Stundenlange Diskussion über Kindes Erziehung total für die Katz!

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Red ich Suaheli? 29.03.11 - 16:57 Uhr

Hallo.

Ich bin grade echt sauer, und würde gerne mal neutrale Meinungen zum Thema hören, und ob ihr findet, das ich übertreibe.

Also. Ich hatte gestern Abend eine sehr lange Diskussion mit meinem Mann, was unsere gemeinsame Erziehung unserem Kind gegenüber anbelangt. Es ging dabei ums Thema Essen, und das Verhalten am Tisch, weil wir da sehr große Probleme mit unserem Sohn haben.

Er mag so gut wir nichts, meckert an jedem Essen rum, fängt immer an irgendwas raus zu picken, oder er kriegt plötzlich Halsweh (weil er nicht mehr will) oder er braucht Stunden lang, für eine winzige Portion.

Wir machen jedesmal ein riesen Szenario, regen uns auf, und versuchen ihn irgendwie doch zum essen zu bewegen. Jetzt hab ich gestern meinem Mann vorgeschlagen, das wir es einfach mal komplett andersrum machen.
Wir fragen den kleinen in Zukunft ob er mit essen möchte, und wenn ein NEIN kommt, gibt es für ihn eben nichts, und wir essen aber ganz normal
zu Mittag wie sonst auch.

Einzige Bedingung ist, wenn er nicht essen will, gibts dafür auch nichts Süßes. Mein Mann war einverstanden. Heute haben wir das ganze zum ersten mal getestet. Es gab Linsen und Spätzle. Für unseren Sohn, natürlich undenkbar sowas zu essen, deshalb gab es für ihn wie fast immer eine Extrawurst. Und selbst die wurde wie schon so oft abgelehnt.
Also wir alleine am Tisch (wie abgemacht) Der kleine danach im Bett (Mittagschlaf) Nach dem Mittagschlaf, war der erste Satz vom kleinen: "Ich habe Hunger" Mein Mann ging hin, und machte ihm ein Brot. Danach kam sofort "Ich mag aber kein Brot" Paar min später kam mein Mann zu mir rüber, und meinte "Er isst das Brot doch" Ich war schon total froh, und was seh ich dann? Er hat ihm ein NUTELLA Brot gemacht.

Na kein Wunder, das er sowas wieder isst. :-[
Es war abgemacht nichts Süßes, solange er jedesmal das Mittagessen verweigert, ich hab mir heute Abend den Mund fusslig geredet.
Ich hab echt gedacht, diesmal hat er was kapiert, und steht endlich mal hinter mir. Ich hab echt gehofft, das wir endlich gemeinsam das Thema Essen angehen, und vielleicht in den Griff kriegen. Und er fällt mir wieder in den Rücken. Geredet hab ich mit ihm noch nicht darüber, weil das eventuell lauter werden würde, und ich will vor dem Kleinen nicht streiten.

Aber ich bin echt am überlegen, ob ich später noch ein erstes Hühnchen mit ihm rupfen soll. Was meint ihr?
Ich find das jetzt grade echt scheiße von ihm. Zumal er ja selber sieht, wie schlimm es am Tisch abläuft mit dem kleinen.

Lg.

Beitrag von anyca 29.03.11 - 17:09 Uhr

Da habt ihr wohl eine unterschiedliche Definition von "Süßem".

Für einen sind nur Gummibärchen, Schokolade etc. Süßigkeiten, für den anderen jeder Fruchtzwerg und jedes Marmeladenbrötchen.

Beitrag von ippilala 29.03.11 - 17:09 Uhr

Sieht er denn ein Nutellabrot genau wie du als Süßes an?

Als ich gelesen habe, dass er nichts Süßes bekommen soll dachte ich nun nicht unbedingt an Nutellebrot, sondern an Schokorigel, Eis und Bonbons.

Ein Brot, auch wenn es mit Nutella, Honig oder Erdnussbutter bestrichen ist, sehe ich nicht unbedingt als Süßes an, sondern als Brot.

