Vollzeitarbeiten mit Kleinkind

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von lexica11 29.03.11 - 17:31 Uhr

Hallo ihr Lieben,

habe folgendes Problem:

bin alleinerziehend und habe durchgehend selbständig gearbeitet, auch unmittelbar nach der Geburt des Kleinen...halt etwas reduziert, aber immer den Kleinen in der Kinderkrippe angemeldet gehabt und je nach dessen Zustand dort bis zu 6 Stunden täglich betreuen lassen. Manchmal auch anschließend von einer Kinderfreu (einer Freundin, die mit ihm dann spazierengefahren ist...). Die Kleinkindphase habe ich auch dank Elterngeld gut hinter mich gebracht. Der Wechsel in den Kindergarten war dann etwas heftiger, als ich gerechnet hatte, obwohl die Betreuung im gleichen Haus stattfand- ich nahm mir also mehr Zeit für den Kleinen und arbeitete weniger. Jetzt ist er fast 4 Jahre alt und geht endlich gerne in den Kindergarten...Meine Rücklagen sind jetzt auch aufgebraucht...ich muß jetzt wieder als Freiberuflerin mehr aquierieren oder habe ein gutes Angebot in einer ca. 100 km entfernten Großstadt. Brauche dorthin mind. 50 min Fahrzeit einfach (flottes größeres neueres Auto besitze ich...)- und nun weiß ich nicht, ob ich das alles hinbekomme, denn dann brauche ich eine zuverlässige Tagesmutter zum Abholen und seh mein Kind kaum noch...Das wäre aber schon eine sehr angenehme Stelle, wie ich es mir lange gewünscht habe...ich denke, das könnte etwas auf längere Sicht werden...Ich bin dann halt 11 Stunden täglich mind. weg...wer hat Erfahrungswerte? Finanziell lohnt es sich vermutlich weniger aber perspektivisch schon...und ob es der Kleine verkraftet???? Sollte mich nun bald entscheiden...

Bin gespannt auf Eure Aussagen...

Beitrag von picco_brujita 29.03.11 - 20:25 Uhr

wie siehts mit umzug aus?
so hättes du die fahrzeit nicht mehr und mehr zeit für dein kind.
11 h finde ich schon ziemlich heftig. ich bin auch in vollzeit aber bei mir ist es eben nur so, dass ich die kleine um 7 in den kiga bringe und um 16:30/17 Uhr wieder abhole. und auch das ist für sie schon lang genug. ab september wenn die schule angeht habe ich auch ein größeres problem da die betreuungszeiten schlechter sind.

ich wünsch dir alles gute!

lg
brujita

Beitrag von claerchen81 29.03.11 - 20:37 Uhr

Hi,

ich habe in einer 100 km entfernten Stadt gearbeitet, und das nur an drei Tagen, einen Tag hatte ich Homeoffice, einen frei. Unser Sohn war 1 Jahr, als es begann und ich habe das 2 Jahre lang gemacht. An den Pendel-Tagen habe ich morgens um 06:00 Uhr das Haus verlassen und war zwischen 18:00 und 19:00 Uhr zuhause, so hatte ich an den Tagen höchsten eine Stunde mit meinem Kind (mein Mann hat den Kleinen dann zur TaMu gebracht und abgeholt, das wäre mir gar nicht möglich gewesen). Am Homeoffice-Tag konnte ich später beginnen, habe den Kleinen dann zu meinen Eltern gebracht, die ihn an dem Tag betreuten. Nach der Arbeit habe ich dann schnell den Wocheneinkauf gemacht. An meinem freien Tag habe ich den Wochenputz erledigt - mit Kind, weil ich nicht auf ihn verzichten wollte. Ist zwar stressig, aber ich wollte ihn unbedingt bei mir haben, nachdem ich ihn drei Tage so gut wie gar nicht und einen Tag wenig gesehen hatte.

Man kann das wohl machen, es bringt niemanden um. Allerdings frage ich mich, ob das wirklich das ist, was das Kind als gut bezeichnen würde. Ich hatte den Vorteil, dass ich NICHT alleinerziehend war und mein Mann und ich uns abgewechselt haben, so dass unser Sohn nicht gar so lange fremdbetreut wurde. Zudem halfen meine Eltern. Wenn ich das alles ganz allein hätte wuppen sollen, wäre das emotional sehr hart gewesen, ich würde mein Kind vermissen. Denn für dich bleibt am WE noch die ganze Hausarbeit, Wäsche etc., viel Zeit für dein Kind hast du nicht. Und für dich selbst hast du gar keine Zeit mehr.

Bedenke, dass im Sommer noch alles gut ist, bei der Pendeltstrecke ist der Winter jedoch das tödliche. Ich habe da gern auch mal 3h pro Strecke gebraucht ... verlorene und unbezahlte Lebenszeit, in deinem Fall.

