Hat Jemand Erfahrung mit Mictonetten gegen Einnässen?

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Beitrag von sylvia012 29.03.11 - 22:04 Uhr

Unser Sohn (7 Jahre) nimmt seit längerem Propiverin (Mictonetten) gegen das Einnässen. Es hilft ihm, aber ich mache mir Sorgen, ob es ihn körperlich abhängig macht. Immer wenn wir versucht haben, die Tabletten wegzulassen, kam nach einigen Tagen ein totaler Einbruch. Hat Jemand Erfahrungen mit diesem Medikament? Ich finde es so belastend, das unser Kind schon Tabletten schlucken muss, aber wir haben alles versucht (Windeln, Klingelhose,...)

Beitrag von mariem 29.03.11 - 23:11 Uhr

hallo,
ja ich kenne das problem meine tochter hat 2 jahre lang dieses medikament bekommen die ersten 6 monate haben wir es jeden tag genommen und dann als ich gemerkt habe das es einen längeren zeitraum geht und sie trocken war. habe ich medikament mal tage weise weggelassen. heute ist sie seit 4 monaten trocken und ganz ohne medikamente.
ich kann die als tip geben das du vielleicht mal in einem kkinderkrankenhaus nachfragst ob es da eine bettnässer ambulanz gibt. die haben uns super geholfen einfach mal mit jemanden zu reden der die selben probleme hat.
wir haben zeitweise auch desmopressin bekommen.
die heiltherapeuten dort haben meiner tochter auch mehr das bewusst sein für ihren blasendrang gemacht.
ausserdem bin ich was das trinken angeht inzwischen konsequent meine tochter geht um 19.15 ins bett sie bekommt ab 18 uhr nichts mehr zu trinken auch das letzte glas ist in seiner menge beschränkt.
leider ist man mit dem problem so ein wenig allein gelassen hilfe muss man sich alleine suchen. denn für die meisten urologen ist es ganz normal wenn ein kind bis zum 8 lebensjahr einnässt.
LG mariem

Beitrag von sylvia012 30.03.11 - 21:29 Uhr

Hallo,
danke für deine Antwort! Das macht mir ja Mut, unser Sohn ist im September 8, vielleicht wächst sich das wirklich bald aus.
Man kommt sich wirklich etwas allein gelassen vor. Unser Urologe findet das zwar irgendwie normal und sagt immer, wir sollen einfach Geduld haben. Aber da uns dieses Thema seit Jahren begleitet, ist irgendwie die Geduld ziemlich am Ende. Ich weiß gar nicht, wie das bei einer Klassenfahrt werden soll. Als ich das letzte Mal versucht habe, die Tablette langsam auszuschleichen, kam nach langer Zeit ein Einbruch und er war täglich dreimal nachts nass. Das finde ich schon sehr belastend.
Viele Grüße
sylvia

Beitrag von reethi 30.03.11 - 08:47 Uhr

Hallo!

Seit Ihr nicht in ärztlicher Behandlung?!!!
Das hört sich irgendwie nicht so an.... Wenn Dein Sohn Mictonetten bekommt, dann muss das Medikament ausgeschlichen werden. Das heißt die Dosierung wird über einen gewissen Zeitraum immer weiter gesenkt. Du kannst es natürlich nicht von einem auf den anderen Tag einfach absetzen.
Wenn das Einnässen dann wieder kommt habt Ihr zu schnell abgesetzt, oder Dein Sohn ist einfach noch nicht soweit.
Hat dass Euch Euer Arzt nicht erklärt?

Belasten dass Dein Sohn Medikamente nimmt muss es Dich sicherlich nicht-es hilft ihm ja. Und wenn es ihm hilft hat es auch eine körperliche Ursache. Du gibst ihm die Medikamente ja nicht einfach so. Viel belastender für Euch und Euren Sohn wäre es doch, wenn er einnässt, oder? Ich denke Du musst es einfach so sehen.

Viele Grüße,
Neddie

Beitrag von sylvia012 30.03.11 - 21:22 Uhr

Hallo Neddie,
danke für deine Antwort.
Doch, wir sind in ärztlicher Behandlung, schon sehr lange. Wir haben mehrmals den Urologen gewechselt, bis wir endlich Jemanden gefunden haben, der uns helfen konnte. Du hast ja recht, das Medikament hilft und darüber bin ich sehr froh! Wir haben auch schon einen langen Weg hinter uns (Windeln, Klingelhose, Belohnungspläne, Trinkprotokolle,..).
Ich habe schon mehrmals versucht, das Medikament ausschleichen zu lassen, leider kam dann nach einiger Zeit immer wieder ein Einbruch.
Der Arzt sagt, wir sollen einfach Geduld haben. Trotzdem mache ich mir Sorgen, ob die Nebenwirkungen des Medikaments sich irgendwie auswirken können. Er nimmt die Tabletten jetzt schon fast ein Jahr, das finde ich ziemlich lange.
Viele Grüße
sylvia

Beitrag von reethi 31.03.11 - 18:15 Uhr

Hallo!

Ich kann Deine Bedenken verstehen. Mein Sohn nimmt sie auch schon sehr lange. Aber es hilft ihm und er schämt sich nicht mehr. Es hat seinem Selbstbewusstsein einen großen Schub gegeben. Er ist jetzt auch nachts trocken, aber ich möchte noch warten bis wir mit dem absetzen beginnen.
Zusätzlich hat er ein Biofeedback Training gemacht, dass ihm auch geholfen hat.

Das Thema Klassenfahrt steht bei uns auch auf dem Programm. Zwar erst im Sommer, aber ich werde mal schauen wie es bis dahin ist. Er kommt aber auch gut mit Windeln zurecht und hat damit schon oft bei Freunden übernachtet ohne das es einer bemerkt hat (er nimmt die von Hughies).

