Habt ihr auch so ein schlechtes Gewissen ???

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von tauchmausi 30.03.11 - 09:10 Uhr

Hallo !!!

Ich bin jetzt seit einen halben Jahr alleinerziehende Mutter von zwei tollen Kindern (1,5 J. + 6 J.). Mein Ex hat mich damals verlassen. Seit dem hat sich für uns viel verändert. Wir mußten aus unserem Haus in eine Wohnung ziehen, unsere beiden Hunde weggeben und ... und ... und
Obwohl wir es wirklich schön habe, habe ich meinen Kindern ein schlechtes Gewissen gegenüber, weil ich ihnen keine 'heile' Familie bieten kann. Dabei muß ich sagen, daß das Familienleben jetzt also ohne Vater mir manchmal sogar besser erscheint als vorher.
Trotzdem habe ich das schlechte Gewissen. Ihr auch ?
Wie geht ihr damit um ?

LG Steffi

Beitrag von a11ure 30.03.11 - 09:47 Uhr

Natürlich wünschen wir uns für unsere Kinder eine möglichst heile und glückliche Welt. Aber nicht alles liegt in unserer Hand.

Und wenn Euer Familienleben nun entspannter ist, muß eine Trennung nicht die schlechtere Wahl gewesen sein.

Wir können nur daraus das Beste machen im Rahmen der Möglichkeiten und unsere Kinder lieben. Das ist vielleicht auch schon mehr, als manche Kinder in scheinbar vollständigen Familien haben.

Das schlechte Gewissen heben wir uns auf für die Dinge, die wir hätten besser machen können.

Alles Gute!

Beitrag von kleinemimi 30.03.11 - 11:00 Uhr

Hi Steffi,

ja ich habe auch oft ein schlechtes Gewissen, denn meine Jungs fragen sogar manchmal danach, das ich endlich mal einen Mann finden soll. Toll oder? Andere haben Probleme, das die Kinder keinen Eindringling wollen, meine wollen unbedingt und ich bekomme es nicht gebacken.

Aber ich kann mir doch nicht einfach einen "zulegen", da gehört schon mehr dazu.

LG Mimi

Beitrag von krake 30.03.11 - 12:13 Uhr

Hi Steffi,

mir geht es genauso,aber mene Vorrednerin hat wirklich Recht,dass es leider nicht in unserer Hand liegt.
Mir steht das alles noch bevor : Wohnung finden,Job finden bei 2 kleinen Kindern (3,5) meine beiden Katzen ? Keine Ahnung...
Ich mache mir oft Vorwürfe,ob ich unsere Ehe nicht hätte retten können,wenn mir die Größe unserer Probleme nicht schon eher aufgefallen wäre,bevor mein Nochehenmann sich Hals über Kopf in seine ehemalige Klassenkameradin verknallt hat und von einem Tag auf den anderen abgehaun ist :-[ :-(
Aber reden hätte er ja mit mir mal können,oder :-[:-[:-[
Naja,bin traurig,aber andererseits geht es mir und auch den Kindern besser: Kein ständiger Streit,kein Geschreie mehr und ich kann mich viel intensiver um die Kiddies kümmern,nur meine Kinder sind immer soooo traurig,wenn das "Papawochenende" vorbei ist #heul

Alles Mist,aber nun heißt es voraus schaun und auf ein schönes,neues Leben hoffen :-)
Dir alles Liebe krake #liebdrueck

Beitrag von matw 30.03.11 - 12:48 Uhr

Konntest Du den Kindern denn in der Ehe eine heile Familie bieten? Wahrscheinlich war es halt nicht "heil", sonst wäre keine Trennung erfolgt.
Ich denke immer an meine Freundin, die als Erwachsene mal sagte, sie hätte es besser gefunden, ihre Eltern hätten sich getrennt. So mit diesem "auf Krampf wegen der Kinder und dem Haus zusammenbleiben" war es für sie als Kind total besch....
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Und Kinder begreifen da manchmal mehr, als wir uns vorstellen können.
Gruß Silly

