Kann man zu schnell lernen?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von 3wichtel 30.03.11 - 14:27 Uhr

Hallo an Alle.

In unserer Grundschule wird (lobenswerter Weise) binnendifferenziert unterrichtet.
Die Kinder kommen im eigenen Tempo voran und haben dadurch schöne Erfolgserlebnisse.

Aber natürlich haben einige Kinder auch einen riesigen Ehrgeiz und wollen unbedingt immer ganz schnell vorankommen.

Jetzt stellt sich bei mir und einigen anderen Eltern immer wieder die Frage, ob man das Kind immer im "Voranpreschen" unterstützen sollte oder ob gewisse Dinge nicht auch einfach sehr oft wiederholt werden müssen, um im Langzeitgedächtnis zu landen.

Wer kennt sich mit Neurologie, Biologie und Gehirnforschung zu dem Thema aus?
Muss man z.B. einen bestimmten Rechenweg x mal gemacht haben um ihn wirklich zu können, oder gibt es Kinder, bei denen auch schon eine oder zwei Wiederholungen reichen?

Liebe Grüsse,
3wichtel

Beitrag von ohmama 30.03.11 - 15:47 Uhr

Hallo 3wichtel!

Eine fundierte allgemeingültige Antwort kann ich Dir nicht geben.

Allerdings kann ich Dir berichten, wie es bei meiner 2. jüngsten ist.

Sie ist mit 5 im Sommer vorzeitig eingeschult worden, nachdem sie sich selber das Lesen, Schreiben, Addieren und Subtrahieren im Zahlenraum bis "was weiß ich" beigebracht hatte.

Unser Glück ist ebenfalls die Förderung der Kinder nach Bedarf und Begabung, des weiteren ist sie in einer Flexklasse. Sodass meine Tochter mittlerweile in Mathe beim kleinen 1x1 und in Deutsch beim Satzbau angelangt ist (Stoff 2. Klasse, 2. Halbjahr).

Sie hatte nie Probleme, verinnerlicht sehr schnell und manchmal scheint es, sie muss nur eine Beispielaufgabe sehen, damit sie alles begriffen hat und es ihr in Fleisch und Blut übergeht.

LG Bille

Beitrag von shorty23 30.03.11 - 19:05 Uhr

Hallo,

auch ich kann dir keine fundierte Antwort geben, denke aber schon, dass es sehr unterschiedliche Kinder gibt, die einen lesen ein englisches Wort 1x und können es fehlerfrei schreiben und sprechen, andere müssen es 10x schreiben bevor sie es können, aber ich denke beide müssen die Wörter wiederholen, damit sie im Langzeitgedächtnis bleiben, wie oft, ist bestimmt individuell.

Ich denke, du musst dein Kind einfach etwas beobachten, schauen, was für ein Lerntyp es ist. Bei mir in der Klasse gibt es auch ein paar, die immer super schnell fertig sind mit ihren Sachen und leider sind bei denen unendlich viele Fehler drin, sodass es mir viel lieber wäre, sie würden es langsamer aber gründlicher machen.

Schau mal hier ist ein ganz guter Artikel dazu http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_1179.html

LG

Beitrag von 3wichtel 31.03.11 - 07:47 Uhr

Vielen Dank für den tollen Link.

Folgende Aussage daraus bestätigt meine Überlegungen:

<<Das Gehirn braucht Zeit, um in Ruhe den neuen Stoff bearbeiten und im Gedächtnis verfestigen zu können. Man nennt diesen Vorgang "Konsolidierung". In dieser Phase sollte es nicht durch neue oder ähnliche Informationen gestört werden. Körperliche Aktivitäten während dieser Phase sind geistigen vorzuziehen. Die Inhalte dieser Aktivitäten sollten möglichst keinen Bezug zu den vorher aufgenommenen Informationen haben, da durch zeitlich zu nahe Aufnahme ähnlicher Stoffe die so genannte "Ähnlichkeitshemmung" eintreten könnte. <<

Das ist genau das, was ich meinte. Wenn mein Sohn z.B. den 10er Übergang beim Subtrahieren erfolgreich anwendet (z.B. in einer Hausaufgabe), dann macht es wenig Sinn, es gleich als "gekonnt" abzuhaken und zum nächsten Thema zu hetzen.
Sinnvoller wäre nach Deinem Link dann, es zu wiederholen (mehrfach!), nebenbei kein neues Rechenthema anzufangen und durch Sport oder Entspannung das Wissen erst mal "sacken zu lassen".

So, jetzt werde ich mich noch beruhigter zurücklehnen und es einfach positiv finden, wenn das 10te Arbeitsblatt zum 10er Übergang als Hausaufgabe reinflattert, obwohl er schon das erste konnte ;-)

Vielen Dank.


Beitrag von cassidy 30.03.11 - 20:10 Uhr

Hi,

ich kann die jetzt auch keine fachlich qualifizierte Aussage liefern, sondern nur von meinem Sohn berichten. In Mathe ist er sehr gut und bekommt zur Zeit immer "Extra"-Aufgaben, da er schon so weit ist. Gerade heute, konnte er sich selbst Aufgaben erstellen, die seine Lehrerin morgen dann anschaut. In seinem Mathebuch steht regelmässig, das er nur noch bis zu einer bestimmten Seite arbeiten darf. Die anderen Kinder sind einfach noch nicht so weit. Oftmals bekommt er auch extra Zettel, die er dann bearbeiten darf.

In Deutsch ist er auch recht ehrgeizig, aber braucht da doch noch immer die Wiederholung. Er hat eben eine "typische" Jungen-Schrift und muss sich einfach mehr bemühen.

Ich muss sagen, das ich eigentlich mit der Vorgehensweise bei uns in der Schule ganz zufrieden bin.

Liebe Grüße,

cassidy

Beitrag von marion2 31.03.11 - 08:00 Uhr

Hallo,

ganz unqualifiziert:

Mein Großvater lernte in der Schule laaaaange Gedichte durch massives Wiederholen auswendig. Er kann sie heute noch.

Ich lernte zum Teil die selben Gedichte im Schnelldurchlauf. Wenn ich noch zwei Zeilen zusammen bekomme, bin ich gut.

Gruß Marion