Viele Grüße,
Neddie

Beitrag von estragon 31.03.11 - 12:21 Uhr

Hallo,

seid Ihr denn nicht in Behandlung damit ? Wo habt Ihr denn die Tabletten her ?

Wir sind seit 2 Jahren in einer speziellen Enuresis-Ambulanz. Unser Sohn (jetzt 7 1/2) hat die Mictionetten ca. 9 Monate lang genommen. Wir haben dann zusammen mit der Therapeutin beschlossen, daß die Frühjahrsferien ein guter Zeitpunkt zum Absetzen sind. Gesagt, getan. Seit drei Wochen nimmt er sie also nicht mehr. Wir hatten seit dem einmal nachts wieder einen See im Bett - allerdings war er da auch krank und hat abends literweise Tee getrunken und tagsüber ging es in der ersten Woche nach Absetzen wieder mehrmals täglich in die Hose (allerdings keine ganzen Portionen sondern "nur" die ersten Tropfen) aber auch das wird grad deutlich besser. Heute war er ganz stolz, weil er dieselbe Hose schon den dritten Tag hintereinander anziehen konnte:-D

Also, ich würde sagen, besprich das mit eurem Therapeuten und wenn Ihr keinen habt, dann sucht euch einen. Wir haben z.B. nicht nur einfach die Tabletten gegeben, sondern auc einige Verhaltensregeln mit auf den Weg bekommen. Und ich glaube, wir, bzw. Keno hat es jetzt bald geschafft. Nasse Hosen und Betten sind bald kein Thema mehr #huepf

Viele Grüße und alles Gute, Grith

Beitrag von sylvia012 31.03.11 - 20:43 Uhr

Natürlich sind wir in ärztlicher Behandlung und wir werden begleitet und haben auch Tipps mit auf den Weg bekommen. Ich würde niemals einfach so irgendwelche Tabletten geben. Ich wollte nur mal hören, welche Erfahrungen andere Familien mit diesem Medikament gemacht haben. Ehrlich gesagt kenne ich persönlich Niemanden, den ich sonst danach fragen könnte. Ich finde, dass das Einnässen ein ziemliches Tabuthema ist, über das wohl kaum Jemand spricht.
Das Ausschleichen der Tablette haben wir auch mehrmals ausprobiert, da unser Sohn die Tabletten ja schon fast ein Jahr nimmt.
Allerdings habe ich sie ihm immer wieder gegeben, weil er wieder nass war nachts oder tagsüber.
Viele Grüße und danke für deine Antwort
sylvia

Beitrag von estragon 01.04.11 - 12:01 Uhr

Hallo Sylvia,

ich wollte Dich nicht angreifen, entschuldige.

Über das Ausschleichen der Tabletten hatten wir auch gesprochen, aber unserer Therapeutin sagte, daß das bei den Tabletten nichts nützt. Sie wirken ab einer bestimmten Dosis, oder sie wirken halten nicht, dazwischen gibt es nichts.

Warum habt Ihr sie denn bekommen ? Bei unserem Sohn war das Volumen der Harnblase durch das mangelnde Training (er hat eben immer laufen lassen) sehr klein. Durch die Tabletten sollte das Fassungsvermögen vergrößert werden, was auch gut funktioniert hat. Außerdem waren wir zur Physiotherapie, um die Körperwahrnemung zu stärken, ob das was genützt hat, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Ich fürchte, wir müssen tatsächlich einfach Geduld haben. Unser Großer wird im Oktober auch 8 und ich hoffe, daß das Thema dann erledigt ist (gestern abend war die Hose wieder naß :-( )

Aber ich bin weiterhin ganz zuversichtlich, es ist zwar noch nicht gut, aber tatsächlich deutlich besser und ich drück Dir die Daumen, daß ihr das auch bald hinter euch habt.

Viele Grüße, Grith

Beitrag von minusch73 03.04.11 - 18:16 Uhr

Hallo,
unser Sohn hat auch mal eine Zeit lang Mictonetten genommen, die hatten allerdings wahrscheinlich nur Placebo-Effekt. Die Tatsache, dass jetz "Medizin gegen Einpullern" bekommt, hatte ihn wahrscheinlich so aufgebaut, dass es ein paar Tage gut lief - und dann nicht mehr.

Unser Sohn ist jetzt 11 Jahre und nässt nur noch gaaaaanz selten ein. Es war ein langer Weg mit viel Diagnostik, endlos vielen Therapien, eben auch Medikamenten und viel Tränen.

Irgendwann haben wir, der Kinderarzt und ich, entschieden, das Kind nur noch in Ruhe zu lassen. Und ganz langsam besserte sich alles. Wenn das Bett nass war (und das war es von drei bis etwa 10 J. fast jeden Tag), dann wurde getröstet. Unsere Waschmaschine verdient einen Orden. Ich glaube, wir Eltern irgendwie auch.

Jetzt nässt er noch ein, wenn es mal ganz massiven Ärger gab, was für mich der Beweis ist, dass das Einnässen bei unserem Sohn psychische Ursachen hatte. Dann ist er auch ziemlich geknickt. Aber generell ist er stolz wie Oskar, dass er es (so gut wie) geschafft hat.

Mictonetten mögen manchen Kindern helfen, unserem hat es nicht geholfen.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Geduld, und dass Du immer die Nerven hast, ruhig zu bleiben, es gelassen zu sehen und Dein Kind aufzubauen. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die auch als Erwachsene noch einnässen. Früher oder später schafft es auch Dein Spatz.