Mache ich was falsch?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von -tini- 29.03.11 - 19:36 Uhr

Hallo!

Heute bin ich wirklich am Ende #schmoll, einfach kraftlos.
Meine Maus (22 Monate) ist sehr Temperamentvoll.
Wenn sie etwas nicht soll, versuchen wir Alternativen aufzuzeigen.
Wir versuchen auch wenn in bestimmten Situationen etwas grad gar nicht geht, sie mit etwas anderem abzulenken. Halt nicht einfach NEIN zu sagen sondern was Anderes anzubieten.
Sie ist halt eine kleine Herausforderung, aber die letzte Woche war wirklich sehr heftig, aber schwierig ist es immer.
Sie macht seit 1 Wo. keinen Mittagsschlaf mehr, ist aber total müde. Schläft auch nicht in der Karre, da sie da überhaupt nicht mehr rein will (das schon länger nicht mehr :-().
Abends geht sie immer in die Wanne weil das für uns alle Streßfreier ist als waschen (sie findet das VIEEEL besser :-D) , das ist seit 1 Wo. ein riesen Theater. Wir versuchen es mit Engelszungen, mit Spielzeug, Essen in der Wanne, spielchen... Nix nur einen RIESEN Geschrei. Heute haben wir das 1. Mal unsere Überlegenheit genutzt und sie gegen ihren Willen ausgezogen und in die Wanne gesteckt. Das möchte ich nie wieder tun #zitter. Aber ich dachte auch irgendwie, es kann doch nicht sein das sie hier den Ton angibt.
Ich möchte nicht meine Kraft und Überlenheit ausspielen, das haben wir auch immer versucht zu unterlassen. Aber ist das richtig.
Zur Zeit habe ich das Gefühl das sie hier der BOSS ist.
Ich will mich nicht an u. ausziehen lassen egal mit welchen Spielchen und ablenkungsmanövern, ich will nicht das Mama sich hinsetzt wenn sie mich auf dem Arm hat (zeigt immer mit dem Finger irgendwo hin und sagt: "DA", damit ich bloß durch die Gegend laufe), ich will nicht in die Karre, ich will nicht ins Haus, ich will nicht das Mama u. Papa sitzen (sie will uns hochziehen und sagt ständig: aufstehn)....
Wenn sie etwas nicht will dann gibt es einen riesen Alarm. Ich versuche schon immer alles möglichst gut einzurichten. Früh um 9 Uhr raus (oder noch früher) das sie schalten u. walten kann wie sie will und ich aber noch zeitig Essen machen kann, haben in der Wohnung jetzt ein Gitter damit sie in bestimmte Zimmer nicht rein kann (was vorher sehr stressig war nurn aber stressfaktor entfernt). Wir suchen schon nach Lösungen, aber sind wir vielleicht nicht streng genug? Konsequent sind wir auf jeden Fall.
Ich habe das Gefühl sie tanzt uns auf der Nase rum.
Ich finde es aber auch nicht gut, wenn sie vor Verzweifelung schreit u. weint und da nicht mehr rauskommt. Dann bin ich für sie da, andere sagen in Ruhe lassen bis sie es kapiert hat. Ist sie dafür nicht zu klein?
Einige haben schon gesagt, vielleicht braucht sie mal nen Arschvoll, das hat schon vielen geholfen :-[. Das geht ja wohl gar nicht.

Wenn sie dann wieder kommt, Mama in den Arm nimmt und küsschen gibt, denkt man immer: Ach so ne liebe Maus, ist doch alles gar nicht so schlimm. Aber ich geh grad echt auf dem Zahnfleisch.
Wie gehe ich am besten mit ihr um?

-tini-

Beitrag von lisasimpson 29.03.11 - 19:54 Uhr

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, daß Kinder in dem alter dringend eine soziale Gruppe gleichaltriger brauchen.

