2 Jährigen mit "Auszeit" bestrafen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jasmin3486 30.03.11 - 16:18 Uhr

Hallo zusammen

Ich ärgere mich gerade fürchterlich über eine Kollegin in unserer KiTa :-[
Ich arbeite als Erzieherin in einer KiTa-Gruppe mit 2-6 Jährigen und meine Kollegin hält die "Auszeit" (stupides Sitzen auf einem Stuhl) für eine angebrachte Konsequenz. Ich persönlich finde, dass man dabei das Alter des Kindes berücksichtigen muss, denn die "Auszeit" sollte, meiner Meinung nach, die Fähigkeit zur Reflexion seines eigenen Verhaltens (beim Kind) vorraussetzen. Sprich, das Kind sollte kognitiv in der Lage sein, darüber nachdenken zu können, warum es sitzen muss. Und selbst dann finde ich diese "Konsequenz" (eig. eher Strafe) dämlich.

Nun ist meine Kollegin der Meinung, wahrscheinlich aus Bequemlichkeit (denn logische Konsequenzen sind häufig schwer zu finden), das Ausnahmslos jedes Kind, was sich regelwidrig verhält, sitzen sollte. Resultat davon ist dann, dass alle 2 und 3 Jährigen ständig sitzen. ( logisch #kratz, weil die Kleinen die Regeln noch nicht alle kennen und ganz davon ab, sind das ganz normale Verhaltensmuster in dem Alter ->Trotzphase, ->Grenzen testen usw.)

Ich habe schon mehrmals versucht, mit meiner Kollegin zu sprechen, aber da beiß ich auf Granit :-[

Heute hat sie echt den Vogel abgeschossen: Einer unserer 2 Jährigen hat im Stuhlkreis ständig vor sich hingebrabbelt...auch nach mehrmaligem ermahnen. Hätte mich als Kind ja auch nicht gestört, wenn die Tante immer nur ermahnt, aber nichts macht.
Daraufhin hat sie ihn, ohne Vorwarnung,ohne Begründung, ohne Aussicht auf ein aufheben der "Auszeit", isoliert und auf einen Stuhl, vernab der anderen hingesetzt. Ich äussere Kritik gegenüber einer Kollegin nicht vor den Kindern, deshalb hab ich nichts gesagt. Stattdessen beobachtete ich den Zwerg, der natürlich damit beschäftigt war aufzustehen, auf den Tisch zu klettern, Heftzwecken aus der Pinnwand zu fummeln...usw.

Ich hab versucht meine Kollegin darauf Aufmerksam zu machen....nichts:-[

Am Ende war ich so sauer, dass ich den Kleinen "ausgelöst" (Auszeit beendet) habe und ihn wieder in den Stuhlkreis gesetzt habe, weil mir klar war, dass er überhaupt nicht wusste, warum er da sitzen muss, dass es ein Spiel für ihn ist und mir die Kletterei auch nicht geheuer war.

Natürlich wurde ich VOR den Kindern angemault (nein, nicht kritisiert sondern wirklich angemault)...was mir einfiele ...blabla...sie hätte ihn hingesetzt und sie muss ihn auch auslösen....blabla...ich würde ihre autorität untergraben...:-[ ich bin richtig sauer

Ich bin mit Sicherheit nicht die perfekte Erzieherin und es gibt viel, was ich noch lernen muss, bin ja gerade erst 2 Jahre im Beruf...und wie ich über meine Kollegin geschrieben habe, ist auch nicht die feine Art...aber ich bin auch Mensch und ich bin gerade echt sauer:-[

Meine Frage an euch, als Mütter, als ErzieherInnen ...
Was denkt ihr? Was haltet ihr generell von dieser Auszeit?

Beitrag von juniorette 30.03.11 - 16:44 Uhr

Hallo,

mein Sohn wusste schon als 2Jähriger, warum er welche Konsequenz bekommen hat. Mag sein, dass er diesbezüglich weiter war als andere 2Jährige, trotzdem finde ich, dass du 2Jährige allgemein unterschätzt, die verstehen mehr als du denkst (auch ohne ausgebildete kognitive Fähigkeiten).

Und ob du deine Kollegin verbal kritisierst oder durch eine Handlung (Kind wieder in den Stuhlkreis setzen), ist doch egal.

