Warten auf den Tod....

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von seluna 28.03.11 - 23:42 Uhr

grausame aber wahre Überschrift.

Ich habe einfach das Bedürfnis das nieder zuschreiben.
Nachdem ich kurz vor Weihnachten unerwartet meinen Vater durch einen schweren Herzinfarkt verloren habe, liegt nun der (zweieiige) Zwillingsbruder eines sehr, sehr guten Freundes im sterben.

Plötzliche akute Krankheit, mit unerwarteten schlimmen Verlauf.
Nun liegt der Mann, nach 2 Not Op´s innerhalb von 36 Stunden, im künstlichen Koma, Überlebenschance liegt bei max.10%
Sollte er Überleben, ist seine Lebensqualität stark eingeschränkt.

Sein Zwilling, mein Freund, fährt seit tagen täglich zu ihm.
Er schläft nicht mehr, isst kaum noch und wartet im Grunde auf das scheinbar unvermeidliche. Seinen Tod.
Ich würde ihm so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie.
Ich frage tgl nach, höre ihm zu und rede mit ihm.
reicht das?
Ich habe Angst das es ihn den Boden weg reißt, heißt es nciht das die Bindung unter Zwillingen, besonders eng sei?

Ich finde das so schlimm.
Seit dem Tod meines Vaters, höre ich aus allen Ecken solche Meldungen.
Ich habe noch nicht einmal Zeit gehabt, den Tod meines Vaters zu verarbeiten.

traurige Grüße
Seluna






Beitrag von intensiv-sis 29.03.11 - 00:06 Uhr

Was sehr gut tut, ist einfach eine Umarmung, da bedarf es meist keiner Worte mehr.
So ging es mir zumindest im Feburar, als meine Mama auf Intensiv war, künstliches Koma, und zuletzt am Valentinstag gestorben ist.

Ich hab in der Zeit auch kaum gegessen, meine beste Freundin (für mich wie meine große Schwester), bei der ich in der Zeit gewohnt hab, hat mich morgens und Abend zu je einer Scheibe Brot gezwungen, sonst hätte ich gar nichts gegessen und das über vll 2-3 Wochen.

Es wird im sicherlich den Füßen unter dem Boden wegreißen, etwas anderes ist kaum zu erwarten. Sei für ihn da, stütze ihn dort, wo er den Bedarf hat (z.B. Haushalt/Kochen/aber eben auch einfach mal drücken).
Frag ihn offen, ich hab es gehasst (und bin deswegen nciht nur einmal ausgefippt) wenn jemand hinten herum angeschlischen kam.

Beitrag von tweety111 29.03.11 - 12:41 Uhr

Ich weiß wie schlimm es ist wenn man darauf warten muss #heul.
Mein Vater ist vor 2 Jahren an Krebs gestorben und wenn ich so zurück denk dann hat man bei ihm einige Wochen drauf gewartet.

Wie meine Vorrednerin schon sagte, eine Umarmung ist manchmal mehr wert als Worte.
Wenn dein Freund möchte, dann fahr mit ihm an einen schönen Ort. Es gibt so viele schöne Fleckchen um uns rum, wir müssen sie nur sehen.

Gib ihm einfach das Gefühl dass du da bist für ihn, egal wann und egal wie! Hört sich vllt einfacher an aber ich denk dass du instinktiv das richtige machst!!

Fühl dich lieb gedrückt #liebdrueck