Meine kinder sind mit 13 Monaten für 3-4 stunden täglich in einer krippe betreut worden. Die allermeisten regeln erkören sich in einer gruppe Kleinkinder ganz von selbst.

zum Thema Selbstbestimmung:
Es ist wichtig, daß Kinder lernen, daß jeder diese recht besitzt.
Wenn sie also nicht baden will finde ich es nicht dramatisch, wenn sie ohne wanne ins bett geht (außer sie ist total vollgeschlammt)- wenn ihr aber nicht aufstehen wollt, dann ist das genauso legitim ihr zu sagen "hm, du willst, daß ich aufstehe- was hast du denn vor? hol es mal her, denn ich will jetzt sitzen bleiben"


daß deine tochter gerad einfach auch viele Entwicklungsschritte hin zu Selbständigkeit und Autonomie durchmacht und mit diesen gefühlen einfach oft überfordert ist, ist aber auch normal.
Ich bin auch ein großer freund davon, sachen zu entschärfen, wenn Kinder zu klein sind.
Ich denke, wenn ihr im Moment merkt, daß die gitter euch helfen würde ich sie noch lassen. allerdings finde ich es in der phase eher problematisch, denn sie möchte "groß" werden, sie möchte selbstständig werden- laßt sie es wo immer das geht (sich selbst ausziehen statt ausgezogen werden z.B.) und daher würde ich aufpassen ,daß ihr sie mit den Gittern nicht ins Babyalter zurückkatapultiert- denn um etwa diesen Zeitpunkt sind bei uns hier alle gitter (an allen Treppen- bis auf Kellertreppe) verschwunden. Mein kleiner war mächtig stolz darauf, nun so selbständig zu sein alleine auf eigene faust die drei Stockwerke erkunden zu können- ihn dann mit gittern seiner Freiheit zu berauben wäre sicher für uns keine gute Lösung gewesen.


lisasimpson

Beitrag von -tini- 30.03.11 - 19:04 Uhr

Danke für deine Antwort.
Ich bin froh das du mich scheinbar richtig verstanden hast, ist weiter unten glaub ich nicht der fall?? #kratz

Ich weiß das die kleinen viel durchmachen und wir können einfach nicht alles nachvollziehen. Deswegen versuch ich auch wie du gesagt hast einiges zu "entschärfen". Wäre ja auch schlimm wenn ich das nicht täte, dann wäre ja der ganze Tag mit schimpfen und Geschrei ausgebucht (viell. nicht unbedingt geschrei aber es wäre mehr als anstrengend).

Ihre Freiheit hat sie hier trotzt des Gitters, sie kann sich überall wo wir uns Tagsüber aufhalten frei bewegen.
Sie geht jetzt auch 2x die Wo. vormittags in den Mini-Club und wir gehen noch in einige andere Gruppen (Musikgarten, Turnen etc.)

Manche Dinge sehe ich vielleicht tatsächlich manchmal zu engstirnig.
Klar, jeden Tag baden muss nicht sein. Dafür bin ich froh, hier immer mal wieder auf solche (eigentlich selbstverständlichen) Dinge hingewiesen zu werden. Von außen sieht halt alles nochmal anders aus.

Mit dem sitzen bleiben (als nur 1 Bsp.) ist es halt schwierig. Sie will dann keine Bücher ansehen, spielen.. Sie will einfach nur das ich aufstehe #zitter. (gestern z.B. hab ich meine Jacke draußen aufgemacht, ihr könnt euch nicht vorstellen was da los war)
Sie schreit, macht einen riesen Alarm. Ich lasse sie schon meckern, aber sie da ewig so stehen zu lassen finde ich auch schlimm.
Muss man da einfach durch? Aushalten? Oder sollte man den kleinen da weiterhin noch raushelfen? Da die richtige Lösung zu finden fällt mir sehr schwer.
Sie muss ja schon merken das halt nicht alles nach ihrem kleinen Köpflein geht.

Danke
-tini-

Beitrag von fbl772 31.03.11 - 15:08 Uhr

hallo Tini

beim Miniclub bist du aber auch dabei, oder? Falls ja, dann gelten in ihren Augen trotzdem "deine Regeln". Es ist was komplett anderes, ob die Bezugsperson dabei ist oder nicht wie in der Krippe. Da funktionieren Regeln, da würdest du zuhause drei Kreuze im Kalender machen .... :-)

Aber natürlich ist jedes zusammensein von Kindern schon wichtig.

Das Verhalten mit dem "Aufstehen" kenne ich auch, aber bei uns war das viel früher dran. Ich bin schon zumeist mitgegangen, wenn er mir was zeigen wollte. Dann habe ich angefangen, ein wenig seine Geduld zu trainieren in der Art "ich muss noch diese 3 Teller in die Spülmaschine stellen, dann komme ich mit und hab dann zusammen mit ihm gezählt oder so" oder beim Frühstück "sobald meine Kaffeetasse leer ist komme ich mit - und er durfte nach jedem Schluck reinkucken, ob noch was drin ist", also wirklich in kleinen Schrittchen. Wenn sie aber will, dass du heute keine "rote" Jacke trägst oder sowas in der Art, dann würde ich sagen, dass sie da schon durch muss (und deine Ohren auch). Dieses Verhalten hatten wir allerdings nicht so ausgeprägt.

