Aufwendungen einer künstlichen Befruchtung in der Steuererklärung

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Beitrag von carochrist 30.03.11 - 11:21 Uhr

Hallo ihr Lieben #winke

Ich gehöre nicht in dieses Forum, aber ich habe heute auf Arbeit einen Artikel gelesen (ich bin Steuerfachangestellte) den vielleicht manche von euch zwangsläufig interessieren könnte. Sollte dieses Thema schon mal aufgetaucht sein, dann verzeiht mir bitte dass ich euch damit nerve. Ich meine es nur gut und möchte euch nur eine Info weitergeben. Wenn ihr diese nicht wollt, dann lest einfach nicht weiter ;-)

Es geht hierbei um die Kosten die einem Paar aufgrund einer künstlichen Befruchtung entstehen und wie diese in der Steuererklärung geltend gemacht werden können.

Bisher gab es folgende Regelung:

1. Aufwendungen für die künstliche Befruchtung, die Aufgrund einer Empfängnisunfähigkeit der Ehefrau entstehen, können grundsätzlich als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden. Dies gilt auch für unverheiratete Paare, die in einer festen Lebenspartnerschaft leben.

2. Aufwendungen die aufgrund einer Zeugungsunfähigkeit des Ehemannes entstehen, konnten bisher nicht anerkannt werden, wenn die Frau mit Samen durch einen Dritten (heterologe künstliche Befruchtung) befruchtet wird.

Der Bundesfinanzhof hat nun neu entschieden, dass auch Aufwendungen im Zusammenhang mit der heterologen Befruchtung als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sind. Nach Auffassung des Finanzhofes stellt die Kinderlosigkeit zwar keine Krankheit dar (was der Grundcharakter der außergewöhnlichen Belastung ist), aber sie ist die unmittelbare Folge der Erkrankung des Ehemannes. Offengelassen hat der Bundesfinanzhof allerdings, ob diese Regelung auch für unverheiratete Paare gilt.

Vielleicht konnte ich euch ja etwas weiterhelfen, schließlich stehen wieder die neuen Steuererklärungen an und ich glaube, das ihr genug Sorgen habt und euch nicht noch mit dem ganzen Papierkram auseinander setzen wollt.

LG Caro #winke

Beitrag von drallerhase 30.03.11 - 11:48 Uhr

hallo caro

ich finde deinen beitrag super,erst heute habe ichh hier eine frage dazu gelesen,klasse!!!
ja ja auch bei mir steht nun die steuererklärung an(keine ahnung wie das geht lol) und drum ist es gut zu wissen das mandas absetzten kann

lieben dank dir und nen schönen sonnigen tag wünscht gabi#winke#klee

Beitrag von carochrist 30.03.11 - 11:55 Uhr

Schön das helfen konnte :-D

Beitrag von geierchen 30.03.11 - 18:52 Uhr

Hallo,

erstmal danke für deinen Beitrag. Ich finds super, dass es Leute gibt, die sich, auch wenn sie selbst nicht in dieser Lage sind, für andere interessieren und ihnen helfen möchten.
Nun meine Frage dazu.

Weißt du zufällig auch, wie hoch der Mindestsatz an Aufwendungen betragen muß, um auch etwas dabei heraus zu bekommen?
Haben mal im Steuerrechner die ICSI Kosten mit 2000€ angegeben, allersings hat sich an der Summe unten rechts nichts geändert.


VLG Claudi.

Beitrag von strandschoenheit 30.03.11 - 22:47 Uhr

Hallo, das hängt vom Einkommen ab.

Ich meine bei mir waren es 6% des Bruttoeinkommens, die man selbst tragen muss. Alles was darüber hinausgeht, kann man absetzen. Du kannst auch andere Gesundheitskosten wie Brille o.ä absetzen.

LG,
Sandy

Beitrag von babexx 31.03.11 - 09:10 Uhr

Hallo
Also wir haben schon einen icsi Versuch hinter uns ( leider negativ ) aber wie du schon sagst bei 2000€ ändert sich an der Summe nichts :( der Staat sagt nämlich das man 5000€ investiert haben muss soll heißen das man das für tragbar hâlt . Erst dann wenn man soviel gezahlt hat bekommt man was zurück :((( das ist ehh eine absolute Frechheit .. Welche Leute bzw Paare sehen 5000€ als normal kosten ??????
Hoffe ich hab's einiger massen verständlich erklären können

Lg
Babexx

Beitrag von strandschoenheit 31.03.11 - 17:44 Uhr

Wie gesagt, es hängt von Eurem Bruttoeinkommen ab. Je mehr Ihr verdient, umso mehr müss Ihr selbst tragen.

Und alles, was über diesen Satz ist, senkt wiederum das zu versteuernde Einkommen.

Die zumutbare Belastung ist hier aufgeschlüsselt, etwas weiter unten im Text öffnet sich ein Feld.

http://www.focus.de/finanzen/steuern/gesundheitskosten-suesse-medizin_aid_250083.html#table_96885

Beitrag von carochrist 31.03.11 - 22:09 Uhr

Das hängt vom Einkommen ab und wieviel Kinder man hat (falls schon welche vorhanden sind). Leider muss man erst einen gewissen Eigenanteil leisten, bevor sich die Aufwendung (abzgl. der Erstattungen!) auswirken. Leider :-(

Bei Wikipedia gibt es dazu eine Tabelle aus der man die Prozentsätze gut heraus lesen kann.

Beitrag von bibimond 31.03.11 - 19:37 Uhr

Hey Caro #winke #winke

toller Beitrag, habe Ihn mir direkt kopiert und abgespeichert, kann man denn auch pauschal sagen wieviel % man wieder bekommt, oder kann man das nicht sagen????

Kenne mich mit Steuererklärungen nicht aus :-(

GLG Bibimond

Beitrag von carochrist 31.03.11 - 22:14 Uhr

Wie schon oben beschrieben ...

Man kann es leider nicht pauschal sagen. Jeder Fall, jede Steuererklärung ist anders. Wenn ihr eure Steuererklärung macht, wird sich auch erst zeigen ob und wieviel sich von euren Aufwendungen auswirken.

Je mehr man verdient, destomehr muss man erstmal selber tragen. Ganz schön dumm geregelt wie ich finde, aber leider kann man da im Moment nix machen.

Ach ja, Krankheitskosten, Kosten für eine notwendige Brille und noch vieles mehr kann man als AgB angesetzen. Schau einfach mal bei Wikipedia vorbei. ich finde das es dort recht gut und knapp erklärt ist.

LG Caro #winke