Wieso ich???

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von _anita85_ 30.03.11 - 19:50 Uhr

Hallo,

im Moment ist einfach alles sch*****.Ich bin 29 Jahre alt und habe bereits 3 Kinder:mein großer Sohn Fabi ist 8 Jahre alt,ich war mit seinem Papa insgesamt 5 Jahre zusammen doch dann trennten wir uns,weil er mich damals betrogen hatte.Ich war sehr traurig und machte mir Sorgen,dass ich es alleine mit meinem kleinen Fabi nicht schaffe.Dann lernte ich den Vater meines zweiten Sohnes Natha,ist jetzt 5 Jahre alt,kennen.Es war Liebe auf den ersten Blick.Wir waren aber nur 2 Jahre zusammen,weil er keine Lust auf Frau und Kinder hatte.Der Kleine Nathan war damals gerade 13 Wochen alt.Ich hatte mir danach eine Familienhilfe vom Jugendamt geholt,weil ich völlig überfordert war-nach über einem Jahr hatte ich dann alles im Griff.Dann vor knapp 2 Jahren lernte ich meine Ehemann kennen.Wir waren gerade mal 3 Monate zusammen,da bin ich schwanger geworden.Meine kleine Tochter Kira ist jetzt 10 Monate alt.Es war alles wundervoll,als ich im 6.Monat schwanger war,haben wir geheiratet,kauften uns ein Einfamilienhaus und ich gab meine Arbeit auf-auf Wunsch von meinem Ehemann,damit ich mich nur um die Kinder kümmern muss.Er verdient auch sehr gut.Doch in letzter kriselt es immer wieder..er hat Stress im Job,die zwei Großen fangen jetzt mit ihrer "Ich-will-meinen-Kopf-Durchsetzen" Phase an und mein Ex-Freund terrosiert mich.Er will das Sorgerecht für Nathan,obwohl er sich nie um ihn gekümmert hat.Ich weiß nicht was,dass jetzt soll.Mein Ehemann nervt das und unterstellt mir,dass ich noch was mit ihm hätte,aber ist ja gar nicht so.
Und das schlimmste was jetzt noch passieren konnte: ich bin schwanger geworden.Zuerst hatte ich einen Test gemacht,der war negativ und ein paar Tage später kamen meine Tage.Also dachte ich falscher Alarm.Doch als ich am Dienstag zur Untersuchung bei meiner FÄ war,sagte sie mir,dass ich in der 10.Woche schwanger bin #schock #schock #schock
Ich habe es auch meinen Mann erzählt doch er reagiert gar nicht drauf.Er ignoriert mich völlig.Er spricht nicht mit mir,nur mit den Kindern und schaut mich immer total böse an #schmoll

Ich weiß nicht was ich machen soll.Ich habe Angs,dass er mich verlässt,wenn ich es behalte und das will ich nicht.
Aber ich möchte auch keinen Abbruch vornehmen lassen,denn ich weiß wie sche*** man sich danach fühlt(meine Schwester hatte einen).
Ich habe auch nur meine Oma in der Nähe,die ist aber schon 81 Jahre alt und auch nicht mehr so fit,dass sie sich um vier Kinder mit kümmern kann und eine Familienhilfe kommt mir nie wieder in Haus-hat seine Gründe aber will nicht drüber reden!

Hat jemand vielleicht einen Tipp?Oder weiß jemand wie eine Adoption ablaufen würde?
Danke für Eure Antworten.

Traurige Grüße
Anita#schmoll

Beitrag von janinechen 30.03.11 - 20:15 Uhr

Hallo Anita,

ich kann dir da leider auch keinen guten Rat geben aber ich möchte dir eine Frage stellen:

Denkst du es wäre leichter ein Kind zur Adoption freizugeben, zu wissen irgendwo ist ein Kind von dir zu dem du aber keinen Kontakt hast oder haben darfst?

Du bist in einer schwierigen Situation und ich finde es sehr schade, dass dein Mann so negativ darauf reagiert.
Wie wäre es denn, wenn du nochmal mit ihm darüber redest? Da du schreibst er hat stress im Job, kann es ja vielleicht auch sein dass er Ängste hat (weil der Job nicht mehr ganz so sicher ist) oder sowas ähnliches?

Am besten du besuchst auch mal eine Beratungsstelle, die können dir sicher am besten sagen wie z.b. eine Abtreibung oder Adoption abläuft und was du dabei alles bedenken solltest. Sie beraten dich auch über mögliche Unterstützungen wenn du das Kind behältst.... vielleicht fällt dir deine entscheidung dann leichter!?

LG und viel Glück...

Beitrag von m_sam 30.03.11 - 22:39 Uhr

Hallo,

Deine Situation ist sicher sehr belastend für Dich. Es ist deshalb wichtig, einen Weg zu finden, der Euch wieder näher zueinander bringt. Meinst Du, er wäre bereit, eine Eheberatung mitzumachen?

