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Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von tragemama 29.03.11 - 11:39 Uhr

Ich muss mich mal auskotzen, hoffe aber auch auf den ein oder anderen hilfreichen Tipp. Meine Kinder (3,5 und 1,5) schlafen im Familienbett. Mein Mann war letzte Nacht im Notarztdienst, also nicht da. Aufgeweckt wurde ich gg. 05:30 Uhr von meiner mich tretenden 3jährigen. Ich hab ihre Beine weggeschoben, weil ich dachte, sie träumt schlecht. Sie trat weiter, weil sie wollte, dass ich ihr etwas zu trinken bringe. Es stand Wasser in Griffweite am Bett, sie wollte aber Saft. Ich habe ihr kurz gesagt, dass ich weiterschlafen möchte, wenn sie Durst hat, soll sie Wasser trinken. Sie hat angefangen, zu "zetern", also halt so vor sich hin gejammer, dass sie Saft will. Ich hab sie dann etwas angepampt. Sie könne sich den Saft gern selbst in der Küche holen (Licht im Flur war an) oder eben Wasser trinken. Das zog sich dann über eine halbe Stunde. Ich war dann ziemlich stinkig und hab ihr gesagt, dass sie gerne im Kinderzimmer warten kann, wir wir aufstehen und sie jetzt bitte leise sein soll. War sie nicht. Ihr fiel dann ein, dass ich sie auf die Toilette begleiten solle (kann sie sonst alleine). Im Endeffekt hatte ich SO einen Hals und hab sie etwas grob gepackt und ins Kinderzimmer gesetzt und die Tür ge(nicht ver-)schlossen. Sie hat dann angefangen, sich gegen die Tür zu werfen. Sehr laut - wir haben Nachbarn über uns, die Wohnungen sind recht hellhörig. Ich wieder rein, Kind festgehalten und angebrüllt, Tür zu, wieder raus. An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken, auch die Kleine war jetzt wach. Im Kinderzimmer haben wir Kinderkleidung und Wickeltisch, ich musste da also mit der Kleinen rein. Kathrin hielt die Tür zu, ich schob sie weg. Dann hat sie im Vorbeigehen mit der Faust (!) der Kleinen ins Gesicht geschlagen. Ich hab ihr reflexartig eine gescheuert. Vielleicht auch nicht ganz reflexartig, ich war einfach schon extremst angespannt. Dann habe ich sie aus dem Kinderzimmer geschoben, weil sie weiter in meine und Christinas Richtung getreten und gehauen hat und die Tür ge(nicht ver-)schlossen. Ich hab die Kleine angezogen und geh raus - die Wohnungstür steht offen, Kathrin war weg. Nach Suche inkl. Nachbarn rausklingeln usw. (toll um kurz vor 7...) war sie dann Gott sei Dank nebenan bei Oma heulend auf der Couch gesessen. Wir haben uns dann "vertragen".

Und jetzt sitze ich hier und heule, weil ich glaube, eine richtig beschissene Mutter zu sein, die mit einer 3(!) jährigen nicht ohne körperliche Gewalt zurechtkommt.

Wahrscheinlich kommen jetzt Antworten wie "geh mal zum Psychologen" etc., vielleicht auch keine schlechte Idee. Ich WILL keine brüllende und schon gar keine klapsende Mutter sein, ich verurteile das zutiefst. Aber wie löst Ihr denn sowas oder schafft es, dass es gar nicht zu solchen Eskalationen kommt?

Würde ich meine Geschichte jetzt hier lesen, würde ich den TE wohl auf Körperverletzung nach StGB hinweisen und aburteilen. Super.

Danke vorab für konstruktive Kritik,
Andrea
mit Kathrin (3,5)
und Christina (1,5)

Beitrag von dodili 29.03.11 - 11:59 Uhr

Hallo,
kann Dir leider keinen Rat geben, zumindest jetzt gerade nicht... Mein Tag fing nämlich genauso besch.... an wie Deiner. Ich sitze jetzt auch hier und bin todtraurig, wie ich mich so habe gehen lassen können.... Mein armes Kind... Naja, es kommen hoffentlich wieder bessere Zeiten. Ich will Dir nur damit sagen, es gibt noch genug andere "Rabenmütter" - keine Entschuldigung, nur Trost! Kopf hoch! Und jetzt: Steine her...
Grüße, Dodili.

