufig weitere Komplikationen (Wehenschwaeche, Geburttsstillstand) und in der Folge wieder Eingriffe nach sich.

LG
Ina

Beitrag von findekind 28.03.11 - 22:24 Uhr

Zitat: "Die besten, schnellsten und einfachsten Geburten sind die wo so wenig wie moeglich eingegriffen wird. Eingriffe wie Einleitungen ziehen haeufig weitere Komplikationen (Wehenschwaeche, Geburttsstillstand) und in der Folge wieder Eingriffe nach sich."

Absolut pro, sehe ich genauso! #pro

Beitrag von widowwadman 29.03.11 - 08:13 Uhr

Es gibt aber eine nachweislich erhoehte Stillgeburtsrate, bei Uebertragen. Die Natur findet's naemlich auch voellig normal wenn ein Baby stirbt. Das wird aber gerne vergessen

Beitrag von belala 29.03.11 - 20:47 Uhr

Ich bitte um links!

Beitrag von inajk 30.03.11 - 16:46 Uhr

Uebertragung beginnt ab ET+14. Kein Grund fuer all diese laecherlichen Einleitungen kurz nach dem ET.

LG
InA

Beitrag von uvd 28.03.11 - 21:47 Uhr

im leben würd ich nicht einleiten lassen.

hier eine verteilungskurve von frauen, die auf den natürlichen geburtsbeginn gewartet haben:

http://www.unhinderedliving.com/stats.html

10% aller kinder werden nach der 42. woche geboren, völlig normal.

Beitrag von 221170 28.03.11 - 22:14 Uhr

Meine Tochter wurde bei ET + 7 geboren, ohne Einleitung.

Die Ärzte scharrten zwar schon mit den Hufen, ich war zugegebenerweise auch etwas ungeduldig, aber Einleitung wollte ich nicht.

Mir ging es gut, Anzeichen hatte ich NULL. Keine Vor/Übungs/Senkwehen, gar nichts. Mein GMH stand noch, der Muttermund war fest verschlossen.

Meine Fruchtblase riß mir früh morgens einfach, ohne Anschubsen.

Dann wurde es allerdings auch Zeit, mein Fruchtwasser war grün.

Beitrag von 2froesche 29.03.11 - 14:00 Uhr

Hallo,

hier mal ein Auszug aus den Leitlinien der "Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe":

Mittlerweile sind aber neue Metaanalysen [Gülmezoglu 2006, Sanchez-Ramos
2003] publiziert worden, welche zeigen dass sich mit einer Einleitung ab 41+0
 die perinatale Mortalität signifikant verringert (RR 0.3; [95% CI]
0.09-0.99) [Gülmezoglu 2006]
 das Risiko für ein Mekoniumaspirationssyndrom signifikant verringert
(RR 0.29; [95% CI] 0.12 to 0.68) [Gülmezoglu 2006]
 die Sectiorate nicht erhöht wird. Die Daten der Cochrane Analyse zeigen
eine (nicht signifikante) Verringerung der Sectiones (RR 0.92;
[95% CI] 0.76-1.12) . [Gülmezoglu 2006]
- 16 -
3.4.7 Vorgehen bei Terminüberschreitung und Übertragung
 Die Daten von Sanchez-Ramos [Sanchez-Ramos 2003] zeigen sogar
eine signifikante Verminderung der Sectiorate bei Routineeinleitung
mit 41+0 SSW (RR 0.88; [95% CI] 0.78-0.99).
Es bestehen somit gewichtige Gründe, allen Schwangeren die Einleitung
möglichst bald ab 41+0 SSW zu empfehlen (EL Ia) [ACOG 2004; RCOG
2008]. Dabei sollte im Interesse einer informierten Entscheidungsfindung die signifikante
Verminderung der perinatalen Mortalität (EL Ib) sowie der fetalen Morbidität
(EL Ia) bei wahrscheinlich erniedrigtem Risiko für eine mütterliche Sectio
(EL Ia) Eingang in die Beratung finden. Bei der Aufklärung ist allerdings zu beachten,
dass die Risikoerhöhung hinsichtlich perinataler Mortalität bei abwartendem
Verhalten nach 41+0 SSW zwar signifikant ist, sich die absoluten Zahlen
aber immer noch in einem sehr niedrigen Bereich bewegen.
Wird nach 41 SSW abgewartet, so bedarf es der sorgfältigen Aufklärung über die
entsprechenden Risiken von Mutter und Kind. In diesem Zeitraum erfolgt die
Überwachung 2-3-täglich durch Beurteilung der Fruchtwassermenge und durch
das CTG (EL IV) [ACOG 2004, RCOG 2008].
Ab 42+0 SSW:
Ab 42 Schwangerschaftswochen (ab 42+0) ist eine Einleitung oder Beendigung
der Schwangerschaft per Sectio caesarea indiziert (EL Ia). Das Risiko für einen
IUFT steigt deutlich an. Ebenso ist die neonatale Morbidität durch Schulterdystokie,
Mekoniumspirationssyndrom, peripartale Asphyxie und Pneumonie signifikant
erhöht. Als Folge der peripartalen Morbidität ist auch die neonatale Mortalität
erhöht (EL IIa). Diese Risiken sollten bei der Aufklärung der Schwangeren
erwähnt werden und für den Fall der Entscheidung zum weiteren Abwarten auch
schriftlich dokumentiert werden.


Ich weiß, dass sich hier deutlich mehr Leute rumtreiben, die gegen eine Einleitung sind, und die aus ihrem schier unermesslichen Erfahrungsschatz von 2-4 eigenen Geburten und 10 Geburten im Bekanntenkreis schöpfen können. Es stimmt, dass die Überwachung der Schwangeren und des Feten immer besser und engmaschiger werden, aber tatsächlich hat man noch nicht wirklich herausgefunden, wie man denn genau feststellt, dass es zu einer für den Feten gefährlichen Plazentainsuffizienz durch Übertragung gekommen ist. Denn - wie hier schon treffend formuliert: für die Natur ist die Übertragung genauso normal wie die Totgeburt.

Natürlich kann man keine Schwangere zu einer Einleitung zwingen, das ist auch gut so. Aber man sollte meiner Meinung nach aufgeklärt sein darüber, was passieren kann. Diese Aufklärung solllte der Frauenarzt oder die Hebamme übernehmen. Und dann kann man selbst entscheiden, was man machen möchte.
Es mag sein, dass Ärzte oft den Eindruck erwecken, ungeduldig zu sein, über die Frau bestimmen zu wollen etc., aber man sollte auch mal ganz kurz bedenken, dass Ärzte ein bisschen mehr Erfahrung haben, dass sie Leitlinien haben, nach denen sie sich oft richten, und dass dann manchmal "Einzelfallentscheidungen" schwerer fallen.

LG,
2froesche