"Hätte mich als Kind ja auch nicht gestört, wenn die Tante immer nur ermahnt, aber nichts macht. "

Richtig, mich auch nicht. Deswegen hat "die Tante" #augen ja auch was gemacht:
das Kind, das den Stuhlkreis gestört hat, weiter weggesetzt, damit die anderen Kinder ungestört dem Stuhlkreis folgen können.
Ein 2Jähriger versteht schon ganz genau, wenn man ihm sagt, er soll ruhig sein - das wieso, weshalb, warum dahinter versteht er vielleicht noch nicht komplett, das spielt aber auch keine Rolle. Kinder müssen nicht immer alles verstehen, sondern manchmal auch einfach nur darauf hören, was Mama, Papa oder die Erzieherin sagen.

"Was haltet ihr generell von dieser Auszeit?"

Mein Sohn hatte schon immer die Tendenz sich freiwillig eine Auszeit zu nehmen, wenn er sich irgendwie verrannt hatte. Dann schmollt er 10 Minuten freiwillig in seinem Schlafzimmer oder auch mal in seinem Spielzimmer, und kommt danach gutgelaunt wieder zu mir.

Vom stillen Stuhl oder gar in die Ecke stellen, halte ich zu Hause gar nichts.
Wenn ich meinem Sohn eine Auszeit verordnet habe, dann immer in seinem Spielzimmer, wo es genug Spielzeug gab, womit er sich während seiner Auszeit beschäftigen konnte.
Allerdings herrscht im Kindergarten eine andere Situation:
es wäre für meinen Sohn wohl keine Strafe, wenn er statt Stuhlkreis in der Bauecke seines Gruppenraums spielen dürfte - ganz im Gegenteil #rofl

Wie du schon selbst gesagt hast:
es gibt nicht immer logische Konsequenzen. Was wäre denn DEINE Konsequenz für das Brabbeln und Nicht-Hören des Jungen gewesen?
Nur zu sagen "ach ja, der Kleine ist ja erst 2 Jahre alt, also darf der das" #klatsch
Mit so einer Einstellung zieht man sich Kinder heran, die unfähig sind, sich an Regeln zu halten.

"Ich bin mit Sicherheit nicht die perfekte Erzieherin und es gibt viel, was ich noch lernen muss, bin ja gerade erst 2 Jahre im Beruf..."

Deswegen solltest du dir auch nicht anmaßen, besser Bescheid zu wissen als deine Kollegin.
Dein Verhalten war unprofessionell und anstelle deiner Kollegin würde ich mich bei der Kindergartenleitung über dich beschweren. Wie soll sie vernünftig ihren Job machen (u.a. Kinder erziehen), wenn du ihr in den Rücken fällst?

J.

Beitrag von jasmin3486 30.03.11 - 17:37 Uhr

In vielen Punkten gebe ich dir Recht...
vllt wusste er sogar, warum er da sitzt, ..dennoch sollte man einem Kind doch vorher sagen, was als nächstes passiert...sprich, wenn du nicht leise bist, musst du leider da hinten sitzen, weil es die anderen Kinder stört. Oder nochmal auf die Regeln hinweisen...''Im Stuhlkreis sind wir still"...ein einfaches..."Leise!" und das unzählige Male, finde ich einfach nicht aureichend. Er hat einfach ausprobiert, Grenzen getestet.. was auch immer. Meiner Meinung nach, sollte man zunächst an Regeln erinnern, Regeln erklären und bei nicht einhalten die Konsequenz vorher aufzeigen.

Und wie schon oben geschrieben, hätte meine Kollegin ihn dann auch noch daran erinnern sollen, dass er nicht zum spielen weggesetzt wurde, aber das war ihr ja schnuppe...auch auf dem Tisch rumkrabbeln usw. finde ich einfach nicht ok.

Und ja...vielleicht habe ich falsch gehandelt, aber vielleicht fehlen auch einfach die Zeitangaben....nach 20min. ist das für mich kein "in den Rücken fallen" mehr...20min sind einfach viel viel viel zu lange.

Bei der Leitung beschweren, wegen meinem Verhalten....?
Das ist Kindergarten auf höchstem Niveau, denn in meinen Augen versucht man jeden Disput zunächst mit dem Kontrahenten zu klären. Und zwar unter 4 Augen. und erst recht nicht VOR den Kindern. Erst wenn dann kein Nenner in Sicht ist, kann man die Leitung zu einem Gespräch hinzuziehen. Direkt zur Leitung rennen finde ich albern...wir sind Erzieher und haben ja schliesslich gelernt miteinander zu sprechen ;-)

Von der Berufserfahrung her, maße ich mir schon an, besser bescheid zu wissen...sie ist gerade aus dem AJ raus...ich hab in den zwei Jahren in 4 Kitas gearbeitet. Und mal ganz davon ab, spielt das auch kaum eine Rolle...ich lass mich nicht VOR den Kindern anmaulen als wäre ich eine Schülerpraktikantin.