Beitrag von sternchen730 29.03.11 - 12:15 Uhr

...wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein!
Also ich werfe nicht!
Solche Nächte und Vorkommnisse gibt es halt hin und wieder.
Blöd gelaufen.
Wichtig halt, dass Du Dir überlegst, wie Du nächstes Mal besser reagierst und wie Du dieses Malheur hättest vermeiden können.
Meine Meinung ist, Deine Kleine war von der Zeitumstellung verpeilt (eigentlich wars ja erst 4.30...), vielleicht hat sie von Saft geträumt???
Ich glaub ich wäre auch nicht Saft holen gegangen.:-p
Sauer wäre ich auch gewesen. Und etwas genauso regiert wie Du bis Du sie in ihr Zimmer gesetzt hast. Wenn sie dann angefangen hätte zu randalieren, hätte ich wahrscheinlich um Lärm zu verhindern und Schlimmeres zu vermeiden sie auf den Schoß genommen und versucht, sie lieb zu beruhigen.
Rausbekommen, was eigentlich los war-schlecht geträumt? Angst? Vermisst Papa? :-(
Das klappt oft ganz gut und holt auch mich wieder runter, obwohl ich eigentlich lieber einfach die Tür zuhalten würde...oder wieder ins Bett gehen.
Du kannst sie ja fragen, ob sie das am frühen Morgen auch so doof fand und was ihr tun könnt, dass ihr beide nächste Nacht gut schlafen könnt.
Denn Frieden mit Mama will eine 3-jährige ganz bestimmt!
Grüße, sternchen#stern

Beitrag von landmaus 29.03.11 - 12:25 Uhr

Hi,

hört sich nach 1a Machtkampf an.

So eine Situation zu lösen oder von vorneherein zu vermeiden ist schwer.Wichtig ist, dass man sch nachher Gedanken macht, wie man konkret beim nächsten Mal reagieren möchte. Und genau das tust Du ja gerade. Von daher ist alles im grünen Bereich.

Wenn Du Deinen Text liest, kommst Du wahrscheinlich selbst zu den Punkten bei denen man hätte einhaken können.

Menschen die nicht viel Schlaf benötigen und morgens bereits munter sind, wären vielleicht einfach aufgestandenund hätten den Tag begonnen. Meine erste Frage wäre wohl gewesen, ob unsere Tochter schlecht geträumt hat oder wegen irgendetwas traurig oder sorgenvoll ist. Meistens wird sie körperlich ruppig, wenn sie selbst Probleme hat, die sie nicht lösen kann.

Vielleicht hätte es auch schon gereicht, wenn Du ihr freundlch vorgeschlagen hättest sich den Saft selbst zu holen, da sie ja schon "ziemlich groß" ist. Eine halbe Stunde "Nein/Doch" spielen hätte ich jedenfalls nicht über mich ergehen lassen. Wenn unsere in dieser Stimmung ist, bn ich geneigt, den Wunsch zu erfüllen und dann mit ihr zu reden, was eigentlich los ist. Ansonsten sag ich auch manchmal ganz klar, dass ich müde und angestrengt bin und michnicht weiter mit ihr auseinandersetzen möchte. Ich biete dann auch Alternativen, wie im Zimmer spielen an und bitte um meine Ruhe. Ganz wichtig ist , dass ich mir dann lar mache, dass ich ruhig und gelassen bleiben sollte, weil die Situation sonst bestimmt eskaliert.

Bei der Bitte sie zur Toilette zu begleiten, wäre ich nochmal hellhörig geworden, denn irgendwie geht es hier ja um Mamas Nähe und Sicherheit. Wollte sich vielleicht rückversichern, dass Du auch für sie da bist, auch, wenn sie ungewöhnlche Forderungen stellt. Meine braucht das manchmal, um dann wieder ein bisschen zu wachsen. Ihre Seele häutet sich dann wie eine Schlange. Da braucht es dann auch Reibungsfläche.

