Können Abtreibungen....

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von schwarzweiß 30.03.11 - 14:07 Uhr

spurlos an einer Frau vorbeigehen?

Hallo,

ich weiß nicht recht ob ich hier richtig bin, aber diese Frage kommt mir immer wieder in den Sinn.

Meine Schwiegermutter und meine Schwägerin hatte beide bereits einen Abbruch.
Es wurde nie großartig darüber gesprochen, aber sie haben ihr Leben danach "einfach" so weitergelebt und ich habe ihnen nie angemerkt, dass sie es bereuen oder ihnen etwas im Leben fehlt.

In beiden Situationen war es wohl für alle Beteiligten das Beste, wenn man das überhaupt so sagen kann.

Mich beschäftigt diese Frage sehr, denn obwohl ich wohl nie abtreiben könnte, kann ich es in diesen Fällen irgendwie verstehen.

Ich hoffe ich trete mit dieser Frage hier niemandem zu nahe, ich wollte mich nur gern etwas austauschen.

LG

Beitrag von stefannette 30.03.11 - 14:21 Uhr

Hm,ich persönlich kann mir nicht vorstellen,das man das jemals ganz vergisst. Es gibt viele schreckliche Geschichten wo es vielleicht besser war...aber ob die Frauen das dann komplett abhaken können,weiß ich nicht!

Beitrag von meandco 30.03.11 - 14:49 Uhr

schau mal, das kommt auch ganz auf die einstellung zu kindern allgemein an ...

ich persönlich könnte es mir nicht vorstellen, aber bei meiner oma zb bin ich überzeugt dass sie kein prob damit gehabt hätte ...
für sie ist es einfach nur furchtbar kinder zu bekommen. da sie aber schon alt ist, und zu ihrer zeit die sache mit verhütung schwierig war und abtreibung lebensgefährlich hat sie welche. in ihren augen ist jede frau, die freiwillig kinder bekommt nicht ganz dicht.
bei ihr kann ich mit überzeugung sagen: sie würde abtreiben ohne jemals darüber nachzudenken #cool

sobald man sich aber gedanken macht um das lebewesen dass da betroffen ist, denk ich, dass man zumindest in irgendeiner weise dran zu knabbern hat - selbst wenn es "außenstehende" nicht mitbekommen ...

lg
me

Beitrag von alexm1988 30.03.11 - 16:41 Uhr

Also ne Bekannte von mir hat vor ca 2 Jahren abgetrieben und sie istz aber ein total fröhlicher Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas spurlos an einem vorbeigehen kann, ich denke mal diejenigen versuchen es zu verdrängen...

Beitrag von janinechen 30.03.11 - 19:44 Uhr

Also ich habe früher immer gesagt dass ich niemals abtreiben würde und mir der Gedanke nie kommen würde...als ich aber dann mit 16 beim Frauenarzt saß und wusste dass ich schwanger war, war es für mich dennoch ein großes Thema und im ersten Moment die einzigste Lösung. Im nachhinein muss ich sagen, dass ich sehr froh bin mein Kind doch bekommen zu haben und ich denke mittlerweile auch, dass ich es nicht verkraftet hätte.
Ich denke aber dass es auch ganz auf die Umstände und Lebenseinstellungen der einzelnen Frauen ankommt. Ich kann mir schon vorstellen, dass es Frauen gibt die damit gut umgehen können und es vielleicht auch verdrängen und man deshalb nichts bemerkt!?
Es gibt ja auch diese Frauen die ihre schwangerschaft verdrängen und man da absolut nichts merkt und selbst sie glaubt fest daran nicht schwanger zu sein, genauso wie es Frauen gibt die einen unglaublichen Kinderwunsch haben und dann tatsächlich alle Sympthome einer richtigen schwangerschaft aufzeigen.
Also was ich eigentlich damit sagen möchte ist, dass ich denke dass Frauen es so gut verdrängen können dass sie es selbst nicht mehr so richtig wahr nehmen...versteht das jetzt jemand was ich geschrieben habe? #kratz