Beitrag von jasmin3486 30.03.11 - 17:44 Uhr

4 KiTas in 2 jahren aus dem einfachen Grund, dass ich nur Krankheits-Vertretungen machen wollte, weil ich auf einen Studienplatz warte....

...nur um irgendwelche Vermutungen deinerseits zu beseitigen.

Beitrag von ellannajoe 30.03.11 - 17:51 Uhr

Ehrlichgesagt hatte ich gar keine Vermutungen angestellt. Ich weiß jetzt allerdings auch nicht worauf du hinaus willst.

#winke

Beitrag von ellannajoe 30.03.11 - 17:52 Uhr

Sorry war nicht für mich.

Beitrag von juniorette 30.03.11 - 19:08 Uhr

"sollte man einem Kind doch vorher sagen, was als nächstes passiert..."

Da bin ich grundsätzlich deiner Meinung, aber auf der anderen Seite hast du ja auch gesagt, dass "nur reden, reden, reden" einem Kind am Allerwertesten vorbeigeht:

"Hätte mich als Kind ja auch nicht gestört, wenn die Tante immer nur ermahnt, aber nichts macht. "

Ich denke, bei 2Jährigen bewirken Taten noch mehr als zu lange Erklärungen. Eine Erklärung bzw.angekündigte Konsequenz wäre zwar fairer gewesen, aber mein Sohn hätte dies in dem Alter wohl auch ignoriert und weiter ausgetestet.

"sprich, wenn du nicht leise bist, musst du leider da hinten sitzen, weil es die anderen Kinder stört. Oder nochmal auf die Regeln hinweisen...''Im Stuhlkreis sind wir still"...ein einfaches..."Leise!" und das unzählige Male, finde ich einfach nicht aureichend. "

Eigentlich raten doch alle Erzieher/Pädagogen, dass man bei Kindern in so jungem Alter die "Anweisungen" möglichst kurz hält, insofern finde ich die Ansagen deiner Kollegin altersgerechter als dein " wenn du nicht leise bist, musst du leider da hinten sitzen, weil es die anderen Kinder stört." #kratz

"Und wie schon oben geschrieben, hätte meine Kollegin ihn dann auch noch daran erinnern sollen, dass er nicht zum spielen weggesetzt wurde,"

Du bist dagegen, dass das Kind ruhig auf einem Stuhl sitzen muss, und du bist auch dagegen, dass das Kind seine Auszeit dazu nutzt, rumzukrabbeln.
Was denn jetzt? #kratz

"auch auf dem Tisch rumkrabbeln usw. finde ich einfach nicht ok. "

Finde ich grundsätzlich auch nicht okay, aber die Tische wurden gerade nicht genutzt und cie Verletzungsgefahr ist bei den niedrigen Kindergartentischen auch nicht gegeben.
Und wenn man sich während eines Stuhlkreises als Erzieherin immer nur auf das eine Kind konzentriert, das gerade aus der Reihe tanzt, sind Stuhlkreise nicht machbar. Das unerwünschte Verhalten nicht noch durch Aufmerksamkeit belohnen ist sinnvoll, da ich davon ausgehe, dass der 2Jährige schon durch sein Brabbeln im Stuhlkreis diese auf sich ziehen wollte.

"nach 20min. ist das für mich kein "in den Rücken fallen" mehr...20min sind einfach viel viel viel zu lange. "

Ja, 20 Minuten Auszeit sind für einen 2Jährigen wirklich sehr lange.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Junge aber auf Tische krabbeln durfte und aufgrund von den von DIR angesprochenen fehlenden kognitiven Fähigkeiten vermutlich besser beim Tischkrabbeln als im Stuhlkreis aufgehoben war, sehe ich das nicht so dramatisch.
Oder hattest du das Gefühl, dass der Junge lieber wieder in den Stuhlkreis zurückgekehrt wäre statt rumzukrabbeln, wo er möchte?

"Von der Berufserfahrung her, maße ich mir schon an, besser bescheid zu wissen...sie ist gerade aus dem AJ raus..."

