Die erste Liebe

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von chili-pepper 29.03.11 - 21:29 Uhr

Hallo zusammen,

ich möchte erzählen und fragen. :-D

Mein Sohn hat seine erste Beziehung.
Sie sind beide 13, es ist nun der dritte Versuch der Beiden miteinander und inzwischen auch richtig "ernst".
Sie sind jetzt seit 4 Monaten fest zusammen, schreiben sich Briefe, basteln sich kleine Geschenke und telefonieren jeden Abend stundenlang, bis wir Mamas das Ende einläuten.
Zum Glück sind wir beiden Teenie-Mamas befreundet und auf einer Wellenlänge.
Wir freuen uns mit den Beiden, machen freiwillige Fahrdienste, damit sie sich sehen können und sie dürfen sogar zusammen übernachten.
Nach monatelangem Händchen halten und schüchternen Bussis, fangen sie jetzt an zu knutschen.
Mein Sohn hat es mir erzählt. :-p
Ich freue mich und finde es toll, dass er mir diese Dinge anvertraut.
Seine Süße ist hier bei uns herzlich willkommen.
Sie hilft mit beim Tisch abräumen, schnippelt Salat und vertraut mir Dinge an, die sie ihrer Mama nicht erzählen möchte.
Ehrensache, dass ich es nicht weiter sage.
Mit meinem Sohn habe ich geredet bzgl. "über das knutschen hinaus".
Das liegt wohl noch in weiter Ferne, aber er weiss im Ernstfall, was zu tun ist.

Ich freue mich, dass die erste Liebe der Beiden eine so schöne Erfahrung ist und sie in beiden Familien einen geschützten Rahmen bekommen und einfach sein dürfen.

Erzählt mal, wie ist oder war es denn bei Euch?

Liebe Grüße

Sandra


Beitrag von jazzbassist 29.03.11 - 22:44 Uhr

Bei uns fing das gegen Ende der 4. Klasse an. Wann genau eigentlich, wissen wir nicht; der war damals längere Zeit irgendwie schon sonderbar drauf. Auf jeden Fall stand eines Nachmittags ein Mädchen vor unserer Haustür. Mein Sohn tat mir in dem Moment so unvorstellbar leid, weil … also von der Mimik her: »Okay, jetzt stet sie hier vor der Haustür - und was mache ich jetzt?« Die Beiden wussten absolut nicht, was die nun tun sollten und standen sich Sekundenlang ratlos gegenüber. Diese Hilflosigkeit in den Gesichtern werde ich für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen.

Die sind dann irgendwann ins Kinderzimmer verschwunden; ich glaub’ - meine Frau ist da im fünfminutentakt mit irgendeinem Vorwand reingeplatzt :-p Ich denke, die saßen sich die meiste Zeit nur gegenüber. Dann waren die die nächste Zeit eigentlich täglich zusammen und sich sich näher gekommen. Das fing dann auch irgendwann völlig unschuldig mit Händchenhalten und sich in den Arm nehmen an. Mit der Zeit sind da auch Bussies draus geworden und irgendwann waren die dann beim knutschen. Diese Entwicklung ging bei uns jedoch ziemlich schnell; nur einige Wochen. Für uns Eltern war das so: Im ersten Moment natürlich super stolz, dass der Sohnemann schon eine feste Freundin hatte, nur, wenn sie dann plötzlich feststellen, dass zwei Zehnjährige das Stadium des »Händchenhaltens« schon ziemlich lange verlassen hatten … also wir da schon ziemlich Panik bekommen. Wir hatten natürlich auch viel mit ihm darüber gesprochen, dass die noch etwas zu Jung sind, um noch weiter zu gehen … waren uns zwar sicher, dass die im Ernstfall auch wussten, was zu tun ist … aber … wir wollten natürlich auf keinen Fall, dass sich das soweit entwickelt und hatten da schon drauf geachtet.