LG Janinechen

Beitrag von waiting.for.an.angel 30.03.11 - 19:57 Uhr

Das glaube ich nicht.
Meine Freundin hat ihr 2. Kind 2009 abgetrieben,aus verschiedenen Gründen,und bereut es zutiefst.Als das Kind ihrer Schwester im februar 2010 zur welt kam,6 wochen nach ihrem ET,ist sie fast zusammengebrochen.
Überlegt euch gut,wenn ihr sowas vorhabt =/

Beitrag von *** 30.03.11 - 20:50 Uhr

Hallo schwarzweiß,

natürlich hinterläßt eine abtreibung spuren, aber manchmal ist es die richtige entscheidung und die spuren sind bestimmt manchmal kleiner, als bei einer ausgetragenen schwangerschaft.
ich habe mit 16 abgetrieben und für mich war es sofort glasklar, dass ich das kind auf keinen fall behalten will. das hing natürlich auch stark mit meiner damaligen situation zusammen.
den schritt habe ich keine minute bereut. jetzt, mit fast mitte dreißig habe ich kinderwunsch. jetzt ist der richtige zeitpunkt. mit 16 war er es leider nicht.
ich war einfach super unreif und das wäre für ein kind ja nicht gerade der beste start. ich glaube, dass so eine entscheidung persönlich von der frau getroffen werden muss. das zeugt von verantwortung, schwarzweiß denken hilft da nicht.

Beitrag von hoffnung2011 30.03.11 - 21:27 Uhr

Meine Mutter erzählte mir, dass ihre Mama ihr am sterbebett von drei abbrüchen erzählte. Sie konnte es nie verarbeiten..

Meine Mama wußte es bis dahin nicht, ich auch nicht..

Wer ssagt, wie solche ,,Spuren´´ aussehen ?

Beitrag von **anonym** 31.03.11 - 08:42 Uhr

Ob sowas spurlos oder auch nicht an einem vorbei geht, weiß ich nicht. Hab da keine Erfahrung...


Allerdings würde ich mich in meinem jetzigen Lebensumstand für eine Abtreibung entscheiden.
Ich verhüte mit der Pille, bin da auch sehr genau! Allerdings kennt ja jeder die Versagerquote. Nichts ist 100% sicher.


Wir haben ein beh. Kind, dass mich zu 100% braucht. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, ein zweites Kind zu bekommen.
Finanziell denke ich wäre es kein Problem, aber seelisch und körperlich würd ich es wohl nicht packen.

Beitrag von polediana 31.03.11 - 11:25 Uhr

hallo,

ich hab am 9.3., vor drei wochen meinen zwerg "wegmachen" lassen.

ich hab hier in diesem forum schon so viel darüber geschrieben, auch zur trauerbewältigung dass ich dir auf deine frage eine möglichst kurze antwort geben möchte und hoffe, dass dir das ausreicht.

das komische ist, mein entschluss muss so festgestanden sein aber ich kann die WIRKLICHEN gründe gar nicht mehr nachvollziehen.
ich weiss nur noch dass er das kind nicht wollte, ich habe keine familie zur unterstützung, wirklich niemanden, befand mich mitten in einer tanzkarriere und hab das ganze so gesehen, dass ich alles aufgeben müsse um letzendlich mit kind und hund alleine dazustehen. diese gedanken haben mir angst gemacht!

aber ich hatte mich an den zwerg in meinem bauch auch schon total gewöhnt, und hab wochenlang minute um minute überlegt was ich machen soll. ich war schon kurz vor dem ziel, dann an einem schlechten tag bin ich eingeknickt und hab den größten fehler meines lebens begangen!

was mir nach dem abbruch geblieben ist, ist einfach nur eine schreckliche innere leere und einfach so das gefühl, sein kind verloren zu haben, auch wenn es erst neun wochen alt war. trotzdem entsteht dieses berühmte mutter-kind-band der liebe!