Mit so einem Hals und extremst angespannt, war aber an Deeskalation wohl auch nicht zu denken. Wenn es mir so geht, versuche ich immer ein paar Momente Ruhe zu bekommen und mir klar zu machen, was eigentlich vor sich geht. Wenn ich mich dann runtertakten kann, geh ich zu meiner Tochter, klopfe höflich an, frage, ob wir reden können und setzte mich mit ihr hin. Meistens frage ich sie dann, was denn mit ihr los ist und sage, dass ich finde, dass sie ganz unglücklich ist. Spätestens da bricht es dann aus ihr heraus und wir reden und entschuldigen uns gegenseitig. In Eurer Situation hätte ich dann z.B. erklärt, dass ich schon wütend aufwache, wenn man mich tritt und dass es besser ist mich zu wecken und zu sagen, was sie braucht. Für meine Ruppigkeiten verbaler und körperlicher Art hätte ich mich entschuldigt und sie gefragt, ob sie denn eine Idee hat, wie wir das beim nächsten Mal gemeinsam besser lösen können.

Vielliecht ist ja was dabei, was Dich weiterbringt.

Viele Grüße

Beitrag von elaleinchen 29.03.11 - 12:37 Uhr

Hättest du ihr eben den Saft geholt hättest du vielleicht ruhe gehabt und der Morgen wäre nicht so blöd gelaufen. ;-)

Beitrag von altehippe 29.03.11 - 13:13 Uhr

Ich würd niemals extra in der Nacht aufstehen, nur weil Wasser nicht gut genug ist..
Wo kommen wir denn da hin?

Beitrag von widowwadman 29.03.11 - 13:51 Uhr

Und so zieht man sich Quaelgeister ran. Ich waer auch nicht Saft holen gegangen, schon gar nicht wenn das Kind es anscheinend auch alleine kann UND auch noch Wasser zur Verfuegung steht.

Beitrag von lagefrau78 29.03.11 - 15:04 Uhr

Genau. Wahrscheinlich bleibt es auch bei dem einen Mal. #kratz

Wenn ich meinem Sohn solche Extrawürste brate (nachts Saft bringen, zur Toilette begleiten, etc.) dann weitet er diese Ausnahme in null komma nix aus. Will heißen: in der ersten Nacht ist es noch Saft um 5:30. In der nächsten Nacht probiert er es vielleicht mal um 3:00 mit Müsli. Unnötig zu erwähnen, dass er fortan nachts *immer* Saft statt Wasser braucht.
Dies ist keine Lösung.

Ich finde, die TE hat ganz richtig gehandelt. Den ultimativen Tip, wie die Eskalation anschließend hätte verhindert werden können, habe ich leider nicht.

Beste Grüße!

Beitrag von tauchmaus01 29.03.11 - 12:48 Uhr

Ganz ehrlich? Wenn Du schreibst dass Du meinst eine beschissene Mutter zu sein, weil Du ohne körperliche Gewalt nicht auskommst, hört es sich so an als würde das öfters vorkommen.

Ich hätte dem Kind mitten in der Nacht eben schnell einen Saft gegeben und dann weitergeschlafen oder sie ausnahmsweise mal auf Klo begleitet.
Vielleicht hatte sie einen schlechten Traum und hat sich allein nicht getraut.
Du hast sie dann weil Du sauer warst in ein Kinderzimmer geschickt in dem es anscheinend kein Bett gibt. Was soll sie da in der Nacht? Kein Wunder hat sie Theater gemacht, dann rennst DU auch noch rein und brüllst rum.

Irgendwie schreibst Du auch du hast nicht reflexartig zugehauen. Deine Wut war also schon ziemlich herangereift. Bist Du im Alltag vielleicht gerade extrem wütend auf etwas?

Ich denke Dein Kind wäre vielleicht besser in ihrem eigenen Bett aufgehoben.