Da ich nicht weiß, was ein AJ ist, weiß ich immer noch nicht, wieviel Berufserfahrung deine Kollegin hat.

Einer Frage bist du aber hartnäckig ausgewichen:
was hättest du denn mit einem 2Jährigen gemacht, der trotz mehrfacher Ermahnungen den Stuhlkreis stört?

Beitrag von windsbraut69 01.04.11 - 07:22 Uhr

"ich lass mich nicht VOR den Kindern anmaulen als wäre ich eine Schülerpraktikantin. "

Ach so. Aber ohne Absprachen die "Konsequenzen" Deiner Kollegin abbrechen und untergraben, ist okay und Schülerpraktikantinnen vor den Kindern anzumaulen, ebenfalls?

Beitrag von ellannajoe 30.03.11 - 17:26 Uhr

Hallo,

warum bist du so sauer? Es gibt doch wirklich schlimmeres und ihr solltet ganz schnell einen gemeinsamen Weg finden und euch dann gegenseitig ergänzen, ansonsten werden sie es ganz schnell spitz kriegen und euch so richtig gegeneinander ausspielen.

Mein Sohn nimmt sich auch Auszeiten und hat sich auch schon freiwillig auf den roten Stuhl gesetzt. O-Ton: Hab ich wenigstens meine Ruhe. Zuhause weise ich ihm seinen Weg ins Zimmer, wenn er runtergekommen ist, darf er gerne wieder am Familienleben teilnehmen.

#winke

Beitrag von hippogreif 30.03.11 - 17:42 Uhr

Ich denke auch, dass Du 2 jährige etwas unterschätzt. Selbst meine 1,5 Jahre alte Tochter versteht schon ziemlich genau, dass es einige Regel gibt, an die sie sich halten muß. Sonst ist das "Miteinander" einfach nicht oder nur sehr schwer möglich. Und gerade in einer größeren Kindergruppe müssen Kinder lernen, sich an ganz simple Regeln zu halten, wie z.B. nicht hauen/beißen oder eben andere nicht beim Stuhlkreis durch stören beim Mitmachen behindern.
Ich persönlich hätte ihn nun nicht unbedingt still auf einen Stuhl gesetzt, sondern vielleicht einfach zum spielen woanders hingeschickt. Aber grundsätzlich finde ich, dass ihr euch als Erzieher unbedingt einig werden müßt über eure Regeln und eure Konsequenzen. Wieso besprecht ihr sowas nicht vorher, wie und wann ihr reagiert?
Wenn die Kinder mitbekommen, dass ihr unterschiedlich reagiert, dann verunsichert das die einen Kinder (weil sie gar nicht abschätzen können, wie die Folgen bei euch aussehen) und die anderen/älteren Kinder werden euch bestimmt bald gegeneinander ausspielen.

Beitrag von jasmin3486 30.03.11 - 17:55 Uhr

Ich bin einfach sauer, dass sie sich herausnimmt so vor den Kindern mit mir zu sprechen..dass sie weder an die Regel erinnert hat, dass sie ihm die Konsequenz nicht vorher aufgezeigt hat und ihn dann auch noch 20 min. lang auf dem Tisch rumklettern lässt...

Ich habe versucht sie darauf aufmerksam zu machen....auch vorher habe ich oft das Gespräch gesucht (immer unter 4 Augen), aber wenn sie so dicht macht...was soll ich da noch groß machen? Natürlich irritiert das die Kinder, vorallem wenn sie so mit mir spricht...wenn sie mich so anmault. Das ist unprofessionell...das macht mich einfach sauer. und dazu bin ich noch die blöde vor den Kindern.

Eine "Einzelbeschäftigung" find ich auch ok...wer im Stuhlkreis nicht still ist, kann halt nicht mitmachen, sondern muss alleine "etwas" machen...wobei das etwas jetzt auch nicht unbedingt eine Lieblingsbeschäftigung von dem Kind sein sollte, sondern eher was "langweiliges"....aber wie gesagt..."beschäftigung" und nicht 20min. stupides rumsitzen auf einem Stuhl....ist ja nicht verwunderlich, dass er sich dann selbst eine Beschäftigung sucht. Vorallem muss ich dem Kind doch aber sagen "Wenn du meinst, dass du leise sein kannst, darfst du gerne wieder zu uns kommen!" oder etwa nicht?