Mittlerweile sind weit mehr als zwei Jahre vergangen; unser Kurzer wohnt seit einigen Wochen bei seinen Eltern in England; daher ist das mit dieser festen Freundin in Deutschland nun ein wenig komplizierter. Die sind natürlich noch auf den »ewige Liebe«-Trip und chatten täglich miteinander via Webcam, aber, ich denke mal, dass wird jetzt ganz zwangsläufig nach so langer Zeit dann doch enden. Was die in dieser Zeit alles getan haben - meine Frau weiß das ziemlich genau (die redet dort unheimlich viel mit ihm darüber). Aber - dass sind reine Mutter-Sohn-Gespräche; die auch unter den beiden bleiben werden. Ich weiß nur soviel, dass ich mir nie Sorgen machen brauchte - hat mir meine Frau zumindest stets versichert :-p

Vom Charakter her war/ist sie eigentlich das komplette Gegenteil von meinem Sohn, was ich immer am faszinierendsten fand - da auch meine Frau und ich eigentlich total gegensätzlich sind und kaum Gemeinsamkeiten haben. Sie war aber auch total gut erzogen, supernett und hilfsbereit und ein ganz liebes Mädchen. Fahrdienste waren nicht nötig; die haben damals auf der gleichen Straße gewohnt haben und waren sowohl in Grundschule als auch auf der weiterführenden Schule jeweils in der gleichen Klasse. Zusammen übernachten durften die zwar 2-3 mal, aber, die Eltern des Mädchens waren da zugegebenerweise nicht sonderlich offen und erfreut drüber. War eigentlich ein Wunder, dass die das überhaupt 2-3 mal erlaubt hatten. Die waren aber - zumindest dann - immer ganz lieb und artig.

Beitrag von mama-von3 30.03.11 - 19:08 Uhr

super das das beieuch allen so gut läuft. total süß wie du das geschrieben hast:)

Beitrag von wien70 01.04.11 - 19:43 Uhr

Du hast das sehr nett beschrieben... bin nun hinsichtlich meiner Maedels beruhigter.
Meine 16jaehrige will keine "Beziehung", sie empfindet das als Einengung. Die Herren der Schoepfung (stets in ihrem Alter ungefaehr) neigen zu Besitzanspruch etc.. und das stundenlange Telefonieren, das Du so suess beschreibst, will sie nicht, das wuerde sie stoeren... bloss mit Freundinnen will sie das.

Tja, eines Tages wird der Prinz kommen...#verliebt

Wuerdest Du es aber auch so "locker" und suess sehen, wenn es eine Tochter waere#schein

Beitrag von wien70 01.04.11 - 19:47 Uhr

Und nein, Uebernachten von Burschen ist bei uns noch nicht drin. Wie gesagt, Respekt vor Deiner Lockerheit#pro

Und ich enge nicht ein oder mir mangelt es nicht an Vertrauen ihr gegenueber, sondern ich finde es einfach nicht "richtig"... das muss auch anders gehen, sich als Jugendlicher naeher zu kommen;-)

ciao#winke

Beitrag von minimoeller 02.04.11 - 21:00 Uhr

Uij, Du bist aber eine lockere Mama!

Mein Sohn ist auch 13 Jahre alt und steckt mitten in der Pupertät. Die Mädchen sind mittlerweile nicht mehr doof, sondern ziemlich interessant ;-)

Er hat "offiziel" noch keine feste Freundin.

Da ich aber auch sicherer Quelle weiß, dass er sich für ein ganz bestimmtes Mädchen sehr interessiert und die beiden sich auch regelmäßg treffen, weiß ich, das es etwas Ernstes ist. Zugeben würde er das aber nie.

Ich hab nichs dagegen. Ich beobachte die beiden immer mit einem innerlichen Lächeln und denke dann an meine erste Liebe *seufz*...

Doch eins ist sicher: Übernachtungen gäbe es bei uns jetzt noch nicht. Nicht mit 13 Jahren. Da hat noch ein wenig Zeit.

Alles Liebe.

Beitrag von wien70 03.04.11 - 17:06 Uhr

Oh, also auch jemand, der das Thema Uebernachten nicht ganz so locker sieht..;-)
Dann bin ich also nicht allein mit dem Langsamfahren...#winke

Beitrag von kokrobite 11.04.11 - 22:06 Uhr

Wunderschön von dir beschrieben.
Freu mich auch schon auf die erste Liebe meines Sohnes:)