Und ja, ich kann sagen, als Mama von 2 Töchtern (2 1/2 Jahre Abstand) dass ich es immer geschafft habe michunter Kontrolle zu halten. Und das finde ich normal! Aber auch ich kenne das Gefühl der Ohnmacht, ich beruhige mich zwangsweise, überlege dann ob es Sinn macht auf dies oder jedes zu pochen und erinner mich dann daran, wie meine Mutter solange ich klein war, jedesmal mit einem Lächeln das Wasser an mein Bett brachte in der Nacht. Und ich weiß auch dass ich nur gerufen hatte, wenn ich echt Durst hatte und ebenso erinner ich mich daran dass der Flur in der Nacht voller Monster war und ich es allein nie mochte auf Klo zu gehen.

Kinder darf man nicht schlagen, es gibt KEINEN Grund dazu und auch keine Entschuldigung. Es ist sogar verboten, das weißt Du ja selber.

Deine Kleine ist erst 3 Jahre alt und jedes Kind hat seine anstrengenden Phasen, wenn da alle Mütter gleich draufhauen nur weil was nicht so läuft wie gewünscht, dann hätte wir in der Welt nur lauter gebrochene kleine Seelen.

Ich bin mir aber sicher dass Du es schaffen kannst aus dieser Spirale rauszukommen, vielleicht ja wirklich mit einem eigenen Bett für Deine TOchter im Kinderzimmer und indem Du weiterhin darüber redest und auch Kritik annimmst.

Ich werfe keinen Stein, weil ich kein Recht dazu habe jemanden zu verletzen.

Im Sinne Deiner Kinder solltest Du überlegen ob Du vielleicht echt mal Rat suchst, mir hatte in der Tat in einer schwierigen Lebensphase Baldrian geholfen ruhiger zu werden, mit Homöopathie kenn ich mich nicht aus, aber sicher gibt es auch da Globulis die Du nehmen kannst wenn du merkst dass Du gleich explodierst.....

Wird schon wieder ;-)

Mona

Beitrag von sanfi76 29.03.11 - 13:28 Uhr

Hallo,
ok, jetzt nichts zum Thema, aer wieso redest du hier immer von "mitten in der Nacht"? #kratz

Als die TE von ihrer Tochter geweckt wurde war es 5.30 Uhr und danach lagen sie noch eine halbe Stunde im Bett. Es war also mal mindestens 6.00 Uhr bevor das Kind überhaupt ins Kinderzimmer musste.


LG Sandra

Beitrag von tauchmaus01 29.03.11 - 14:07 Uhr

Ok, 6 Uhr ist für mich noch Nacht #schein. Aber jetzt wo Du es sagst versteh ich umso weniger warum man dann nicht einfach aufsteht, mit dem Kind auf Klo geht und gut ist. Noch immer besser als so ein Theater zu veranstalten welches mit Schläge endet.

Mona

Beitrag von tragemama 29.03.11 - 13:29 Uhr

Hallo Mona,

danke erstmal, auch wenn man - klar - manchmal schlucken muss beim Lesen. Aber Du hast ja Recht. Nein, ich hab ihr noch eine gescheuert, ich hab sie nur manchmal festgehalten und da braucht man auch mal mehr Kraft, als ich eigentlich an einer 3jährigen ausprobieren mag.

Ich hab tatsächlich viel Stress im Moment (Umzug, viel Arbeit etc.), umso schlimmer, dass ich das wohl übertragen habe.

Andrea

Beitrag von fraz 29.03.11 - 12:55 Uhr

Hallo

Ich würde mit meiner Tochter klare Bedingungen aushandeln betreffend schlafen im Familienbett.
Wer andere stört, hat im Familienbett nichts (mehr) zu suchen.

Beitrag von derhimmelmusswarten 29.03.11 - 13:47 Uhr

Oh je. Ich denke, auch wenn die wenigsten Leute es zugeben, dass das fast allen Eltern im Laufe der Jahre mal passiert. Du hast dein Kind schließlich nicht grün und blau geschlagen. Was jetzt nicht heißen soll, dass man Kinder schlagen darf oder schlagen sollte. Aber dass man reflexartig einem Kind im Laufe der Zeit mal eine Ohrfeige verpasst... Kann sich davon wirklich jemand 100%ig freisprechen? Ich bin jemand, der gerade in solchen Situationen klein beigibt. Das muss ich zugeben. Ich will dann nachts einfach meine Ruhe haben und wenn meine fast 2jährige Tochter eine Flasche Milch will, dann steht Mama auf und macht sie ihr #schein Andere Mütter hätten an meiner Stelle wahrscheinlich längst die Milch abgeschafft und auf Wasser bestanden.