Beitrag von ellannajoe 30.03.11 - 18:54 Uhr

Naja sie war wahrscheinlich sauer, weil du dieses Ausquartieren wieder aufgehoben hast und hat deshalb etwas überreagiert.

Jetzt aber mal ehrlich, wenn du nur Krankenaushilfe bist und gar nicht immer dort, würde ich mich da gar nicht so reinhängen. Sie wird noch eine sehr lange Zeit mit den Kinder zusammen sein, wenn du schon wieder weg bist.

Für mich liest sich das alles, als wenn du nur eine stille Beobacherin bist. Du musst sie darauf aufmerksam machen, dass das Kind auf dem Tisch rumklettert? Warum holst du ihn nicht sofort hinunter? Ihr müsst lernen zusammen zu arbeiten und euch gegenseitig zu ergänzen, ansonsten wird sie dich noch sehr oft anmotzen, wahrscheinlich hat sie auch etwas Eigeninitiative von dir erwartet. Ist allerdings reine Vermutung meinerseits.

#winke

Beitrag von juniorette 30.03.11 - 19:10 Uhr

"beschäftigung" und nicht 20min. stupides rumsitzen auf einem Stuhl.."

Das Kind saß ja nicht 20 Minuten stupide auf einem Stuhl, sondern ist auf Tische geklettert - wo ist also das Problem? :-)

Beitrag von ayshe 30.03.11 - 19:16 Uhr

Ich finde solche Auszeiten völlig bescheuert und habe so etwas nie gemacht.


Ich frage mich aber jetzt, wie ihr es denn überhaupt handhabt, mehrere Erzieherinnen, die zusammen arbeiten eben.
Ich kannte es aus unseren kindergärten immer so, daß sie alle dasselbe Konzept vertraten (wozu zb KEINE Auszeiten gehörten ;-) )

Beitrag von juniorette 30.03.11 - 19:56 Uhr

Ich nochmal.

ich möchte dich wirklich nicht fertig machen, aber mir fallen in deinen Aussagen zwei Widersprüche auf:

1) du sagst, dass Kinder allgemein (so wie du als Kind) ewiges Ermahnen ohne Handeln nicht ernst nehmen. Dann handelt deine Kollegin und du bist der Meinung, sie hätte vorher noch eine aufführlichere Ermahnung (Ankündigung der Konsequenzen) aussprechen sollen

2) du beschwerst dich über die ach so harte Strafe für einen 2Jährigen (die Auszeit), sagst aber gleichzeitig, dass ein Kind keinen Spaß (auf Tische klettern) während seiner Auszeit haben soll.

Bwvor du also deine Kollegin kritisierst, die insgesamt human gehandelt hat, was die Konsequenzen gegenüber einem 2Jährigen innerhalb einer Kindergartengruppe betrifft, solltest du dir mal überlegen, was du von einer Erzieherin in der Situation eigentlich im Endeffekt möchtest:
viel oder wenig reden, langweilige Auszeit oder abwechslungsreiche Auszeit?

LG,
J.

Beitrag von jasmin3486 31.03.11 - 19:23 Uhr

Hey...tut mir leid, dass ich so zickig auf deinen Beitrag reagiert habe. ich war nur sauer über das "bei der Leitung beschweren". Damit löst man keine Konflikte, ausserdem bin ich der Meinung, dass man Konflikte zunächst selbst Lösen muss.

"1) du sagst, dass Kinder allgemein (so wie du als Kind) ewiges Ermahnen ohne Handeln nicht ernst nehmen. Dann handelt deine Kollegin und du bist der Meinung, sie hätte vorher noch eine aufführlichere Ermahnung (Ankündigung der Konsequenzen) aussprechen sollen"

Richtig, wo ist da denn der Widerspruch? Konsequenzen müssen einfach vorher aufgezeigt werden...damit hätte sie sich vielleicht sogar das prompte Handeln sparen können. Ein Kind sollte meiner Meinung nach, wissen was als nächstes passieren wird und auch die chance haben, dem zu entgehen...so hat er sie nicht bekommen. Einfach aufspringen, den Jungen packen und wegsetzen halte ich für ausnutzen der Autorität. (Von ihrer Mimik ganz zu schweigen) Ich als Kind hätte die Welt nicht mehr verstanden, ganz zu schweigen davon, dass ich auch Angst bekommen hätte (er zum Glück nicht).

