Behandlung Hüftdysplasie

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von ll84 29.03.11 - 16:28 Uhr

Bei der U3 wurde bei meiner Tochter (geboren 07.01.2011) eine Hüftdysplasie IIa festgestellt. Die gemessenen Winkel waren rechts 60 und links 56. Daraufhin hat der Orthopäde eine Tübinger Schiene verordnet. Bei der Nachkontrolle nach 6 Wochen sind die Winkel nun rechts 68 und links 67. Dennoch solll meine Tochter die Schiene noch weitere 5 Wochen tragen, da nach Aussage des Arztes der knöcherne Erker noch nicht eckig ist. Allerdings macht das Tragen der Schiene ihr große Probleme da sie oft unter Blähungen leidet und diese mit der Schiene nicht 'rausstrampeln' kann.

Meine Frage nun: Ist es auch möglich, die Schiene nur nachts anzulegen? Dauert die Behandlung dann eben einfach länger oder hat man dann keinen Effekt, wenn man die Schiene tagsüber weglässt?

Alternativ dazu könnte man ja tagsüber auch breit wickeln, mit einem entsprechenden Spreizhöschen über der Windel, oder bringt das gar nichts?


Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen gemacht, würde mich über eine Anwort sehr freuen!

Beitrag von sterni84 29.03.11 - 17:43 Uhr

Hallo!

Breit wickeln bringt meiner Meinung nach gar nichts.

Bei mir wurde damals auch eine Hüftdysplasie festgestellt - aber der KiA riet meiner Mutter nur dazu mich breit zu wickeln. 1984 eben.

Leider führte das zu keinem Erfolg und heute hab ich dadurch Probleme mit der Hüfte.

Ich würde definitiv erst nochmal Rücksprache mit dem Arzt halten, bevor Du die Schiene nur nachts anlegst. Sichere dich lieber erst ab, sonst machst Du dir evtl. nachher Vorwürfe.

LG Lena

Beitrag von loeffelstiel 29.03.11 - 17:49 Uhr

Hey !

Wenn du die Schiene nur nachts anlegst kannst du es dir leider gleich ganz schenken.

Massier der Kleinen den Bauch, dann klappts auch mit dem Pupsen.

Wird schon !

Beitrag von ll84 29.03.11 - 17:53 Uhr

Ist das tatsächlich so, dass die Schiene keinerlei Wirkung hat, wenn man sie nur nachts anlegt?

Wir waren in einer Gemeinschaftspraxis bei den Untersuchungen. Beim ersten Termin hat der 'Oberguru' dort meine Tochter geschallt und die Schiene verordnet. Er hat dann zu mir gesagt, dass die Behandlung nach dem Prinzip 'Konsequenz - Dauer' funktionert. Heißt je mehr Tragen, desto schneller vorbei.

Der Kollege beim zweiten Termin sagte dann eben, dass nur nachts anlegen nichts bringt. Ich bin nun doch etwas versunsichert.

Beitrag von loeffelstiel 29.03.11 - 18:13 Uhr

Kann ich verstehen.

Aber überleg doch mal - das Problem bei der Hüftdysplasie ist, dass der Hüftkopf nicht in der Pfanne gehalten werden kann. Das kann verschiedene Ursachen haben (Fehlstellungen oder Fehlbildungen). Wenn man das ganze nicht therapiert, gibts später Arthrose mit großen Schmerzen und Gehbehinderung - das willst du deiner Tochter doch nicht antun.

Jetzt ist bei der Kleinen noch alles aus Knorpel (d.h. weich) und kann verrutschen. Im Rahmen der normalen Entwicklung wird im Säuglingsalter (3. bis 9. Lebensmonat) die Knorpelsubstanz fortlaufend durch Knochensubstanz ersetzt. Für die regelmäßige Verknöcherung des Hüftgelenks ist eine richtige Stellung von Hüftkopf zu Hüftpfanne unbedingt notwendig. Ist die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne nicht richtig, kommt es ohne Korrektur zu einer Verknöcherung der Fehlstellung.

Stell dir das ganze als Gipsabdruck vor. Wenn der Gips noch weich ist, muss er so lange in der richtigen Position gehalten werden, bis er hart geworden ist - dann bleibt er für immer in der gewünschten Form. Wenn der Gips aber noch weich ist und du ihn ständig hin und her bewegst wirst du später niemals die Form haben, die du gehabt hättest wenn du stillgehalten hättest.

Konsequenz - Dauer ! Ja klar, damit hat er Recht. Aber er meinte damit: je konsequenter sie getragen wird, desto schneller ist sie sie auch wieder los. Das heißt nicht - wenn ich sie ab und an mal trage dauerts einfach länger - denn irgendwann ist der Knochen verknöchert und der Gips hart und dann nützt auch keine Schiene mehr.


Beitrag von sanna2010 28.04.11 - 13:40 Uhr

Meine Tochter hatte eine D3 Hüftdysplasie! Und sie musste auch ab der U2 eine Tübinger Schiene tragen. Heute (mit 14 Monaten) ist alles längst gut und sie entwickelt sich prächtig ;-)

Allerdings kann ich dir nur raten, die Schiene wirklich ständig dran zu lassen, denn das ist sehr wichtig für die Nachreifung der Hüfte!!! Meine Tochter brauchte sie nur 10 Wochen (bis der Winkel auf etwa 60 Grad stand) - viele müssen diese Schiene über 6 Monate tragen!!!

Das Problem mit den Blähungen kenn ich allerdings auch - es bricht einem fast das Herz, wenn die kleinen Mäuse weinen!!! Wir haben es dann immer mit nem Kirschkernkissen und Fencheltee versucht (manchmal halfen auch Kümmelzäpfchen oder auch gern ein warmes Bad)... Aber letztendlich heißt es abwarten!