Beitrag von syldine 29.03.11 - 17:33 Uhr

Also ich hätte ein Nutella-Brot jetzt auch nicht als Süßigkeit angesehen. Grundsätzlich finde ich euer (gemeinsames) Vorgehen übrigens eine gute Idee, ich denke, dass ihr damit Grenzen setzen könnt.
Ihr solltet euch nur noch mal in Ruhe hinsetzen, und über die Definition von Süßigkeiten sprechen .... (und zwar ohne, dass du ihm sofort Vorwürfe machst ;) )

Beitrag von darkblue81 29.03.11 - 17:58 Uhr

Hallo,

ich sehe das wie du, Marmelade, Nutella und dieses ganze pappige Zeugs läuft bei mir unter Süßigkeiten und das gibt es nur zum Frühstück (wenn überhaupt gewollt wird).
Allerdings sind mein Mann und ich uns da einig, rede nochmal mit deinem Mann in Ruhe darüber ;-)

LG

Beitrag von seelenspiegel 29.03.11 - 18:00 Uhr

Ein Nutella Brot, oder was mit Honig oder Konfitüre hätte ich jetzt auch nicht als "Süßigkeit" angesehen.

Zudem muss man sich darüber nicht aufregen, sondern kann das doch auch nochmal in Ruhe besprechen, zudem es ja nun wirklich nicht eindeutig zu sein scheint, wenn das für die meisten die bisher geantwortet haben ebenfalls nichts "Süßes" zu sein scheint, und nur Du das so siehst.

Wenn Dein Mann Deinen Standpunkt kennt, und ihr auch das geklärt habt, gibt es halt das nächste mal ein Brot mit Käse oder Wurst......und alle sind halbwegs glücklich.

Als kleinen Anreiz würde ich dann einen Tag in der Woche einführen, an dem es für ALLE auch mal nur das gibt, auf das der Lütte Appetit hat und das er bestimmen darf, dass er sieht dass es auch klappt dass ihr Euch nach ihm richtet, und das eben auch umgekehrt funktionieren muss, oder eben dann der Bauch mal einen Tag knurrt.

Beitrag von ayshe 29.03.11 - 18:17 Uhr

##
Als kleinen Anreiz würde ich dann einen Tag in der Woche einführen, an dem es für ALLE auch mal nur das gibt, auf das der Lütte Appetit hat und das er bestimmen darf, dass er sieht dass es auch klappt dass ihr Euch nach ihm richtet, und das eben auch umgekehrt funktionieren muss, oder eben dann der Bauch mal einen Tag knurrt.
##

#pro#ole

Beitrag von ayshe 29.03.11 - 18:15 Uhr

##
Er mag so gut wir nichts, meckert an jedem Essen rum, fängt immer an irgendwas raus zu picken, oder er kriegt plötzlich Halsweh (weil er nicht mehr will) oder er braucht Stunden lang, für eine winzige Portion.
##
Ich kann ihn gut verstehen.
Als Kind mochte ich kaum etwas und habe auch vieles raussortiert und eben nicht gegessen.
Zuhause hat meine Mutter nichts beim Kochen zusammengeschmissen, sondern tatsächlich darauf Rücksicht genommen.
Da ich sowieso immer sehr dünn war, wollten ja auch ale, daß ich esse.

Ich erzähle dir mal etwas dazu aus meiner Sicht als "Ex-Betroffene" ;-)


Was puhlt er denn raus?
Ist bekannt, was er nicht mag?
Und ißt er denn, wenn er es mag?

Es hört sich ganz so an, als hätte er schon überhaupt keinen Nerv auf das ganze Theater, daß ihr veranstaltet.
Ich kenne das von Verwandten und Bekannten. Meine Eltern waren zum Glück sehr einsichtig und haben mich nicht so sinnlos genervt und mir damit den letzten Appetit geraubt.


##
Wir machen jedesmal ein riesen Szenario, regen uns auf, und versuchen ihn irgendwie doch zum essen zu bewegen.
##
Ganz großer Fehler, finde ich.
druck und Nervereien machen es nur noch viel schlimmer und er verliert den Appetit, die Lust sowieso und Essen wird eine sehr unliebsame Sache.
Das kann ich dir sagen.


##
Jetzt hab ich gestern meinem Mann vorgeschlagen, das wir es einfach mal komplett andersrum machen.
Wir fragen den kleinen in Zukunft ob er mit essen möchte, und wenn ein NEIN kommt, gibt es für ihn eben nichts, und wir essen aber ganz normal
zu Mittag wie sonst auch.
##
Und was kochst du dann?
würde es etwas sein, was er auch mag oder würdest du ihn damit dazu bringen wollen, daß er etwas ißt, was er eigentlich nicht mag?
Das letzte bringt es nicht.
Viele sagen ja "der Hunger treibt es rein".
Nööö, hat mir nie gewirkt.
Ich kann auch ewig mit ganz wenig oder kaum etwas auskommen, wenn ich nur die Gelegenheit hätte, etwas zu essen, was ich nicht mag.
Ich esse es dann nicht.