die ersten tage dachte ich es kommt kein morgen mehr. ich weiss jetzt wie sich der glaube schlimmste schmerz im leben anfühlt weils auch um diese endgültigkeit geht. und plötzlich merkst du wie stark dich diese schwangerschaft doch schon gemacht hat und wie einfach auf einmal alles zu schaffe gewesen wäre, hätte man nur nochmal die chance alles in der hand zu haben!
bei mir sind in den nächsten zwei wochen danach fast alle knoten geplatzt die ich als riesenproblem gesehen hab, plötzlich in luft aufgelöst.

das kommt dann eben noch dazu, dass ich nicht genug abgewartet hab, entgehen dem rat vieler, denn eine schwangerschaft ist ja ein reifeprozess und nichts ist im 9. monat noch so wie in der 9. woche. mit der erkenntnis von jetzt hätte ich es nie nie nie abtreiben lassen. diese woche wäre ich ins dritte monat gekommen.

das mit der tanzkarriere, was hatte ich schiss das dann nicht mehr machen zu können. soll ich dir was sagen? ich mach es jetzt sowieso nicht mehr weil ich gar keine lust mehr darauf hab. es war wunderschön zu merken auf was es wirklich ankommt im leben. nicht immer nur diesem leistungsdruck hinterherhetzen und ihn zum lebensmittelpunkt machen. ich wurde in der ss so richtig sanft und hatte überhaupt kein schlechtes gewissen als ich mal paar tage wg übelkeit nicht trainiert hab. ich hab gespürt DA IST JETZT WAS, wo ich das erste mal weiss für was ich lebe.
die ss zurückzubekommen und die entscheidung nochmal in der hand zu haben wäre mein einziger wunsch....

ich vermute dass deine schwägerin und schwiegermutter das thema wahrscheinlich "totschweigen" weil man einfach angst hat dass die leute mit dem finger auf einen zeigen. "mörderin" etc. du weisst schon. totgeschwiegen wird das thema gern, ich rede auch nicht so gerne drüber. es gibt schönere themen. aber ich glaub nicht dass sie eh je vergessen.

auf deine frage also, ob eine abtreibung spurlos an einer frau vorbeigeht, würde ich dir antworten:
NEIN! ein abbruch dauert 10 min. du trägst die konsequenzen dein ganzes leben lang!

jetzt wurde es doch ein bisschen mehr #liebdrueck

ich wünsch dir alles #herzlich
diana mit #stern (9. ssw)













Beitrag von janetxoneful 31.03.11 - 18:07 Uhr

Ich kann die Gründe dafür auch nicht mehr nachvollziehen, ich wusste nur das der Mann es nicht wollte, bzw mit der Situation total überfordert war. Ich selbst hatte niemanden mit dem ich reden kann oder wo ich auf Unterstützung hoffen konnte... keine Familie!
Ich habe meine Wünsche weit nach hinten gesteckt und beim Gespräch mit dem Vater der von Weggeben sprach und dann Abtreibung das thema war, weiss nicht ich stand total neben mir... Erst als ich nach der Naskose auwachte, merkte ich plötzlich die Leere - mir wurde bewusst. was ich getan habe. Ich bin daran fast kaputt gegangen! Weil meine Schwägerin zur gleichen Zeit wie ich schwanger wurde und ich all die Freude ihrer Familie mit bekam und als sie entbindung hatte es nochmal ein schlag in tiefster Magengrube war... Ich hab zu mein Neffen keine Bindung es ist schwer für mich eine aufzubauen... Aber gut, der Kontakt ist eh selten... Das ich nicht weiss ob es mit der Sache zu tun hat oder einfach weil ich den kleinen nur 4 mal gewesen habe in 1 1/2 Jahren!
Es ist schon 2 Jahre her, aber es für sich an als hätt ich was verloren... Ich vermisse es obwohl ich kein US Bild habe und auch noch keine Anzeichen hatte, das etwas in mir wäre!!! Es tut verdammt weh... Und ich hasse mich sooo sehr dafür! Ich würde sowas nie wieder tun... Und es tut noch viel mehr weh, weil ich meinen Körper sehr zugesetzt habe. Nach dem Abbruch hatte ich ein halbes jahr Blutungen gehabt und die Ursache war nicht zu erkennen, bis ich nach 3 FA und immer erneut die Geschichte erzählen musste und zusätzlich 2 Ausschabungen hatte. Danach Hormon-Bomben schluckte damit die Blutungen sich wieder zur einer Mens entwickelt. Das wird mir mein Körper so schnell nicht verzeichen. Ich bin aber 29 und ich merke die Uhr tickt, tickt immer lauter... aber das schwanger werden klappt nicht!
Also ich hasse mich dafür wirklich! Ich würde jeden davon abraten!!! Mir wurd damals gesagt wie willst du dein Kind ernähren, du schaffst das nicht... Alles Quatsch: alles was dein Kind braucht ist Liebe!!! Und wer sein Kind liebt kann es auch ernähren und ein gutes Leben ermöglichen! Denn was bringt dein Kind essen, wenn es nicht geliebt wird? Davon wird es auch nicht glücklich. Leider heisst es heutzutage: Kind kann man nur ernähren, wenn man am besten 2 Jobs hat, selbst auf nix verzichten muss und trotz Kind soviel verdient das man 4 mal im Jahr teuren Urlaub machen kann.... Wir leben in einer Gesellschaft die zum kotzen ist!!!