Und entgegen der ersten Antwort auf Deinen Beitrag hier, muss ich Dir sagen, dass ich höchsten Respekt davor habe, dass Du über eine Adoption nachdenkst!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Die meisten Frauen denken egoistisch. Wenn ICH das Kind nicht gebrauchen kann, dann lasse ich es wegmachen. Dass aber so viele Paare sehnlichst darauf warten, ein Kind großziehen zu dürfen, wird einfach verdrängt.

Als ich ungeplant mit Nr. 3 schwanger wurde, dachte ich auch zuerst an Abtreibung und dann an Adoption. Ich hätte das Kind dann gerne meiner Schwägerin und meinem Schwager anvertraut, da diese ungewollt kinderlos sind.
Mein Mann und ich haben uns letztendlich für das Kind entschieden und ich habe das auch nie bereut. Aber ich finde den Gedanken, den Du hast, dieses Kind in Hände zu geben, die es liebevoll aufziehen werden sehr, sehr mutig und lobenswert.
Solltest Du Dich also innerlich "gegen" ein weiteres Kind entscheiden, dann suche eine Beratungsstelle auf und hole Dir Informationen rund um eine Adoption.
Ein Kind in andere Hände zu geben mag ein schwerer Schritt sein (um auf den Beitrag weiter oben zurückzukommen), aber man kann diesen Schritt mit reinem Gewissen machen!
Wer aber abtreibt, weil Adoption ja auch "ein schwieriger Schritt" ist, wird sein Leben lang damit zu kämpfen haben, oder aber ist in meinen Augen total verroht!

Ich wünsche Dir, dass sich Eure familiäre Situation schnell bessert und vor allem, dass sich Dein Mann doch noch auf dieses Kind freut.
Sollte ein anderer Weg nötig sein, wünsche ich Dir, dass Du den Weg, dieses Kind zur Adoption freizugeben, weitergehen kannst, ohne, dass man Dir ein schlechtes Gewissen einredet. Denn das muss Du nicht haben - ganz im Gegenteil!!!

LG Samy

Beitrag von janinechen 31.03.11 - 13:39 Uhr

Hallo Sammy,

ich verstehe deine Meinung und wenn man sicher weiß,dass das Kind adoptiert wird ist es ja auch okay aber es gibt so viele Kinder in Heimen die auf eine Adoption hoffen und viele bleiben ihre ganze Kindheit und Jugend dort! Das Adoptionsverfahren in D ist so kompliziert dass die meisten Eltern ihre Kinder aus Osteuropa adoptieren!
Also hat es meiner Meinung nach nichts mit Egoismus zu tun.
Meine Freundin arbeitet in so einer Einrichtung. Eine Mama hat dort ihr 2 Monate altes Baby abgegeben und zur Adoption gegeben...das Baby lebt seit einem Jahr dort,hat keine richtige Bezugsperson. Vermutlich kommt er demnächst zu einer Pflegefamilie aber oft können die Kinder nicht die ganze Zeit in einer Familie bleiben und werden regelmässig aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen bis sich irgendwann vielleicht eine geeignete Familie findet!
Das Problem ist auch dass viele Paare mit unerfülltem Babywunsch schon mindestens 35 sind und da ist es schon schwierig Adoptieren zu dürfen in D.

Beitrag von m_sam 31.03.11 - 14:55 Uhr

Ich finde es schlimm, wenn sowohl adoptionswillige Paare, als auch Kinder ewig warten müssen. Nur mit dem Gedanken, dass Kind lieber abzutreiben, als auszutragen, kann ich mich schlecht anfreunden.
Allein schon die Vorstellung, dass ein Kind sich bereits 10 Wochen im Mutterleib entwickelt hat (da sind ja in dieser SSW bereits auch Arme und Beine zu sehen!) und dann abgesaugt wird, schüttelt mich.
Es ist sicher ein Argument zu sagen, dass die Kinder teilweise ewig warten müssen. Sowas möchte man einem Kind auch nicht zumuten - aber die andere Lösung? Ist das besser?

In diesen Fällen muss man sich evtl. doch die Frage stellen, warum es keine Leihmutterschaft in Deutschland gibt.

Was mich allerdings etwas verwirrt...wieso werden Kinder, die zur Adoption freigegeben sind, bei Pflegefamilien untergebracht? Da macht in meinen Augen keinen Sinn. Die Pflegefamilien sind doch dafür gedacht, die Kinder aufzunehmen, deren Eltern vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage sind, die Kinder zu erziehen, sie aber nicht zur Adoption hergeben.
Man kann Kinder, die von Beginn an für die Adoption freigegeben sind und Kinder, die vorübergehend oder dauerhaft außerhalb der Familie betreut werden müssen, doch nicht in einen Topf werfen. Sollte das tatsächlich so sein, läuft da was gewaltig schief!