"2) du beschwerst dich über die ach so harte Strafe für einen 2Jährigen (die Auszeit), sagst aber gleichzeitig, dass ein Kind keinen Spaß (auf Tische klettern) während seiner Auszeit haben soll"

Auch richtig...denn wenn man schon so eine Konsequenz wählt, wie fraglich diese auch immer sein mag, sollte man diese dann auch komplett durchziehen...das heisst für mich: sie hätte ihn ermahnen sollen, dass er nicht auf den Tischen rumklettern soll.
Ich hätte ihm eine andere Beschäftigung gegeben...eine, die nicht zu den spaßigen Beschäftigungen gehört, sondern etwas "langweiliges". Das muss man individuell wählen. Fakt ist einfach, wie du schon sagtest, dass es für das Kind mitunter eine Belohnung sein würde, wenn er was machen darf, was ihm auch noch spass macht...damit erreicht man ja nicht das Einhalten der Regeln.

Ich hatte auch schon ein paarmal diese Situation mit dem Jungen...wegsetzen und anders beschäftigen musste ich ihn noch nicht.

Beitrag von lisasimpson 30.03.11 - 20:59 Uhr

sagt ihr den eltern das so?
stellt ihr euer konzept so vor?
was sagen die eltern dazu, daß ihr jähriger unbeaufsichtigt isoliert sitzen muß
was sagt der trager zu diesem konzept?
wo ist das schriftlich verankert und wo habt ihr die Einverständnis der eltern?

ICH würde euch raten, das nicht mit meinem2 jährigen zu machen

lisasimpson

Beitrag von juniorette 31.03.11 - 08:03 Uhr

1) Thema verfehlt. Es geht hier nicht darum, welches Kindergartenkonzept DU gut findest und die TE hat sich als Angestellte so oder so der Kindergartenleitung anzupassen oder sich einen anderen Kindergarten zu suchen.

2) das Kind war zu keiner Zeit unbeaufsichtigt, es war im selben Gruppenraum wie alle anderen, und das 2 Erzieher auf 20 Kinder nicht immer alle Kinder im Blick haben, ist völlig normal

"ICH würde euch raten, das nicht mit meinem2 jährigen zu machen "

#rofl#rofl#rofl

Ui, dann möchte ich nicht wissen, was du damals an meiner Stelle gemacht hättest:
mein damals 2Jähriger war ohne Aufsicht im Flur vor seinem Gruppenraum (was erlaubt ist) und hat Blumenerde auf dem Teppichboden verteilt (und vermutlich auch welche gegessen :-p). Die Konsequenz war, dass er die Erde wieder aufsaugen musste und ich beim Abholen ein ziemlich erschöpftes (kleines Kind und schwerer Staubsauger), aber auch reumütiges Kind vorgefunden habe.

Jetzt stell dir mal vor:
ICH habe den Kindergarten NICHT wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, seelischer Grausamkeit, Kinderarbeit und Versklavung meines Sohnes angezeigt.
Ich habe den Erzieherinnen gesagt, dass ich genauso reagiert hätte, weil mein Sohn zu Hause natürlich auch keine Blumenerde auf dem Boden verteilen darf und habe mich für das Verhalten meines Sohnes entschuldigt.

Immer diese mehr oder weniger direkten Drohungen mit Anzeige, Anwalt, strafrechtlichen Konsequenzen, etc. #augen
Kein Wunder, dass es so viele verhaltensauffällige Kinder heutzutage gibt und man in einem SPZ Monate auf einen Termin warten muss.

Beitrag von lisasimpson 31.03.11 - 12:25 Uhr

lies es einfach nochmal

lisasimpson

Beitrag von marion2 31.03.11 - 09:20 Uhr

Erziehungsmaßnahmen werden in jedem Konzept von der jeweiligen Erzieherin individuell festgelegt.

Beitrag von lisasimpson 31.03.11 - 12:25 Uhr

glücklicherweise nicht

lisasimpson

Beitrag von marion2 31.03.11 - 12:28 Uhr

Wann warst du das letzte Mal in einem Kindergarten?

Beitrag von lisasimpson 31.03.11 - 12:29 Uhr

8 uhr 30 und 8hr 45 heute morgen

lisasimpson

Beitrag von marion2 31.03.11 - 12:31 Uhr

an der tür und in der garderobe?

Ich meine, wann du das letzte DRINNEN warst.

Beitrag von lisasimpson 31.03.11 - 12:32 Uhr

letzte woche dienstag 4,5 stunden reicht das?