Was ist eigentlich ein Familienbett? Ein Bett, in dem ihr alle zusammen liegt? Uns würde das mit Sicherheit stören. Ich finde es irgendwie besser, wenn ältere Kinder ihr eigenes Bett haben. Erst heute Nacht habe ich meine Tochter mal ausnahmsweise zu mir geholt, weil sie weinte, habe sie aber nach kurzer Zeit wieder in ihr Bett gelegt, weil sie auch getreten und sich dauernd hin und her geworfen hat. Probiert doch mal aus, ob das für euch nicht auch besser wäre. Zumindest für das ältere Kind. Oder sogar für beide. Dass sie vielleicht zusammen im Kinderzimmer schlafen. Naja. Ansonsten kommt von mir ein wenig Verständnis. Meine Tochter ist noch kleiner, aber sie kann einen auch absolut zur Weisglut treiben.

Beitrag von widowwadman 29.03.11 - 13:49 Uhr

Kopf hoch, du bist auch nur ein Mensch. Gute Tipps habe ich leider auch nicht, wollt aber trotzdem zumindest ein nettes Wort da lassen

Beitrag von 1familie 29.03.11 - 13:54 Uhr

Hallo,

ich muss sagen, das von dir zu lesen, wo du sonst so perfekt tust, ist schon was.

Jeder hat mal einen schlechten Start in den Tag, aber ihr habt euch wohl beide hochgepuscht.

Gruß

Beitrag von lisasimpson 29.03.11 - 13:56 Uhr

ach herrje- ich bin nun wirklich kein freund von Prügel für Kleinkinder- aber ich glaube schlimmer als an so einem morgen eine ohrfeige von Mutter zu kassieren wäre es für dein kind, wenn es eine perfekte mutter hätte, die niemals fehler macht!

Ansonsten: besprich mit ihr, was sie morgens tun kann, wenn sie wach ist und ihr noch schlafen wollt- UND: sehe die chance darin: dein Kind hat heute gelernt
1. meine mama it auch nur ein mensch mit grenzen
2. meine mama darf auch fehler machen- jeder mensch darf fehler machen
3. wenn man einen fehler macht geht davon die welt nicht unter- man muß ihn nur wieder in ordnung bringen

lisasimpson


Beitrag von tragemama 29.03.11 - 22:19 Uhr

Vielen Dank!

Beitrag von ma-lu 29.03.11 - 14:40 Uhr

Hallo Andrea,

oh, ich kann Dich sehr gut verstehen. Wir kämpfen hier aktuell auch jeden Tag Kämpfe um Dinge, die eigentlich schon längst geklärt sind....

Meine Tochter wird im Juli 4, mein Sohn im Mai 2. Also ungefähr Euer Alter. Im Moment ist die Große auch wirklich unausstehlich, versucht ihre Grenzen zu testen, wo es nur geht. Auf der anderen Seite will sie wieder "Baby" sein und macht so Sachen wie nachts nach einer Milch verlangen (hatten wir seit über 2 Jahren nicht mehr), absichtlich Pipi in die Hosen machen (ist seit einem Jahr trocken) und nachts völlig künstlich weinen wie ein kleines Baby.

Tagsüber müssen wir im Moment fast jede Regel wieder neu erfinden und auskämpfen, und das ist ganz schön anstrengend. Andererseits kann sie plötzlich viele neue Dinge wie ganze Menschen malen mit allem Drum und Dran, Buchstaben erkennen und mit den Fingern zählen. Auch die Erzieherin hat mich schon drauf angesprochen, dass meine Tochter gerade einen gewaltigen Entwicklungssprung macht.