Beitrag von wishes 30.03.11 - 13:39 Uhr

mir kommen ja die tränen beim lesen!
meine trennung is jetzt 9 monate her!
meine tochter weint heut noch abends sehr viel. sie schläft keine nacht mehr durch. ich bin mit den nerven fertig und denke oft wäre ich mal geblieben!
aber wenn mein ex wieder anfängt zu zicken weiß ich auch warum ichs getan hab.
ich habs einfach nicht ausgehalten!
jetzt muss ich schon wieder heulen!!
verdammt

Beitrag von claudi2712 30.03.11 - 15:39 Uhr

Hallo Steffi,

in Deiner Situation würde ich gar nicht auf den Gedanken kommen, ein schlechtes Gewissen zu haben. Du hast die Entscheidung doch nicht getroffen, in Zukunft alleinerziehend zu sein. Du wurdest doch verlassen, oder? Und Du hast dafür gesorgt, dass Deine Kinder ein schönes - wenn auch anderes - zu hause haben, richtig? DAS heisst doch ein guter Elternteil zu sein - jedenfalls verstehe ich es so - ein zu hause für die Kinder zu schaffen - ein Heim.

Dass Kindern das unterm Strich ziemlich palle ist, in welchen Umständen (Haus/Wohnung) sie groß werden ist klar - da machen sich die Erwachsenen meist zu sehr einen Kopf drum.

Und auch ich, die sich von ihrem Mann getrennt hat, habe meiner Tochter ein Heim/ein zu hause bieten wollen, in dem sie behütet und friedlich aufwachsen kann. Das wäre im Falle einer Aufrechterhaltung der Ehe nicht möglich gewesen. Man glaubt gar nicht, was für feine Antennen die Kinder haben. Sie spüren, das was in der Luft liegt, aber das Verhalten der Eltern, die krampfhaft versuchen, Normalität vorzugaukeln, passt nicht zu dem, was sie spüren. DAS verunsichert Kinder bis ins Mark!

Ich kann nur von mir sprechen und ich bin mir auch dessen bewußt, dass das nicht der Regelfall ist, aber: mein Kind hat nun zwei Elternteile, die für sich wieder entspannt sind und somit auch ihr entspannt gegenübertreten können. Und nein, ich habe deswegen kein schlechtes Gewissen - im Gegenteil - ich bin auf eine Art stolz auf uns beide (auf meinen Ex und auf mich), dass wir es geschafft haben, die Trennung in etwas umzuwenden, dass uns allen dreien langfristig gutgetan hat!

Liebe Grüße
Claudia

Beitrag von jenny6 01.04.11 - 21:53 Uhr

Hallo!

Da kann ich mich nur anschliessen. Ich habe auch lange ein schlechtes Gewissen gehabt und habe gedacht, meine Kleine würde zu sehr leiden. Aber letztendlich kam es so, dass ich immer kränker wurde, Panikattacken bekam und nichts mehr im Griff hatte. Und DAS war dann der Punkt wo ich gegangen bin.
Ich muss sagen wir leben jetzt so viel freier, ruhiger. Wir können machen was wir wollen. Keiner redet mehr rei. Mir geht es besser, da ich diesen innerlichen Stress nicht mehr habe.
Bei uns war es immer so dass er wollte dass wir zu ihm ziehen. Habe ich nie getan, denn es war nie EINA FAMILIE. sondern ER hatte SEIN Leben und WIR hätten uns dem nur einreiehen sollen. Ich habe mir immer versucht einzureden,dass ich alles zu eng sehe usw.
Aber GOTT SEI DANK muss ich heute sagen, dass mein Bauch und sogar mein Körper dicht gemacht haben sobald es wieder auf etwas hinauslaufen sollte.

Meiner Tochter geht es damit auch besser. Sie ist ein sehr sensibles Kind und hat uns, egal ob normale Unterhaltungen oder Streits, immer genau ins Gesicht geguckt, sich den Gesichtsausdruck von uns angeguckt. Voll schlimm.

Die Trennungsphase war eine sehr sehr harte Zeit für mich und ich hätte NIE gedacht,dass ich das jemals schaffen werde. Aber ich habe es geschafft und bin heute froh drum.

Kinder leiden viel mehr unter einem gereizten und angespannten Elternhaus als unter einer Trennung. Meine Meinung.

lG,Jenny #liebdrueck