Ich würde dir daher raten, wenn der Kunde wirklich aussichtsreich ist, in die große Stadt zu ziehen. Ich gehe mal davon aus, dass dort ohnehin für Selbständige mehr Kunden greifbar sind. Natürlich ist das schwierig, da dein Kind die Einrichtung wechseln müsste, jedoch hätte er dafür mehr Zeit mit dir - und du könntest auch kurzfristig mal für ihn da sein, falls nötig (Unfall, Krankheit etc).

Gruß, C.

PS: Jetzt mit zwei Kindern möchte ich diese Strecke nicht mehr pendeln. Es ist einfach verlorene Zeit, die niemandem etwas bringt.



Beitrag von lexica11 29.03.11 - 21:44 Uhr

Danke für die hilfreiche Antwort,

in der Stadt wohnt und arbeitet auch der Vater des Kleinen, der sich allerdings bislang nur in meiner Gegenwart engagiert und mich somit gar nicht entlastet. Die Mietkosten sind dort halt sehr viel höher- ich überlege es mir gerade...insgesamt ist dort schon echt mehr Potential- auch wenn es mit der Sache letztlich nicht auf ewig klappen sollte...ich habe dort schon mal 7 Jahre lang gelebt...Nachteil ist, dass ich wegen der Schule dann auch keine gerade heile Welt sehe...anders als auf dem Land...

Von der Arbeitszeit her bin ich nicht festgelegt, könnte also das Kind früh um 8 Uhr in den Kindergarten tun und um 9 Uhr dort das Arbeiten anfangen- bis um 18 Uhr. Ihn dann um 19 Uhr von der Tagesmutter abholen- am Besten nach Hause bringen lassen...dann hätte man 2 Stunden abends mit dem Kind- wie es halt sonst den Vätern geht...

Krank war der Kleine bisher eigentlich noch nie...schon erstaunlich...ich auch nicht...aber könnte ja mal vorkommen...

Meine Mutter meint ja, das klappt nicht.

Beitrag von h-m 30.03.11 - 09:38 Uhr

Ich find 11 Std. schon sehr lange.

Ich hab auch immer Vollzeit gearbeitet, aber nur einen kurzen Fahrtweg. Und die Kita meiner Tochter war schräg gegenüber von meiner Arbeitsstelle...

Beitrag von a11ure 31.03.11 - 09:23 Uhr

Ich habe mich gerade anders entschieden - den weniger attraktiven/lukrativen Job in der Nähe (auch noch 20 km) mit 40 Stunden statt des Karriere-Jobs mit 1-1,5 Std Fahrtzeit für den einfachen Weg und längeren Arbeitszeiten.

Ich bin auch AE mit zwei sehr kleinen Kindern (1 u 2 J) und konnte für sie mit viel Glück noch zwei Ganztagsplätze in der Krippe bekommen. Doch selbst damit bleibt zeitlich echt nicht viel, da die Jungs nach einem ganzen Tag Krippe auch einfach müde sind.

Mir wäre mehr Zeit mit den Kindern lieber, aber Teilzeit war gar nix zu kriegen und somit ist das die einzige Alternative zu drohendem ALG2 mit allen daraus resultierenden Konsequenzen (Umzug etc). Wichtig war mir auch, im Notfall schnell bei den Kindern sein zu können.

Bin gespannt, wie nun alles klappen wird.

An Deiner Stelle würde ich den festen Job nehmen, da Planungssicherheit mit Kindern nicht unwichtig ist. Dafür würde ich dann aber umziehen. Der KiTa-Wechsel ist sicher nicht leicht, aber dafür hätte Dein Kleiner mehr Zeit mir Dir.

Und dass Stunden auf dem Arbeitsweg verlorene Lebenszeit - für Dich und auch Deinen Kleinen - sind, wurde ja schon ausgeführt. Rein wirtschaftlich betrachtet macht es auch selten Sinn, da die Kosten (inkl Betreuung, Sprit, Verschleiß) sehr hoch sind und von niemandem übernommen werden. Und im Stau oder bei Schnee & Eis nützen uns die flotten Autos auch wenig.

Wie ist es mit Unterstützung vom KV (bei uns leider keine Option)?



Beitrag von lexica11 31.03.11 - 21:56 Uhr

Der Vater hat noch nie alleine also ohne meine Anwesenheit betreut...also keine Hilfe. Ich werde mich durchkämpfen- bleibt einem ja nicht viel anderes übrig auf Dauer...habe den Vertrag also heute unterzeichnet. Habe noch zwei weitere Angebote- alles in dieser Stadt...muß aber zugeben, dass ich ja auch dorthin wollte....aber mit zwei kleinen Kindern hätte ich es dann auch nicht gemacht, verständlich...