Von daher: ich denke in so Situationen, in denen sie ihre "Anfälle" hat, sehr gerne an das Buch "Oje, ich wachse" zurück. Du kennst es bestimmt. Auch im Moment denke ich, dass sie einen enormen Wachstumsschub (geistig) hat, und das lässt mich dann wieder runterkommen. Ich glaube, dass unsere Mädels sich gerade so ein bisschen von uns "freikämpfen" wollen. Dazu gehört es, den eigenen Willen durchsetzen zu wollen, erklärt aber auch, dass sie im Gegenzug wieder ihre "Baby-Momente" haben und uns wieder ganz für sich brauchen (Meine will Milch, Deine Saft. Meine will, dass ich ihr nachts eine Bastion von Kuscheltieren baue, Deine will, dass Du sie auf Toilette begleitest....).

Was Deinen Hand-Ausrutscher betrifft: kann ich nachvollziehen. Mir ist das zwar noch nicht passiert, aber dafür brülle ich gerne mal ziemlich laut, vor allem nachts, wenn ich wieder mal nicht schlafen darf. Finde ich auch Scheiße, aber manchmal - wenn wir wochenlang nachts kaum geschlafen haben und beide sauanstrengend sind - passiert das. Hinterher fühle ich mich total daneben und bemitleide meine Kinder, weil sie so eine schlechte Mutter haben, die den ganzen Vormittag liebevoll mit ihren Schulkindern umgeht, bei den eigenen nachmittags und nachts dann aber am Rad dreht und rumschreit.

Also, wie gesagt, mein einziges Rezept ist der Gedanke an Oje, ich wachse, und der feste Glaube daran, dass die Kids uns ja nix böses wollen und gar nicht wissen, warum sie in solchen Phasen so anstrengend sind. Und manchmal, wenn's ganz schlimm ist und ich Angst habe, mir könnte doch die Hand ausrutschen, dann wecke ich meinen Mann und der darf ran, so lange, bis ich mich wieder beruhigt habe und wieder weiß, dass meine Zicke das ja nicht absichtlich macht.

LG
Ma-Lu (Leidensgenossin)

Beitrag von leonie133 29.03.11 - 15:20 Uhr

Hallo
also ich kenne solche Tage auch. Ich habe meiner Tochter noch nie eine "gelangt", aber den berühmten Klaps auf dem Po gab es auch schon mal. Das war auch die Mischung aus Überforderung, Reflex und schlechtem Nervenkostüm. Sie hatte mir vorher eine ordentliche Ohrfeige verpasst und auch getreten, da war dann die Grenze erreicht.

Geschrien habe ich auch schon öfters, und ich kann mich in den Momenten garnicht leiden, und die Kleine tut mir furchtbar leid #schmoll

Naja, ich habe nur ein Kind (ich weiß schon warum ;-))...

Wichtig ist eine ordentliche Versöhnung, das hast du ja gemacht.

Lass dir hier von niemandem ein schlechtes Gewissen machen...

Es gibt hier gaaaaanz andere Mütter!!

LG Leo

Beitrag von juniorette 29.03.11 - 15:43 Uhr

Hallo,

dann hoffe ich mal, dass du dich heute schon selbst angezeigt hast :-p

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=3&tid=2681290&pid=16988627

Und kopiere dir doch auch gleich den § 223 StGB... #augen

Ich verurteile keine Eltern, denen in einer Extremsituation mal die Hand ausrutscht. Sehr wohl verurteile ich aber Menschen, die solchen Eltern deswegen gleich mit strafrechtlichen Konsequenzen drohen.

Und am allerschlimmsten finde ich Menschen wie dich, die wegen eines (!) Klapses mit strafrechtlichen Konsequenzen drohen UND selber viel brutaler sind als es "nur" bei einem Klaps zu belassen.

Menschen wie du sind offensichtlich unfähig, sich in andere Eltern, die mal an ihre Grenzen kommen, reinzuversetzen.
Was meine Theorie beweist, dass Menschen, die andere wegen eines (!) Klapses anzeigen wollen (bzw. dieses befürworten) genauso unfähig sind, sich in ihre eigenen Kinder reinzuversetzen.