LASST EUCH NICHT EUER GLÜCK NEHMEN NUR WEIL ANDERES ES WOLLEN ODER NICHT AKZEPTIEREN KÖNNEN!

Ihr könnt alles schaffen - ihr müsst nur mit Herz rangehen!

Beitrag von janetxoneful 31.03.11 - 18:12 Uhr

... sorry mein schreibfehler und ich meinte nicht 2 jahre sondern fast 3...
Ich komm da immer mit durcheinander... weil es sich immer noch so anfühlt als wäre es erst vor kurzen geschehen!!!

Beitrag von polediana 01.04.11 - 20:27 Uhr

hi,

mir tuts so leid für dich!
hast du mal mit deinem arzt gesprochen ob die gebärmutterschleimhaut ok ist nach den AS?

schau mal, mir hilfts immer wenn ich mir vorstelle, dass wir eigentlich noch gut dran sind, denn denk mal an all die frauen die so verzweifelt sind, ein kind zu bekommen und es läßt sich einfach nicht machen? mir tut auch das furchtbar leid aber ich finde es geht immer noch ein bisschen schlimmer...

du hast gut und gerne für deinen kinderwunsch noch zehn jahre zeit. ich bin mir sicher bis dahin hast du noch drei bekommen ;-)

ja es ist eine riesen katastrophe aber ich merke es wird langsam etwas leichter.
schlimm nur dass das eine sache von den dingen ist, wo man erst schlau ist wenns zu spät ist und man nicht mehr undrehen kann. ich glaub das ist das schlimmste!

ich wünsch dir für die zukunft alles gute und meld dich mal, wenn sich die langersehnte wunsch-ss eingestellt hat. drück dir die daumen #liebdrueck

#herlich e grüße,
diana mit #stern 9.ssw

Beitrag von sneukje 31.03.11 - 19:02 Uhr

Hallo,

es hängt sicher von vielen Faktoren ab, wie schnell und in welchem Umfang man so etwas "wegsteckt".

Ich für meinen Teil, denke ab und zu noch an das kleine Würmchen, dass damals vor 8 Jahren einfach keine guten Vorraussetzungen gehabt hätte.

Es war die richtige Entscheidung für mich, ich stehe nach wie vor voll dahinter, aber vergessen, dass ich eigentlich zwei Kinder hätte, werde ich wohl nie. Trotzdem geht es mir nicht schlecht dabei. Schwierig zu erklären.

Ich denke, man muss schon sehr abgeklärt sein, damit so ein Erlebnis völlig spurlos an einem vorbei geht.

Lg