VG
B

PS: Mittlerweile sagt mein Sohn "Trink schneller Mama :-)"

Beitrag von karamalz 29.03.11 - 21:22 Uhr

hi,

und ich dachte schon mein sohn würde bestimmen...

er macht verständlich was er anziehen möchte und natürlich, wer es ihm anziehen darf... #augen
möchte er getragen werden, dann wird gebrüllt und ist er auf dem arm und man will ihn absetzen, zieht er die beine an.
auch sonst hat er ganz gern seinen willen. aber ihm kann ich es auch nicht verdenken, da er ja oma und opa hat, die ihm jeden wunsch von den augen ablesen, von dem er noch nicht mal wußte, das er ihn hatte...
er bekommt allerdings auch von uns den frühchen- und wunschkindbonus eingeräumt.
mit dem schlagen lehne ab! sie begreifen das schon, wenn man es erklärt, vielleicht nicht beim 1-5mal, aber dann... bsp.: nachdem an meiner brille fast alle teile einmal erneuert wurden und ich eine zum ersatz habe machen lassen, hat er akzepiert, das er mir die nicht runterreißen darf.

das zusammensein mit anderen kindern ist, denke ich, auch positiv.
wir überlegen nun, ob es ihm gefallen würde, vormittags für 2-3 stunden in die krippe zu gehen, weil ihm anscheinend der umgang mit gleichaltrigen fehlt. denn an den wochenenden ist immer das nachbarskind bei ihrem papa und sobald sie zur tür rein ist, strahlt mein kleiner und die zwei spielen allerliebst miteinander. da gibt es auch keine solche anfälle von prinz.

andererseits, die zeit ist so schnell vorbei und bissel schadenfroh bin ich auch, wenn er die großen dinge der erde in der windel hat und nur papa das neu machen darf #schein

ja wir mamas müssen irgendwann den gedanken erlauben, loszulassen...

wünsche noch viel freude!

k.

Beitrag von -tini- 30.03.11 - 19:58 Uhr

#winke

...möchte er getragen werden, dann wird gebrüllt und ist er auf dem arm und man will ihn absetzen, zieht er die beine an

Das kenne ich!!!!!!!#rofl

Ich möchte sie auch nicht hauen! Und ich werde es hoffentlich auch nie tun!
Ich finde es aber schlimm, wenn andere der Meinung sind, das es vielleicht mal ganz gut wäre.

Ich suche nur zur Zeit ein Lösung, die für sie und mich gut ist. Ich weiß nicht so recht ob es richtig ist sie wüten zu lassen bis sie sich von alleine fängt. So alt ist ja nun mal noch nicht. Andererseits muss sie ja auch irgendwie mal lernen, dass bestimmte Dinge einfach nicht gehen so wie sie das gerade will.

Dir auch noch viel Freude ;-)

-tini-

Beitrag von sternchen730 30.03.11 - 08:42 Uhr

Hallo, das Alter kenne ich auch.
Als meine in dieser Phase war, hatte ich noch ein Baby unter dem Arm...
LisaS. hats ja schon gut erklärt, Deine Tochter will sich Freiheiten erobern und das ist auch ihre Aufgabe- Grenzen erweitern.
Und Deine Aufgabe ist, sie dabei zu unterstützen und zu schützen und dabei Deine Grenzen nicht zu missachten!
Also ganz wichtig: Sei klar bei Deinem NEIN. Hat sie mitbekommen, dass aus Deinem NEIN bei Gebrüll einn JEIN oder ein JA wird?
Überleg Dir DEine NEINS vorher und halt dich dran und halte auch ihre Wut aus. Ich finde, KInder dürfen wütend sein! Viele Eltern halten das nämlich nicht mehr aus. Traurig ist etwas anderes, aber Frust aushalten muss auch gelernt werden!
Und wenn Du meinst, etwas sollte gemacht werden oder eben nicht- dann passiert es so.
Kompromisse sind immer möglich wie zB:DU badest nicht mehr jeden Abend sondern nur noch 2mal in der Woche...dann muss aber der Waschlappen zum Einsatz kommen...ist eben so.
LG, sternchen#stern

Beitrag von -tini- 30.03.11 - 20:03 Uhr

...Hat sie mitbekommen, dass aus Deinem NEIN bei Gebrüll einn JEIN oder ein JA wird?