##
Einzige Bedingung ist, wenn er nicht essen will, gibts dafür auch nichts Süßes.
##
Tja, im Prinzip sehe ich das auch so.
Aber es kommt auf den vorherigen Punkt an.
Wer nicht ißt, weil er es echt nicht mag, verzichtet auch problemlos auf Nachtisch, damit ich auch keine Probleme.
Und ich würde auch andersherum nie den süßen Nachtisch oder Süßes als Lockmittel oder dann Belohnung für Essen einsetzen.
Womöglich stopfen sich die Kinder dann alles und viel zu viel rein, nur weil sie Süßes wollen.
Für mich ist das der falsche Ansatz.


##
Es gab Linsen und Spätzle. Für unseren Sohn, natürlich undenkbar sowas zu essen, deshalb gab es für ihn wie fast immer eine Extrawurst. Und selbst die wurde wie schon so oft abgelehnt.
##
Also hätte er etwas essen können, was er mochte.
Das ist natürlich wieder so eine Sache. #kratz



Ich kann schon verstehen, daß du sauer bist, weil dein Mann eure Absprache nicht eingehalten hat.

Aber ich selbst finde ein Nutellabrot okay.
Ich habe früher fast jeden Abend Nutella oder Marmelade gegessen, na und?
Käse mag ich nicht, wurst auch nur begrenzt.



Was ißt denn dein Sohn überhaupt so?
Mich würde ja mal interessieren, was da alles so dabei ist.

Oder will er nur und einzig Süßes und sonst rein gar nichts?



Ansonsten hat euer Sohn ja einen schönen Krieg entfacht.
Je mehr Aufhebens ihr da veranstaltet, desto mehr eskaliert das alles.


Übrigens bin ich auch trotz meiner Mäkelei immer gesund gewesen und hatte keine Mangelerscheinungen, trotz einer Vorliebe für Süßes war ich auch nie übergwichtig.

Beitrag von hedda.gabler 29.03.11 - 20:38 Uhr

Hallo.

>>> Es hört sich ganz so an, als hätte er schon überhaupt keinen Nerv auf das ganze Theater, daß ihr veranstaltet. <<<

Wenn man bedenkt, dass Nadl neulich in einem Thread geschrieben hat, dass sie jetzt einen Zweitnick besitzt und anstatt von ihrer Tochter von einem Sohn schreibt, um endlich mal "anständige" Antworten zu bekommen, liegst Du oben genannter Einschätzung vermutlich mehr als richtig;-)

Gruß von der Hedda.

Beitrag von ayshe 30.03.11 - 08:27 Uhr

Ein Tier, das im Dunkeln gräbt?

Oh je.

Beitrag von hedda.gabler 30.03.11 - 09:37 Uhr

Und zudem nahezu blind ist;-)

Beitrag von ayshe 30.03.11 - 13:19 Uhr

Stimmt.
Und ich tippe hier auch noch so viel #klatsch

Beitrag von asimbonanga 29.03.11 - 19:17 Uhr

Hallo,
ich habe auch so einen mäkeligen Esser seit 15 Jahren, langsam wird es besser.
Wir haben das nicht groß thematisiert.Es gab einige Regeln.Gemeinsam am Tisch sitzen bis alle fertig sind.Als er etwa 10 Jahre alt war vereinbarten wir, das er von Allem eine winzige Kleinigkeit kostet.Das hat seinen mehr als eingeschränkten Speiseplan im Laufe der Zeit doch erweitert.:-)Gemüse und Salat sind bis heute nicht sein Ding.
Als Käsehasser aß er mal versehentlich Käsebällchen im Urlaub, er hielt sie für Kartoffelbällchen.Nach der Aufklärung akzeptierte er auch andere Käsesorten.:-)
Sorgen habe ich mir nicht gemacht, verspeist er doch täglich mindestens 3 Äpfel.
Ich kann nur empfehlen auf eine freundliche, entspannte Atmosphäre zu achten-spätestens mit 10, 12 Jahren wird es besser.
Vielleicht kannst du mit deinem Mann darüber Einigkeit erzielen, Krach lohnt sich hier wirklich nicht.Vielleicht war dein Mann auch so ein pingeliger Esser früher und hat deshalb mehr Verständnis.

L.G.