LG Samy

Beitrag von salida-del-sol 30.03.11 - 20:39 Uhr

Hallo, liebe Anita,
aus Deinen Zeilen kann ich nur erahnen, welche Not Du gerade durchlebst. Fühle Dich gans sanft von mir gedrückt.
Du könntest Dir Ersatzgroßeltern besorgen. Dies sind Ehepaare mittleren Altes, die wünschen sich Enkel haben keine. Die übernehmen dann freudig diese Aufgabe kostenkos und Dir wäre geholfen.
Es gibt die offene und die verdeckte Adoption. Bei der offenen Adoption kannst Du losen Kontakt zu dem Kind haben, bei der verdeckten Adoption wirst Du nie etwas über das Kind erfahren. Die Entscheidung zur Adoption kannst Du bis 8 Wochen nach der Geburt festmachen. Der Gedanke an eine Adoption ist ein mutiger Gedanke. Aber auch dies kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden. Und denkst Du, Du könntest es Deinem Ehemann je verzeihen, dass er Dich darum gebracht hat, dass Du erleben kannst wie dieses Kind aufwächst?
Es kann nicht darum gehen, was Du machen sollst, sondern darum, dass Du eine Entscheidung treffen kannst auf die Du in vielen Jahren stolz sein kannst.
Manchmal brauchen Männer etwas länger bis sie sich auf eine neue Lebenssituation und Aufgabe einstellen. Solange verkriechen sie sich in eine Höhle. Je öfters man sie darin stört, um so länger brauchen sie um wieder herauszukommen. Lass Deinem Mann die Zeit, die er braucht.
Sage ihm, wie wichtig er Dir als Ehemann und Vater ist, und dass Du ihn auch als Vater für dieses Kind willst. Denn ernstgemeinte Komplimente erweichen manches harte Männerherz. Denn sie wollen die Helden ihrer Familie sein.
Ich finde es toll, dass eine Abtreibung für Dich nicht in Frage kommt.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von kyra97 30.03.11 - 22:38 Uhr

guten abend anita,

gut, das du erstmal deine geschichte erzählst. das beeindruckt mich! du hast dich durch schwierige zeiten durchgekämpft und so viel allein geschafft, in den griff bekommen, für deine jungs gesorgt. und dann hattest sicher das gefühl, endlich gelandet zu sein bei deinem ehemann - mit kira.
und nun stellt das leben wieder neue herausforderungen an dich, an euch - ob das baby das schlimmste ist, was passieren konnte??? dass dein mann nicht mit dir spricht, finde ich ehrlich gesagt das schlimmste. so kannst du dich ja nicht mal mit ihm auseinandersetzen, sondern musst erahnen, wie er sich alles vorstellt. und du weißt gar nicht, woran du bist.

so, wie du von ihm erzählst, beeindruckt mich allerdings auch sein leben, sein mut, eine familie mit drei kindern zu starten mit allem, was dazugehört. dass es krieselt, ist wohl eher ein zeichen von aufgebrauchter kraft. nicht von aufgebrauchtem vertrauen.

ich würde dir sehr wünschen, dass ihr wieder miteinander reden könnt! dass jeder von euch es gut meint mit dem andern. und zuhört, was belastend ist für dich, für ihn. ob euch das guttäte? kennst du das aus eurer anfangszeit?

und gesteh dir ruhig erstmal ein, was das baby für dich an mühe und an freude(!) bedeuten würde, bevor du gleich an abgeben denkst. lass dir erstmal zeit!
das mit dem miteinander-reden ist nicht so leicht, weil die kinder doch viel von der gemeinsamen zeit brauchen, v.a. so ein kleines. ob du es arrangieren kannst, dass ihr wirklich ruhe habt und ohne druck miteinander reden könnt??

ich hoffe es sehr für euch!

schreib doch wieder, ja!?

liebe grüße von kyra

Beitrag von kyra97 04.04.11 - 11:47 Uhr

hallo anita,
ob du noch hier liest? vielleicht hast du gar keine zeit, denn deine drei halten dich ganz schön auf trapp ... ich hoffe, du findest trotzdem momente, wo du für dich sein kannst und zeit hast, dir alles durch den kopf (und durchs herz) gehen zu lassen.
ob dein mann inzwischen wieder mit dir spricht? das hoffe ich so sehr für dich!! wie kannst du dir es vorstellen mit dem baby? wenn du eine adresse brauchst für eine gute beratung, dann schreib mich doch an, ja?

ich denk an dich und hoffe sehr, dass alles gut wird für dich!

herzlich, kyra