Ich GLAUBE das wir da immer konsequent sind #schwitz
Wenn sie z.B. mit irgendwelchen Gegenstäden um sich haut oder ähnliches dann sagen wir, dass sie das nicht tun soll, sonst nehmen wir dir das weg. Das machen wir auch und das weiß sie.

Bei anderen Dingen, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht, dann geht der riesen Alarm los. Ich kann sie meckern lassen. Aber ich bin der Meinung das es (nicht immer aber oft) wirklich in die totale traurigkeit umschlägt. Und dann kann ich sie da nicht so stehen lassen.

Mit dem Baden habt ihr ja recht #schein

Danke
-tini-

Beitrag von olivia76 30.03.11 - 12:42 Uhr

Hallo tini!

Aus Deinem Beitrag springt mir regelrecht die Angst entgegen, Dein Kind könnte bei Euch zu Hause die Macht übernehmen. ("es kann doch nicht sein das sie hier den Ton angibt", "Zur Zeit habe ich das Gefühl das sie hier der BOSS ist"). Vor dieser gefürchteten Machtübernahme schützt Ihr Euch mittels Türgitter. Entschuldige, aber ich hab grad so ein absurdes Bild im Kopf:
Ein ungebadetes Kind jagt durch den Flur. Hinter den Türgittern -geduckt- die Eltern ...ist doch eigentlich ein lustiges Szenario, oder?

Eigentlich muss man doch vor so einem kleinen Geschöpf keine Angst haben. Es hat aus meiner Sicht nichts mit "Tonangeben" zu tun, wenn ein Kind nicht baden will. Und wieso muss überhaupt einer der Boss sein und bestimmen? Das Kind liebt die Eltern, die Eltern lieben die Kinder. Die Eltern wissen, was gut fürs Kind ist, und entscheiden. In vielen Fällen -bei denen es nicht (ich sags mal überspitzt) um Leben und Tod geht,weiß auch das Kind ganz gut, was gut für es ist - und: (richtig!) entscheidet. Das hat aber nix mit Bestimmen zu tun.

Ich kenn Dich ja nicht, aber versuch doch einfach mal den Umgang mit Deiner Tochter was die "Machtebene" betrifft anzupassen. Verhalte Dich ihr gegenüber kompromissbereiter und kooperativer. Das heißt nicht, dass Du alles machen musst, was ihr grad in den Kopf kommt. Und gib auch ihr die Gelegenheit, sich kooperativ zu verhalten.

Mit langen Diskussionen um mögliche ALternativen würde ich mich in dem Alter zurückhalten. Biete ihr einfache Regeln und Rituale an. Oder mach ein Spiel aus einer Situation, die sonst in kräftezehrendem Machtgehabe endet (Thema Ausziehen).

Und hör nicht so viel darauf, was andere sagen (kann es sein, dass sich viele in Eure Erziehung einmischen?)

So lang sollte es garnicht werden...

Alles Gute,
Olivia

Beitrag von josili0208 30.03.11 - 13:02 Uhr

Bei "Essen in der Badewanne" habe ich quasi aufgehört zu lesen...

>Wir suchen schon nach Lösungen, aber sind wir vielleicht nicht streng genug? Konsequent sind wir auf jeden Fall. <

Wo ist da für Euch der Unterschied? Ich finde Du hast recht: sie tanzt Euch auf der Nase rum. Wer sagt denn, das man nicht NEIN sagen darf? Kinder brauchen klare Regeln und manchmal ist NEIN das einzig klare was möglich ist. Ich würde völlig irre werden, wenn meine Eltern mich dauernd ablenken und zig Alternativen aufführen, nur damit ich ruhig bin.
Meine Kleinste ist 25 Monate alt und schreit zeitweise den ganzen Tag markerschütternd, weil alles doof ist. Trotzdem wird sie nicht mit Essen in die Badewanne gelockt oder von verbotenen Dingen abgelenkt. Da muss sie dann halt durch. Das sind normale Entwicklungsphasen ;-)

lg jo