Beitrag von nini.78 29.03.11 - 22:05 Uhr

Hallo,

vorab zur Problematik mit Deinem Sohn - mein Bruder war auch immer ein extrem schlechter Esser und meine Mutter dementsprechend ständig besorgt, er könne verhungern. Mahlzeiten waren oft ein einziger Kampf.
Irgendwann hat der Kinderarzt zu ihr gesagt: "SIE entscheiden, was Sie anbieten, und ihr KIND entscheidet, was es isst! Gesunde Kinder verhungern nicht!" - und damit sind wir alle gut gefahren.
Wir haben uns ca. einmal pro Woche zusammengesetzt und jeder hat ein Wunsch-Mittagessen vorgeschlagen, meine Mutter musste sich nicht selbst jeden Tag aufs Neue etwas einfallen lassen und alle paar Tage gab es dann eben etwas, das auch mein Bruder wirklich mit Appetit gegessen hat.


Zu Deinem Mann - kann es sein, dass Du mit seinem Verhalten gerade insgesamt unzufrieden bist und das nur das letzte Tröpfchen war, das das Fass zum Überlaufen gebracht hat?
Falls dem so ist, solltet Ihr Euch (bzw. Du Dir) einmal überlegen, was ansonsten Dir gegen den Strich geht und dann darüber mit ihm reden - neben Eurer abweichenden Definition von "Süßem" liegt da vermutlich etwas mehr im Argen, hmmm?
Es scheint mir ein wenig wie die nicht zugeschraubte Zahnpastatube, die dann der Scheidungsgrund ist ;-)

LG,
Nini

Beitrag von schullek 29.03.11 - 22:21 Uhr

hallo,

eure neue einstellung finde ich gut. allerdings denke ich, ihr solltet das ganze erweitern:

- ihr bestimmt wann udn was es zu essen gibt udn das kind entscheidet ob und wieviel es isst. ich würde zur bedingung machen, dass er mit am tisch sitzt. je nach alter jedenfalls.
dann würde ich süßigkeiten vom ganzen ausnehmen. natürlich sollte er nichts süßes statt des essens bekommen. bei uns sind diese aber wie gesagt außen vor. ne kleinigkeit gibts jeden tag, egal wer was wie viel gegessen hat. so nimmt man eben auch den druck aus dieser ganzen sache und es kommt zu keinem machtspiel süßes oder nicht, essen oder nicht...

lg

Beitrag von badguy 29.03.11 - 23:26 Uhr

Autsch, da hat euch aber jemand gut im Griff.

Wenn du wegen einem Nutellabrot ein Fass aufmachen willst, nur zu. Bescheuert. Interessant sind die Forumlierungen zwischen dem eigentlich geschilderten Problem. "Fällt mir mal wieder in den Rücken!" "Gab es, wie fast immer, eine Extrawurst!"

Erziehung lebt, Eltern sollten sich absprechen, sprich, auch die gemeinsamen Maßnahmen nachtunen, fein justieren und nicht direkt beim ersten Rückschlag mit Messern aufeinander los gehen.

Linsen mit Spätzle hört sich übrigens liebreizend an, ich bin mir sicher, dass würden meine Beiden auch verweigern.

Klar definierte Regeln sind von Vorteil, wenn sie Sinn ergeben, d. h.

- gegessen wird am Tisch zu festgelegten Zeiten
- Wer das Essen nicht mag, bekommt vorab eine Alternative genannt. Wird auch die verweigert, ist essig.
- Kein Süßes, wobei Nutellabrote für mcih nicht in die Definition "Süßes" fällt
- Kinder kann man auch fragen, was sie essen möchten, sprich, man bindet sie vor dem Kochen mit in die Planung ein.

So, wie es aussieht, ist bei euch das Essen STressfaktor Nr. 1 und da seid ihr beide nicht ganz unschuldig dran. Solange ihr euch aber nicht vernünftig absprecht und die ganze Sache kooperativ angeht, so lange wird das Thema bei euch auch nicht besser.

Beitrag von mansojo 30.03.11 - 12:02 Uhr

nutellabrot wäre für mich kiene süssigkeit

was hättest du ihm denn zu essen gegeben?

Beitrag von heike011279 31.03.11 - 09:40 Uhr

Hi,
hach ja, das Thema Essen bei Kindern. Immer wieder beliebt und häufig viel zu überbewertet. Mein Sohn (fast 12) war von Anfang an ein schlechter Esser und egal, was wir probiert haben, es hat sich bis heute nicht geändert. Mein Tipp: Einfach ignorieren. Desto mehr Du das Essen thematisierst, desto größer wird der Kampf darum werden.
Koch, was Ihr wollt, isst er es, ok. Isst er es nicht, dann lässt er es eben und Du machst ihm später, wenn er Hunger hat eben ein Käsebrot.
Wenn Dein Sohn merkt, dass Essen kein Drama ist, dann wird er auch keins mehr draus machen.

Liebe Grüße
Heike