weniger Unterhalt wegen Teilzeit?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von matw 30.03.11 - 13:06 Uhr

Hallo!

Meine Tochter wird nach dem Schulwechsel ein Internat besuchen. Wir wohnen auf dem Land und sie wollte es auch selber. Mit 150€ im Monat ist es auch eine moderate Kostennote, finde ich. Monatskarte würde auch 85 Euro kosten, mehrfach umsteigen und ungünstige Fahrzeiten haben den Entschluss abgerundet.
Ich habe die Internatskosten bei der Beistandschaft als Mehrbedarf angemeldet (§1635BGB) und meine Unterlagen eingereicht, weil die Aufteilung ja entsprechend Verdienst erfolgt.
Ich arbeite schon länger in Teilzeit, hat familiäre (Eltern Pflegebedarf), gesundheitliche (Gerinnungsproblem) und dienstliche (Stelle nur zu 75% deklariert) Gründe.
Plötzlich berichtet mir meine Tochter, der Papa hätte ihr erzählt, dass er jetzt auch nur noch Teilzeit arbeitet. Ohne wirklichen Grund, nur um mehr Freizeit zu haben.
Bezüglich der zeitlichen Nähe zur Berechnung der Mehrkosten sage ich mal nix, will da nichts unterstellen.
Mein Vater meint, am beurkundeten Unterhalt an sich ändert sich da nichts, der hat Vorrang und es ist sein Privatvergnügen, wenn er jetzt weniger verdienen möchte. Ich hoffe, das er Recht hat. Weiß das wer von Euch?
Danke!
Gruß Silly

Beitrag von hauke-haien 30.03.11 - 13:30 Uhr

Bist du sicher, dass er nicht auch ein paar familiäre, gesundheitliche und dienstliche Gründe vorschieben kann?

Beitrag von matw 31.03.11 - 08:14 Uhr

Ja. Da bin ich mir sicher. Ich will ihm auch gar nichts unterstellen. Mir geht es auch nicht um die Mehrkosten, sondern um den ganz normalen Unterhalt, ob er da Chancen hat, weniger zahlen zu müssen.
Gruß Silly

Beitrag von dk-mel 30.03.11 - 13:41 Uhr

ich hätte den vater des kindes vorab gefragt, ob er sich an den kosten beteiligen kann und ihm die gründe dargelegt.

ich denke, ein guter anwalt könnte ihm helfen, sich da rauszuwinden und weiterhin nur den unterhalt zu zahlen, den er bisher auch zahlte.

dass er nun auch nur teilzeit arbeitet, muss er begründen, um den unterhalt drücken zu können.

möchte ich meiner tochter luxus gönnen, und das ist ein internat nun mal, würde ich gucken, dass ichs allein bezahlen kann. ich bin froh, über das freundschaftliche verhältnis zum erzeuger und würde mich nicht wundern, wenn ihr keines mehr haben werdet...

Beitrag von matw 31.03.11 - 08:21 Uhr

Das freundschaftliche Verhältnis hätte ich auch gern, das haben wir aber schon lange nicht mehr. Mir geht es auch nur um den bisherigen Unterhalt, gar nicht so um die Mehrkosten. Das hatte ich schon als zusätzliche Kosten für unser Familienbudget verbucht, aber die Beistandschaft sagte, dass es laut Gesetz verteilt wird.
Luxus wäre wohl Salem oder so, nicht aber ein staatliches Internat an der staatlichen Schule für 150€ im Monat bei einem Kind, was sonst täglich fast 4 Stunden unterwegs wäre.
Der Unterhalt meiner Tochter ist für unser Budget ziemlich nötig, damit sie nicht bei allem hinten dran steht, auch mal Reiterhof und so haben kann. Ist echt nicht so, dass ich davon Wellnesstage mache, gebe das wirklich für sie aus. Das kann ich sogar nachweisen, geht alles über ein separates Konto. Seit der Krebserkrankung meines Mannes und dem damit verbundenen Verlust seines Leitungspostens bin ich trotz Teilzeit der Hauptverdiener.Das hatten wir auch alles mal anders geplant.
Gruß Silly

Beitrag von harveypet 30.03.11 - 15:46 Uhr

DU willst den Luxus eines Internats also mußt DU den Luxus auch allein zahlen.

Beitrag von matw 31.03.11 - 08:12 Uhr

Die Dame vom Amt für Familienförderung sagte mir, dass unter den Umständen, wie sie bei uns sind (Berufstätigkeit, lange und ungünstige Anfahrtwege, Krankheit in der Familie) das Internat keineswegs Luxus ist, sondern vielmehr eine Notwendigkeit im Interesse des Kindes darstellt. Wäre was anderes, wenn ich sie nach Salem oder so schicken würde, auf Privatschule und dergleichen, dann wäre es mein persönlicher Luxus.
Ich würde sogar mehr Stunden arbeiten, um meiner Tochter das zu bezahlen, wenn es ginge! Sie hat z.B. Angst allein Zug zu fahren. Verständlich, sie ging früher mit der in Leipzig ermordeten Michelle zusammen zur Schule. So ein Trauma, das kriegt man so schnell nicht weg!
Gruß Silly

Beitrag von sassi31 30.03.11 - 18:36 Uhr

Hallo,

vermutlich hat dein Vater Recht, denn es heißt ja auch immer, dass sich der Unterhaltspflichtige halt einen Nebenjob suchen muss, wenn er den Unterhalt so nicht aufbringen kann.

Ich würde mich jedoch bei einem Fachanwalt oder beim Jugendamt beraten lassen.

Gruß
Sassi

Beitrag von matw 31.03.11 - 08:24 Uhr

Die Dame beim Amt hat ja das mit den Mehrkosten und der Verteilung auf beide Eltern erst zur Sprache gebracht. Danach arbeitete er plötzlich Teilzeit. Mir geht es um den normalen bisherigen Unterhalt. Mein vater denkt, daran ändert sich nichts, ich bin mir da nicht so sicher.
Gruß Silly