MEINE Fähigkeit mich in andere Menschen reinzuversetzen, hat meinen Sohn schon einige Male davor bewahrt, dass ich richtig sauer werde - diese Fähigkeit spreche ich jedem ab, der wegen eines Klapses mit dem Strafgesetzbuch wedelt :-p
(Natürlich gibt es auch nicht-klapsende Eltern, die einfühlsam genug sind, wegen eines einzelnen Klapses nicht gleich nach Polizei und Jugendamt zu rufen.)

Und dass DEIN Schlag ins Gesicht deiner Tochter wesentlich schmerzhaften ist als ein Klaps auf den Hintern, das wird hier hoffentlich niemand bestreiten.

Du willst einen Tipp:
werde einfühlsamer. Anderen Urbia-Usern gegenüber, die etwas in deinen Augen Schlimmes gemacht haben (z.B. klapsen), dann klappt es auch mit der Einfühlsamkeit gegenüber seinen eigenen Kindern.
Einfühlsam zu sein heißt nicht alles von anderen gut zu finden, aber es bedeutet, dass man genug Phantasie hat, um nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte und sachlich und angemessen auf die entsprechende Untat zu reagieren.

J.

P.S.: es würde mich nicht wundern, wenn ich auch ein entrüstetes "ICH werde meine Kinder NIEMALS schlagen" von dir bei Urbia finden würde.

Beitrag von altehippe 29.03.11 - 17:09 Uhr

Ui, auch interessant;-) So gut kannte ich mich jetzt nicht aus...aber hier ist noch was zum lesen.

http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2562900/Bin-schockiert.html

http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2691831/Wie-geht-ihr-damit-um-bzw-handhabt-solche-Situationen.html

und weils so schön ist
"Beitrag von tragemama - 30.06.08 - 15:27:40 Uhr
Ich bin ziemlich entsetzt von den Antworten hier...

Ich bin ohne einen einzigen Klaps aufgewachsen - und stellt Euch mal vor, ich bin ein normaler, gesunder Mensch, habe meine Ausbildung mit 1,0 absolviert und betreibe jetzt sehr erfolgreich zwei Gewerbeunternehmen. Und das, obwohl ich nie geschlagen oder "geklapst" wurde.

Ich finde es sehr armselig, wenn sich ein erwachsener großer Mensch gegen so ein kleines Kind nur mit körperlicher Gewalt durchsetzen kann.

Arme Kinder, die solchen Menschen schutzlos ausgeliefert sind.

Was denkt Ihr "klapsenden" Mamas eigentlich über jemanden, der seinem Hund eins draufgibt oder einem anderen Tier? Findet Ihr das auch ok? Denkt mal drüber nach... Die meisten schreien da nämlich auf, aber wenn jemand ein Kind züchtigt, schauen alle weg.

Nichts desto trotz, ich hätte auch nichts gesagt, weil man solche Menschen mit Worten nicht überzeugen kann. Wären sie dazu in der Lage, guten Argumenten zu folgen, würden sie erst gar nicht schlagen

Andrea"

Beitrag von binnurich 29.03.11 - 17:34 Uhr

naja... sie hat ja heute doch schon selbst gesehen, dass man nie nie sagen sollte.

weiter draufhauen bringt es ja nun sicher nicht

Beitrag von juniorette 29.03.11 - 20:01 Uhr

Im Nachhinein (also aufgrund eigener Erfahrung) zu sagen, dass "man nie nie sagen sollte", ist keine Kunst und entschuldigt in keinster Weise die zig Draufhau-Threads gegen User, die entweder aus eigener Erfahrung oder eben aufgrund eines gewissen Verständnisses/Weisheit/Lebenserfahrung sagen "du solltest niemals nie sagen" (in diesem Fall: "Klapse sind ja soooooooooooo böse" .

Und es gibt genügend Threads, in denen die TE in absoluter Gnadenlosigkeit gegen klapsende Mütter gehetzt hat, wobei ICH eine Ohrfeige nicht mehr als "harmlosen Klaps" bezeichnen würde.

Mehr wollte zumindest ich nicht sagen - und die Userin altehippe vermutlich auch nicht.

Beitrag von 1familie 29.03.11 - 20:03 Uhr

#pro